Wunderbare Ausblicke und eine Umleitung

Damit wäre ddr Tag eigentlich schon beschrieben. Gute Nacht 🤗

Nein, natürlich gibt’s noch etwas Text.

Heute stand die „Tramway du Mont Blanc“ auf dem Programm. Das ehrgeizige Projekt einer Zahnradbahn bis zum Mont Blanc blieb sprichwörtlich auf halber Strecke stehen. Aber dazu später mehr.

Zunächst ging es erst mal Fahrkarten kaufen  und bis der Zug kam rüber zum SNCF Bahnhof.

Und dann kam auch kurz vor halb 10 der rote Triebwagen „Jeanne“ mit ihrem Steuerwagen in die Station eingefahren.

Die Bahn besitzt drei dieser 1957 gebauten Triebwagen von SLM und MFO welche aber bei Decauville gebaut wurden und in der Hauptsaison stehen alle im täglich im Einsatz.

Die ersten hundert Meter geht es wie eine echte „Tramway“ auf der Strasse bevor dann beim „Parc Termal“ in die Zahnstange eingefahren wird und es über den Bahnhof des Ort St. Gervais, der SNCF Bahnhof und der Talbahnhof der Tramway liegt nämlich in Le Fayet auf 581m.ü.M., immer weiter und teils sehr steil bergauf geht und sich dabei schöne Ausblicke bis hinüber nach Chamonix ergeben.

Und nach guten 50min Fahrtzeit ist die seit 1912 bestehende „provisorische“ Endhaltestelle „Nid d’Aigle“ beim Glacier-de-Bionnassay 2372m.ü.M erreicht.

Nichts hält länger wie ein Provisorium.

Im Zuge der Streckensanierung und der Beschaffung neuer Triebwagen von Stadler ist nun tatsächlich vorgesehen die Strecke um einige Meter zu verlängern und die Endhaltestelle mehr in die Ebene zu bringen.

Für 12:15 wurde nun am Berg die Talfahrt gebucht. Genügend Zeit etwas das Panorama zu genießen und sich die Beine zu vertreten.

Dazwischen steckt der blaue Zug seinen Kopf aus dem Tunnel und gut 30min später ist es Zeit für die Talfahrt in der grünen Garnitur.

Funfact, die kleine Brücke beim Prellbock ist eine der wenigen Bauvorleustungen für den Weiterbau zu dem es nie kam.

Beschaulich und steil mit wunderbarem Panorama gibg es also wieder hinab.

Noch eine Kreuzung in der Station Col-de-Voza wo auch einiges an Schienen, Y-Schwellen, Schotter und Zahnstangen für die weitere Sanierung der Strecke lagert.

Und nich eine Kreuzung in St. Gervais wo auch eine kleine SLM Schneefräse auf den nächsten Einsatz wartet. Heute eher nicht, selbst an der Bergstation hatte es gut 24°C und höher.

Der Ausstieg war nicht am Bahnhof sondern auf Höhe des Depot, vermutlich um der beengten Platzverhältnisse wegen die Aus- von den Zusteigern besser zu trennen.

Im Parc Thermal gibt es sogar eine 5″ Bahn, welche aber leider nur Samstags, Sonn- und Feiertags fährt. Dummerweise ist heute Freitag. Aber am Wasserhahn konnte mit etwas „Eau portable“ der Getränkevorrat aufgebessert werden.

Und im Anschluss wude noch beim Oarc Thermal ein wenig die Bergfahrt der grünen sowie Tal- und Bergfahrt der roten Garnitur fotografiert.

Der Raddurchmesser scheint nicht mit dem Zahnrad zu harmonieren. Es ist nicht unerheblicher Abrieb zu erkennen.

Aber es nutzt nichts, es ist Zeit die Koffer im Hotel zu holen und zum Zug nach Annemasse zu gehen.

Während des Wartens auf die Abfahrt verkrümmelt sich der zuvor aus Chamonix gekommene Triebwagen der Meterspurbahn ins Depot.

Die Fahrt mit dem S-Bahn Triebwagen von Alstom nach Annemasse und nach Umstieg in den AGC nach Bellegarde ist eher unspektakulär und ruhig und so wird Bellegarde pünktlich erreicht.

Ebenfalls pünktlich ist der aus Genf kommende TER in Bellegarde, bestehend aus einer im neutralen Silber gehaltenen Knicknase und sechs Corail Wagen.

In Culoz meldet dann die SNCF App und der Zugbegleiter dass der Halt in Ambérieu wegen eines liegengebliebenen Zuges (vermutlich kapitaler Oberleitungsschaden) ausfällt und der Zug umgeleitet wird. Der Zugbegleiter meint +60 in der Ankunft und die App gar +90…

Also wurde in Culoz Kopf gemacht was aber trotz des vorhandenen Steuerwagens einiges an Zeit kostete. Nochmal Kopf machen war in Chambery angesagt.

Auf Grund der Eingleisigkeit mussten dann auch noch einige Kreuzungen auf der Fahrt stattfinden und auch abgewartet werden.

Die Prognose steht nun auf 120min Verspätung in Lyon Part Dieu wobei der Infotext den falschen ausfallenden Bahnhof anzeigt.

Langsam wird es dunkel und um 21:45 wird endlich nach über 2 1/4h Verspätung Lyon Part Dieu erreicht. Die App war übrigens ab 21:23 schon der Meinung der Zug hätte sein Ziel bereits erreicht.

Noch ein paar nächtliche Impressionen vom Bahnhof und vom Bahnhofsumfeld vom Hotelzimmer aus und dann der verzweifelte Versuch noch was essbares zu bekommen.

Naja, am Ende blieb recht brauchbares Fastfood und das Willkommensbier (wenn man Heineken Bier nennen will) auf dem Zimmer.

Ein langer, aber sehr eindrucksvoller Tag geht zu Ende.

Schaumermal mit was uns Morgen überrascht.

Ein Gedanke zu „Wunderbare Ausblicke und eine Umleitung“

  1. 😮 Der Tagesbericht macht richtig Lust aufs Nachmachen, ohne die Verspätung versteht sich :-} Der muß sich nun ganz unten an unsere Liste der noch zu bereisenden Ziele ranhängen.
    Weiterhin eine erlebnisreiche Reise Euch.

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