Das grosse Loch in den Alpen 

Heute stand das „Erhaltungs- und Interventionszentrum“  (EIZ) der SBB in Erstfeld für den Gotthard-Basistunnel auf dem Programm.

Nach einer erholsamen Nacht und Frühstück ging es um 9:18 wieder hinab nach Arth-Goldau. Die Anschluss S-Bahn S2 nach Erstfeld wurde zunächst mit +20 angekündigt und ging später in den Ausfall über. So musste als Plan B der IR nach Erstfeld genutzt werden, womit sich die Ankunft in Erstfeld um knapp eine halbe Stunde verzögerte.

Herr Ueli Hurschler erwartete die Gruppe bereits auf dem Bahnsteig und man merkte schnell dass man es hier mit einem altgedienten Vollbluteisenbahner zu tun hat dem der Gotthard sowohl hinsichtlich der alten Bergstrecke (SBB-Sprech: Panoramastrecke) als auch der Basistunnel ans Herz gewachsen ist.

Mittels eines sehr informativen Vortrag zum Interventionskonzept, die Abfahrt des RTZ erfolgt spätestens 5min zum Portal mittels 5 Mitarbeitern der 24h 7/7 besetzten Betriebswehr die mit eeuteren 10 Personen der örtlichen als „Miliz“ organisierten Feuerwehr (vgl. Freiwillige Feuerwehr in D) und 2 Rettungssanitätern der örtl. Rettungsdienste unterstützt wird, den diversen Programmen die bei diversen Störfallarten teils vollautomatisch aktiviert werden bis hin zum Instandhaltungskonzept mittels geplanter Sperrung je einer Röhre mit dann mehreren Baustellenabschnitten die mittels modularer Instandhaltungsfahrzeuggruppen angedient und versorgt werden erfolgte ein gutet Einblick in den Aufwand den das Betreiben eines 54km langen Tunnels verlangt. Die Betriebskosten liegen bei ca. 40 Mio CHF pro Jahr. An einem Modell des GBT konnte sehr gut das Rettungskonzept als auch die Ver- und Entsorgung im Tunnel von Wasser und Luft nachvollzogen werden. Ein weiteres EIZ gibt es am südlichen Pirtal des GBT in Pollegrio.

In der Halle konnte dann unter anderem der Lösch- und Rettungszug (Herstellers Windhoff), ein Hilfszugwagen (vulg. Hebamme) als auch ein Modulfahrzeug für die Instandhaltungszüge einschließlich eines Wagens mit dem Mobilen Tor besichtigt werden.

Mobiles Tor? Was soll das sein?

In der Regel sind die beiden Tunnelröhren untereinander durch Türen in den Querschlägen als Toren in den Gleisverbindungen der Röhren die im Bereich der Nothaltestellen liegen abgetrennt. Können nun aber Arbeiten nicht während der geplanten Sperung einer gesamten Tunnelröhre (je 3 Nächte pro Woche für 4 bis 8h) durchgeführt werden und müssen die „Joker-Sperrungen“ genutzt werden bei denen je nur ein Drittel der Röhre gesperrt ist würden die Bautrupps sehr stark durch den Luftstau den ein Zug im befahrbaren Teil der Röhre vor sich herschiebt bzd. Sog oder anderer Wechselwirkungen beeinträchtigt werden. Daher wird der jeweilige Bauabschnitt dann mittels der mobilen Tore abgeschottet. Auch eine Schneefräse, die logischerweise eher auf der Berg^Panoramastrecke zum Einsatz kommt hat einen Unterschlupf in der Halle gefunden. 

Ein wichtiger Aspekt ist die Baulogistik und Materialversorgung. Denn vergessenes oder nicht vollständiges Material könnte bei den stramm getakteten Baustellen diese schnell ins Chaos stürzen. Daher verfügt das EIZ über ein modernes teilweise voll automatisches Lager in dem die Materialien und Werkzeuge für die jeweiligen Baustellen und Bautrupps maßgeschneidert zusammengestellt wird.

Die Zeit verging wie im Flug und letztenendes wurde die Verspätung im Zeitplan von knapp 30min auf 60min vergrössert, da in Bellinzona ein recht langer Aufenthalt eingeplant war konnte die Weiterfahrt problemlos im eine Stunde nach hinten verschoben werden und ich glaube das die Gruppe noch eine weitere Stunde interessante Punkte gezeigt und erläutert bekomnen hätte aber der Zug um 14:30 über musste erreicht werden. Somit wurden trotz der halbstündigen Verspätung aus der geplanten Führung von 2h eine knapp Dreistündige Führung. 

Es ging sodann über die Bergstrecke nach Bellinzona. Auf der Bergstrecke sind nun die Flirt Triebwagen die üblichen Fahrzeuge. Eher ungewöhnlich ist deren Dekoration in der Toilette im „Blick aus dem Flugzeug“ Stil.

Nach der nunmehr verkürzen Pause in Bellinzona, wo es mit eintm Büro der Alptransit und einem nunmehr insktiven Countdown Zähler zur GBT Eröffnung diverse Reminiszenzen an den Tunnelbau gibt, ging es durch den GBT zurück nach Arth-Goldau. 

Den ganzen Tag hatte es nördlich den Alpenhauptkamm einen sehr starken Föhnsturm. Im Süden war davon nichts zu spüren. Daher verzögerte sich die Fahrt nach Rigi Klösterli zunächst ein wenig da ein Trupp mit einer langen Stange bewaffnet mit einem anderen Zug vor fuhr im einen Ast aus der Oberleitung zu entfernen. Zur blauen Stunde wurde sodann das Hotel erreicht.

Zum Abend gab es dann Älplermagronen und regionales Bier und viele Gespräche.

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