Puchenstuben und Winterbach

Heute 6.2.2015 ging es mit dem ersten Zug ab Mariazell um 8:59 (!?!) nach Puchenstuben.

Der Plan war entweder von Puchenstuben direkt oder via Winterbach runter nach Laubachenmühle zu laufen. Es schneit leicht was aber dem Ganzen nicht abträglich war.

In Puchenstuben steige ich erst mal in knapp 1/2m Schnee aus. Der geräumte  Bahnsteig  (sofern vorhanden) reichte nur für die ersten beiden Wagen.

Im Bahnhof wartet auch die „Bm“ mit ihrem Fahrzeug auf die Weiterfahrt.

Die Hoffnung von hier aus ins Tal oder rüber nach Winterbach zu laufen zu zerschlägt sich. Alle Wege sind tief verschneit, auch der Busverkehr ist keine Alternative. So entschließe ich mich die Wartezeit durch das 3h Loch zwischen dem ersten (8:59 ab Mariazell) und zweiten Zug nach St. Pölten in der örtlichen Gaststätten mit Pflegeheim zu überbrücken. Der Zug nach Mariazell wird auf dem örtlichen Viadukt abgefangen und kurz darauf geht es mit dem Gegenzug nach Winterbach.

Leider schaffe ich es nicht „meinen Zug“ nach dem Aussteigen am Bahnübergang unterhalb Winterbach abzufangen. Die regulären Wanderwege ins Tal dibd auch verschneit aber ich entdecke einen „Umweg“ der vsl. ibs Tsl führt. Hier gibt es auch einen netten Ausblick auf den neuen Betriebsmittelpunkt Laubenbachmühle.

Die nächsten zwei Züge (prickelnder 2h Takt!) werden am Bü und beim Bf. Winterbach abgefangen. Der Bf. Winterbach präsentiert sich mit allem was ein Bahnhof braucht. Inklusive Briefkasten. Danach begebe ich mich auf den Weg ins Tal mit wunderschönen winterlichen Ecken.

Die Mariazellerbahn wurde nach der Übernahme durch die NÖVOG auf Zugleitbetrieb umgestellt. Das ehm. Einfahrsignal von Laubenbachmühle aus Ri. Winterbach wurde durch eine Trapeztafel ersetzt und ist seither ohne Funktion. Interessant ist an diesem dass es mit einem abklappbaren Ungültigkeitskreuz ausgestattet ist das per Schloß und Hdbel oberhalb des Schaltkasten aktiviert werden konnte.

Der Bahnhof mit integrierten Wartungshallen ist imposant und man fragt sich warum man hier ohne echtes Einzugsgebiet so großzügig baute. Zudem steht die südliche Halle leer. Bei der geplanten Grösse könnte man das Netz mit Fahrzeugen im Halbstundentakt bedienen oder bis Graz verlängern…

In der Station gibt es auch ein kleknes Bistro mit sehr leckerem Kuchen.

Zurück in Mariazell gibt es natürlich auch gut zu Essen.

Winterwanden? Winterwandern!

Winterwanderer scheint hier als Kundschaft nicht sonderlich im Fokus zu stehen. So zumindest mein Eindruck aus der Vorplanung und heute Morgen in der Toursisteninformation bestätigt.

Winterwanderwege? Nur der Wanderweg zum Erlaufsee (parallel zur im Sommer verkehrenden Museumtram) bzw. sowie der Sebastianiweg oberhalb Mariazell sei begehbar.

Nadenn. Dann mal sehen wie weit man kommt und hinter dem Hotel auf den Sebastianiweg eingeschert. In St. Sebastian  (wo der Bahnhof von Mariazell liegt) musste ich runter zur Hauptstraße um nicht die Skipisten zu queren. Danach geht es mal auf geräumten Strassen, als Spurpflug in unbearbeiteten Wegen oder auf der Hauptstraße nach Mitterbach. Vor Mitterbach ergibt sich eine brauchbare Fotostelle.

Sorry Leute. Also das mit Winterwandern hat eurer westlicher Nachbar 200% besser drauf. 

Hinter Mitterbach biege ich auf den Weg entlang des Erlaufstausee ein. Die Hoffnung quer über den See (winterbedingt fast leer) die Bahntrasse zu Fotografieren erwies dich als Trugschluss. Über den Erlaufstausee führt eine Hängebrücke zum Eseltal. Leider wuree dort der Zug knapp verpasst. Fast ohne Weg quer durch den Schnee ging rs hoch auf dieÖtscherstrasse zum Bf. Erlaufklause. Dieser stellt sich als recht unfotogen aber mit Videoüberwachung (Monitor am ehm. EG) heraus. 
Weiter über die Staumauer mit ihrem „Glory Hole“ als Überlauf  (wie mag sich ein Fisch fühlen der darin 40m abstürzt? ) und im den Erlaufstausee herum zurück zur Hängebrücke und an dem Fußgänger-Bü mit Zug Foto zu erwischen.

Über die Brücke ging es wieder zurück entlang des See und über Berg nach Mitterbach. Dort legte ich eine kleine Kaffeerast ein. 

Im Bf. Mitterbach gibt es einrn gut ausgestatteten Wartersum der aber mangels Heizung kälter wie auf dem Bahnsteig  (ca. 2°C) war. Interessant für mich war dass auch die ÖBB bzw. die für die NÖVOG arbeitende Arge Instandhaltung Dreibartschlüssel wie z. B. der DB Rot verwendet. Da letzterer zu Hause blieb konnte nicht getestet werden ;‘)

Mit dem Zug ging es  16:55 zurück nach Mariazell.
Abendessen im Brauhaus gegenüber des Hotel. Das dort gebaute  Dunkle und Helle ist sehr süffig und angenehm.

Auf nach Mariazell

Ab und zu hat man Glück. Versehentlich um 7Uhr wach geworden. Fahrkarte schnell erstanden und der 8:20 RJ hatte Verspätun. Damit konnte ich statt dem 9:05 oder 10:22 ganze 2 Stunden früher nach Mariazell hochfahren.
Welcher Depp kommt eigentlich auf die Idee Fensterscheiben eines „Premiumzug“ zu bekleben.
Das tolle Wetter von gestern macht Pause. Blauen Himmel gab es nur bei Wels, dafür aber (fast) ohne Schnee.
Die „Himmelstreppe“ bringt mich bequem ab St. Pölten nach Mariazell. Wie due meisten Stationen wurde auch Ober-Grafendorf umgebaut und saniert. Nicht ohne einen eigenen Bahnsteig mit neuer Beleuchtung für die abzweigende Strecke nach Mank vorzusehen. Schade nur dass diese schon zum Zeitpunkt der Sanierung ohne Betrieb war und die NÖVOG keine Reaktivierung vorsieht. Schlimmer noch. Der ehm. bis Wieselburg durchgehende Ast wird (den Umgespurten Abschnitt ausgenommen) vmtl. das Schicksal als Draisinenbahn oder Radweg ereilen.
Bis zum neuen Betriebsmittelpunkt Laubachenmühle wird es immer winterlicher und ab hier richtig „schneeig“.
Zum Bf. Winterbach kann man daher nur eines sagen: „Nomen est omen“. 😀
Pünktlich auf die Minute erreicht der Zug den Bahnhof von Mariazell, der jedoch „etwas außerhalb“ der Stadt liegt. Was aber zu sehen ist dass die normalspurige Museumstramway in Richtung Mariazell einen mächtigen Schritt weiter gekommen ist. Inklusive eines Neinsuabschnitt parallel zur „Hans-Wertanek-Promenade“ welche eine Verlängerung der Bahnpromenade ist. Es fehlen aber noch etliche hunderte Meter bis zum eigentlichen Ortsrand unterhalb des Busbahnhof. Leider fährt die Museumstram im Winter nicht. In meinen Augen wäre es sogar zielführend gewesen die Marizellerbahn auf diese Zrasse zu legen. Die Wendezeiten gäben das locker her.
Eine kleine Runde durchs Ort und zum Bahnhof (es kam gerade der ursprünglich geplante Zug um 17:03 an) lässt mich auch das Busangebot in der österreichischen Provinz erkennen. Nicht wirklich prickelnd.
Achja. Eine Kirche hat es hier auch. Angeblich irgendwie berühmt das Teil 😉

Auf nach Innsbruck

Ich weis nicht was mich im Dezember geritten hat den Winterurlaub nach Österreich zu verlegen, aber nach der Wechselkursfreigabe des CHF durch die SNB bin ich darüber heilfroh. 25% und mehr hätte mich der Urlaub sonst gekostet. CHF zu EUR in 1:1. Nee. Bei aller Freundschaft und Begeisterung für die Schweiz, das ist unrealistisch.
Sodenn ging es heute in der ersten Etappe über Nürnberg, München und die Karwendelbahn nach Innsbruck.
Wieder Erwarten klappe es diesmal sogar.  Mehrmals hatte ich die Karwendelbahn versucht zu fahren. Mal kappte es vom Fahrplan nicht, mal klappte der Anschluss wegen Verspätung dann in München nicht  usw. usf.
Aber diesmal lief es wie am Schnürchen.
Neben den Höhenlagen der Spessartrampe präsentierte sich Bayern dann hinter Nürnberg als Winterwunderland. Die Wolken wurden immer weniger, wenngleich ich sehen konnte wo selbige in Ingolstadt produziert werden :-), und im Karwendel und dessen Vorland  war es ein Wintertraum vom feinsten.
Der einzige Wermutstropfen war dass der RE von München nach Innsbruck ein Talent 2 war. Einen stellenweise echt üblen Sizteiler aber eine informative Tichbedruckung hat er. Wer kommt eigentlich auf die Idee Steckdosen oberhalb des Fenster anzuordnen?
Ein kleiner Stadtrundgang in Innsbruck schließt sich an (dafür reisen andere sogar um den halben Globus) um sas Goldene M am goldenen Dacherl zu sehen. Zusammen mit eibem Bekannten aus Wien wird sich dann bei gutem Bier und Essen zum Plausch niedergelassen.
Achja. Etwas Schweiz hat es auch hier. Und sei es auch nur SF1 im Fernseher 🙂
Nettes Fahrzeug der ÖBB Infra auf Bahnsteig 1 entdeckt.

Und der Winter bleibt erst mal

Nach dem gestrigen „gestapfe“ im Schneefall bei sehr grenzwertigem Fotolicht hatte es Petrus heute aber mal richtig gut gemeint. Strahlender Sonnenschein von Sonnenaufgang bis -untergang. Sowas darf nicht ungenutzt bleiben. Wann hat es denn diese Kombination von Schnee und blauem Himmel mal hier in der Gegend?
Nach einem guten Mittagsessen beim örtlichen Griechen konnten die Kalorien gleich etwas nützliches tun und ich begab mich nun in die Entgegengesetzte Richtung von Gestern. Der Haltepunkt Lengfeld war das Ziel.

Eiswein gibt es ja… aber gibt es auch Eis-Apfelwein?
In dieser Ecke und etwas weiter links stand früher das Einfahrsignal „F“ von Reinheim. Mit dem ESTW steht dieses nun etwas weiter „Landeinwärts“ und so muss, auch weil dort auch noch ein GSM-R Mast gepflanzt wurde etwas weiter östlich (rechts) der Vorsignalwiderholer des 99F genutzt um Zug nach Erbach in Szene zu setzen, obwohl der Baum wesentlich dominanter ist.
Miniverwehungen auf der Wiese, weiter im freien Feld und besonders vor Lengfeld hatte es teilweise richtige Verwehungen von bis zu 40cm Höhe.
Panoramablick nach Osten

Herrlicher Ausblick Richtung Reinheim auf Höhe des Ohmhof

Im Südosten grüßt die Veste Ortzberg

Und da kommt bei bestem Fotolicht der SE nach Frankfurt

Nein, Habitzheim besitzt keinen Haltepunkt und daher werden auch keine Anhalter mitgenommen  🙂
Aber eine nette Geste des Spaziergängers an den Tf.

Jetzt wird der Spaziergänger eingenebelt…
Im Hintergrund liegt Groß Umstadt mit den Windrädern bei Dorndiel
   

Im gerade noch letzten Büchsenlicht eilt 20min später ein Zug der Gegenrichtung aus Darmstadt Richtung Erbach. Wenige Minuten später war das Licht weg. Gut dass alles pünktlich war.

Nachschuss…
Der Blick zurück mit dem Sonnenuntergang über dem Ohmhof
Das Motiv wäre mal für einen Sommermorgen vorzumerken
Wo vor der Sanierung der Odenwaldbahn in wenigen 100m das Einfahrsignal für den Bahnhof Lengfeld folgte reicht heute ein Bahnübergang-Überwachungssignal für den heutigen Haltepunkt.
Im Hintergund wacht, nun im leichten Abendrot, immer noch die Veste Otzberg.
Wird die Odenwaldhölle angeheizt, oder warum glüht es so?

Blick vom Bahnübergang in Lengfeld Richtung Reinheim

Der ehm. Bahnhof und nun Haltepunkt Lengfeld (RMV-Sprech: Otzberg-Lengfeld)
Dafür hat er aber nun einen direkten Übergang vom Zug zum Bus am Bahnsteig.
Sonden Busse fahren, denn davon gibt es Samstags und besonders Sonntags fast nur Rufbusse die zudem nur im Sommer verkehren. Mo-Fr sieht es da aber etwas besser aus.

Der Winter ist da…

Man glaubt es kaum.
Zwar nicht mehr rechtzeitig zu Weihnachten aber mit knapper Verspätung wurde es selbst hier auf um die 100 Höhenmeter weiß.
Soviel zu den, um Kachelmann zu zitieren, #vollpfostenmeterologen mit ihren „Vorhersagen“ eines Mallorcawinter. Ob die überhaupt wissen dass es selbst dort Gebirge hat und auch schneit?

Die Gelegenheit wurde für eine kleine Wanderung von Reinheim über Dilshofen nach Ober Ramstadt genutzt. Klar, es hatte schon Winter mit mehr Schnee, aber der in gut sechs Stunden seit 8 Uhr gefallene Schnee von um die 10cm Höhe, je nach Lage, war schon mal ausreichend für Winter.

Anbei ein paar Impressionen, der Weißabgleich klappte nicht immer besonders gut:

Los geht es erst mal Richtung Engelbergtunnel

Oberhalb des Engelbergtunnel
Einsam im Schnee…
„Die Dilshofer Streif“ hat geöffnet und die ersten Rodler sind schon da.

RB65 nach Darmstadt Hbf bei Dilshofen.

Der Gegenzug  kommt wenige Minuten später aus Ober Ramstadt

Irgendwo da hinten ist Ober Ramstadt
Bahnhof Ober Ramstadt

Bahnhof Ober Ramstadt

Zugkreuzung in Ober Ramstadt. Gleich geht es wieder nach Hause.

Kaiserstuhlbahn

Am 23.10.2014 unternahm ich eine kleine Wanderung von Breisach über den Büchsenberg bei Achkarren und Oberrotweil zum einsam gelegenen Haltepunkt Burkheim-Bischoffingen. Das Wetter war entgegen der Langfristprognose recht brauchbar und die SWEG setzte freundlicher weise NE81 Mehrfachtaktionen ein was den Zug in der Landschaft, im Gegensatz zu den auch eingesetzten Einfachtraktionen RS1, nicht zum Suchbild macht.
Gerade der Westabschnitt der Kaiserstuhlbahn von Sasbach nach Breisach strahlt trotz Renovierung und neuer Bahnsteige noch ein klassisch typisches Nebenbahnflair aus. Dass in Oberrotweil sogar noch eine Bedienung im Güterverkehr (Awilog Container auf Flachwagen) stattfindet erstaunte daher nicht mal sonderlich. 😉
Wer die Atmosphäre noch erleben will hat nicht mehr unendlich Zeit. Im Rahmen des Konzept „Breisgau S-Bahn 2020“ soll aus den derzeit mit RS1 betriebenen „pseudo S-Bahn Linien um Freiburg herum eine echte elektrifizierte S-Bahn werden und die Linien der Kaiserstuhlbahn mit einbezogen werden.
http://de.m.wikipedia.org/wiki/Breisgau-S-Bahn_2020
Noch findet aber auf der Breisacher Bahn die „Breisgau S-Bahn“ sowie auf der SWEG Kaiserstuhlbahn der betrieb mit Dieseltriebwagen statt. Die ehemalige Durchbindung nach Colmar wurde nach der Sprengung der Rheinbrücke 1945 nicht wieder aufgebaut was den Zugang zum Bahnsteig Gleis 2 vereinfacht. Was aber nun besser ist?
Als kleine Besonderheit weist Breisach eine Gruppenausfahrt auf.
Eine Dreifachtraktion NE81 auf dem Weg nach Breisach vor dem Büchsenberg bei Achkarren
 
Nach
kurzer Zeit kehrt der Zug gut gefüllt mit Schülern aus Breisach auf dem
Weg nach Oberrotweil und Riegel zurück vor den Büchsenberg.

Blick vom Büchsenberg nach Burkheim. die Bahnstrecke kommt links am Bildrand herein und verschwindet kurz darauf wieder.

Ein einzelner RS1 in Ortenau S-Bahn Lackierung hat Oberrotweil verlassen und fährt nach Breisach. im Hintergrund sind die Vogesen schwach zu erkennen.

Oberrotweil. In einem sehr guten Zustand präsentieren sich auch hier die Bahnanlagen. Im Anschlussgleis wartet ein Flachwagen mit Containern auf die Abholung. Stellwerke sucht man zwischen Sasbach und Breisach vergeblich. Der Betrieb wird im Zugleitbetrieb gewickelt. Die Weichen sind mit Weichenschlössern (keine Riegelhandschösser) gegen Umstellen gesichert.
Ein Teil einer technischen Unterstützung des Zugleitbetrieb sind vermutlich auch die Induktionsschleifen die mit blauen Tafeln „IMU“ gekennzeichnet sind.

Die bereits bekannte NE81 Garnitur hat von Riegel DB (neu Riegel-Malterdingen) kommnd gleich Oberrotweil erreicht.

… und kehrt aus Breisach wieder zurück. Hier zwischen Oberrotweil und Burkheim-Bischoffingen

Das ehm. Bahnhofsgebäude von Burkheim-Bischoffingen befindet sich in Privatbesitz. Der Bahnhof wurde zum modernen Haltepunkt umgebaut. Auch wenn es anders
aussieht. Ein Verknüpfungspunkt für Regionalbus und Bahn ist er aber
nicht. Der Bus hat dort nicht einmal eine Haltestelle.
Der dortige Fahrkartenautomat gönnt sich mal eine Auszeit  🙂
Scheint an Touristen gewöhnt.

Katzenbergtunnel

Ruhig ist es geworden auf der Strecke am Isteiner Klotz seit der Inbetriebnahme des
Katzenbergtunnel. Lediglich die RB/RB von und nach Basel sowie die Rollende Landstraße  (vmtl. wegen der Tunnelrichtlinie) nutzen den alten Weg.
Was liegt näher als mal das Nordportal zu besuchen. Eine HGK 185 mit Silowagwagen konnte parallel zu einem Telefonat einfangen werden als das Wetter noch halbwegs passabel war. Andere Fotos stecken noch in der Digitalkamera.
Die Züge sind gut zu fotografieren da die Tunnelluft mit Wind und Geruch zuvor gut wahrnehmbar ist.

Auf den Spuren der ehm. Reinheim-Reichelsheimer Eisenbahn

Angeregt durch diverse Bilder im Fratzenbuch der Gruppe „stillgelegte Strecken / Bahnstecken ohne Verkehr“ u. a. aus Groß Bieberau kam die Idee auf das heutige tolle Wetter für eine kleine Erkundung der Relikte per Rad zu nutzen.

Die Geschichte der Strecke  werde ich jetzt nicht noch mal neu aufrollen. Viele  Bilder und Infos dazu gibt es schon von Joachim Theinert unter http://odenwald-bahn.de/f_h_rre_1.htm und natürlich auch unter http://de.wikipedia.org/wiki/Gersprenztalbahn

Daher die Eckdaten in Kürze:
Mit einer rekordverdächtigen Bauzeit von nur 8 Monaten (Konzessionsvergabe war erst im im März 1887 wobei in den Vorjahren bereits Vermessungsarbeiten stattfanden) wurde die Gesamtstrecke am 10. Oktober 1887 eröffnet. Die rasche Bauausführung ist auch der einfachen und an Kunstbauten armen Trassierung geschuldet. Bis auf einen Bahndamm mit einem Strassendurchlass und einer Stahlbrücke (Hahner Straße) sowie dem Tunnel unter dem Reinheimer Friedhof ist das weitere größere Bauwerk nur noch die auch heute noch vorhandene Gersprenzbrücke in Groß Bieberau. Alle weiteren Bauwerke, außer Empfangsgebäuden o. ä.) sind einfach und meist eingleisige Bachdurchlässe.
Verläuft die Strtecke ab dem Ortsausgang Reinheim noch parallel aber in einigem Abstand zur heutigen B38 so folgte die Strecke hinter Groß Bieberau dieser zumeist in Randlage und auf / an dieser mitten durch die Orte. Dies teilweise so nahe an den Wohnhäusern entlang dass man aus dem Zug heraus  den Bewohnern auf den Tisch schauen oder diesen am Fenster die Hand geben konnte. Betrieber war bis 1954 die SEG, ab dann die DEG.

Dass dies in der Pro-PKW Zeit nach dem WK2 ein willkommener Stilllegungsgrund war ist unbestritten. So wurde der Personenverkehr auf der Gesamtstrecke Reinheim – Reichelshaim am 26.05.1963 eingestellt. Die Gesamtstilllegung im Abschnitt Groß Bieberau – Reichelsheim erfolgte am 31.05.1964. Der Hauptkunde der strecke, die Odenwälder-Hartstein-Industrie (OHI) übernahm den Betrieb und gründete  hierzu in 1995 die Groß-Bieberau-Reinheimer Eisenbahn GmbH (GBRE), die Verwaltung blieb zunächst bei der DEG. Neben der OHI, die gerade währnd des Baus der Neubaustrecken Hannover-Würzburg und Mannheim-Stuttgart imposante Tonnagen an Schotter über die Strecke abwickelte, wurde auch der Saisonale Zuckerrübentransport und die Bedienung mit Stückgut, insbesondere Wagenladungen für den später am Ortseingang (mit eigenem Anschlussgleis) ansässigen Werbeartikelhersteller „Hach“ bedient.
Nach der Verlagerung der Zuckerrübentransporte auf die Straße, Abwicklung der Fa. Hach und des Stuckgutverkehrs blieb nur noch der Schotterverkehr. Mit dem Projekt MORA-C der damaligen DB Cargo wurde im Dezember 2001 auch dieser eingestellt (Der Übergabetarifpunkt Reinheim wurde wie auch Ober Ramstadt nicht mehr bedient) und nach einiger Zeit die langjährige Rangierlok „V36“ zum Werk Nieder-Ofleiden der MHI (Muttergesellschaft der OHI) verbracht.
In 2003 für gut ein halbes Jahr erfolgte ein kurzes wiederaufleben des Schotterverkehrs da die Westfälische Almetalbahn den Transport von Groß Bieberau nach Darmstadt Hbf übernahm. Des weiteren gab es am 20.09.2009 Dampfsonderfahrten, eine erneute Wiederaufnahme des Schotterverkehrs erfolgte aber nicht. seither wuchert die Strecke immer weiter zu.
Bei der aktuellen Belastung der B38 wäre eine Reaktivierung der Linie dringend angesagt, ein tramähnliches System wäre dabei für die Ortsdurchfahrten immer noch möglich und würde den Straßenverkehr auch nicht weniger bzw. mehr behindern wie heute die Busse.

Die Strecke verfügte über keine Streckensicherung per Signal- oder Blocktechnik. Die Bahnhöfe besaßen Trapeztafeln. Ausgenommen war hier die Einfahrt nach Reinheim die mittels Hauptsignal gesichert war. Mit dem ESTW Bau der Odenwaldbahn ersetzte man dieses mit einem hochstehenden Lichtsperrsignal das weiterhin mittels alleinstehender Vorsignaltafel am Bü II am Tunnelmund angekündigt wird. Bis mitte der 90er Jahre bestand auch eine Freileitung zwischen Reinheim und Groß Bieberau mit der die Zugmeldungen abgewickelt wurden. Da sich immer öfter PKW oder LKW mit den Masten anlegten wurde diese irgendwann in den 90er Jahren abgebaut und die Kommunikation auf das öffentliche Fernsprechnetz verlegt.

So, genug gelabert.
Los geht es mit der Exkursion von Reinheim nach Reichelsheim.

Beginnen wir in Reinheim und mit einem historischen Blick aus dem Oktober 1997 auf die Ausfahrt nach Groß Bieberau / Ober Ramstadt.
Zum Verständis. Alle Bilder haben Bildunterschriften  🙂

Reinheim 10/1997 OHI V36 und Übergabe aus Darmstadt mit BR 212
Reinheim 10/1997 V36 mit Übergabe aus Groß Bieberau

Und 2003:

Auch
eine ex. DR Ludmilla muss sich mit dem Schotterzug anstrengen. Immerhin
ist die Rampe hinter dem Bahnhof Reinheim nach Ober Ramstadt nicht zu
verachten.

Die zuvor von Groß Bieberau nach Reinheim führende ex.  DR V60 läuft nun leer mit.

Eine  WAB Lok wartet anderntags „im Loch“ auf den nächsten Einsatz.

Dazu heute:

Wo früher ein Hauptsignal die Einfahrt in den Bahnhof Reinheim markierte muss heute ein hochstehendes Sperrsignal reichen.

Das heutige kurz nach der Flankenschutzweiche endende Stumpfgleis führte früher bis am Stellwerk vorbei in ein Stumpfgleis. Vergleiche hierzu die Bilder in Wikipedia vond er letzten Fahrt 1963

Die Abstellgleise „im Loch“ verschwanden genau so wie die Nebengleise und die Raiffeisen Lagerhalle

Blick Richtung Ober Ramstadt. Nach Groß Bieberau geht es links heraus. Rechts ehm Gl. 3 und in verlängerung die Abstellgleise „im Loch“. Zu RRE Zeiten hatte es dort auch noch einen Lokschuppen. Ob von der DB oder RRE weis ich nicht.

Reinheim Gleis 1, Blick Richtung Bahnsteig. Zu RRE Personenzugzeiten gab es noch ein stupfgleis das zwischen Gl. 1 und dem Stellwerk (damals nicht „Rf“ sondern „Rw“) durchführte. Erst später bekam das Stellwerk den Steg um die  Fahrwegprüfung durchführen zu können.
Straßendurchlass „Am Mühlberg“

Bahndamm neben obigen Strassendurchlass mit „etwas lotrecht herausgeforderten“ Bü-Überwachungssignal
Stahlbrücke über die Hahner Rtraße

Zwischen Hahner Straße und Bü Waldstraße

Blick richtung Brücke Hahner Strße

Ja klar. Bahngelände. Aber leider kein Bahnbetrieb

Reinheim. Bü I Waldstraße

Reinheim. Bü I Waldstraße, Blick in den Tunnel unter dem Freidhof. Unmittelbar nach dem Tunnel folgt der Bü über die B38 / Ludwigstraße

Leider ins b.a.w. kein Zug den das Bü-Signal interessiert in Sicht.
Bü II, Ludwigstaraße

Bü II, Ludwigstaraße

Man verleiche hierzu von 2002 bei Joachim Theiner:
http://odenwald-bahn.de/pics_rre/x313_25a.jpg
An den Bü schloss sich einstmals der Haltepunkt Reinheim Süd an.

Bü hinter dem ehm. Hp Reinheim Süd

Bü hinter dem ehm. Hp Reinheim Süd. Die Natur schlägt zurück.

Am gleichen Bü in 2003. *schnüff*
Blick in Richtung Groß Bieberau, Höhe Bushaltestelle „Reinheim Siedlung“

Blick in Richtung Groß Bieberau, Höhe Ortseingang

Blick an gleicher Stelle zurück in Richtung Reinheim, Höhe

Anschlussweiche zum ehm Gleisanschluß der Fa. Hach. Heute gehören die Gebäude zur Fa. Senator (Kugelschreiber und Co.), aber…

… der Anschluss wurde kurz nach der Übernahme zurückgebaut und die Laderampe anderweitig verwendet.

Zumindest mit einer Achse käme man noch in den Anschluss  🙂

Groß Bieberau Bü Schleifweg, Blick in den Bahnhof

Groß Bieberau Bü Schleifweg, Blick zurück Richtung Ortseingang

ehemaliges Stationsgebäude von Groß Bieberau. Heute durch die Gaststätte „Zum Lieschen“ genutzt.

Blick über den Bahnhof mit der ungenutzten Verladeanlage

Bei einer Reaktivierung könnte man hier zumindest auch nicht gerade wenige Betonschwellen zurückgreifen.

Hier kippten die LKW vom Steinbruch kommend ihre Ladung ab. danach ging es via Förderband in die Silos. In der holzverkleideten Halle stand jahrelang die V36 der OHI und später ab und an eine ex DR V60 der WAB

WAB Lok in 2003
Blickrichtung ex. Empfangsgebäude

Blickrichtung Reichelsheim

Panorama des Bf. Groß Bieberau

Laderampe der Bäuerlichen Genossenschaft

Ferngesteuerte Lok? Schön wäre es schon wenn die V36 hier noch anzutreffen wäre.

Man sieht hier wie am vorherigen Bild schön wie der südliche Bahnhofskopf zu einem gut genutzten Verbindungsweg (rechts am Bildrand bzw. vorheriges Bild mittig) über die Brücke über den Fischbach wurde. Google Maps ist gar der Meinung es wäre ein vollwertiger Weg.  😀

Kurz vor dem heutigen Steckenende neben dem Fussballplatz des SV45.

Irgendjemand hat wohl das Andreaskreuz der anderen Seite umgefahren und hier abgelegt.

Kurz hinter dem Bü ist Schluss.

Bis gegen irgendwann ums Jahr 2000 herum lagen hier noch die Gleise bis kurz vor der Gersprenzbrücke

Die Brücke über die Gersprenz von der Straßenbrücke der B38 aus gesehen.

Ortsausgang Gross Bieberau, Standort Brücke der B36 mit Blickrichtung Reichelsheim. Die Bahn verlief einst likerhand über die Gersprenzbrücke, querte dann die B38 und verlief rechts der in Bildmitte zu sehenden Heckenreihe weiter. Es gab lange Zeit Bestrebungen die Bahnstrecke hier weder zu reaktivieren und zum Steinbruch zu führen. Unter anderem um die mit Staubbelastung einhergehende Verladung aus dem Ort herauszubekommen. Leider wurde dies so nie realisiert. Ein Hinderungsgrund war evtl. die wieder neu zu Errichtende Straßenkreuzung, als auch dass vor dem Steinbruch noch ein paar steile Höhenmeter hätten überbrückt werden müssen oder dass das Ackerland unterhalb des Steinbruch, im flachen Bereich, nicht verkäuflich war.

Und hier einer der Gründe für die Stilllegung. Die direkt neben der Straße laufende Trasse wurde für den Ausbau der B38 gebraucht. Rechts am Bildrand zwischen den beiden größeren Bäumen ist der Steinbruch zu erkennen.
Ehemalige Haltestelle (Haltepunkt mit Ladegleis) Wersau. Die heute noch bestehende Gaststätte „Zum Kühlen Grund“ (links am Bildrand) besorgte zu RRE Zeiten dort den Fahrkartenverkauf.

Brensbach. Irgendwo hier muss einstmals das Gleis die Wersauer Straße überquert haben.

Vor dem ehm. Empfangsgeäude von Brensbach ist die alte Strecke heute eine Ortsstraße.

„Am alten Bahnhof“ nennt sich die Straße. Wie wahr, wie wahr…

Blick am ehm. Bf. Richtung Reichelsheim

Hmmm, zu RRE Zeiten dürfte der Bachdurchlass als Eisenbahnbrücke größere Lasten getragen haben.

ehemalige B38 (ersetzt durch Umgehungsstraße) am Ortsausgang von Brensbach. Irgendwo hat hier auch die Bahn wieder eingefädelt. Erkennbar ist die Trasse hinter der Einmündung der Straße „Am alten Bahnhof in die Heidelberger Straße“ nichts mehr

Vor Nieder Kainsbach, Blickrichtung Brensbach
Ortseingang Nieder Kainsbach, Blickrichtung Reichelsheim
Nieder Kainsbach besaß nur einen Haltepunkt. Wie für Wersau besorgte auch hier die nahe gelegene Gaststätte den Fahrscheinverkauf.

Ehemaliges Empfangsgebäude von Fränkisch-Crumbach. Keine 600m trennen diesem vom Hp Unter Kainsbach.

Die Reste der ehm. Ladestraße sind nur zu erahnen da diese mit Erde beigefüllt wurde. Aber die Mauer links vom Verteilerkasten ist charakteristisch.

Blick Richtung Reichelsheim

Vermutlich hatte auch das heute von der Fa. Fenster Färber genutzte Gebäude einen Gleisanschluß.

Ortseingang Unter Gersprenz. reste des ehm Haltepunkt sind nicht mehr erkennbar.

Ortseingang Ober Gersprenz (irgendwie sinnig zwei gleiche Ortsschilder in zwei unterschiedlichen Orten / Siedlungen aufzustellen). hier ging es, wie schon in Nieder Gersprenz mitten auf/an der Hauptstraße und dicht an den Häusern entlang durchs Ort. in beiden Ortsen gab es nur Haltepunkte.

Ortseingang Ober Gersprenz, Blick zurück nach Unter Gersprenz.

Ortseingang Beerfurth. Und weiter mitten durchs Ort  🙂

Der heutige ÖPNV findet mit dem Bus statt. Ex. Bahn und heute Bus benutzen stellenweise noch heute die gleiche Trasse.

Das ehm. Empfangsgebäude von „Kirch- und Pfaffen-Beerfurth“ mitten an der Hauptstraße (B38).

Hinter dem Ortsausgang von Beerfurth bestand ein Anschlußgleis zum Sägewerk Dölp. Das Sägewerk gibt es immer noch. Die Trasse ins Werk kann man nur noch erahnen.

Auch in Bockenrod erinnert nichts mehr an die Bahnstrecke.

Wir nähern uns Reichelsheim. Sollen die vielen „Kuh Schilder“ etwa ein Warnhinweis auf Verkehrspolitiker sein?

Ortseingang Reichelsheim / Odenwald. die alte Bahntrasse dürfte irgendwo links der Hauptstraße bei den zwei runden Bäumen mit einem letzten Anstieg zum Bahnhof  verlaufen sein.

Bahnhofstraße Reichelsheim

Auf dem ehm. Bahngelände hat sich u. a. die Fa. Freudenberg ausgebreitet.

Im Werksgelände lebt auch der ehm. Lokschuppen weiter.
Lokschuppen. Blickrichtung Reinheim.

Auf dem eigentlichen Bahnhofsgelände befindet sich heute ein Parkplatz an dessen ende die Volksbank Odenwald residiert. Das ehm. Empfangsgebäude wurde in den 80er Jahren abgerissen.

Entspannt und mit viel Rückenwind geht es zurück in die Heimat…