Runter an die blaue Donau

Aber einfach das Tal runterrollen ist nicht drin. Denn einerseits folgt die Bahn nur teilweise der Großen Mühl bis Neufelden und wenn doch gibt es teils keinen parallel fahrbaren Weg. Und so ging es stets auf und ab.

Aber der Reihe nach. Die Wettervorhersage klang nicht gut. Bus zum späteren Nachmittag immer wieder mal Regen und Schauer. Das kann ja heiter werden. Da hilft erst mal nur ein Frühstück, später auch mit Lachs. Ja, das Frühstück gefällt.

Aber es nutzt nichts und ich breche auf. Vorbei an der Werbung für die hiesige Stiftsbrauerei „Schlegl“.

Der Radweg führt hinter dem Stift erst mal den Hang hoch und dann wieder runter ins Tal des Kennbach nur um auf der andren Seite wieder den Hang hochzuführen, aber immer noch besser wie auf der gut befahrenen Hauptstraße zu fahren.

Dafür gefällt mir die Stelle im Tal für ein Foto gut und die ÖBB schicken netterweise einen 5047er mit Güterwagen als Fotomotiv vorbei. Der Güterwagen dient dem Fahrradtransport der in den 5047er eher nur sehr eingeschränkt möglich ist. Der Wagen muss zudem in der Endstation Aigen-Schlägl unfahren werden, jetzt erscheint es auch logisch dass im Dienstabteil, wie gestern von aussen gut zu erkennen war, auch orange Arbeitsjacken hängen.

Ich erklimme den nächsten Hügel, nächstes Ziel ist Rohrbach-Berg.

Ab und an von leichten Nieselregen begleitet wird über die Hügel und mit Ausblicken über den Mühlkreis Rohrbach-Berg erreicht. Hier scheint der Instandhaltungsstützpunkt angesiedelt zu sein wie die typischen ÖBB Gebäude sowie Instandhaltungsfahrzeuge auf Stahlrädetn oder auch Gunmireifen vermuten lassen.

Am Empfangsgebäude stehen diverse Signale und die Lok Aigen. Der Siloturm der benachbarten Genossenschaft hat enig von einem Profanbau, am Marktplatz findet derweil „Markt“ statt.

Und wieder hoch auf den Bergrücken nur um in steiler Abfahrt beim Bf Haslach, der zugehörige Ort liegt gut 2km entfernt, wieder das Tal der Großen Mühl zu erreichen.

Und das genau rechtzeitig für die Rückfahrt nach Linz-Urfahr des 5047er mit seinem Fahrradwagen.

Es geht weiter talabwärts und der Regen wird kurz stärker ubd das gerade als der Zug nach Aigen-Schlägl kommen soll.

Die Hoffnung auf die Doppeltraktion 5047er  wird enttäuscht und es kommt zwischen Haslach und Iglmühle  ein 5022, die ÖBB Variante des Desiro vom Hersteller Siemens ins Bild gerollt.

Hinter Iglmühle geht es, mangels befahrbaren Weg am Talboden, wieder mal hoch zum Weiler Iglbach.

Und so geht’s im steten Auf ubd Ab auf der Hochfläche Richtung Neufelden.

Vor Neufelden liegt die Burg Pürnstein hoch über dem Tal und Wasserkraftwerk. Auch der benachbarte Wingert könnte bei passender Witterung und insbesondre wenn ein Zug vorbeikommt ein schönes Motiv hergeben. Denn diese kommen halt hier im oberen Bereich nur alle 2h vorbei. Im unteren und weniger fiitogenen Abschnitt von Linz-Urfahr bis Rottenegg verkehrenden die Züge dagegen teils im 15min Takt.

Also geht’s weiter Richtung Neufelden.

Der Tunnel mit unmittelbar darauf folgenden Bahnübergang ohne technische Sicherung (der Zug darf hier nur 10km/h fahren) ist auch sehr speziell, der Haltepunkt Pürnstein wird nicht mehr bedient.

Hmm, Angeln mit Karte? Ich dachte man nimmt Würmer usw. als Köder. 😅

Da noch gut über 1h Zeit bis zum nächsten Zug ist (in Neufelden wird in der Regel gekreuzt) fahre ich weiter nach Neufelden an die Staustufe…

… und weiter zum weit unterhalb des Ortes im Tal liegenden Bahnhof wo zwei Hälften zweiteiliger Elektrotriebwagen herumstehen die solchen wie sie einst bei der KFBE bzw. KBE (Köln-Bonner-Eisenbahn) oder später bei Stern und Hafferl bzw auch der Salzburger Lokalbahn eingesetzt waren.

Im ehm. Lagerhaus ist eine Kunstgalerie ansässig vermutlich gehören die Wagen dazu. Im hinteren Bereich des Geländes ist ein weiterer halber Wagen, diesmal aber schwarz lackiert, zu erkennen.

Dass die Wagen ohbe Schienen direkt im Dreck stehen dürfte diesen nicht gerade zum Vorteil gereichen.

Und dann ist es langsam Zeit wieder etwas die Mühl hinaufzufahren. Am aufgetauten Bereich gab es mehrere interessante Fotostellen.

Anscheinend haben die 5047er nun keinen Auslauf mehr. Denn nach dem Desiro aus Aigen-Schlägl kommt auch der nächste Zug nach Aigen-Schlägl als 5022er Desiro, diesmal im neuen ÖBB Fahrzeuglack.

Durchs Ort, also stramm bergauf geht es nun wieder zurück.

Aha, dann waren das kurz unterhalb des Bf. Haslach tatsächlich Gerüste an denen der Hopfen wächst. Brauereien hats ja in der Gegend.

Und wieder runter ins Tal nur um nach der Brücke im Seitental parallel zur Bahn wieder aus dem Tal herauszuklettern.

Der Bus fährt im Gegensatz zur Bahn stündlich zwischen Rohrbach und Linz und zudem auch in die Orte welche bei der Bahnstrecke bisweilen rekativ abseits liegen. Keine guten Karten für die Zukunft der Bahn. Zumal der Inselbetrieb auch zusätzliche Kosten verursacht.

Und wieder geht es auf der Hochebene stets ein wenig auf und ab bevor es beim Schloss Neuhaus wieder stramm hinab zur Großen Mühl geht, kurz bevor diese in die Donau mündet.

Geplant gatteich in Untermühl mit der Fahrradfähre ans rechte Donauufer umzusetzen. Da habe ich aber übersehen dass diese gestern Saisonende hat. Also geht’s am linken Ufer hinauf nach Obermühl zur Autofähre.

Die Donau hat hier etwas vom Mittelrheintal, nur ohne Hauptstraßen, Bahnstrecken und viel weniger Burgen. 😎🙈

Um kurz nach halb 5 komme ich an der Fähre an. Phu, Glück gehabt. Diese verkehrt von April bis Oktober und im Oktober ist die letzte Fahrt um 17 Uhr…

Lustige Ortsnamen hat es hier… Hühnergeschrei. Gaaak gak gak…

Wie sang Chris de Burgh?

„Whatever you do
Don’t pay the ferryman
Don’t even fix a price
Don’t pay the ferryman
Until he gets you to the other side“

Naja, der Preis war fixiert mit 2,50 als Radfahrer und so landete ich, nachdem erst noch ein Flusskreuzfahrtschiff vorbeigelassen werden musste, kurz vor 17 Uhr als exklusiv einziger Fahrgast am rechten Donauufer an.

Und das Wetter setzt auch zum Endspurt an währed ein Donabogen nach dem Anderen durchfahren wird. Sehr schön.

Das Tagesziel mit dem Gasthof „Zur blauen Donau“ ist erreicht.

Leider hat die Gaststätte Montage nur Mittags auf, die Chefin erspart mir aber die Fahrt zurück ins 1km entfernte Schlögen zum Hotelresort. Aufs Zimmer bekomme ich ein gutes Schnitzel mit Kartoffelsalat und Beilagensalat sowie Hopfenkaltschale von Schlägl serviert, da die Gaststätte heute auch Generalgereinigt wird.

Ich verlegen das Essen dann auf die Terasse vor dem Zimmer und schaue dabei dem Tag zu wie er zu Ende geht.

Fazit, ein Tag mit Höhen und Tiefen in vielerlei Betrachtungsweisen aber de facto ein sehr schöner Tag.

Am Schluss wurden es 10km mehr wie geplant. Hier zum nachschauen und „Bilderkucken“ der Tour bei Komoot.

Von Aigen-Schlägl nach Gmünd NÖ

Die direkte Verbindung zwischen zwri Punkten ist der Halbkreis sollte man meinen. Aber es gibt nunmal keine direkten oder halbwegs direkten Bahnverbindungen von Aigen-Schlägl nach Gmünd. Diverse Planungen von Verlängerungen der Mühlkreisbahn u. a. via dem heutigen Tschechien wurden nie realisiert.

Das Wetter war beim Blick aus dem Fenster war etwas verbesserungswürdig aber ich muss sagen dass mir andererseits die Wanddeko über dem Bett sehr gut gefällt. 
Beim Frühstück las ich über den aktuell stattfindenden Rückbau der Donaubrücke der Linzer Verbindungsbahn. Also wurde der 9:40 ab Schlägl (vom Hotel schneller erreichbar) angepeilt um ab dem Bahnhof Linz-Urfahr die ehm. Verbindungsbahn und die Brücke zu erkunden. Den Bericht dazu gibt es hier: „Adieu Donaubrücke„.

Das Wetter bessert sich etwas und gemächlich geht hinab nach Linz. Da die vorherige Leistung nach Aigen-Schlägl im Fahtplan als „Donau-Moldau-Radelebnis“ gekennzeichnet ist führte der 9:40 ab Schlägl noch einen Güterwagen der für den Radtransport genutzt wird. Gut wenn das Triebfahrzeug eine Schraubkupplung hat.

Am Hauptplatz von Linz wurde noch ein paar Straßenbahnen „erlegt“ und der Weg per Tram zum Hauptbahnhof angetreten.

Das der geplante Railjet zunächst mit plus 5 und später 10 Minuten angekündigt ist und der Übergang in St. Pölten nach Krems und Horn gerade einmal 5 min beträgt wird schnell umdisponiert und die bereits um 13:01 verkehrende Westbahn für 13,90€ in der Touristenklasse genommen.

Die Fahrt von St. Pölten über Krems nach Horb gibt sehr schöne Einblicke ins Dobautal und die Ausläufer des Waldviertels. Horn ist noch mit mechanischen Einfahrsignalen ausgestattet. Das Fotografieren dieser misslingt leider, der 3min Übergang zum Anschluss nach nach Sigmundsherberg jedoch gelingt. Somit wird die Taktlücke für die Weiterfahrt nach Gmünd eben hier abgewartet und nicht in Horn.

Der Grund für die Lücke zwischen Sigmundsherberg ind Gmünd dürfte evtl. in der Güterzugübergabe die von Gmünd aus eintrifft begründet sein.

In Sigmundsherberg, wie auch in anderen Bahnhöfen, sind „Hackfleischkreuzungen“ üblich. Der Bahnsteig 2 ist niveaugleich über Gleis 1 und 2 erreichbar und es finden regelmässig Fahrten in diesen statt. Sperre?  Zugangsschranke? Wärter?  Fehlanzeige. Es geht auch so.

Sigmundsherberg besitzt im Empfanggebäude ein Fahrdienstleiterstellwerk mit Felderblock und reinem Befehlswerk. Die Weichen und Signale werden dann von den Wärtern in den Bahnhofsköpfen gestellt.

Auf dem Weg nach Gmünd zweigen / zweigten in Göpfritz und in Schwarzenau Strecken ab. 
Die Strecke von Göpfritz nach Raabs an der Thaya ist seit 2001 eingestellt und grossteils zurpückgebaut. Das Einfahrsignal ist aber noch erkennbar und an den Gleisen der ehm Strecke wird in Göpfritz Holz verladen. 

Während die in Schwarzenau abzweigende Thayatalbahn nach Waidhofen a. d. Taya und ehm. weiter bis Tschechien seit Fahrplanwechsel 2010 im Personenverkehr eingestellt wurde und ungenutzt aussieht sind die ebenfalls dort abzweigende und 2010 im Personenverkehr eingestellte Strecke nach Zwettl im Güterverkehr noch sehr gut genutzt aus. Die grossflächige Einstellung des Güterverkehrs im Waldviertel, wie im Wikipedia Artikel zur Bahn nach Zwettl vermutet,wurde zum Glück nicht realisiert. 

In Gmünd wartet ein Triebwagen der CD  (eine überarbeitete und zum zweiteiligen Triebwagen umgebaute „Brotbüchse“) auf Anschlussreisende nach Tschechien. 

Ich mache mich auf den Weg zum Motel an der Tankstelle und lasse den Tag im dortigen Gasthaus bei guten Essen und gutem Zwettler Bier ausklingen.

Morgen geht es mit dem Rad zur Erkundung der Schmalspurbahnen.