Winterreste an der Zugspitzbahn

Das Wetter hat wieder auf Schmuddelig umgestellt, daher versuche ich mein Glück an der Zugspitzbahn. Dazu geht es kurz nach halb 10 mit der bereits gut gefüllten RB6 aus Innsbruck nach Garmisch-Partenkirchen.

Hinter Klaus stehen diverse Fotografen an der Strecke, was kommt da besonderes?

Das Rätsel löst sich im Betriebsbahnhof von Kaltenbrunn wo der aus einer Doppelstockgarnitur und mit der im Lufthansa-Express Lack daher kommenden 111 gebildete RE6 nach Innsbruck kreuzt. Schade, wäre ein schönes Motiv gewesen.

In Garmisch-P. am Bahnhof steige ich auf den Bus zum Eibsee um. Dieser hält innerhalb von Garmisch-Partenkirchen nur zum Einsteigen und gondelt dann auch in Grainau noch alle möglichen Strassen ab, was zusammen mit der Verspätung wegen voller Strassen eine halbe Stunde Fahrzeit für die paar Kilometer generiert.

Der Bus endet weder an der Talstation der Seilbahn zur Zugspitze bzw. der Station Eibsee der Zahnradbahn sondern relativ mittig zu beiden mitten auf der Zufahrtstrasse zu deren Parkplätzen.

Ich dackel erstmal zum Bahnhof und beobachte die Abfahrt der unterhalb liegenden Seilbahn.

Das Denkmal zur Zahnradbahn steht irgedwie recht lieblos drapiert zwischen den Parkplätzen.

Ich folge dem Wanderweg zurück nach Grainau ein wenig und suche dann neben der Strasse zum Eibsee einen Fotostandort.

Die Züge verkehren stündluch und schon bald kommt eine Talfahrt Richtung Grainau herunter. Es handelt sich dabei um eine Garnitur aus den Wagen 12 und 15 der gesamt vier 2006 von Stadler gelieferten Triebwagen der Zugspitzbahn.

Danach folge ich wieder dem Wanderweg und bei der Christlhütte treffe ich auf die bergwärts fahrende Gegenleistung welche den vorherigen Zug in Grainau kreuzte und aus den beiden andren Triebwagen der 2006er Geberation Nr. 14 und 16 gebildet ist.

Ich laufe weiter talwärts ubd während ich auf den nächsten Talfahrer warte kommt der Triebwagen Nr. 6 der 1978 von SLM und BBC geliefert wurde mit dem 1980 zum Steuerwagen 22 umgebauten ehemaligen Wagen 17 der noch noch aus dem Urspungswagenmaterial von 1930 stammt. Da der Triebwagen für reinen Zahnradantrieb ausgelegt ist kann er nur auf dem Bergabschnitt oberhalb Grainau verkehren.

Dieser kehrt kurz darauf auch wieder aus Grainau Richtung Eibsee zurück.

Daher wechseln ich für den Regelzug den Standort und ein wenig später bietet sich die Stelle an der die Strecke Richtung Grainau und Depot nach Norden abschwenkt dafür an.

Es hat Schnee aber es fängt leicht an zu nieseln und das was mal Schnee war ist eher eine Pampe.

Talfahrend kommt nun eine Garnitur aus den Triebwagen 11 und 10 vorbei. Die beiden Triebwagen wurden 1987 von SLM und Siemens geliefert und waren die ersten Fahrzeuge der Zugspitzbahn welche sowohl im Adhäsions- und Zahnradantrieb verkehren konnten und somit die Gesamtstrecke befahren konnten.

Etwas querfeldein geht’s rüber zur Unterführung beim Betriebswerk. Was das Schild mit dem „Löffel“ an der dortigen Oberleitungsspeisestelle bedeutet erschließt sich mir nicht.

Entlang der Strecke verläuft auf den Fahrleitungsmasten eine dreiphasige 20kV Versorgungsleitung welche die Gleichrichterstationen versorgt welche daraus die Fahrleitungsspannung von 1650 Volt = erzeugt.

Die Gleissperre welche im Zufahrtgleis zwischen Depot und Bahnhof Grainau liegt scheint schon öfter „zugeschlagen“ zu haben und wird daher beidseitig ca. 50m zuvor vorangekündigt. 😀

Oh, oh…und der Schotterwagen steht im Halteverbot. Das wird teuer.

Da noch diverse ältere Loks und Triebwagen mit reinem Zahnradantrieb unterwegs sind gibt es in Grainau Warnschilder bevor die Zahnstange endet.

Die Strecke wurde nach dem Zugunglück auf der Talstrecke am Katzebsintunnel wurde die Strecke mit Sicherungstechnik von BBR ausgerüstet. Trotzdem werden die sich kreuzenden Züge in Grainau zusätzlich per Befehlsstab abgefertigt.

Im leichten Nieselregen, weiter oben am Eibsee waren es ab und an noch dünne Schneeflocken, laufe ich weiter nach Hammersbach.

Grainau zeigt sich selbst am Dorfplatz regelrecht tot. Nichts geöffnet, der Bäcker hat Samstags nachmittags zu und die Gaststätten öffnen erst um 17 Uhr.

Eindrücklich ist der alte Transportschlitten mit dem früher Holz aus dem Wald per Pferd abgefahren wurde.

Ein kurzer Blick noch in die kleine Kapelle neben dem ehemaligen GdED/Transnet/EVG Hotel in Hammersbach. Seine Historie als Eisenbahnerhotel zeigt sich beim heute zur Resterampe Best Western Gruppe gehörenden Hotel an diverser Aussendeko.

Ich laufe noch etwas Ortsauwärts Richtung Kreuzeckbahn und finde einen brauchbaren Fotostandort an einem Geldweg Bahnübergang. Wo ich den gegen 14:30 in Grainau eintreffenden Zug aus Garmisch-Partenkirchen abfangen kann. Da es nun aber etwas knapp wird die Gegenleistung in der StationHammersbach oder Kreuzeckbahn zu erreichen fange ich diesen ein paar Meter weiter auch noch ab.

Den Weg vom Bü bis zum zweiteb Fotostandort und den Rückweg nach Hammersbach hat Komoot, vermutlich weil ich der Wegplanung rumgefummelt hatte, nicht aufgezeichnet. Aber der Hauptanteil ist aufgezeichnet und hier abrufbar.

Tja, immerhin einen regengeschützten Sitzplatz hat es hier. Aber meilenweit vom RhB Niveau entfernt.

Die Fahrplanauskunft wehrt sich standhaft einen Umstieg in Grainau vom Zug zum Eibsee, die letzte Bergfahrt bis zur Zugspitze ist im Winter um 14:30, zur Gegenleistung herauszugeben aber der Wechsel über den Bahnsteig in die Triebwagengarnitur Nr. 10 und 11 klappt problemlos.

Der Warnhinweis erschließt sich nicht ganz. Die Heizungen sind kalt. Bestdht also eher das Risiko des Festfrierens? Dazu sind diverse DAU Fahrgäste zu doof die Fenster bis in die Arretierung zu schliessen.

Noch ein Foto vom Innenraum vor dem Ausstieg in Garmisch-Partenkirchen und dann die verwirrte Frage von Fahrgästen beim Ausstieg ob hier Endstation sei. Ähm, ja denn da hinten hat es keine Stecke mehr. Funfact, vor dem Bau der pompösen Station fuhr der Zug noch 150m weiter und damit bus unmittelbar bis zur Bahnsteigunterführung. So gehts halt über die schnuddeligen Parplätze zur südlichen alten Unterführung zum Bahnhofsvorplatz.

Noch einen Kaffee aufgenommen und schon steht auch die S6 um 16:02 nach Innbruck bereit.

Das S in S-Bahn steht hier übrigens für Schleichen und Stündluch aber nicht für das wofür S-Bahn im Urbanen- und Aglomerationsverkehr eigentlich steht.

Um Klais herum, einst höchstgelegener IC Bahnhof Deutschlands, heute nurnoch Regionalzüge halten zim höchstgelegenen Bahnhof Bayerns degradiert, liegt doch etwas Schnee aber bis Mittewald ist er wieder verschwunden.

Hmmm, wer hat da den Prellbock neben dem Hausbahnsteig in Mittenwald geklaut?

Und nach 18 Uhr dackele ich wieder in den Postkeller inkl. Einblick ins moderne Sudhaus bevor es gut gestärt bei Schneefall wieder zurück ins Hotel geht.

Morgen ist der Urlaub rum, ich werde angedenk des heute recht vollen Zugs vsl. eine Stunde früher fahren, aber dafür hinter Weilheim mit einem direkten „Schlenker“ nach Augsburg.

Karwendelseibahn und Ticket Schrott

Der Wetterbericht sah nicht prickelnd aus aber die Webcam der in der Zugspitzcard enthaltenen Kawendelbahn in Mittenwald zeigte vielverspechendes. Leider ist die Zug oder Busfahrt nicht Bestandteil der Zugspitzcard, hier kann man noch sehr von z. B. den Schweizern im Appenzell oder Engadin lernen.

Der EVG Bus fuhr leider zu spät, daher war Fussmarsch zum Bf angesagt. Komisch, dass die Busse der „Eibsee Verkehrsgesellschaft“ (EVG) irgendwie auch dem Deigm der Gewerkschaft EVG (ex. GdED) entspricht.

Auch wenn der Talent2 nicht gerade die Ausgeburt an gelungenem Fahrzeugdesign ist so verfügt er zumindest über vernünftige und platzsparende Fahrradstellplätze.

In Mittenwald dann Humor by DB Station&Service.
Warum man den Zuweg künstlicht verschmälert muss man nicht verstehen. Das Vorgehen am Schuppen nahe des Bü ist aber sehr vorbildlich.

Am Drehkreuz der Karwendelseilbahn dann die Enttäuschung.
Die gültige Zugspitzcard wird Abgewiesen („Kontingent überschritten“), ein Problem das laut der Dame an der Kasse öfter auftritt. So blieb zunächst nur das Zahlen des Normalpreis übrig. Geklärt wird das dann mit der Zugspitzbahn. „Dulde und liquidiere“ 🙂

Die Bergstation auf 2440m liegt knapp über der Wolkengrenze. Von Österreich her strömen aber immer wieder Wolken in die Karwendelgrube hinter der Bergstation ein.
Trotzdem gibt es immer wieder sehr schöne Ein- und Ausblicke über und in den Wolken.
Hier der Rundweg um die Karwendelgrube auf Komoot mit vielen Bildern. Das besondere Highlight war der 400m lange Stollen zum Dammkarweg wo es sehr schöne Ausblicke gab.
Karwendelgrube und Dammkarweg 10.10.15

Das aussen wie ein Fernrohr aussehende Ausstelungsgebäude hat innen etwas von einem 70er Jahre James Bond Film

Vor der Talfahrt wurde noch ein guter Apfelkuchen mit Mittenwalder Bier genossen.

Zurück im Tal wurde der Bus zum Bf Garmisch-Patenkirchen erreicht, was eine halbe Stunde mehr „Diskussionszeit“ bei der Zugspitzbahn ergab.
Dort bestätigte man meine Annahme dass das Lesesystem in Mittenwald fehlerhaft ist und die Karte definitiv gültig gewesen wäre und ist. Leider war der Infoschalter schon geschlossen so dass ich das Thema per Post klären muss.

Mit der sehr vollen Zugspitzbahn ging es um 16:15 nach Hammersbach. Ich bin immer wieder erstaunt wie viele Leute in einem Kopfbahnhof mit nur einem Gleis ein Problem damit haben in welche Richtung der Zug abfahren wird. Da kann man nur ein Schleudertruma durch Kopfschütteln bekommen…

In Hammersbach ging es dann strammen Schrittes zum knapp 1h Wegezeit entfernten Eingang zur Höllentalklamm. Mich wunderte dass ich nicht einmal der letzte war der in die Schlucht wollte. Auf Grund der fortgeschrittenen Zeit ging ich nur bis ca. dem ersten Drittel hinein.
Die Tour mit wegen teilweise Nebel und der nachlassenden Helligkeit leidlich guten Bildern gibt es hier, der GPS Empfang war in der Schlucht logischerweise nur leidlich so dass die Position der Bilder und der Weg auf der Karte nicht exakt sind.
Hammersbach-Höllentalklamm-Hammersbach

In Hammersbach wurde der Bus um knapp 15min verpasst. Daher wollte ich dem nächsten „entgegen laufen“ und in Obergrainau erreichen. Was ich nicht wusste war dass wegen Bauarbeiten diverse Haltestellen enfallen und ich daher bis zum Marktplatz in Untergrainau laufen musste.
Hammersbach – Untergrainau 10.10.15

Zurück in Garmisch-Partenkirchen wurde im Werdenfelser Hof eingekehrt.
Augustiner Edelstoff mit Werdenfelser Bauernteller, sehr lecker.
Ich war aber nur kurz davor dem „Quetschkommodenspieler“ 10€ hinzulegen damit er „Stairway to Heaven“ oder „Thunderstruck“ spielt.
Das Essen ist 1a aber das „Humtata“ im Partenkirchner Werdenfelser Hof mit Schuplattler ist mir zu Touri… 😀

[Edit: Tippfehler beseitigt]