Fjorde

Die heutige Tour war eher unspektakulär. Aber gut, permanent 150% wäre auch unrealistisch 🙂
Der Vatnajökull Nationalpark wurde hinter sich gelassen und es ging weiter der Südküste entlang nach Höfn. Höfen ist vermutlich das „Hummer Mekka“ der Isländer. Zudem eine der grösseren Städte.  Aber der Begriff grössere Stadt raftrelativiert sich etwas wenn man offizielle Karten von Island ansieht. Hier werden selbst in grossen Karten bereits einzeln stehende Höfe oder Gasthäuser dargestellt und mit Namen versehen wie in deutschen Karten erst richtige Siedlungen. Orte / Städte werden dann mit bis 100, bis 400 unter 1000, über 1000 und über 2000 Einwohner dargestellt. Letztere sind nur wenige Städte,  ohne genau nachgesen zu haben dürften es unter fünf Städte sein. Höfn ist mit seinen ca. 1600 Einwohnern damit im oberen Mittelfeld.
Nach Höfn wird die Südküste verlassen und es geht weiter in Richtung Norden entlang der Ostküste. Diese ist wesentlich schroffer und steiler und mit teileise langen Fjorden durchzogen was die Fahrstrecke nicht unwesentlich verlängert. Kurz hinter Höfn hat man vor ein paar Jahren einen Tunnel gebaut um den kleinen Almannaskarð Pass zu umgehen, der bis dahin mittels einer Schotterpiste mit auf der Landseite 10% und der Seeseite 16% Neigung zu ersetzen. Achja, diese Schotterpiste gehörte zur Strasse Nr. 1 die als Hauptschlagader ein mal komplett um die Insel führt. Auf der Landseite kann man noch auf die „Passhöhe“ hochfahren um den „Ausblick“ zu geniessen. Wegen der diesigen Luft musste die Ansichtstafel die Vorstellungskraft unterstützen.  Gleichzeitig kann man während sich der Bus hinaufkämpft erahnen wie sinnvoll der Tunnelbau war.
Entlang der Küstenlinie mit stetem Bergauf und Bergab geht er in Richtung Djúpivogur zur Mittagsrast. Zuvor gab es noch einen kleinen Stopp an einem Leuchtturm und mitten in der Steilküste. Unterweges fallen mir Strommasten auf die nicht in die üblichen Raster fallen. Überlandleitungen mit drei Leitern, klar Drehstrom aber was ist die Trasse nebendran mit dem einen Leiter? Vom Isolator her mit niedrigerer Spannung wie die Drehstromtrasse. Dürfte so um dir 20kV sein. Am Leuchtturm gab es dann die Auflösung wenn man sich den dortigen Trafo am Mast anschaute.  Die Isländer benutzen für das Einphasennetz die Erde als Rückleiter und sparen sich damit die zweite Strippe. Womit sich Wikipedia mit der Aussage der Nichtanwendung in Europa irrt.
de.m.wikipedia.org/wiki/Single-Wire-Earth-Return
In Djúpivogur wurde nach dem Genuss eines leckeren Lachsbrot der örtliche Hügel erklommen um einen guten Blick in den dortigrn Fjord zu bekommen. Anschließend noch ein Blick am Hafen auf die dortige Kunstinstallation zwischen der Lebertranfabrik und Kaimauer. Getreu dem Motto „Ist das Kunst, ode kann das weg?“ hat man die Straßenseite zum Wasser hin mit überdimensionalen Eiern aus Stein divererser Vogelarten verziert.
Jetzt geht es hinein in den Fjord und kurz vor dem Ende wird (wieder mal) ein hübscher Wasserfall begrüsst. Danachgeht es auf der Nordseite des Fjords wieder heraus um Hotel im nächsten Tal anzusteuern. Hotel Stadarborg ist eine ehemalige Schule und mitten „in the middle of nowher“ im Breiðdalur Tal in der Nähe von Breiðdalur was nach kurzem Spaziergang auf den Hügel hinter dem Hotel bestätigt wurde. Ich erinnerte mich just wieder mal an einen Satz den man auf einer Schottland-Tour oft zu hören bekam wenn msn sagte dass man bis nach Wick fahren wollte: „What do you want in Wick? There is nothing.“ Die kannten wohl Island nicht.  🙂
Das Wetter war nicht ganz so toll wie am Vortag.  Es lag stets mehr oder weniger Dunst in der Luft, aber immerhin kein Regen und „verdeckter Sonnenschein“.

Kalaueralarm für das letzte Bild!
Ich habe mal Isländisch Moos in freier Wildbahn fotografiert.
Apropos Moos. Komisch dass die Isländer von der Wirtschaftskrise so stark getroffen wurden. Moos und Asche haben die doch ohne Ende. Aber wenn man meint die Asche regelmäßig über die halbe Welt zu verbreiten braucht man sich nicht zu wundern wenn einrm das Moos ausgeht…  😉

Fire and Ice

Nein, falscher Titel und nicht der Bogner Film.
Water and Ice wäre besser um den Tag zu beschreiben.
Der Tag begann nicht besonders vielverspechend. Dicke Wolken und kurzzeitig Regen begleiteten das Frühstück.
Die Regenjacke am Vormittag war aber weniger dem Schauer als eher dem ersten Ziel der Tagesetappe geschuldet.
Angefahren wurde der Seljalandsfoss der einerseits recht imposant in die Tiefe stürzt, den man aber auch ungestraft hintergehen kann. Also etwas das was man sonst, egal ob mit einem Wasserfall oder Mitmensch, unterlassen sollte.  😉
Es ist schon ein besonderer Eindruck „von hinter den Kulissen“.
Weiter ging es dann zum Skógafoss. Dieser wurde nur im Japaner Modus abgehakt, obschon er auch nicht von schlechten Eltern ist.  Leider fehlte die Zeit die Treppe zur Abbruchkante zu erklimmen.
Apropos Japaner. Neuester Trend bei Asiaten und Arabern scheint es zu sein das Mobiltelefon bzw. die Digitalkamera an einem Stock über Kopfhöhe zu tragen oder „Langabstand“ Selfies zu erzeugen.
Kurz vor dem Ort Vík wird am Übergang der Dyrhólaós Bucht / Lagune in den Atlantik der Golfstrom begrüßt. Es ist schon interessant direkt am Meer zu stehen und schneebedeckte bis zu 2000m hohe Berge zum greifen Nah zu sehnen.
Im Ort Vík sizt man derzeit auf gepackten Koffern. Die benachbarte Katlar (grummelige / regelmäßig aktive und damit riskante Vulkane sind in Island meist weiblich) macht derzeit „Bunga Bunga“ und grummelt und bebt vor sich hin. Man rechnet mit einem Ausbruch der vsl. eine Flut aus Schmelzwasser erzeugen wird (neben den üblichen pyrotechnischen Effekten eines Ausbruchs) und wenn es dumm läuft kommt das alles durch das Ort durch. Was derartige Schmelzfluten anrichten können wird einem mehr als deutlich ein paar Kilometer später deutlich. Über Kilometer Mondlandschaft, zerstörte Brücken usw. 

Die Strase führt derweil weiter der Südküste entlang, oftmals zwischen der relativ flachen Küste und den ersten Erhebungen vor eindrückliche Bergkulissen vorbei. Die Vegetation angepasst könnte man hier Filme in Landschaften die quer über den Planeten Erde verteilt liegen dicht nebeneinander drehen. Von Grand Canyon (in Klein) bis Khao Lak, von den Felsenfornen ist alles da.
Aber das beste war, das Wetter wurde mit jedem Kilometer besser.
Die Gletscher rücken dabei immer näher an die Küste und erscheinen immer mehr zum Greifen nah. Nach etlichen Kilometern Mondlandschaft wird der Südwestzipfel des Vatnajökull Nationalpark erreicht. Der Vatnajökull ist der größte Gletscher Europas und seine Ausläufer kommen auf wenige Kilometer an die Küste heran. Der Abstand wird aber immer größer. Die Gletscherausläufer schmelzen, wie auch andere eigenständige Gletscher hier im Süden, kontinuierlich ab und gehen dadurch zwischen 30 bis 70 Meter im Jahr zurück.
Das Infozentrum informiert sehr gut wie man bis noch vor wenigen Jahrzehnten mühsam die „Aschewüsten“, Flüsse mit Gletscherwasser und Gerölllandschaften überwinden musste im den Osten der Insel zu erreichen, sowie den Gletscher und die vulkanischen Aktivitäten unter dem Eis und deren Folgen. Mit eine der heftigsten Folgen der jüngsten Zeit hatte der Ausbruch des Grímsvötn in 1996, welche  im wesentlichen durch die Flut des geschmolzen Gletschereis als auch durch Ascheniederschlag noch heute zu erkennen sind.
Nachdem die Infos aufgesaugt und die Gletscher zusammen mit dem darüber thronenden höchsten Berg Islands, dem Hvannadalshnjúkur mit 2.110 Metern, fotografiert wurden ging es zum absoluten Highlight des Tages.  Zur Gletscherlagune.
Hier reicht eine weitere Gletscherzunge des Vatnajökull bis fast ins Meer. Sie endet in einer Lagune die einen nur knapp einen Kilometer langen Abfluss in den Atlantik hat. Es war faszinierend den Eisbergen beim treiben zuzusehen.
Abschließend wird sich im Hotel „Smyrlabjörg“ beim köstlich und mit reichlich Auswahl gestalteten Buffet noch regionales „Gletscherbier“ gegönnt. Sehr gut, sowohl das Helle als auch das Dunkle.
Später konnten noch ein paar schwache Polarlichter gesichtet werden. Bevor Kommentare kommen.  Nein, diese waren keine Folgen des Biers. Bei den hiesigen Preisen ist der dafür nötige „Level“ nicht realisierbar.  *lach*

Der Mond schien zudem so hell dass ich meinen Schatten bei Nacht (die schwarze Seele?) sehen konnte und machte damit das Sichten dieses Efekts leider etwas schwer.

Wasser Wasser Wasser

Der heutige Tag Stand im Zeichen des Wassers.  Aber zum Glück nicht von Oben.
Das Wetter war nicht mehr so toll wie gesern,  aber am Gullfoss Wasserfall hatte es sogar vorübergehend Sonne.
Aber alles schön der Reihe nach.
Heute Morgen ging es zunächst aus Reykjavik raus in östliche Richtung nach Þingvellir. Neun. Der Monitor ist nicht defekt.  Das schreibt sichiso  🙂

 An dieser Stelle tagte erstmals 930 n. Chr. das islndischen Parlament. Natürlich nicht wie heute bis zu täglich sondern ein mal im Jahr. Da die Parlamentssitzungen, im Gegensatz zu den schon Jahrhunderte früher tagenden Griechischen Parlament(en), bis heute ohne Unterbrechung durchgeführt wurden kann Island für sich in Anspruch nehmen das älteste Parlament der Welt zu besitzen. Þingvellir gibt auch dem dortigen Nationalpark seinen Namrn und liegt am Nordufer des Sees Þingvallavatn, dem größten Binnensee Islands.

Auch aus geologischer Sicht ist Þingvellir interessant. Der dortige See bzw. das Tal allgemein befindet sich mitten in der Driftzone der Amerikanischen und der Eurasischen Kontinentalplatten. Dadurch wird das Tal immer breiter und tiefer. Besonders auf der Eurasischen Talseite sind die durch die Spalten und Rissbildung erzeugten „Treppen“ im Hang sehr gut erkennbar.
Nach so viel Kultur und Wissenschaft ging es weiter zum Gullfoss Wasserfall.
Hier stürzt der Fluss Hvítá in zwei Stufen zunächst 11m und anschließend 21m in die Tiefe. Während die erste Stufe zwar imposant breit aber fast einer überhohen Stromschnelle gleicht stürzt das Wasser in der zweiten Stufe spektakulär in eine schmale Schlucht.
Nach diesem  stellenweise feuchten Vergnügen ging es zum weltweiten Namensgeber der „überdimensionierten natürlichen Wasserkocher“, dem Stóri Geysir (grosser Geysir). Dieser ist zwar einer der ältesten bekannten Geysire aber ein recht fauler Geselle und auch heute hatte er keine Lust zu sprudeln.
Das überlässt er lieber seinem benachbarten Kollegen, dem Strokkur (zu deutsch Butterfass). Beide liegen in einer kleinen Fläche im Heißwassertal Haukadalur. Der Strokkur bricht alle paar Minuten aus, was das Fotografieren „relativ“ einfach macht.
Nach den Geysiren wurde noch ein weiterer Wasserfall, der Vatnsleysufoss, besucht in dessen unmittelbarer Nachbarschaft sich eine runde Anlage befindet die fast an eine verkappte Stierkampfarena ohne Tribüne erinnern könnte. Aber hier werden zum Ende des Sommers die von den Wiesen zusammengetriebenen Schafe wieder auf die entsprechenden Bauernhöfe auseinandersortiert.
Zur Übernachtung geht es weiter in den Süden nach Hvolsvelli (hier passt die Speisekarte auf das Ortsinfoschild), in Sichtweite der auf 10 bis 30km Entfernung vor der Küste liegenden Vestmannaeyjabæjar Inseln (Westman Islands) und in der andernen Richtung landeinwärts liegenden Berge  (wie es sich hier gehört Vulkane) wie u. a. Katlar und Eyjafjallajökull. Bei letzterem sei an 2010 erinner, als dieser (wobei Isländer ihre Vulkane gerne Weiblich benennen) den fluglärmgeplagten Anwohnern z. B. des
Frankfurter Flughafens, Ruhetage verschafft hatte. Unter anderem die Isländer fanden es weniger erholsam.
Achja. Auch der Bus Marke Mercedes mit Islandanpassung sei gezeigt.  Die ggü. den in D üblichen Modellen nicht unwesentlich erhöhte Bodenfreiheit und Stoßdämpferwege dürften auf der weiteren Route noch ihre Berechtigung stärker beweisen können. Trotzdem wäre ein Zug bequemer 🙂
So, genug geschrieben. Bilder sagen mehr wie tausend Worte.

Island duck dich!

Ich komme…

Aber wie so oft stehen vor dem Vergnügen die Mühen.
So gilt es erst einmal zum Flughafen zu kommen. Dues geschah konform mit dem Blogtitel mit der Vias nach Ffm Hbf (an 10:35, die Karre als Einteiler geführt war gesteckt voll) und dann mit der S8 „Retro Linie“ im 420er zum Flughafen. Dann galt es die „ganzen Freuden der heutigen Luftfahrt“ mit Anstehen am Check In,  Securityshow (ich kam zum ersten mal ohne *Biiiiiep*durch die Schleuse) und Boarding-Rumgegammel zu durchleiden.
Der Flug war unspektakulär (Ffm / FRA ab mit +30 und niemand murrt) und nach gut 3:15h wird der Flughafen Keflavík etwas südwestlich von Reykjavik erreicht.

Das Wetter ist top, soll aber due nächsten Tage leider nicht so bleiben. Mal schauen, das hiesige Wetter doll Berichten nach ohnehin unberechenbar sein. 

Nach dem Zusammensammeln der Reisegruppe zum Bus geht es durch die allgegenwärtigen Lavafelder zur „Blue Lagoon“. Diese ist eigentlich ein Abfallprodukt des dortigen Geothermiekraftwerk. Man könnte hier im „saaschwarmen“ Wasser gerne länger verweilen aber das Abendessen und Hotel ruft. Si bleibt es bei 1h Schnelldurchgang in der Brühe.

Immerhin wirkt der Vorteil der Zeitverschiebung.  Island ist minus 2h gegenüber der MESZ.
Oh da fällt mir ein dass ich die Kamera noch nicht umgestellt habe…

Nach dem Badevergnügen geht es an der Küste entlang zum Abendessen mit kurzem Abstecher zum Sitz des Präsidenten (geradezu Schweizer Zustände) und weiter zum Hotel.

Reykjavik ist eine quirlige Stadt. Um kurz nach 22Uhr ist auf der Haupteinkaufs- und Kneipenstrasse „Betrieb wie in Frankfurt uff de Zeil im Sommerschlussverkauf“  🙂
Aber es ist auch interessant über was es hier alles Museen gibt. 😉

Achja. Von wegen keine „Eisenbahn“ auf der Insel. Eine DB ScHenker Dependance wurde schon gesichtet.Fehlen nur noch die Bahnstrecken  😀

I'll be back.

So, das war es. Morgen geht die geliebte Tretmühle wieder los.  Gerade jetzt wo man sich daran gewöhnt hat und der Kopf langsam halbwegs frei wurde.  Innen im Kopf also geistig – Nicht etwa aussen. Da befreit er sich ja schon länger von lästigem Kopfschmuck  ;-D

Die Rückreise einfach Bulle über Romont, Bern und Basel in die Heimat wäre ja zu langweilig.

Daher geht es zunächst nach Montbovon, nicht ohne zuvor den Güterzug aus Broc-Fabrique zu entdecken, als auch die vorschriftsmäßig getarnte Landschaft und diverse Bauten des Militär bei Gruyere.
In Montbovon wurde dann der Golden Pass Panoramic nach Zweisimmen erreicht. Der vordere Zugteil ist sehr gut gefüllt der hintere, da ohne Reisegruppen, relativ leer. So durfte auch die „VIP Lounge“ genutzt werden um eine Streckensicht wie die eines Lokführers, nur halt eben rückwärts, zu genießen. Das Wetter ist wechselhaft. Regen, Sonne, niedrige Wolken… alles dabei.
In Zweisimmen gibt eine Rampe vor der mittlerweile ungenutzten Rollbockanlage Rätsel auf. Vmtl. für das Abladen eines Meterspurfahrzeug vom Rollwagen nötig.
Ab hier geht es mit dem sehr bequemen „Lötschberger“ Triebwagen direkt nach Bern mit Fahrtrichtungswechsel und ankuppeln des Triebwagen aus Brig in Spiez.
Das oftmals auf der Brücke vor dem Bahnhof Bern grüßende Alpenpanorama entfällt, heute der Fluss unter der Brücke ist wohlgefüllt. Mit dem IC und Sichtung des Funkmesszug in Olten sowie einem letzten (sehr guten) Kaffee zum „Schweinepreis“ [tm] geht es zügig nach Basel wo bequem der ICE 70 erreicht wird. Das Wetter ist auch im Rheintal bzw. Schwarzwald nicht übermäßig prickelnd aber brauchbar.

In Frankfurt schifft es. Der Heimatbahnhof wird dann aber doch auf die Minute pünktlich und ohne Regen erreicht. 

Während der Heimreise schockt dann diese Meldung:
http://www.blick.ch/news/schweiz/graubuenden/erdrutsch-erfasst-rhaetische-bahn-bei-tiefencastel-zug-waggons-haengen-ueber-dem-abgrund-id3050642.html
Nochmal relativ glimpflich („nur“ vier Schwer- und mehrere Leichtverletzte) ausgegangen.

Nachtrag: Leider ist einer der Schwerverletzten mehrere Tage nach dem Unglück an den Veretzungsfolgen gestorben. 🙁

Bin I auffi. Auffi, auf en Berg…

Um mal Luis Trenker zu zitieren. 🙂

Nach dem miesen Wettermam Vortag sieht es nun doch wesentlich besser aus. Einer Wanderung auf den 2002m hohen Berg Moléson (Erstes Bild im Bf. Gruyere der Berg mittig im Hintergrund) steht, ausser der gefühlt schlechten Kondition, nichts mehr im Wege. 

Gewählt wurde für den Anstieg die Route ab Albeuve (750m.ü.M.). Diese hat bereits im unteren Abschnitt recht heftige Steigungen aber dafür kommt der Weg auch an sehr netten Stellen wie einem Wasserfall oberhalb Albeuve vorbei.

Was wundert.  Eigentlich ist doch auch in der Schweiz Kirche und Staat getrennt.  Warum verteidigt man aber Heiligenfiguren und den anschließenden Kreuzweg zur „Chapelle de l’Evi“ am oberen Ende der Schlucht des gleichnamigen Bach Evi mit einem MG-Nest?

Hinter der Kapelle geht es nur auf Almen und die Gipfel. Kein Passübergang oder ähnliches. Nein, man will eigentlich nicht wissen was da hinten wieder vergraben wurde  😉

Der Anstieg ist steil aber gut begehbar. Er scheint jedoch eher die seltener genutzt Variante zu sein und gerade oberhalb der Alm „Tsuatsau Dessous“ (auf Bild 9 unten erkennbar) auf gut 1350m bis zum Zusammentreffen mit einer Route von Molésont-Village her ist der weg schwer als solcher erkennbar und (insbesondere für Schweizer Verhältnisse) schlecht gekennzeichnet. Da hilft aber die super Wander-App von www.wanderland.ch mit den offline nutzbaren topographischen Karten. Ab 1600m mit dem Zusammentreffen mit der Route aus Molésont-Village bzw. der Bergstation der Standseilbahn in Plan-Francey ist er wieder gut erkennbar gekennzeichnet.  Auch ist ab hier etwas mehr los. Bisher war ich alleine unterwegs. 

Wie gut zu erkennen zog immer mehr Bewölkung auf, trotzdem waren gute Ausblicke vom Gipfel und der Bergstation in die hohen Alpen, den Jura und zum Genfer See (Rochers-de-Naye lag wieder in Wolken) möglich. 

Runter zum Bshnhof von Gruyere ging es dann mit Seilbahn, Standseilbahn und Bus. Für CH etwas untypisch war die Anzahl der Umsteigerauf den Bus mit gesamt nur vier Personen recht gering. Dafür war der Parkplatz um so voller.  🙁

„Brasserie de Relais“ ist doch auch mal eine nette Bezeichnung für Relaisraum… Nee, ist nur die ehm. Bahnhofsgaststätte in Gruyre.

Abschließend wurde noch der Streckenast Bulle-Palezieux befahren und dabei der Bf. Châtel-St-Denis begutachtet. Der heutige Kopfbahnhof war früher Durchgangsbahnhof nach Vevey. Derzeit trägt man sich mittdem Gedanken den Bahnhof einige hundert Meter früher so neu zu bauen dass die Äste aus Bulle und Palezieux direkt ohne Kopf machen durchgebunden werden.

Der Tag endet mit einem guten Käsefondue, in der Brasserie de la Gare :-),welches nicht mit Brot sondern kleinen Kartoffeln serviert wird. Lecker. 

Achja. Was es nicht so interessante Schaukästen in der Bahnsteigunterführung von Bulle gibt…

Schrottwetter

Hmmm:
Vico Torriani – In der Schweiz – 1974: http://youtu.be/VPVY6NDKiR0
Die Wetteraussagen des werten Herren sollte man mal korrigieren  🙂

Nach dem Top Wetter vom Sonntag, eigentlich der ganzen letzten zwei Wochen, sah es nach der Gewitternacht morgens nicht prickelnd aber vielversprechend aus. Also wurde eine Fahrt zum Rochers de Naye oberhalb von Montreux angesetzt. Geplant war im Anschluss herunter nach der Station Jor abzusteigen.

In Montreux wurde mit Material aus mehreren Generationen munter rangiert. Die neuen Zugzielanzeiger sind hinsichtlich der Wagenstandsanzeige etwas verspielt. Die grünen und gelben Streifen scheinen 2. bzw. 1. abzuzeigen. Ob bei einer Lok einer anderen Baureihe auch das Symbol ändert?  😉

Die Bahn auch den Rocher de Naye klettert mit einer Spurweite nur 800mm und in Abschnitten mit bis zu 22% Steigung von von Montreux in 400m Höhe bis zur Bergstation auf 1968m.

Mit jedem Höhenmeter wurde das Wetter aber nicht besser,  ganz im Gegenteil…

In der Bergstation wurde, getreu dem Prinzip Hoffnung, bei einer Brotzeit auf besseres Wetter gewartet. Der starke Regen und Wind lies nach, Dunst und Nieselregen blieben aber. Trotzdem wurde der Abstieg angegangen. Da der Regen nicht nachlies und der Weg immer matschiger und schlechter begehbar war wurde der Abstieg bereits in La Perche abgebrochen.

Das einzig positive der Wanderung war dass dabei eines der Schafe entdeckt wurde das sich mit dem Kopf im Absperrzaun verheddert hatte. Gemeinsam mit dem Koch (!?!) der Bergstation konnte das arme Vieh wieder befreit werden.

In Montbovonüberraschte der Goleen Pass Classic und offenbar bezahlt die MOB gut wenn man dem Schild an der Tür des Chef de Gare glauben kann. *lach*

Im Coop wurde noch eine kleine Auswahl zur Bierprobe geholt. Whow, sigar Monsteiner gibts.

Mal sehen mit was das Wetter am Mittwoch überrascht.

Les Gorges de la Jogne und Barrage de Montsalvens

Erst mal ausspannen. Nach dem ausgiebigen Frühstück gibg es, der Wetterbericht sagte gutes Wetter bis 28°C voraus,  in Richtung der Jaunschlucht oder wie die hiesigen sagen „Les Gorges de la Jogne“.
Hach, auf französisch schimpfen muss sein wie sich mit Wattebällchen zu bewerfen.  😛
Auf dem Weg lag auch die kleine abet freine Burg (Schloss?) von Bulle die genau wie auch der TPF Streckenast von Bulle nach Broc Fabrique mit besucht wurde.
In Broc Fabrique befindet sich die Schokoladenfabrik von Callier die auch per Bahn angedient wird. Hierzu werden die Normalspurwagen in Bulle auf Rollschemel verladen und zur Fabrik gefahren. Der Abschnitt weist respektable Rampen auf.
Es besten Planungen den Abschnitt Bulle – Broc Fabrique auf Normalspur umzustellen. Dies böte vmtl. auch den Vorteil die Züge aus Romont in ihrer derzeitigen Wendezeit in Bulle nach Broc Fabrique Durchzubinden. Die Schmalspur wurde dann Palezieux – Bulle – Montbovon durchgebunden.
Schaumermal was die Zukunft bringt.
Hinter Broc Fabrique geht es weiter zur Jaunschlucht. Diese ist unbedingt einen Besuch wert. Gletschermühlen, Steinschichtungen und Wasser einfach ein tolles Erlebnis. Am Ende der Schlucht gilt es den „Stairway to Haven“ zu überwinden da die Schlucht an der Staumauer des Stausee „Barrage de Montsalvens“ endet. Nach der Querung der Staumauer geht es immer am nördlichen Seeufer entlang nach Charmey das über eine nette Hängebrücke erreicht wird.
Hier mache ich mal einen auf Faul.  Mit der Gondelbahn geht es auf den Vounetz. Dieser bietet sehr schöne Einblicke in die Ausläufer der Alpen und ist ein beliebter Startpunkt für Paraglider.
Wieder unten angekommen geht es an den Rückweg.  Hierfür wird der Weg südlich des Stausee und oberhalb der Schlucht gewählt.
Und siehe da. Die Anlagen zum Schutz des Reduit [1] sind immer noch erkennbar. An dieser Stelle oberhalb Broc sollte vermieden werden dass ein allfälliger Eindringling über das Tal der Jaun dem Reduit näher komnt.
In Broc Fabrique wurde noch der 18:36 nach Bulle und Montbovon erreicht. In Montbovon kam es u. a. zu einer Korrespondenz mit dem Golden Pass Express der MOB.
Geschlaucht, ohne Blasen an den Füßen und dies trotz neuer Wanderschuhe (guuut! ), aber gut gelaunt ging es zurück ins Hotel. Herrlich so eine Dusche.

It’s a Long Way to Tipperary

Nein. Für mich ging es heute noch nicht nach Hause. Wäre ja sonst zu langweilig so direkt nach Hause…
Nur mein Mitreisender und Tourenplaner Herr K. aus D. schlug sich auf Umwegen nach Hause durch um nächste Woche dann noch die britische Insel zu beehren.
Heute galt es früh aufzustehen,  ging der TGV gen Norden (TGV „Franco-Allemagne“ nach Frankfurt/M) doch schon um 8:14,… und nicht vergessen… die Türen schließen bereits 2min vor Abfahrt.  🙂
Sodenn wurde zunächst mit bis zu 300km/h durch das Tal der Rhône und ihrer Flanken gebügelt. In Chalon-sur-Saône wurde auf den TER nach Dijon Ville umgestiegen und die gut 1,5h Wartezeit mit dem Fotografieren eines RFF Schienenprüfzug sowie der Tram u. a. an der fotogenen Haltestelle „Monge“ mit der Kapelle im Hintergrund überbrückt.
Pünktlich (!!!) traf der TGV Lyria aus Paris nach Lausanne ein und prompt zeigte sich wieder wie unvorteilhaft für die Zeiten für den Fahrgastwechsel der TagV konstruiert ist.  Wenige Turen und dann noch ein paar unkoordinierte die nicht mal ihr Gepäck sauber ausladen… *grrr* in der Zeit leeren und füllen sich ganze ICE in der hier 5 Mann aus- und einsteigen.
Gemütlich aber trotzdem zügig geht es hernach nach Dôle und dann in den Jura hinauf nach Frasne. Was auf der Strecke erstaunt ist die trotz des eigentlich recht dünnen Verkehrs recht dichte Anordnung von Bahnhöfen mit der Möglichkeit für Zugkreuzungen.
In Frasne wartet bereits am Nachbargleis ein recht langer Zweisystem SBB NPZ. Die Anzahl der umsteigenden Reisenden ist dagegen eher sehr überschaubar.
Nach der Abfahrt des TGV geht es auf die Minute pünktlich los Richtung Pontarlier. Diesem Bahnhof sieht man seine einstige Bedeutung als Grenzbahnhof noch heute an. Die genutzten Gleisanlagen sind aber mittlerweile eher in der Minderheit. Am nördlichen Bahnsteig wartet ein Blauwal der SNCF auf die nächste Fahrt (wohlgemerkt,  die Strecke ist elektrifizert) und der NPZ hält am nördlichen Gleis des Inselbahnsteig mit dem Empfangsgebäude. Die südlich davon ligenden Gleise sind gänzlich ungenutzt.
Der Chef de Gare fertigt ab und los geht es Richtung Schweiz.  Die Grenze ist auch ohne Schilder oder Fahren klar erkennbar.  Das Tack-Tack Tack-Tack der Schienenstösse ist verschwunden.  Kaum zu glauben dass hier auch/noch TGV der Relation Paris-Zürich fahren.  😉
Der Zug klettert nun unablassig herab ins Tal der Allier und danach weiter nach Neuchâtel.  Fas Wetter ist gut und gewährt tolle Ausblicke über den See in die Alpen.
Die Umsteugezeit wird zur Verpflehungsaufnahme (Weltbester Apfelsaft von Möhl und Zweifel Chips) genutzt. Danach mit der TPF über Ins und Murten nach Fribourg. Dort klappte trotz 2min Verspätung der planmäßige 3min Übergang zum RE nach Bulle aus Gl. 5 nach Gl. 2. Hallo SNCF, nimm dir da nach dem gestrigen Debakel in Nizza mal ein Beispiel!
Bulle ist eine hübsche Stadt auch wenn der Bahnhof im 80er „Beton Style“ so gar nicht dazu passt. Das soll sich aber ändern.  Man plant die Strecke Bulle – Broc Fabrique von Meter auf Normalspur umzustellen. Damit würde man sich den Rollschemelbetrieb sparen und konnte den Bahnhof schlanker und weniger im Bogen gestalten. Schaumermal…
Das Hotel ist Top  und dank der bei den Appenzeller Bahnen gewonnenen 50% Hotelcard zudem für Eurolandbewohner erschwinglich. Zum Abendessen gab es dann ein 1a Steak vom Pferd. Für irgendwas müssen die Klepper ja gut sein.  ;-P

Genua nach Marseille über die Tenda Bahn

Von Genua ging es ab Savona zunächst ins Hinterland nach Fossano. Da die Region Piemont viele Nebenlinien abbestellt hat bleiben nur die Hauptlinien auf dem Weg nach Cuneo. Der Bahnhof von Cuneo beeindruckt im Gebäude. Aussen relativ unscheinbar birgt er wunderbare Gänge und Treppenhäuser wie msn sie eher in gehobenen Hotels denn in Bahnhöfen erwarten würde.
Im Minuetto Triebwagen gibg es dann über die beeindruckende Tena Bahn nach Ventimiglia.
Trotz Verspätung wurde der Anschluss nach Nizza erreicht. Leider war der Z26xx Triebwagen bereits hier zu > 100% belegt so dass nur ein „toller Stehplatz“ im Wagenübergang blieb. In Monaco wurde es dann richtig heftig und sb dort war suf den Unterwegsstationen kein Zustieg mehr möglich. Dies scheint auf dem üblich zu sein, konnte dies in den Jahren zuvor auch morgens in der Gegenrichtung beobachtet (genossen) werden.
Der Anschluss in Nizza wurde durch die angesammelte Verspätung nicht erreicht und so hieß es eine Stunde warten.
Als besonderes Extra sammelte der Zug dann auch noch bis Toulon 15min und als Extrabonus fuhr er ab dort nicht wie nach Fahrplan nonstop bis Marseille sondern bediente wegen eines zuvor ausgefallenen TER weitere fünf Haltestellen.
Irgendwann kam man dann doch min +25min in Marseille an.
Wie es die SNCF hinbekommt den folgenden IC als ein und den selben Zug plan und verspätet zu fahren?
Egal der TER war noch etwas früher da und zu Essen gab es such noch.