Hoch zum Bodensee

Nach einer sehr erholsamen Nacht war heute die zweitlängste Etappe mit 86km von Schaffhausen nach Rorschach (wue üblich mit vielen Bildern bei Komoot) angesagt.

Das Wetter ist durchwachsen. Meist bewölkt mit vereinzelten Sonnenlücken. Also ideales Radelwetter. Der Radweg zwischen Schaffhausen und Konstanz ist sehr gut genutzt.

Zunächst aber erst mal wieder ein Fotostop an einer Brücke. Die Schaffhauser Rheinbrücke der Strecke nach Kreuzlingen bettelt regelrecht danach als Motiv dienen zu dürfen und kurz darauf erreicht eine Doppeltraktion GTW der SBB Marke Thurbo aus Nesslau-Neu St. Johann (S8 mit 2:46h Fahrtzeit) pünktlich Schaffhausen und nach nur 5min kehrt einer der Triebwagen wieder Richtung St. Gallen zurück. Schweizer Bahnen… ein gut geöltes Uhrwerk.

Gut auch zu wissen dass es im Rhein oberhalb des Rheinfalls keine Haie gibt. Ansonsten könnte sich ja der kleine Bunker am Rande Schaffhausens drum kümmern. 🤓

Weiter geht es über die deutsche Exklave Büsingen nach Hemishofen.

Büsingen ist durch nicht einmal einen Kilometer Schweiz (und einen Bauernhof) vom deutschen Gailingen getrennt. Am östlichen Ende ist der schweizer Bereich gar mit Schild und Schlagbaum gesichert. Am westlichen Ende deutet nichts auf den Ländewechsel hin. Zwischen Gailingen und dem schweizer Diessenhofen mit seiner hübschen Flussbebaung überbrückt eine historische Brücke den Rhein. Bei Hemishofen überquert die Bahnbrücke der ehemals von Etwilen über Ramsen bis nach Singen führenden Bahnstecke den Rhein. Aktuell ist hier nur noch eine Museumsbahn unterwegs und die Strecke wird als Bahnhofsgleis betrieben. Das am nördlichen Brückenkopf stehende Einfahrsignal von Hemishofen ist dunkel.

Nächste Station ist Stein am Rhein welches mit einer sehr hübschen und von Touristen überlaufenen Altstadt aufwarten kann. Hier wird auch vom rechten auf das linke Ufer des Rheins gewechselt der hinter Stein am Rhein zunächst zum Untersee und bei Kostanz vorübergehend zum Bodensee wird.

Stets entlang des See / Rhein und / oder Bahn geht es weiter Richtung Kreuzlingen und Konstanz. Typisch für die Stecke ist, wie auch schon auf der Strecke von Laufenburg über Konstanz nach Eglisau beobachtet ist die Verwendung der Betonmasten für die Quertragewerke in den Bahnhöfen wie sie für die „Notelektrifizierung“ in den 1940er Jahren verwendet wurde.

Hinter Eschenz gewährte eine kleine Steigung schöne Ausblicke auf den Untersee, die umgebende Landschaft und ein Zug darf natürlich auch nicht fehlen. 😁

Unterwegs kreuzte ein „Rudel Schotterochsen“ zum Kleineisenwechsel den Weg. Ich bin immer wieder begeistert wie vollständig ausgestatteten und insbesondere mit welch sauberen Warnschutzkleidungen die Mitarbeiter der SBB Infrastruktur unterwegs sind. Vmtl. keine Klamotten von Bardusch 😕

Bei Triboltigen direkt am Haltepunkt Zeugen wieder einmal Bunker vom Verteidigungswillen. Die Bunker gehören zum Festungsgürtel Kreuzlingen. Ob sie etwas genutzt hätten? Ich sag mal so. Gut dass es sie im Nachgang betrachtet nicht gebraucht hat…

Der Konstanzer Grenzübergang in der Kreuzlinger Hauptstraße ist nur noch für den unmotorisierten Verkehr zugelassen und beherbergte eine interessante Ausstellung über die wechselhafte Geschichte zwischen Konstanz und Kreuzlingen. U. a. am für den Kraftfahrzeugverkehr geöffneten Übergang in der Konstanzerstrasse (schweizer Schreibweise) wurde heute verschärft kontrolliert. In Gegensatz übrigens zu den vielen übrigen Übergängen an der „grünen Grenze“.

Warum es im Südkopf des Konstanzer Bahnhof zwei Bahnübergänge in nicht einmal 50m Abstand hat? Weil die Deutsch – Schweizer Grenze dazwischen liegt und daher gibt es einen mit Lichtzeichen und Schranken nach deutschen Richtlinien und einen nach Schweizer Typus und beide haben ihr eigenes Schalthaus. Verrückt wie auch due Tatsache dass es im Stadtbereich von Konstanz abschnittsweise sogar noch einen echten Grenzzaun gibt.

Gemütlich und nur von den zahlreichen seit Konstanz vorhandenen kleinen Mücken genervt geht es am Bodensee entlang nach Romanshorn.

In Romanshorn grüssen zum erstenmal die ersten Ausläufer der Alpen mit dem Alpstein im Appenzeller Land.

Alsbald ist Arbon, der ehm. Heimat der legendären Saurer LKW und Busse, erreicht und Rorschach wird erreicht. Die Station Rorschach Hafen verfügt über Gastronomie auf dem Bahnsteig. Direkter Zustieg nach dem Essen ist optional.

Blick aus dem Hotelzimmer (Zimmer 305) auf die Bahnstrecke. Was will man mehr. 👍🤗
Apropos mehr. Das „schwäbische Meer“ ist dabei auch zu sehen. 🤣😎

Zimmer zur Bahn… das könnte Konflikte bergen. Die Chefin an der Rezeption zuckte schon in unguter Erwartung als ich meinte „Oha! Zimmer mit Zug vorm Fenster und Seeblick“ und war schlagartig entspannt ob des Nachsatz „Besser geht es nicht“ 🤗
Aber mit dem Zug vorm Fenster ist es wie auf Arbeit 🤣

Das Zimmer ist irgendwie „plüschig“ aber sauber und sehr geräumig und das Fahrrad hat ausreichend Gesprächspartner in der Tiefgarage 😆

So, gegessen habe ich auch gut im Hotel und der Bericht ging trotz Sonnenbräu aus Rebstein und dem lokalen Kornhausbräu noch gut vom Finger aufs Smartphone.

Gute Nacht… morgen geht’s nach Maienfeld ins Heidiland.

Ein Gedanke zu „Hoch zum Bodensee“

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