Von Tours über Paris nach Nizza

Quer- oder Diagonalverbindungen im Schienenfernverkehr sind in Frankreich bekanntlich immer mehr im Aussterben begriffen. Die meisten Routen nutzen die auf Paris fixierten TGV Linien. Quer laufende Intercité Linien wie Bordeaux – Nantes sind eine große Ausnahme und direkte Linien wie Lyon – Montluçon – Bordeaux durch die nördlichen Cevennen wurden schon vor vielen Jahren in reinen Regionalverkehr zerlegt. Zudem sind Abschnitte anderer Querstrecken zwischen Bordeaux und Lyon sogar schon Stillgelegt.

Von Tours aus wäre der Weg nach Nizza statt Paris über Toulouse oder Vierzon und Nevers auch nur bedingt eine Alternative gewesen.

Somit bietet es sich trotzdem an zumindest etwas über die Dörfer zu fahren.

„Unterlegkeile“, also die X72500, mag ich. Eine Innenausstattung von der man meinen könnte dass sie vom Set aus „Star Trek – The next Generation“ genommen wurde, wobei aber das Beamen nicht funktioniert. 😎

Es geht „über die Hecken“ und die reaktivierte Strecke von Voves nach Chartres. Dabei ist auch ein Wettrennen mit dem TGV auf der Schnellfahrstrecke drin, das der Unterlegkeil mit Bravour verliert. 😂

Auch hier zeigt sich der französische Fahrplan auf dem flachen Land „vom Feinsten“. Nicht etwa dass (einer der wenigen Züge von Tours bis Voves) in Voves einen schlanken Anschluss oder gar eine Durchbildung nach Paris hätte. Nein der Abschluss nach Paris fährt erst in mehr als einer Stunde.

Der Übergang zum Anschluss nach Chartres über die reaktivierte Strecke beträgt nur 8 Minuten. Trotzdem wird in Chartres der Anschluss nach Paris planmäßig um wenige Minuten verpasst. Dies bekommen die SNCF Fahrplankonstrukteure übrigens auch Richtung Le Mans hin.

Warum auf einer frisch reaktivieren Strecke Langsamfahrabschnitte mit 40 und 60 km/h bestehen ist auch nicht ganz erklärbar.

Chartres jedoch hat eine sehr schöne Altstadt deren Besuch die Wartezeit zum Zug nach Paris verkürzt.

In Paris geht es ersteinmal mit der Buslinie 91 zum Gare de Lyon was diverses Treppensteigen in der Metro erspart.

Zwischen dem Gare de Lyon mit seinem markanten Uhrenturm und dem Gare de Austerlitz kann man nett die Züge der Metro über der Seine fotografierten und sich an der Fasadenkunst des Zentrums für Mode und Design erfreuen.

Nach einem vorgezogenen Abendessen im Relais de Alsacce geht es im TGV am 17:19 unter Umgehung von Lyon und Marseille, vor dem ersten Halt am Mittelmeer in Toulon hält der Zug nur in Valence TGV.

Entsprechend schnell wechselt auch die Landschaft und nach der flachen Landschaft um Paris wird es zunehmend hügeliger bis irgendwann die Ausläufer der Seealpen in Sicht kommen. Vorausgesetzt man hat einen Fensterplatz. 🤣

Nachdem der Kopfbahnhof von Marseille St-Charles umfahren wurde sind auch die ersten Blicke auf das Mittelmeer aber auch Fragmente eines Aquädukt auf.

Hinter Toulon wird es um kurz nasch 21 Uhr langsam zu Dunkel zum Fotografieren. Gut 2h Fahrt, von gesamt 5:37h ab Paris, stehen noch an und die Blagen ein paar Reihen weiter hinten die bisher recht ruhig earen werden quengelig und übermüdet aufgedreht. Wie ich mein Glpck kenne fahren die auch bis Nizza 😎

Ob sich das Hotel überhaupt noch rentiert wenn es morgen um viertel nach Acht weitergeht? Hoffentlich ist der Zug nach Ventimiglia nicht wieder so brechend überfüllt wie vor ein paar Jahren. Ich lass mich überraschen.

Und wie immer gilt. Die Tippfehler sind meinen dicken Fingern auf der Smartphonetastatur geschuldet und dienen der allgemeinen Belustigung.

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