Museumsbahn in der Normandie

Heute geht es gemütlich los, denn erst um kurz nach 11 fährt der Zug nach Cherbourg.

Zeit zum Ausschlafen und noch ein wenig der Strassenbahn nachstellen.

Der Zug kommt pünktlich als Doppeleinheit Omneo von Alstom. Ein sehr eigenartiger Zug mit kurzen, fast nur aus Türen bestehenden einstöckigen „Wagen“ zwischen den Doppelstockwagen die dafür keine Türen besitzen. Aber recht bequem sind sie und es hat WLAN, sofern das Bordherät ein Funknetz erwischt.

Ab und an unterbricht die relativ flache Landschaft mit Gräben, Kanälen und Bächen die von Landwirtschaft geprägte Szenerie.

Kurz vor Cherbourg wird wird es aber recht Hügelig.

Achja, im Zwischenwagen zum Wagen 4 bzw 14 hatte es einen Kaffeeautomaten. Unbedingt merken für die Rückfahrt.

Cherbiurg ist nicht gerade eine Schönheit, der unschöne Grund liegt fast 80 Jahre zurück, aber hat trotzdem ihren eigenen Charme und am Hafen ist es recht angenehm, auch von dem Temperaturen um die 24°C herum.

Das Anschlussgleis zum grossen Hafen ist gekappt, Verkehrswende geht irgedwie anders denn vor ein paar Jahren waren auf der Tour nach Großbritannien waren zumindest noch leichte Nutzungsspuren erkennbar, aber der Bahnübergang über die Hauptstrasse existiert immernoch, inklusive Schikd in Französisch und Englisch wo man sich im Störungsfall melden soll.

Mit dem Bus geht es eine Stunde durch die hier nun recht hügelige Landschaft nach dem Südwestlich von Caen gelegenen Barneville-Carteret.

Beim Baustil der Häuser ist man sich nicht immer sicher ob man sich nun diesseits oder jenseits des Ärmelkanals befindet.

Nach der Runde durchs Ort kommt dann der Museumszug vom Train Touristique du Cotentin in den „Bahnhof“ Carteret hereingeschoben. Hereingeschoben wird er aus dem benachbarten Barneville wo sich auch das Depot des Vereins befindet, da im ehm. Bahnhof kein Umsetzgleis besteht. Das ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhof ist heute ein Restaurant und auf dem einstigen Bahnsteigsbereich stehen diversen Food-Trucks. Der Zug fährt davor ab, an einem Bahnsteigrest.

Im mitgeführten Güterwagen werden Fahrräder verstaut und es befindet sich darun auch ein Stromaggregat für die Wagenbeleuchtung, Lautsprecher und insbesonder die Bar in der einen Häfte des blauen Wagens.

Feinster 60er Jahre „Silberling“ Charme geht von den Wagen aus. Leider gehen die Fenster alle nur auf einer Seite zu öffnen. Schlecht zum Fotografieren während der mit maximal 20km/h sehr gemächlichen Fahrt.

Nach gut einer halben Stunde ist das 10km entfernte Portbail erreicht. In der dreiviertel Stunde bis zur Rückfahrt fährt der Zug erstmal einige hundert Meter weiter um dann dort die Lok umzusetzen da am Empfangsgebäude nur noch ein Gleis zur Verfügung steht. Das ehemals vorhandene zweite Gleis musste der neuen Feuerwache weichen.

Und dann geht es ebenso gemütlich, mit zeitweise offenen Türen wieder zurück nach Carteret.

Nach dem Ausstieg der Fahrgäste, der Zug war mit ca. 200 Fahrgästen voll besetzt die zumeist wohl per PKW vor Ort kamen, setzte der Zug mit ordnungsgemäß inkl. Luftbremskopf besetzter Zugspitze nach Barneville Gare ins Depot zurück.

Und einige Zeit später kam dann kurz vor 18 Uhr der im 3h Takt verkehrende Bus nach Valognes, der letzte Personenzug von fuhr 1971. Die Museumsbahn ist dabei der westliche Abschitt des einst weit verzweigten Nebenbahnnetz zwischen Barneville-Carteret und Valognes was aber weitestgehend und sukzessive bis 2000 stillgelegt und abgebaut wurde.

Da erste Bild in der Collage passt nicht, es gehört nach Caen.

Während Kunden des Fernverkehrs am geschützt aufgestellten Automaten ihre Fahrkarte für die relativ wenigen Züge zwischen Caen und Cherbourg ziehen können steht der regionale Automat komplett frei und ist ohnehin defekt.

Der TER ist wieder ein Omneo, diesmal in Einfachtraktion und laut Reservierungsanzeige der SNCF App in der 2. Klasse ab Caen komplett ausgebucht. Aktuell muss man zwischen Paris St. Lazare und Caen in diesen TER zwingen reservieren da die SNCF Baubedingt den Verkehr ausgedünnt hat. Aber warum fährt man hier denn keine Doppeltraktion?

Dann ein Gang durch Caen ins Restaurantviertel unterhalb der Festung und gut gegessen.

Auf dem Heimweg zum Hotel boten sich dann noch ein paar Motive zur sogenannten Blauen Stunde an.

Lüge im Bad. Der Spender verspricht „großartiges Haar in der Flasche“. Auf den Schädel geschmiert … und nix ist passiert. 😂

Morgen gehts dann nach Dünnkirchen, aber natürlich nicht direkt.

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