Auf zu den Sonderfahrten nach Bouzonville

Wie schon 2018 wird alles fürs Frühstück im Zimmer im Kühlschrank deponiert, frische Brötchen hängen ab 7 Uhr an der Zimmertür. Kaffee, Tee, Wurst, Käse, Marmelade. Was braucht es mehr.

Und so geht es kurz vor 8 wieder die Saar hinauf und hinein ins Tal der Nied.

Bequem das Tal hinauf? Weit gefehlt, immer wieder mal krabbelt der Radweg im seinem Verlauf den Hang hoch, nur im kurz darauf wieder hinab zuführen. Aber schön ist es im Tal und Petrus meint es auch gut.

Naja, 60m aufwärts auf 1,2km? Andernorts wäre das eine normale Trassierung 😎

Trotzdem ist der Anstieg recht stramm. Da ist schieben entspannter wie treten.

Aber wenn es hinauf geht, geht es auch wieder hinab und hinab nach Niedaltdorf geht es sehr stramm hinunter.

Es ist Zeit sich einen Fotostandort zu suchen. Um 9:27 soll der erste von sechs Zügen Niedaltdorf Richtung Bouzonville verlassen. Da der Karfreitagsmarkt in Bouzonville beidem sich der kleine Ort fast komplett zu einem Markt verwandelt die letzten zwei Jahre coronabedingt ausgefallen ist dürfte es der erste Zug nach drei Jahren sein. Sonstiger Verkehr findet nicht statt, unter anderem da die SNCF sich weigert das an der nur noch im Güterverkehr bedienten Strecke nach Thionville liegende Stellwerk im Bf. Bouzonville dauerhaft zu besetzen. So zumindest die Begründung im Wikipedia Artikel zur Niedtalbahn. Interesse an Nahverkehr und Güterzugverbindungen über die Strecke, insbesondere Richtung Luxemburg ohne den Umweg via Konz bzw. Trier gäbe es angeblich.

Und so rumpelt eine leicht versprayte Doppelgarnitur 628.4 aus Kaiserslautern fast pünktlich über das ehm. zweigleisige Viadukt von Niedaltdorf.

Nichtmal einen Kimometer weiter und knapp in Frankreich liegt der ehemalige Bahnhof von Guerstling (Gerstlingen) welcher im Grunde mittig zwischen Niedaltdorf und Guerstling liegt.

Ohne jedwede Kontrolen, nur diverse Schilder verraten dass man eine Staatsgrenze überschritten hat, geht es nun weiter nach Guerstling.

Vermutlich die beim ehm. Bahnhof im Gleis rumstolpernde Fuzzys haben den Bü am Ortseingang ausgelöst und so bildet sich in den 30min bis der Zug aus Bouzonville zurückkehrt ein ansehnlicher Stau. Nur wenige fahren irgendwann um die Schranken herum und fast ausschließlich sind es Deutsche. Die Franzosen nutzen den Schleichweg ins Ort.

Aber dann kommt der Zug und danach ist der Weg auch wieder für den Strassenverkehr wieder frei. Wie übluch bei französischen Bahnübergang bekommen weder Fdl noch Tf was von den Bü Störungen mit wenn keiner diese per Telefon am Bü meldet.

Ich drehe noch eine Runde durchs Ort und positioniere mich für den Zug nach Bouzonville nochmal am Bü. Diesmal auf der anderen Seite und mit Luftunterstützung der Fotohornisse.

Und wieder berauf und bergab und kurzen Abstechern zu potentiellen aber dann doch nicht brauchbaren Fotostellen geht es auf der Departementstrasse nach Bouzonville.

Dafür dass die SNCF sich so standhaft wehrt sind teils bis zu vier SNCF Mitarbeiter mit der Abwicklung der zweistündlichen Fahrten beschäftigt. Und das obwohl währenddessen kein einziger Güterzug von oder nach Thionville den Bahnhof passiert.

Punktgenau hält die 628er Garnitur am händisch aufgestellten Carreé vor dem mit Farben geschmückten Empfangsgebäude. Die Anzahl der austeigenden Fahrgäste des 11:10 in Dillingen abgefahren Zuges der um 11:39 ankam kann sich sehen lassen.

Der Tf bekam einen Kaffee beim Fdl, die Chefin fertigt den proppenvollen Zug ab und so fährt dieser pünktlich um 12:10 zurück nach Dillingen.

Die Strassen sind gesäumt von Ständen und Menschenmassen die sich zwischen diesen hindurchdrängen. Wobei die Stände im Bereich ausserhalb des Ortskern mit zunehmenden Abstand immer mehr Schrott anbieten.

Eigentlich wird wohl beim Zugang eine Taschenkontrolle durchgeführt, aber am Bahnhof wo ich in das Gewusel mit dem Rad und Satteltasche einfädekte fand nichts dergleichen statt. Securitainment also.

An der grossen Kirche habe ich das Gewusel hinter mir und ich beschließe einen anderen Weg zurück nach Niedaltdorf zu nehmen.

Zunöchst geht es gefühlt ohne Weg quer über die von den Überschwemmungen der letzten Woche noch recht feucht und matschigen Wiesen. Ein jüngerer Franzose war besorgt dass der Weg nichts für mein Rad ist. Da kennt er es aber schlecht. Aber der Hinweis war gut gemeint.

Über Filstroff, welches früher einen gut 1km entfernten Bahnhof „über den Berg“ an der Bahnstrecke hatte, geht es nach Remeldorff und wieder mehrfach hinauf und hinab auf teils üblen Feldwegen oder auch wieder via Departementstrassen.

Oberhalb von Remeldorff wurde die alte Zollstation zu einem Bistro umgebaut das Wanderer, Radfahrer und Bewohner der umliegenden Dörfer als Anlaufpunkt dient.

Und dann geht es entspannt hinunter nach Niedaltdorf.

Und so nehme ich den 16:27 aus Bouzonville und den 17:23 nach Bouzonville ins Visier wobei die Fotohornisse gute Dienste leistet. Ist auch einfacher wie Böschungen hochkrabbeln. Achja, das rudelweise Fotoschrate im Gleis rumlatschen sei nur am Rande bemerkt. Ich frage mich nur warum? Mit ein wenig Nachdenken und Vorplanubg geht das auch ohne den Gleisbereich zu betreten.

Jetzt war kürzeste Fahrtzeit angesagt um rechtzeitig zum Abendessen um 19 Uhr wieder in Merzig zu sein.

Was auch geklappt hat.

Und so werden mit einem Luxemburger Weißwein, franz. Zwiebelsuppe, Cordon Bleu, einer netten Nachspeise sowie Mirabellenbrand aus der Region die Kalorien wieder aufgefüllt.

Die 61km mit 450m aufwärts stecken ein wenig in den Knochen, aber schön war es. Mit mehr Bildern natürlich hier der Link zur Tagestour bei Komoot.

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