Rodeln am Albula, Darlux und Nachtfahrt

Der Wetterbericht kündigte für heute zwar Regen an, nur kurz und wenig, aber zum Glück hatte die Vorhersage nicht recht.

Im grossen und ganzen war ich den ganzen Tag zwischen Preda und Bergün sowie Darlux unterwegs.

Aber der Reihe nach.

Erstmal hole ich mir einen Einsitzer Schlitten beim Club99 beim Bahnhof zu 18,- CHF für den ganzen Tag, was ich sehr akzeptabel finde.

Mit dem IR um 9:13 geht’s dann zum ersten mal für heute hinauf nach Preda.

Der Schlittelzug kommt nach der Kreuzung mit dem IR in Spinas aus seiner Übernachtabstellung in Samedan in Preda an und fährt weiter nach Bergün.

Etwas später kommt der Glacier-Express nach Zermatt vorbei und kreuzt dabei mit dem Bernina-Express von Chur nach Tirano.

Etwas später kreuzen sich die IR nach Chur und St. Moritz und kurz nachdem der Schlittelzug aus Bergün zuückkehrt starte ich die Fahrt hinab nach Bergün.

Aber natürlich mache ich ein paar Zwischenstops, so am Albula Viadukt 3 bevor ich hinter dem Albula Viadukt 1 dann die Rodelstrecke verlasse und zum Betriebsbahnhof  Muot hinauf laufe.

Den „Blitzer“ kurz vor dem Abzweig nach Muot davor passiere ich mit 23 km/h.

Dort trifft der Güterzug nach Chut kurz darauf ein welcher vor seiner Weiterfahrt vom Schlittelzug und dann dem Güterzug nach Samedan gekreuzt wird.

Danach mache ich wieder auf den Weg hinunter zur Strasse aka Rodelstrecke und flott geht’s weiter bis zum Streckenende bei der Talstation der Darlux Seilbahn.

Die Strecke ist top präpariert und so „rollt“ der Schlitten erst kurz vor der Absperrung aus.

Hier hat man nun eine Kontrollstelle eingerichtet da die Rodelbahn seit einigen Jahren kostenpflichtig ist.

7,50 CHF kostet die Einzelfahrt, 30 CHF das Tagesticket „Halbtax“ was auch die Darlux Seilbahn und Rodelstrecke beinhaltet. Das Tagesticket hatte ich mir in Preda am Automaten geholt. Am Drehkreuz scannt man dann den Barcode von der Rückseite der Fahrkarte. Den Code meies DB Tagesticket M, was ich testhalber mal reinhakte, lehnt es aber verständlicher weise ab.

Weiter durchs Ort und vorbei am zum Hofladen umfunktionierten Gepäckwagen der Appenzeller Bahnen geht’s Richtung Bahnhof.

Der Bahnhof von Bergün wird passend zum Schlittelzug nach Preda um 12:47 erreicht.

Im Überholgleis wartet der nächste Güterzug nach Samedan den IR nach Chur ab und wird dann im Blockabstand den Schlittelzug folgen.

Hier die Aufzeichnung der ersten Rodel Talfahrt bei Komoot mit weiteren Bildern.

Während die beiden niederflur Steuerwagen am Zugschluss und der erste von drei darauf folgenden „Fahrradwagen“ gut gefüllt sind bin ich im vordersten Wagen alleine. Offenbar zählt auch beim Rodeln jeder gesparte Meter beim Weg zur Rodelpiste.

Sagenhafte 60 Fahrräder könnten in den umgebauten Mitteleinstiegswagen unterkomen. Aber aktuell ist eher kein Fahrradwetter. Zumindest hier nicht.

Die zweite, bei Komoot nicht aufgezeichnete Talfahrt bewältige ich ab dem Passieren des IR nach St. Moritz an der Startbrücke nonstop bis zum Pistenende. Der Blitzer meinte nun eBike taugliche 25km/h zu messen.

Im übrigen ist ist auch der Weg bis zur Startbrücke gut befahrbar. Nur ein kurzer Stutz bis zum Einstieg in die Albulastrasse beim Bahnhof und gut 100m vor der Startbrücke muss der Schlitten gezogen werden. Die gut präparierte Strecke macht sich bemerkbar. In früheren Jahren musste man bis zur Startbrücke ziehen und kam auch nicht immer bis zum Streckenende bei der Darlux Talstation.

Wenn Darlux schon in der Tageskarte mit drin ist will ich sie nun auch fahren.

Also geht’s mit der festgekuppelten Zweisitzer Seilbahn den Berg hinauf und dabei passierte zwei mal, aber fototechnisch nicht ganz optimal der Schlittelzug nach Preda die Seilbahn.

Die Seilbahn wurde 1973 von Bühler erstellt und 2009 von Bartholet BMF renoviert. Dabei wurden auch mehrere Gittermasten durch Vielkanten „Rundmasten“ ersetzt.

Die Ausblicke von der Seilbahn und der Bergstation auf die umliegenden Berge sind eindrücklich.

Aber selbst hier auf 1974m.ü.M. hat die Sonne schon grosse Lücken in die Nordhänge gefressen.

Die Rodelstrecke ist zum Glück nicht vereist aber der Schnee ist recht matschig, ein richtiger Schlonz.

Aber so wird man auch nicht allzu schnell auf der stellenweise doch recht steil abfallenden Strecke.

Im unteren Drittel können dann noch ein paar Bahnmotive an den Bergüner Kehrschleifen gemacht werden.

Ich biege beim Hochbehälter von der Rodelstrecke ab und fahre auf dem Winterwanderweg weiter zum Ort hinab statt zur Darlux Talstation da ich wieder zum Bahnhof will.

Hier ist die Aufzeichnung der Darlux Rodelstrecke bei Komoot verlinkt.

Und somit geht es um 15:47 zum dritten mal hinauf nach Preda, das Zwischensignal kündigt mit Gelb-Gelb die Einfahrt ins Stumpfgleis Gleis 1 in Preda an.

Nur falls es bis Preda niemand gemerkt hat, der Albulapass ist in Wintersperre geschlossen.

Na dann, auf in der andren Richtung und entspannt rodelnd zur Startbrücke.

Noch wie üblichen den IR nach St. Moritz abgewartet und den in Preda mit diesem kreuzenden IR nach Chur dann am Albula Viadukt 2 erwischt.

Auch Skifahrer verirren sich ab und an auf die gut 6km lange Rodelstrecke.

Noch einen Glühmost an der „Ski“bar am Rodelstreckenende an der Talstation gegönnt und weiter gehts.

Kleiner Einkauf beim Volg, der Schliten nutzt währenddessen den Fahrradständer zur Abstellung.

FrphesAbebdessen, jetzt wieder im Hotel Ladina, mit 1a Rösti, bevor es um kurz nach 19 Uhr wieder hoch zum Bahnhof geht, wo bereits der Güterzug nach Chur auf die Kreuzung mit dem IR Richtung Preda wartet.

Und so fahre ich um 19:13 Uhr zum Vierten mal für heute hinauf nach Preda.

Die Strecke präsentiert sich gut ausgeleuchtet, aber zur Sicherheit habe ich noch eine Stirnlampe dabei.

Der Zug ist gut mit Rodlern gefüllt, zum Glück kann ich mit der Freifahrt in die erste Klasse ausweichen.

Dann lasse ich mal das ganze Rudel vorfahren und werfe erstmal einen Blick auf die nun zwei Albula Tunnelportale.

Ich beeile mich um zur Startbrücke und dann zum Albulaviadukt 3 zu kommen um dort den IR 20:13 ab Bergün nach St. Moritz abzulichten.

Die Rodelstrecke ist bisher bis auf kurze Abschnitte sehr gut ausgeleuchtet und so hilft nun die Stirnlampe primär beim Beleuchten der seitlichen Brückenelemente.

Der IR kreuzt in Preda mit dem als RE verkehrenden lerzten Zug des Tages nach Chur, den ich dann weiter unten auf dem Albulaviadukt 1 erwische.

Und mit nur 22km/h geht’s durch die Radarfalle und bis 2m vor das Pistenende ohne Schleppen.

Die Skibar hat bereits zu aber die im Ort ist gut besucht. Aprés Ski der ruhigen und entspannten Art, passend zu Bergün.

Hier die Verlinkung zur Nachtfahrt von Preda nach Bergün bei Komoot.

Noch schnell um kurz nach 21 Uhr den Schlitten beim Club99 am Bahnhof neben dem Bahnmuseum abgeben und dann geht’s wieder ins Hotel.

So, dann mal schauen mit was ich mir morgen den Tag vertreibe. Der Wetterbericht verlautet gutes bzw. brauchbares Wetter.

Auf und ab…

… und das mehrfach.

Aber erst mal der Reihe nach.

Der Blick aus dem Fenster zeugt dass der gestern Abend noch sternenklare Himmel einer Wolkensuppe gewichen ist und es zieht sich immer weiter zu.

Also schlechtes Fotowetter. Der Plan B ist daher Rodeln und dabei können sich ja auch Bahnfotos als „Beifang“ ergeben.

So wird um 10:02 der IR, *sic* früher war das mal ein D und später RE, Richtung St. Moritz bestiegen der mich mit seiner Albula-Gliederzug Garnitur, Alvra genannt, bequem und sehr laufruhig nach Preda bringt.

Dass zwischen den beiden Garnituren aus dem ziehenden Allegra Triebwagen und den neuen Alvra Garnituren einer der fast neunzigjährige Gourmino Speisewagen (Baujahre 1929-30) hängt gibt der Garnitur einen besonderen touch.

Blick zurück nach Filisur durch die Wagentüre und ein Blick „nach vorne“ auf die mobile Kaffeebar.

In diesem Endwagen 1. Klasse verkünden Aufkleber dass hier das Licht bei Dunkelheit gedimmt wird. Dies erfolgt nicht im Tunnel sondern wenn es draussen Nacht wird. Aber bis dahin dauert es noch etwas…

Preda ist erreicht und nach der Beschaffung der Tageskarte und eines Schlitten trudelt auch bereits der Zug ein der stündlich zwischen Bergün und Preda pendelt und somit halbstündliche Verbindungen zur Rodelstrecke schafft. Er besteht aus einer Ge4/4II, drei Mitteleinstiegswagen die mit längs angeordneten Bänken für den Schlitten oder Radtransport (je nach Jahreszeit) versehen wurden, sowie einen talseitig eingereihten Steuerwagen.

Jetzt geht es aber erst mal zum Start. Wobei ab hier erst mal noch ein Kilometer zu laufen ist bevor das Gefälle zum Rodeln reicht.

Abet einige unverzagte versuchen es auch auf dem flachen Abschnitt.

Ab der Brücke geht es dann abwärts. Durch den einsetzenden Schneefall ist die Strecke etwas langsamer wie üblich. Gerade im unteren Abschnitt ist daher stellenweise „Schleichen“ knapp über Schrittgeschwindigkeit angesagt.

Etwas steiler ist da die Strecke am Darlux. Daher wird die am Ende der Rodelstecke von Preda liegende Sesselbahn genutzt um quer über die Schleifen der Albulabahn bei Bergün Höhe zu gewinnen. Der Zufall will es dass der Pendelzug just zur rechten Zeit vorbeikommt und aus der Sesselbahn heraus fotografiert werden konnte.

Von der Darlux Rodelstrecke habe ich wenige Fotos. Zu gross war der Spass die steile Strecke mit ihren etlichen Spitzkehren herunterzubrettern.

Ich möchte mir die Strecke nicht mit grösseren Eisflächen vorstellen…

Kurz vor dem Ende kam dann aber noch ein nettes Motiv mit Zug vorbei das natürlich umgesetzt werden wollte.

Hmm… 50? Das packt der Schlitten zumindest an der Stelle nicht. Auf der Darlux Strecke wäre es ggf. möglich.

Ein ehemaliger Gepäckwagen der Appenzeller Bahnen dient in Bergün als Hofladen eines Bauernhof, im Ort wird die „Ski-Bar“ aus Schnee und Eis startklar gemacht und dort wo einst das Krokodil stand wurde nun unterhalb des Bahnmuseums ein Wagen einer Standseilbahn aus Luzern ausgestellt.

Nach nur kurzem Warten kommt um 14:17 der IR. Wie mitlerweilre üblich „vollverstadlert“ (Allegra + Alvra).

Auf zur zweiten Runde.

Diesmal nehme ich bus kurz vor den Startpunkt den Winterwanderweg der im Sommer Teil des Bahnwandeweg ist. Die Baustelle für den neuen Albulatunnel ruht im Winter zum grossen Teil. Daher ist an den Unterkünften derzeit wenig los.

Der anhaltende Schneefall bremst weiter aus, was dem Spassfaktor aber keinen Abbruch tut.

Wiede in Bergün angekommen wird das kleine aber feine Dorfmuseum besucht welches nun auch die, wieder im Aufbau befindliche, Modellbahnanlage der Albulastrecke Bergün – Preda beheimatet. Im Keller sind zudem Modelle aus den Werken des Kölner Modellbauclub vom Wiesener- und Landwasserviadukt zu sehen.

16:17 geht es zum dritten mal hinauf nach Preda und das Wetter wird zunehmend besser. Nicht toll, aber halt irgendwie besser.

Wieder unten angekommen wird ein Winterpunsch in der Self-Service Bar des Hofladen genommen, der Schlitten abgegeben und die nun beleuchtete Ski-Bar bewundert.

In Bergün wartet eine Ge6/6II mit ihrem kurzen Güterzug den Gegenzug ab. Wobei man sagen muss dass das was heute hier tagsüber an Güterzügen (alle mit den alten aber gut gepflegten Ge6/6II bespannt) fuhr mit gut 20 Wagen (talwärts nach Chur) für eine Gebirgsbahn sehr beachtlich ist.

Tstsächlich. Das Lichtist angenehm gedimmt mit interessanter Fußbodenbeleuchtung.

Nach so viel Bewegung, das Beine Strecken beim Rodeln und den Schlitten im Zaum halten strengt auch an, gibt es Essen und das vom Volg in Bergün gekaufte „Blog schreiben Bier“ wird kühl gestellt.

Nach dem Essen versuche ich nochmal Nachtaufnahmenvom Bahnhof Filisur vom von der Webcam wohlbekannten Flurbalkon und experimentierte etwas mit Kamera und Smartphone.

Hier dann noch die Aufzeichnung bei Komoot. Nicht über die Kilometer, Geschwindugkeiten oder Luftlinie wundern. Ich habe die Aufzeichnung durchlaufen lassen womit diverse Wege dreifach übereinander liegen bzw. die Sesselbahn und die Zugfahrten (Mangels GPS Empfang im Wagen als Luftlinie dargestellt) mit aufgezeichnet sind.