Landschaft, irgendwie in Schwarz – Weiss

Ein klein weing blauer Himmel lugt hervor, aber im Engadin hat es sich richtig zugezogen.

Eigentlich wollte ich nach Ardez, aber angesichts der vorausichtlich lückenhaften Schbeedecke mit Schlonz am Himmel plane ich um und bleibe im oberen Engadin.

In Samedan steht mit der Ge 3/3 214 ein regelrechter Dinosaurier im Rangiereinsatz. Wobei sie erst 1984 mit ihrer Schwesterlok und zusammen mit der zweiten Serie Ge 4/4 II in Betrieb ging sieht sie irgendwie viel älter aus. Normalerweise ist die 214 in Chur und die 215 in Samedan im Einsatz.

Zu Fuss geht’s nun entlang der mitlerweile zweigleisigen Strecke zwischen Bever und Samedan nach Bever.

Der zweigleisige Ausbau ermöglicht es dass die Züge zum Albula und im Engadin parallel verkehren können. So kommt erst eine geschobene Alvra Garnitur des IR nach Chur um die Ecke und wird dann von der besser beschleunigenden Capricon Garnitur des Regio nach Scuol-Tarasp überholt.

Noch einen Schlenker über den Bahnhof von Bever bevor es ins Val Bever geht.

Einmal am Tag kommt man auch per Pferdekutsch nach Spinas und zurüpck.

Der Zug ist aber schneller und vermutlich auch die Langlauf Skifahrer. Man beachte übrigens den an der Bank angehängten Handbesen.

Kurz nach dem Albula IR kommt der mit zwei Ge 4/4 II bespannte Güterzug Richtung Chur vorbei bevor dann etwas später der IR nach St. Moritz folgt.

Kurz vor Spinas wartet dann der rekativ kurze Güterzug nach Samedan auf die Kreuzung mit dem nächsten IR nach Chur.

Das ehemalige Toilettengebäude in Spinas ist immernoch verpackt. Vermutlich als Schutz vor der Baustrasse zum alten Albulatunnel.

Im alten Empfangsgebäude gibt es einen beheizten Warteraum und ein tiptop saubere Toilette.

Ein paar Bündner Steinböcke grasen am schneefreien Hang. Nur ihr „Gian & Giachen“, die Graubünden Werbesteinböcke, Geläster über die Touristen ist nicht zu hören 😉

Auf der linken Talseite des Val Bever geht’s nun zurück nach Bever und noch ein paar Züge erwischt. Den zurückkehrende Güterzug mit den zwei Ge 4/4 II verpasse ich leider knapp an einem guten Fotostandort, irgendwie ärgerlich.

Noch eine Runde durchs Dirf und dann zum Bahnhof. L

Den Regio nach Pontresina habe ich um 15min verpasst, aber auch hier hat es einen geheizten Warteraum. Die Wartezeit und RhB WLAN wird für das Hochladen der Wanderung genutzt.

Die Aufzeichnung bei Komoot mit weiteren Bildern zur Runde durchs Val Bever gibt es hier.

Mit dem Regio aus Scuol-Tarasp geht’s nun nach Punt Muragl wo im Ladegleis des örtlichen Baustoffhändler zwei Schiebewandwagen eingestellt wurden. Der alte Güterwagen dahinter  darf aber gemäß eine Aufschrift nicht mehr ins Netz der RhB und dient nurnoch als Werbeträger.

Vorbei an der Talstation der Standseilbahn zum Muottas Muragl geht es nun zu Fuss auf dem Winterwanderweg weiter nach Pontresina.

Da die beiden Strecken von St. Moritz und Samedan nach Pontresina hier relativ parallel zueinander verkehren ist es einfach möglich die Züge auf beiden Strecken nacheinander zu fotografieren.

Kurz vor Pontresina kommen sich die Gleise auch recht nahe, aber da die Ankunfts- bzw. Abfahrtzeiten beider Strecken in Pontresina ein paar Minuten auseinander liegen ist beim aktuell sehr pünktlich verlaufenden Betrieb keine Parallelfahrt abzulichten.

Das Einfahrsignal aus Samedan besitzt einen Zusatzanzeiger der bei Fahrten nach Gleis 3 anzeigt ob das dortige Gleis mit Stammnetzspannung („11“ für 11kV 16,7Hz), oder 1kV Gleichspannung („=“) oder Neutral (Hauptschalter aus, Bügel ab) geschaltet ist.

Der Bahnübergang zum RhB Depot ist als Anrufschranke ausgelegt bei der die Lichzeichen sich kurz nach dem beendeten Schliessvorgang der Schranken abschaltet.

Im Güterladegleis wird Heizöl von den Wagen in die unterirdischen Tanks umgepumpt.

Die Trennstellen zwischen 11kV  und 1kV = sind recht auffällig gekennzeichnet.

Die Aufzeichnung der zweiten und kürzeren Wanderetappe von heute bei Komoot findet sich hier verlinkt.

Das Gepäckaufkommen in Pontresina hält sich sehr in Grenzen, früher bis vor 10-15 Jahren wurden hier täglich etliche Paletten und Gitterboxen mit Gepäck in die Züge verladen, heute reicht der Sprinter des SBB Gepäckservice.

Schade, den Allegra im Lack als Generationenzug hätte ich gerne gestern am Bernina erwischt. So muss ein Bahnsteig Notschuss reichen.

Mit dem Bernina-Express Tirano – Chur geht es ohne Zwischenstop direkt nach Bergün zurück.

Wobei in Samedan kurz abgehalten werden muss da nun der IR aus Chur und der Regio aus Scuol-Tarasp parallel einfahren.

In Bergün wird der eher spartanische Bahnsteig des Gleis 2 genutzt da das Gleis 1 vom stündlichen IR nach St. Moritz belegt ist. Die Türfreigabe erolgt dabei erst wenn der IR ausgefahren ist.

Abendessen dann heute nochmal ausgelagert im Weissen Kreuz mit einem sehr feinen dunklem Appenzeller Bier.

Zum Abschluss noch ein feiner Bündner Tresterbrand, der sehr großzügig bei 4 statt 2cl eingeschenkt war.

Morgen werde ich mal das Rodeln und insbesondere Nachtrodeln einplanen.