Auf den Spuren der ehm. Reinheim-Reichelsheimer Eisenbahn

Angeregt durch diverse Bilder im Fratzenbuch der Gruppe „stillgelegte Strecken / Bahnstecken ohne Verkehr“ u. a. aus Groß Bieberau kam die Idee auf das heutige tolle Wetter für eine kleine Erkundung der Relikte per Rad zu nutzen.

Die Geschichte der Strecke  werde ich jetzt nicht noch mal neu aufrollen. Viele  Bilder und Infos dazu gibt es schon von Joachim Theinert unter http://odenwald-bahn.de/f_h_rre_1.htm und natürlich auch unter http://de.wikipedia.org/wiki/Gersprenztalbahn

Daher die Eckdaten in Kürze:
Mit einer rekordverdächtigen Bauzeit von nur 8 Monaten (Konzessionsvergabe war erst im im März 1887 wobei in den Vorjahren bereits Vermessungsarbeiten stattfanden) wurde die Gesamtstrecke am 10. Oktober 1887 eröffnet. Die rasche Bauausführung ist auch der einfachen und an Kunstbauten armen Trassierung geschuldet. Bis auf einen Bahndamm mit einem Strassendurchlass und einer Stahlbrücke (Hahner Straße) sowie dem Tunnel unter dem Reinheimer Friedhof ist das weitere größere Bauwerk nur noch die auch heute noch vorhandene Gersprenzbrücke in Groß Bieberau. Alle weiteren Bauwerke, außer Empfangsgebäuden o. ä.) sind einfach und meist eingleisige Bachdurchlässe.
Verläuft die Strtecke ab dem Ortsausgang Reinheim noch parallel aber in einigem Abstand zur heutigen B38 so folgte die Strecke hinter Groß Bieberau dieser zumeist in Randlage und auf / an dieser mitten durch die Orte. Dies teilweise so nahe an den Wohnhäusern entlang dass man aus dem Zug heraus  den Bewohnern auf den Tisch schauen oder diesen am Fenster die Hand geben konnte. Betrieber war bis 1954 die SEG, ab dann die DEG.

Dass dies in der Pro-PKW Zeit nach dem WK2 ein willkommener Stilllegungsgrund war ist unbestritten. So wurde der Personenverkehr auf der Gesamtstrecke Reinheim – Reichelshaim am 26.05.1963 eingestellt. Die Gesamtstilllegung im Abschnitt Groß Bieberau – Reichelsheim erfolgte am 31.05.1964. Der Hauptkunde der strecke, die Odenwälder-Hartstein-Industrie (OHI) übernahm den Betrieb und gründete  hierzu in 1995 die Groß-Bieberau-Reinheimer Eisenbahn GmbH (GBRE), die Verwaltung blieb zunächst bei der DEG. Neben der OHI, die gerade währnd des Baus der Neubaustrecken Hannover-Würzburg und Mannheim-Stuttgart imposante Tonnagen an Schotter über die Strecke abwickelte, wurde auch der Saisonale Zuckerrübentransport und die Bedienung mit Stückgut, insbesondere Wagenladungen für den später am Ortseingang (mit eigenem Anschlussgleis) ansässigen Werbeartikelhersteller „Hach“ bedient.
Nach der Verlagerung der Zuckerrübentransporte auf die Straße, Abwicklung der Fa. Hach und des Stuckgutverkehrs blieb nur noch der Schotterverkehr. Mit dem Projekt MORA-C der damaligen DB Cargo wurde im Dezember 2001 auch dieser eingestellt (Der Übergabetarifpunkt Reinheim wurde wie auch Ober Ramstadt nicht mehr bedient) und nach einiger Zeit die langjährige Rangierlok „V36“ zum Werk Nieder-Ofleiden der MHI (Muttergesellschaft der OHI) verbracht.
In 2003 für gut ein halbes Jahr erfolgte ein kurzes wiederaufleben des Schotterverkehrs da die Westfälische Almetalbahn den Transport von Groß Bieberau nach Darmstadt Hbf übernahm. Des weiteren gab es am 20.09.2009 Dampfsonderfahrten, eine erneute Wiederaufnahme des Schotterverkehrs erfolgte aber nicht. seither wuchert die Strecke immer weiter zu.
Bei der aktuellen Belastung der B38 wäre eine Reaktivierung der Linie dringend angesagt, ein tramähnliches System wäre dabei für die Ortsdurchfahrten immer noch möglich und würde den Straßenverkehr auch nicht weniger bzw. mehr behindern wie heute die Busse.

Die Strecke verfügte über keine Streckensicherung per Signal- oder Blocktechnik. Die Bahnhöfe besaßen Trapeztafeln. Ausgenommen war hier die Einfahrt nach Reinheim die mittels Hauptsignal gesichert war. Mit dem ESTW Bau der Odenwaldbahn ersetzte man dieses mit einem hochstehenden Lichtsperrsignal das weiterhin mittels alleinstehender Vorsignaltafel am Bü II am Tunnelmund angekündigt wird. Bis mitte der 90er Jahre bestand auch eine Freileitung zwischen Reinheim und Groß Bieberau mit der die Zugmeldungen abgewickelt wurden. Da sich immer öfter PKW oder LKW mit den Masten anlegten wurde diese irgendwann in den 90er Jahren abgebaut und die Kommunikation auf das öffentliche Fernsprechnetz verlegt.

So, genug gelabert.
Los geht es mit der Exkursion von Reinheim nach Reichelsheim.

Beginnen wir in Reinheim und mit einem historischen Blick aus dem Oktober 1997 auf die Ausfahrt nach Groß Bieberau / Ober Ramstadt.
Zum Verständis. Alle Bilder haben Bildunterschriften  🙂

Reinheim 10/1997 OHI V36 und Übergabe aus Darmstadt mit BR 212
Reinheim 10/1997 V36 mit Übergabe aus Groß Bieberau

Und 2003:

Auch
eine ex. DR Ludmilla muss sich mit dem Schotterzug anstrengen. Immerhin
ist die Rampe hinter dem Bahnhof Reinheim nach Ober Ramstadt nicht zu
verachten.

Die zuvor von Groß Bieberau nach Reinheim führende ex.  DR V60 läuft nun leer mit.

Eine  WAB Lok wartet anderntags „im Loch“ auf den nächsten Einsatz.

Dazu heute:

Wo früher ein Hauptsignal die Einfahrt in den Bahnhof Reinheim markierte muss heute ein hochstehendes Sperrsignal reichen.

Das heutige kurz nach der Flankenschutzweiche endende Stumpfgleis führte früher bis am Stellwerk vorbei in ein Stumpfgleis. Vergleiche hierzu die Bilder in Wikipedia vond er letzten Fahrt 1963

Die Abstellgleise „im Loch“ verschwanden genau so wie die Nebengleise und die Raiffeisen Lagerhalle

Blick Richtung Ober Ramstadt. Nach Groß Bieberau geht es links heraus. Rechts ehm Gl. 3 und in verlängerung die Abstellgleise „im Loch“. Zu RRE Zeiten hatte es dort auch noch einen Lokschuppen. Ob von der DB oder RRE weis ich nicht.

Reinheim Gleis 1, Blick Richtung Bahnsteig. Zu RRE Personenzugzeiten gab es noch ein stupfgleis das zwischen Gl. 1 und dem Stellwerk (damals nicht „Rf“ sondern „Rw“) durchführte. Erst später bekam das Stellwerk den Steg um die  Fahrwegprüfung durchführen zu können.
Straßendurchlass „Am Mühlberg“

Bahndamm neben obigen Strassendurchlass mit „etwas lotrecht herausgeforderten“ Bü-Überwachungssignal
Stahlbrücke über die Hahner Rtraße

Zwischen Hahner Straße und Bü Waldstraße

Blick richtung Brücke Hahner Strße

Ja klar. Bahngelände. Aber leider kein Bahnbetrieb

Reinheim. Bü I Waldstraße

Reinheim. Bü I Waldstraße, Blick in den Tunnel unter dem Freidhof. Unmittelbar nach dem Tunnel folgt der Bü über die B38 / Ludwigstraße

Leider ins b.a.w. kein Zug den das Bü-Signal interessiert in Sicht.
Bü II, Ludwigstaraße

Bü II, Ludwigstaraße

Man verleiche hierzu von 2002 bei Joachim Theiner:
http://odenwald-bahn.de/pics_rre/x313_25a.jpg
An den Bü schloss sich einstmals der Haltepunkt Reinheim Süd an.

Bü hinter dem ehm. Hp Reinheim Süd

Bü hinter dem ehm. Hp Reinheim Süd. Die Natur schlägt zurück.

Am gleichen Bü in 2003. *schnüff*
Blick in Richtung Groß Bieberau, Höhe Bushaltestelle „Reinheim Siedlung“

Blick in Richtung Groß Bieberau, Höhe Ortseingang

Blick an gleicher Stelle zurück in Richtung Reinheim, Höhe

Anschlussweiche zum ehm Gleisanschluß der Fa. Hach. Heute gehören die Gebäude zur Fa. Senator (Kugelschreiber und Co.), aber…

… der Anschluss wurde kurz nach der Übernahme zurückgebaut und die Laderampe anderweitig verwendet.

Zumindest mit einer Achse käme man noch in den Anschluss  🙂

Groß Bieberau Bü Schleifweg, Blick in den Bahnhof

Groß Bieberau Bü Schleifweg, Blick zurück Richtung Ortseingang

ehemaliges Stationsgebäude von Groß Bieberau. Heute durch die Gaststätte „Zum Lieschen“ genutzt.

Blick über den Bahnhof mit der ungenutzten Verladeanlage

Bei einer Reaktivierung könnte man hier zumindest auch nicht gerade wenige Betonschwellen zurückgreifen.

Hier kippten die LKW vom Steinbruch kommend ihre Ladung ab. danach ging es via Förderband in die Silos. In der holzverkleideten Halle stand jahrelang die V36 der OHI und später ab und an eine ex DR V60 der WAB

WAB Lok in 2003
Blickrichtung ex. Empfangsgebäude

Blickrichtung Reichelsheim

Panorama des Bf. Groß Bieberau

Laderampe der Bäuerlichen Genossenschaft

Ferngesteuerte Lok? Schön wäre es schon wenn die V36 hier noch anzutreffen wäre.

Man sieht hier wie am vorherigen Bild schön wie der südliche Bahnhofskopf zu einem gut genutzten Verbindungsweg (rechts am Bildrand bzw. vorheriges Bild mittig) über die Brücke über den Fischbach wurde. Google Maps ist gar der Meinung es wäre ein vollwertiger Weg.  😀

Kurz vor dem heutigen Steckenende neben dem Fussballplatz des SV45.

Irgendjemand hat wohl das Andreaskreuz der anderen Seite umgefahren und hier abgelegt.

Kurz hinter dem Bü ist Schluss.

Bis gegen irgendwann ums Jahr 2000 herum lagen hier noch die Gleise bis kurz vor der Gersprenzbrücke

Die Brücke über die Gersprenz von der Straßenbrücke der B38 aus gesehen.

Ortsausgang Gross Bieberau, Standort Brücke der B36 mit Blickrichtung Reichelsheim. Die Bahn verlief einst likerhand über die Gersprenzbrücke, querte dann die B38 und verlief rechts der in Bildmitte zu sehenden Heckenreihe weiter. Es gab lange Zeit Bestrebungen die Bahnstrecke hier weder zu reaktivieren und zum Steinbruch zu führen. Unter anderem um die mit Staubbelastung einhergehende Verladung aus dem Ort herauszubekommen. Leider wurde dies so nie realisiert. Ein Hinderungsgrund war evtl. die wieder neu zu Errichtende Straßenkreuzung, als auch dass vor dem Steinbruch noch ein paar steile Höhenmeter hätten überbrückt werden müssen oder dass das Ackerland unterhalb des Steinbruch, im flachen Bereich, nicht verkäuflich war.

Und hier einer der Gründe für die Stilllegung. Die direkt neben der Straße laufende Trasse wurde für den Ausbau der B38 gebraucht. Rechts am Bildrand zwischen den beiden größeren Bäumen ist der Steinbruch zu erkennen.
Ehemalige Haltestelle (Haltepunkt mit Ladegleis) Wersau. Die heute noch bestehende Gaststätte „Zum Kühlen Grund“ (links am Bildrand) besorgte zu RRE Zeiten dort den Fahrkartenverkauf.

Brensbach. Irgendwo hier muss einstmals das Gleis die Wersauer Straße überquert haben.

Vor dem ehm. Empfangsgeäude von Brensbach ist die alte Strecke heute eine Ortsstraße.

„Am alten Bahnhof“ nennt sich die Straße. Wie wahr, wie wahr…

Blick am ehm. Bf. Richtung Reichelsheim

Hmmm, zu RRE Zeiten dürfte der Bachdurchlass als Eisenbahnbrücke größere Lasten getragen haben.

ehemalige B38 (ersetzt durch Umgehungsstraße) am Ortsausgang von Brensbach. Irgendwo hat hier auch die Bahn wieder eingefädelt. Erkennbar ist die Trasse hinter der Einmündung der Straße „Am alten Bahnhof in die Heidelberger Straße“ nichts mehr

Vor Nieder Kainsbach, Blickrichtung Brensbach
Ortseingang Nieder Kainsbach, Blickrichtung Reichelsheim
Nieder Kainsbach besaß nur einen Haltepunkt. Wie für Wersau besorgte auch hier die nahe gelegene Gaststätte den Fahrscheinverkauf.

Ehemaliges Empfangsgebäude von Fränkisch-Crumbach. Keine 600m trennen diesem vom Hp Unter Kainsbach.

Die Reste der ehm. Ladestraße sind nur zu erahnen da diese mit Erde beigefüllt wurde. Aber die Mauer links vom Verteilerkasten ist charakteristisch.

Blick Richtung Reichelsheim

Vermutlich hatte auch das heute von der Fa. Fenster Färber genutzte Gebäude einen Gleisanschluß.

Ortseingang Unter Gersprenz. reste des ehm Haltepunkt sind nicht mehr erkennbar.

Ortseingang Ober Gersprenz (irgendwie sinnig zwei gleiche Ortsschilder in zwei unterschiedlichen Orten / Siedlungen aufzustellen). hier ging es, wie schon in Nieder Gersprenz mitten auf/an der Hauptstraße und dicht an den Häusern entlang durchs Ort. in beiden Ortsen gab es nur Haltepunkte.

Ortseingang Ober Gersprenz, Blick zurück nach Unter Gersprenz.

Ortseingang Beerfurth. Und weiter mitten durchs Ort  🙂

Der heutige ÖPNV findet mit dem Bus statt. Ex. Bahn und heute Bus benutzen stellenweise noch heute die gleiche Trasse.

Das ehm. Empfangsgebäude von „Kirch- und Pfaffen-Beerfurth“ mitten an der Hauptstraße (B38).

Hinter dem Ortsausgang von Beerfurth bestand ein Anschlußgleis zum Sägewerk Dölp. Das Sägewerk gibt es immer noch. Die Trasse ins Werk kann man nur noch erahnen.

Auch in Bockenrod erinnert nichts mehr an die Bahnstrecke.

Wir nähern uns Reichelsheim. Sollen die vielen „Kuh Schilder“ etwa ein Warnhinweis auf Verkehrspolitiker sein?

Ortseingang Reichelsheim / Odenwald. die alte Bahntrasse dürfte irgendwo links der Hauptstraße bei den zwei runden Bäumen mit einem letzten Anstieg zum Bahnhof  verlaufen sein.

Bahnhofstraße Reichelsheim

Auf dem ehm. Bahngelände hat sich u. a. die Fa. Freudenberg ausgebreitet.

Im Werksgelände lebt auch der ehm. Lokschuppen weiter.
Lokschuppen. Blickrichtung Reinheim.

Auf dem eigentlichen Bahnhofsgelände befindet sich heute ein Parkplatz an dessen ende die Volksbank Odenwald residiert. Das ehm. Empfangsgebäude wurde in den 80er Jahren abgerissen.

Entspannt und mit viel Rückenwind geht es zurück in die Heimat…

DB IC-Dosto und RegioShark

Die Innotrans 2014 hat auch ein Gruselkabinett zu bietenn dessen vordere beiden Plätze Kopf an Kopf von Bombardiers Twindexx Dosto IC Wagen für DB Fernverkehr (nicht zu verwechseln mit dem Projekt des SBB Twindex Neigezug) und vom Pesa RegioShark für DB Regio besetzt werden.

Mit gut einem Jahr Verspätung wurden die Wagen nun auf der Innotrans präsentiert. ApDie Ausluferung soll Ende 2014 anlaufen und 2015 soll der Regelbetrieb laufen.

Was lange währt wird endlich gut? Ich persönlich wurde das verneinen. Zwar sollen die Wagen u. a. auf dem Abschnitt Bremen – Norddeich eingesetzt werden und dort als IC auch im kombinierten Dienst als Nahverkehr (sozusagen IRE Plus) eingesetzt werden, aber ein echtes Fernverkehrsfahrzeug sind die Wagen definitiv nicht.

Die Verwandtschaft mit den Doppelstockwagen für den Nahverkehr kann der Twindexx nicht leugnen.  Dies zeigt sich mit den relativ schmalen Treppen die bestimmt für tolle Staus brim Fahrgastwechsel und freudiges Kofferrumpeln sorgen wird und insbesonere in den längs angeordneten Sitzen an den Enden im Oberdeck.  Diese sind zwar aufgelockert gestaltet,  u. a. mit Ablage und Gepackflächen aber weit von einer interessanten Sitzlandschaft für kleine Gruppen wie im IC 2000 der SBB entfernt. 

-> www.railfaneurope.net/pix/ch/SBB_CFF_FFS/car/IC2000/A/interior/120726-023.jpg (Bild der 1. Klasse, die Sitzecke der 2. ist aber vergleichbar gestaltet)

Apropos Gepäck. Hier sehe ich das größte Problem der Wagen. Zwar wurde bei den wenigen Rücken an Rücken stehenden Sitzen entsprechend Abstand eingebaut um hier auch größere Koffer zu deponieren aber auch zusammen mit weiteren Ablageflächen und -fächern dürfte dies in Summe weniger Staufläche sein wie im konventionellen IC Wagen.

Die Sitze sind in der Neigung verstellbar. Dies gilt jedoch sowohl in 2. auch der 1. Klasse leider nicht für Sitze die mit der Rückenlehne an der Wand oder den Gepäckregalen angeordnet sind. Diese sind nicht verstellbar. Auch sind in der 2. Klasse keine Steckdosen vorhanden oder habe ich diese übersehen?

Kommen wir zur 1. Klasse. in 1+2 Anordnung wurden hier verstellbare (Einschränkung siehe oben) Ledersitze verbaut. Auf drr Rückseite befindet sich ein Klapptisch (wie auch in der 2. Klasse) jedoch mit einem zusätzlichen Bügel zum Abstützen größerer Notebooks sowei ein separater Getrankehalter. Hinsichtlich der Lebensdauer der beiden Zusatzelemente habe ich nach erstem Tests so meine Zweifel.

Bei den Steckdosen ist man sparsam. So verfügen die Doppelsitze nur über eine Steckdose an der Wand. Insgesamt scheint mir aber die 1. Klasse über mehr Ablageflächen zu verfügen. 

In beiden Klassen wurde wiederum wie bei fast allen Neufahrzeugen seit 1990 keinerlei Rücksicht auf die Fenstertelung genommen. Bei den relativ schmalen Fensterholmen fällt diese nicht so sehr5ins Gewicht wie z. B. beim ICE, ist aber trotzdem störend. 

Den Negativrekord zur Sitzanordnung könnte Pesas RegioShark einstellen. Dieser beeindruckt zwar mit beindruckendem Design der Fahrzeugfront, der Innenraum ist jefoch alles andere als angenehm angeordnet.  Gerade im Hochflurbereich mit 2. und 1. Klasse ist die Sitzanordnung in der 2. Klasse (1. Klasse nur 8. Sitze vis a vis) vorsichtig ausgedrückt nur mit „sehr speziell“ zu bezeichnen.

Auch der Übergang vom niederflurigen Einstiegsbereich, hier befindet sich auch der Mehrzweckbereich und die rollstuhlgerechte Toilette, in den hochflurigen reinen 2. Klasse Bereich sieht wenig einladend, eher wie ein Schiffsschott, aus.

Es ist zu hoffen dass das die zwei- bzw. dreiteiligen Serienfahrzeuge eine angenehmere Atmosphäre und Anordnung bekommen. Der einteilige Triebwagen ist eher ein Prototyp um die Zulassung und Ausbildung zu beschleunigen.

Dahoam is Dahoam

Eines der wenigen positiven Punkte am Hotel im Reykjaviker Industriegebiet war dass es passend zum zu „unchristlicher“ Zeit um 4:30 Uhr zum Flughafen fahrenden Bus Frühstück gab.
Der noch recht neue Flughafen besticht nicht gerade durch geschickte Wegeführung und dann „optimiert“ man noch planlos den Check In. Statt wie in Frankfurt an einem Schalter das Gepäck aufzugehen und Bordkarten zu bekommen muss man hier erst am Automaten die Bordkarten und Gepäckbanderole ziehen und gibt dann am Schalter das Gepäck ab. Warum baut man dann nicht gleich noch eine Gepäckklappe?
Der Check In Automat spielt zudem Roulette und verteilt unsere Dreiergruppe quer über das Flugzeug. Bingo! Zudem wieder ein Gangplatz.  *hrmpf*.
Danach das übliche Securitaintmant (bei dem Reisedatum vmtl. etwas genauer) inkl. Schuhe ausziehen und das übliche Ablungern bis zum Boarding.
Aber komischer weise haten die „Nebensitzer“ ein Problem mit dem Fenster und baten um einen Tausch. Das ist natürlich ein Angebot das man nicht ablehnen kann.
So konnte ich die tollen Wolkenformationen (neben dem Film) und besonders den Blick ins Rheintal (Solls gelingen, flieg nen Bogen über Bingen) im Landeanflug genießen.
Mit dem Airliner ging es mit nur 10min Wartezeit nach Darmstadt Hbf und ab dirt per Zug nach Hause.
Nach knapp 11 Stunden ist die heimatlichen Couch erreicht. 🙂

Alles in allem kann ich eine Reise nach Island, insbesondere wenn man mit dem Wetttr so ein Glück hat, nur empfehlen. Die Landschaft ist schlicht mehr als beeindruckend. 

Eines muss man sich jedoch bewusst sein. Es wird nicht billig. Kleines Preisbeispiel: Tagessuppe um die 14 € oder 0,5er Bier zu 8€ sind dort ganz normale Preise. 

Reykjavik

Sodele.
Der letzte ganze Tag auf Island ist mit dem Schreiben dueser Zeilen nun auch fast vorbei.  Morgen geht es bereits um 4:30 Uhr vom Hotel zum Flughafen. Üble Flugzeiten…

Aber zuvor konnten noch nette Einblicke und Aussichten in der Hauptstadt von Island gesammelt werden.
Sei es im Stadtpark, der Hallgrímskirkja Kirche (mit Aufzug im Turm) oder der „Harpa“ (Harfe), also der Oper.
In einem Souvenirladen waren Magnetsticker zu sehen die eine Uhr zeigten,  auf der statt Ziffern unterschiedliche Wettersymbole dargestellt waren. Von Sonne über Bewölkt und Gewitter bis Schneesturm war alles bunt gemischt dabei.  Darunter stand der Satz der übersetzt lautete „Wenn dir das Wetter in Island nicht gefällt, warte einfach 5 Minuten“.
Diese Aussage kann ich nur voll bestätigen.
Wenn mir Petrus auch heute wieder wohlgesonnen war, so gab es mehrere rasch wechselnde Wetterzustände rundherum zu beobachten. Am Denkmal oder eher der Skulptur des Schiff von Leifur Eiríksson konnten mehrfach Wetterwechsel über der Bucht,  teilweise mit beeindruckenden Regenbögen, beobachtet werden.
Eigentlich nur auf der Suche nach einer Toilette ging ich in das neue Gebäude der Oper die u. a. auch ein Kongresszentrum ist, oder nüchtern betrachtet ein Millionengrab.
http://de.m.wikipedia.org/wiki/Konzerthaus_Harpa

Unabhängig davon ist das Gebäude beeindruckend mit interessanten Details und Installationen bis in die letzte Ecke.
Irgendwie erinnert das Gebäudenan die Darmstädter „Schepp Schachtel“ (Darmstadtium), wobei die Isländer anscheinend weniger Probleme mit Wassergräben vor Gebäuden haben wie Darmstädter.  🙂

Achja. Da denkt man dass man auf einer seit jeher „bahnfreien“ Insel weilt und was entdeckt man im alten Hafen von Reykjavik?

Die Dampflok “ Minør“ die in 1913 auf ihrer Feldbahnlinie mitgeholfen hat den Hafen zu bauen.

Das war auch eine der ersten und letzten „Bahnlinien“ auf Island. Echten Bahnverkehr gab es hier nie. Dafür war und ist das Land zu schroff und das Fahrgast sowie Frachtpotential zu klein. 

[Nachtrag] 

Es gab noch zwei weitere Materialbahnen.

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Schienenverkehr_in_Island#Hafenbahn_Reykjav.C3.ADk

Die Planungen für eine Bahnstrecke vom Flughafen Kevlavik in die Hauptstadt scheinen mit der Wirtschaftskrise gestoppt zu sein. 

[/Nachtrag] 

Der Tag klingt aus mit einem ausgezeichneten Steak vom Lamm. *sabber*

Zurück nach Reykjavik

Die Rückfahrt von Akueyri nach Reykjavik habe ich als eher unspektakulär empfunden, oder war ich durch die vieltahl von spektakulären Stellen und Abschnitten der letzten Tage einfach nur visuell übersättigt? ;-D

Wieder stets der Hauptstraße 1 folgend ging es über diverse Pässe, grüne aber teilweise schroffe und menschenleere Landschaften im Norden Inlands zurück in die Hauptstadt.

Achja, das Überlandbusnetz ist schon recht übersichtlich, wie man dem Aushang in der Tankstelle / Rasthaus / Angelgeschäft / Supermarkt und somit im größtem Haus vom wenige Seelen Dorf Varmahlíð im Laugavegur entnehmen kann. Eine Rundreise ist somit nicht moglich da die Ostküste nicht durchfahren wird. In Reykjavik hangen noch Karten aus auf der due nördliche Linie noch bis Egilsstaðir (Ort am Nordende des länglichen See oben rechts kurz vor der „mitte der Ostküste“) eht. Vermutlich sind diese aber nicht aktuell.

Natürlich war auch heute ein netter Wasserfall, der Glanni Wasserfall am Ende der Holtavörðuheiði Hochebene, mit auf dem Programm. Er war auch der vorerst Letzte im Reiseprogramm.

Weiter ging es nach Borganes und back ejnem Kuzen Fotostop zum „Atlantik kucken“ an der über weite Abschnitte schroffen und sehr windigen Küste entlang Richtung Hauptstadt. 

Apropos windig. An vielen Stellen im Land, meist an „grossen“ Kreuzungen von Hauptstraßen oder exponierten Steckenabschnitten stehen Leuchtanzeiger die den Strassenzustand, Temperatur und Windgeschwindigkeit anzeigen.  

Das Hotel liegt leider etwas außerhalb der Innenstadt weshalb die Suche nach einer Essensmöglichkeit sich ewas schwierig gestaltet und der Stadtbummel wird auf den Donnerstag verlegt.

Aber eines kann jetzt schon gesagt werden.  Die Tour stand hinsichtlich des Wetters unter einem sehr guten Stern.  Wenngleich der Isländer eine ganz andere Ansicht von schlechten Wetter hat war es selbst für kontinentaleuropäische Verhältnisse bis auf wenige und kurze Ausnahmen abdolut Top.

Fire and Ice II – Jetzt erst recht

War das Wetter am Vortag eher etwas „eingeschränkt verfügbar “ und der Wetterbericht versprach auch nicht unbedingt gutes so folgte die positive Überraschung nach dem Aufstehen. Es herrschte strahlender Sonnenschein.  Génial!

Auf der Hauptstraße Nr. 1 ginge es zunächst durch das Breiðdalur Tal in Richtung Egilsstaðir.
Am Ende des Tals schraubte sich die Straße in mehreren Serpentinen und mit respektabler Steigung über den Pass. Faszinierende Ausblicke waren dabei natürlich inklusive. Apropos Hauptstraße Nr. 1. Wenige Kilometer hinter dem Hotel endete die Fahrbahn aus Asphalt und diese Hauptschlagader wurde über den Pass zur Piste.

In Egilsstaðir wird ein Tankstop eingelegt.  Faszinierend dass in diesem kleinen Ort die Geschäfte meist erst um 10 Uhr,  vereinzelt sogar erst um 11 Uhr öffnen. Dafür schließt man schon um 18 Uhr, Samstags um 12.

Weiter auf der Hauptstraße Nr. 1 und in derem Verlauf dem Tal des Jökulsá á Brú folgen wird ein weiterer hübscher Wasserfall besucht der das Wasser aus der Hochfläche ins Tal leitet. Durch die Perspektive bedingt könnte man meinen das Wasser käme aus dem Nichts.

„Nichts“ triffte die Beschreibung der Hochfläche Mývatnsöræfi ganz gut. Asche, Steine, erkaltete Lava… das war es. Aber die Ausblicke sind spektakulär und man erkennt bereits fern am Horizont den Bereich mit der vulkanischen Aktivität des Bárðarbunga an von unten leicht rot angestrahlten Wolken.
Unterwegs wird eine Hängebrücke gequert von der man hofft dass diese eine evtl. Flutwelle des Schmelzwassersee aus dem Eroptionsgebiet überlebt

Das nächste Highlight folgt auf den Fuß und zum Glück gibt es noch keine Geruchsfotos.
Warum? Die Hochfläche wird über den Námaskarð Pass zum Mývatn See hin verlassen. Kurz vor dem Pass befindet sich das Hochtemperaturgebiet Hverarönd in dem sich diverse Thermalquellen, Fumarolen und Solfataren befinden die vom aktiven Vulkansystem der Kafla gespeist werden. Die Thermalquellen sind nicht wie die Geysiere aus klarem Wasser bestehend sondern eher kochende Schlammtümpel bzw. Schlammtöpfe. Der aus den Solfataren ausströmende Wasserdampf enthält hohe Anteile von Schwefel, was das ganze Umfeld in eine „besondere Atmosphäre“ taucht.

Nach dem Besuch in der Vorhölle geht es über den Pass zur Mittagsrast an der blauen Lagune des Nordens. Wie beim Pendant im Südwesten nutzt man hier das Abfallprodukt Heisswasser der Geothermie für ein Thermalbad, nur eine Nummer kleiner. Das 100 °C heiße Wasser kühlt, bevor es den Becken zugeleitet wird, in einem grossen Behälter ab. Ich habe selten einen so großen Eierkocher gesehen. 🙂
Auf dieser Seite des Pass befinden sich die amerikanische und eurasische Pkatte gut sichtbar dicht nebeneinander.

Weiter geht es zum Lavafeld beim Mývatn See, der benachbarte Vulkan erinnert dabei an eine überdimensionale Steinkohlehalde, und diverse Blindkrater in der Nachbarschaft. Diese sehen zwar aus wie kleine Ausgaben der Vulkankegel aus der Volvic Werbung, waren aber nie Vulkane. Ihre Form bekamen sie durch einen besonderen Umstand beim Abkühlen von Lava im Wasser.

Nun geht es weiter nach Akureyri und unterwegs wird auch noch der sehr fotogene Goðafoss Wasserfall besucht.

Während der Fahrt wurde kurzfristig ein Highlight außerhalb des Programms organisiert.
Ein Flug zum Eruptionsgebiet des Bárðarbunga. Ein nicht gerade billiger Spaß, aber wann hat man schon mal die Chance einem Vulkan „ins Auge zu sehen“. Selten war die Gelegenheit so günstig und die Ausblicke sowie Eindrücke sind nicht mal mit dem Wort Spektakulär annähernd adäquat zu beschreiben.

Fjorde

Die heutige Tour war eher unspektakulär. Aber gut, permanent 150% wäre auch unrealistisch 🙂
Der Vatnajökull Nationalpark wurde hinter sich gelassen und es ging weiter der Südküste entlang nach Höfn. Höfen ist vermutlich das „Hummer Mekka“ der Isländer. Zudem eine der grösseren Städte.  Aber der Begriff grössere Stadt raftrelativiert sich etwas wenn man offizielle Karten von Island ansieht. Hier werden selbst in grossen Karten bereits einzeln stehende Höfe oder Gasthäuser dargestellt und mit Namen versehen wie in deutschen Karten erst richtige Siedlungen. Orte / Städte werden dann mit bis 100, bis 400 unter 1000, über 1000 und über 2000 Einwohner dargestellt. Letztere sind nur wenige Städte,  ohne genau nachgesen zu haben dürften es unter fünf Städte sein. Höfn ist mit seinen ca. 1600 Einwohnern damit im oberen Mittelfeld.
Nach Höfn wird die Südküste verlassen und es geht weiter in Richtung Norden entlang der Ostküste. Diese ist wesentlich schroffer und steiler und mit teileise langen Fjorden durchzogen was die Fahrstrecke nicht unwesentlich verlängert. Kurz hinter Höfn hat man vor ein paar Jahren einen Tunnel gebaut um den kleinen Almannaskarð Pass zu umgehen, der bis dahin mittels einer Schotterpiste mit auf der Landseite 10% und der Seeseite 16% Neigung zu ersetzen. Achja, diese Schotterpiste gehörte zur Strasse Nr. 1 die als Hauptschlagader ein mal komplett um die Insel führt. Auf der Landseite kann man noch auf die „Passhöhe“ hochfahren um den „Ausblick“ zu geniessen. Wegen der diesigen Luft musste die Ansichtstafel die Vorstellungskraft unterstützen.  Gleichzeitig kann man während sich der Bus hinaufkämpft erahnen wie sinnvoll der Tunnelbau war.
Entlang der Küstenlinie mit stetem Bergauf und Bergab geht er in Richtung Djúpivogur zur Mittagsrast. Zuvor gab es noch einen kleinen Stopp an einem Leuchtturm und mitten in der Steilküste. Unterweges fallen mir Strommasten auf die nicht in die üblichen Raster fallen. Überlandleitungen mit drei Leitern, klar Drehstrom aber was ist die Trasse nebendran mit dem einen Leiter? Vom Isolator her mit niedrigerer Spannung wie die Drehstromtrasse. Dürfte so um dir 20kV sein. Am Leuchtturm gab es dann die Auflösung wenn man sich den dortigen Trafo am Mast anschaute.  Die Isländer benutzen für das Einphasennetz die Erde als Rückleiter und sparen sich damit die zweite Strippe. Womit sich Wikipedia mit der Aussage der Nichtanwendung in Europa irrt.
de.m.wikipedia.org/wiki/Single-Wire-Earth-Return
In Djúpivogur wurde nach dem Genuss eines leckeren Lachsbrot der örtliche Hügel erklommen um einen guten Blick in den dortigrn Fjord zu bekommen. Anschließend noch ein Blick am Hafen auf die dortige Kunstinstallation zwischen der Lebertranfabrik und Kaimauer. Getreu dem Motto „Ist das Kunst, ode kann das weg?“ hat man die Straßenseite zum Wasser hin mit überdimensionalen Eiern aus Stein divererser Vogelarten verziert.
Jetzt geht es hinein in den Fjord und kurz vor dem Ende wird (wieder mal) ein hübscher Wasserfall begrüsst. Danachgeht es auf der Nordseite des Fjords wieder heraus um Hotel im nächsten Tal anzusteuern. Hotel Stadarborg ist eine ehemalige Schule und mitten „in the middle of nowher“ im Breiðdalur Tal in der Nähe von Breiðdalur was nach kurzem Spaziergang auf den Hügel hinter dem Hotel bestätigt wurde. Ich erinnerte mich just wieder mal an einen Satz den man auf einer Schottland-Tour oft zu hören bekam wenn msn sagte dass man bis nach Wick fahren wollte: „What do you want in Wick? There is nothing.“ Die kannten wohl Island nicht.  🙂
Das Wetter war nicht ganz so toll wie am Vortag.  Es lag stets mehr oder weniger Dunst in der Luft, aber immerhin kein Regen und „verdeckter Sonnenschein“.

Kalaueralarm für das letzte Bild!
Ich habe mal Isländisch Moos in freier Wildbahn fotografiert.
Apropos Moos. Komisch dass die Isländer von der Wirtschaftskrise so stark getroffen wurden. Moos und Asche haben die doch ohne Ende. Aber wenn man meint die Asche regelmäßig über die halbe Welt zu verbreiten braucht man sich nicht zu wundern wenn einrm das Moos ausgeht…  😉

Fire and Ice

Nein, falscher Titel und nicht der Bogner Film.
Water and Ice wäre besser um den Tag zu beschreiben.
Der Tag begann nicht besonders vielverspechend. Dicke Wolken und kurzzeitig Regen begleiteten das Frühstück.
Die Regenjacke am Vormittag war aber weniger dem Schauer als eher dem ersten Ziel der Tagesetappe geschuldet.
Angefahren wurde der Seljalandsfoss der einerseits recht imposant in die Tiefe stürzt, den man aber auch ungestraft hintergehen kann. Also etwas das was man sonst, egal ob mit einem Wasserfall oder Mitmensch, unterlassen sollte.  😉
Es ist schon ein besonderer Eindruck „von hinter den Kulissen“.
Weiter ging es dann zum Skógafoss. Dieser wurde nur im Japaner Modus abgehakt, obschon er auch nicht von schlechten Eltern ist.  Leider fehlte die Zeit die Treppe zur Abbruchkante zu erklimmen.
Apropos Japaner. Neuester Trend bei Asiaten und Arabern scheint es zu sein das Mobiltelefon bzw. die Digitalkamera an einem Stock über Kopfhöhe zu tragen oder „Langabstand“ Selfies zu erzeugen.
Kurz vor dem Ort Vík wird am Übergang der Dyrhólaós Bucht / Lagune in den Atlantik der Golfstrom begrüßt. Es ist schon interessant direkt am Meer zu stehen und schneebedeckte bis zu 2000m hohe Berge zum greifen Nah zu sehnen.
Im Ort Vík sizt man derzeit auf gepackten Koffern. Die benachbarte Katlar (grummelige / regelmäßig aktive und damit riskante Vulkane sind in Island meist weiblich) macht derzeit „Bunga Bunga“ und grummelt und bebt vor sich hin. Man rechnet mit einem Ausbruch der vsl. eine Flut aus Schmelzwasser erzeugen wird (neben den üblichen pyrotechnischen Effekten eines Ausbruchs) und wenn es dumm läuft kommt das alles durch das Ort durch. Was derartige Schmelzfluten anrichten können wird einem mehr als deutlich ein paar Kilometer später deutlich. Über Kilometer Mondlandschaft, zerstörte Brücken usw. 

Die Strase führt derweil weiter der Südküste entlang, oftmals zwischen der relativ flachen Küste und den ersten Erhebungen vor eindrückliche Bergkulissen vorbei. Die Vegetation angepasst könnte man hier Filme in Landschaften die quer über den Planeten Erde verteilt liegen dicht nebeneinander drehen. Von Grand Canyon (in Klein) bis Khao Lak, von den Felsenfornen ist alles da.
Aber das beste war, das Wetter wurde mit jedem Kilometer besser.
Die Gletscher rücken dabei immer näher an die Küste und erscheinen immer mehr zum Greifen nah. Nach etlichen Kilometern Mondlandschaft wird der Südwestzipfel des Vatnajökull Nationalpark erreicht. Der Vatnajökull ist der größte Gletscher Europas und seine Ausläufer kommen auf wenige Kilometer an die Küste heran. Der Abstand wird aber immer größer. Die Gletscherausläufer schmelzen, wie auch andere eigenständige Gletscher hier im Süden, kontinuierlich ab und gehen dadurch zwischen 30 bis 70 Meter im Jahr zurück.
Das Infozentrum informiert sehr gut wie man bis noch vor wenigen Jahrzehnten mühsam die „Aschewüsten“, Flüsse mit Gletscherwasser und Gerölllandschaften überwinden musste im den Osten der Insel zu erreichen, sowie den Gletscher und die vulkanischen Aktivitäten unter dem Eis und deren Folgen. Mit eine der heftigsten Folgen der jüngsten Zeit hatte der Ausbruch des Grímsvötn in 1996, welche  im wesentlichen durch die Flut des geschmolzen Gletschereis als auch durch Ascheniederschlag noch heute zu erkennen sind.
Nachdem die Infos aufgesaugt und die Gletscher zusammen mit dem darüber thronenden höchsten Berg Islands, dem Hvannadalshnjúkur mit 2.110 Metern, fotografiert wurden ging es zum absoluten Highlight des Tages.  Zur Gletscherlagune.
Hier reicht eine weitere Gletscherzunge des Vatnajökull bis fast ins Meer. Sie endet in einer Lagune die einen nur knapp einen Kilometer langen Abfluss in den Atlantik hat. Es war faszinierend den Eisbergen beim treiben zuzusehen.
Abschließend wird sich im Hotel „Smyrlabjörg“ beim köstlich und mit reichlich Auswahl gestalteten Buffet noch regionales „Gletscherbier“ gegönnt. Sehr gut, sowohl das Helle als auch das Dunkle.
Später konnten noch ein paar schwache Polarlichter gesichtet werden. Bevor Kommentare kommen.  Nein, diese waren keine Folgen des Biers. Bei den hiesigen Preisen ist der dafür nötige „Level“ nicht realisierbar.  *lach*

Der Mond schien zudem so hell dass ich meinen Schatten bei Nacht (die schwarze Seele?) sehen konnte und machte damit das Sichten dieses Efekts leider etwas schwer.

Wasser Wasser Wasser

Der heutige Tag Stand im Zeichen des Wassers.  Aber zum Glück nicht von Oben.
Das Wetter war nicht mehr so toll wie gesern,  aber am Gullfoss Wasserfall hatte es sogar vorübergehend Sonne.
Aber alles schön der Reihe nach.
Heute Morgen ging es zunächst aus Reykjavik raus in östliche Richtung nach Þingvellir. Neun. Der Monitor ist nicht defekt.  Das schreibt sichiso  🙂

 An dieser Stelle tagte erstmals 930 n. Chr. das islndischen Parlament. Natürlich nicht wie heute bis zu täglich sondern ein mal im Jahr. Da die Parlamentssitzungen, im Gegensatz zu den schon Jahrhunderte früher tagenden Griechischen Parlament(en), bis heute ohne Unterbrechung durchgeführt wurden kann Island für sich in Anspruch nehmen das älteste Parlament der Welt zu besitzen. Þingvellir gibt auch dem dortigen Nationalpark seinen Namrn und liegt am Nordufer des Sees Þingvallavatn, dem größten Binnensee Islands.

Auch aus geologischer Sicht ist Þingvellir interessant. Der dortige See bzw. das Tal allgemein befindet sich mitten in der Driftzone der Amerikanischen und der Eurasischen Kontinentalplatten. Dadurch wird das Tal immer breiter und tiefer. Besonders auf der Eurasischen Talseite sind die durch die Spalten und Rissbildung erzeugten „Treppen“ im Hang sehr gut erkennbar.
Nach so viel Kultur und Wissenschaft ging es weiter zum Gullfoss Wasserfall.
Hier stürzt der Fluss Hvítá in zwei Stufen zunächst 11m und anschließend 21m in die Tiefe. Während die erste Stufe zwar imposant breit aber fast einer überhohen Stromschnelle gleicht stürzt das Wasser in der zweiten Stufe spektakulär in eine schmale Schlucht.
Nach diesem  stellenweise feuchten Vergnügen ging es zum weltweiten Namensgeber der „überdimensionierten natürlichen Wasserkocher“, dem Stóri Geysir (grosser Geysir). Dieser ist zwar einer der ältesten bekannten Geysire aber ein recht fauler Geselle und auch heute hatte er keine Lust zu sprudeln.
Das überlässt er lieber seinem benachbarten Kollegen, dem Strokkur (zu deutsch Butterfass). Beide liegen in einer kleinen Fläche im Heißwassertal Haukadalur. Der Strokkur bricht alle paar Minuten aus, was das Fotografieren „relativ“ einfach macht.
Nach den Geysiren wurde noch ein weiterer Wasserfall, der Vatnsleysufoss, besucht in dessen unmittelbarer Nachbarschaft sich eine runde Anlage befindet die fast an eine verkappte Stierkampfarena ohne Tribüne erinnern könnte. Aber hier werden zum Ende des Sommers die von den Wiesen zusammengetriebenen Schafe wieder auf die entsprechenden Bauernhöfe auseinandersortiert.
Zur Übernachtung geht es weiter in den Süden nach Hvolsvelli (hier passt die Speisekarte auf das Ortsinfoschild), in Sichtweite der auf 10 bis 30km Entfernung vor der Küste liegenden Vestmannaeyjabæjar Inseln (Westman Islands) und in der andernen Richtung landeinwärts liegenden Berge  (wie es sich hier gehört Vulkane) wie u. a. Katlar und Eyjafjallajökull. Bei letzterem sei an 2010 erinner, als dieser (wobei Isländer ihre Vulkane gerne Weiblich benennen) den fluglärmgeplagten Anwohnern z. B. des
Frankfurter Flughafens, Ruhetage verschafft hatte. Unter anderem die Isländer fanden es weniger erholsam.
Achja. Auch der Bus Marke Mercedes mit Islandanpassung sei gezeigt.  Die ggü. den in D üblichen Modellen nicht unwesentlich erhöhte Bodenfreiheit und Stoßdämpferwege dürften auf der weiteren Route noch ihre Berechtigung stärker beweisen können. Trotzdem wäre ein Zug bequemer 🙂
So, genug geschrieben. Bilder sagen mehr wie tausend Worte.