Kein Dampf und kleiner Dampf

Am Nachmittag ging es mit dem Rad über den Otzberg nach Höchst.

Dort wollte ich den Sonderzug der Historischen Eisenbahn Frankfurt zum Weihnachtsmarkt in Michelstadt fotografieren.

Ich kam rechtzeitig zur aus der auf der Website kommunizieren Abfahrtzeit in F-Süd zur Ankunft in Michelstadt am Fotostandort zwischen Höchst und Mümling-Grumbach an und als ich gerade dabei war die Fotohornisse vorzubereiten vernahm ich ein Grummeln das nicht zu Itinos/Lint oder den Autos auf der nahen B45 passten. Aber auch nicht zum Dampfzug.

Es kam eine 216 mit historischen Wagen vorbei und wie ich später herausgefunden habe war das der „Dampfzug“. Die 50er scheint wohl ein Problem gehabt zu haben und so fuhr der Zug in Dieseltraktion und dazu noch geschätzt 20 Minuten vor Plan.

Dann hatte es halt nur Dampfheizung statt Dampfzug  😉

Mit der Fotohornisse wurde dann galt der Zug nach Frankfurt…

… und der aus Frankfurt abgefangen bevor es über Frau Nauses nach Otzberg-Hering ging.

Die „Heringer Kleinbahn“ hat heute einen der wenigen Fahrtage, aber seit einigen Jahren ist der am Samstag vor dem 1. Advent ein relativ fester Termin.

Esxgat zwar keinen Schnee und es ist fast zweistellig in den Plusgraden aber trotzdem bringen die Loks schöne Dampfentwicklungen in die Luft.

Die grüne Lok ist ein Gastfahrzeug aus der Schweiz. Deren Lokführer ist dabei leicht an der klassischen schweizer Lokführerkluft und Aussprache zu identifizieren  😉

Auch ein „Maschinenwagen“ mit Emblem der Waldenburger Bahn ist dabei.

Noch ein Glühwein und dann setzt die Dämmerung langsam ein und es geht stramm hinunter nach Lengfeld.

Parallel zur Bahn fahre ich weiter Richtung Habitzheim.

Die RB82 aus Frankfurt nach Eberbach um 17:10 ab Lengfeld ist verspätet. Ist das der Ausgleich für den verfrühten Sonderzug und in Summe alle Pünktlich? 🤔

Weiter dann durch Habitzheim wo rs auf Grubd des Hofweihnachtsmarkt etwascganz seltenes, nämlich einen Verkehrsstau hat.

Ueberau erleuchtet auch weihnahtlich und dann ist schon wieder das heimatliche Reinheim in Sicht.

Mal schauen ob am morgigen Sonntag die Dampflok wieder fit ist.

Dieselpower und eine Wasserscheide

Nach einer geruhsamen Nacht …

… und einem guten Frühstück ging es erstmal nach Immenstadt.

Warum man es dort nach Jahren nicht hinbekommt das Bahnsteigdach am Empfangsgebäude wieder zu erreichten ist mir nicht ganz klar.

Und kurz darauf kommt der IC 2084 aus Oberstdorf welcher nach dem Umsetzen de Lok via Kempten und Augsburg nach Hamburg verkehren wird.

Zwei weitere 218er warten derweil auf den IC 2012 welcher gut 10min später ebenfalls aus Oberstdorf kommend nach dem Lokwechsel weiter via Ulm und Rheintal nach Dortmund verkehren wird.

Zwei der letzten klassischen „Kukidentexpress“ Verbindungen quer durch die Republik.

Also schnell quer durchs teils am Autoverkehr erstickenden Immenstadt und Fotostandorte gesucht.

Der vor dem IC 2084 verkehrende RE17 nach Augsburg hat etwas Verspätung und so wird nach dem Notschuss der Dröhnröhre des RE 17 die Zeit genutzt um weiter zu fahren und hinter der Strassenbrücke gibt es wesentlich bessere Fotostellen um die beiden Kukidentexpresse abzufangen.

Danach geht es weiter der Iller entlang Richtung Kempten. Das klassische Motiv „Zug mit Niedersonthofener See bei Martinszell / Oberdorf“ wurde durch den Ausbau der B19 zerstört und so geht es halt weiter an der Iller entlang bis Kempten.

Darfs sich die Iller bis kurz vor Kempten noch recht „frei“ und teils renaturiert ausbreiten so folgt ab kurz vor Kempten spätestens jeden Kilometer eine Staustufe.

Drei Brücken mit sehr interessanter Geschichte überspannen in Kempten in direkter Nachbarschaft die hier tief eingeschnittene Iller. Die nördlichste der Brücken ist die in teilweise Holzbauweise ausgeführte König-Ludwig-Brücke welche seinerzeit zur Anbindung des alten Kopfbahnhof von Kempten errichtet wurde.

Später wurde es wenige Meter südlich durch ein Betonviadukt ersetzt und gleichzeitig ein drittes Viadukt errichtet um Züge direkt ohne Kopfmachen nach Immenstadt und Lindau zu führen.

Heute führt über die König-Ludwig-Brücke ein Rad- und Fussweg. Mit dem neuen Hauptbahnhof von Kempten wurde auch die mittlere Brücke obsolet und ist heute eine Strassenbrücke. Nur die südlichste und dritte Brücke dient noch der Bahn.

Das Areal des ehm. Bahnhof ist heute u. a. mit der Berufsschule und dem Einkaufszentrum „Allgäu-Forum“ überbaut. Ganz ehrlich… die alten Gebäude sahen gefälliger aus.

Interessant auch dass man 04/1999 (laut Aufkleber auf der Schildrücksrite) in Kempten wohl noch die Bundesbahn fur und Autozüge verkehrten. Das Posthorn neben dem Zollamt Schriftzug ist nur noch schemenhaft erkennbar.

Entlang der südlichen Ringstraße geht es auf die Spuren der ehm. Bahnstrecke von Kempten nach Isny.

Leider ist deren Trasse durch die Ringstraße teils überbaut und auch im Bereich des Stadtsee bei den Schrebergärten verlässt der Radweg mehrfach die alte Trasse.

Interessant finde ich die Bodenbefestigung mittels Schienenstücken beim ehm. Hp. Steufzgen.

Mit einem grossen Bogen nach Ermengerst wird hinter Aheggmühle Höhe gewonnen. Leider ist der Radweg dezeit durch Bauarbeiten beansprucht so dass auf parallele Wege ausgewichen werden muss.

Das Empfangsgebäude von Ermengerst befand sich früher 200m weiter westlich und wurde vorbildlich renoviert und versetzt um einem Baugebiet Platz zu schaffen.

Mit permanent um 20 Promille Steigung geht es kontinuierlich weiter.

Bis kurz vor Hellengerst steigt die Strecke bis zur Wasserscheide Rhein / Donau an und wäre die Trasse durch die vierspurig ausgebaute B12 nicht unterbrochen gälte ab dort „von nunan ging es bergab“.

Ab Hellengerst ging es wieder auf die stets abfallende Trasse um knapp 2km später einen Abstecher zum Wasserfall des Speckbach zu machen welcher bis 1894 eine Mühle betrieb.

In Weitnau endet der Radweg auf der ehm. Bahntrasse und geht aud Nebenstraßen weiter.

Wäre ich morgens am Hotel rechts abgebogen stünde in Seltmans (untere Zeile rechts) der Tacho nun nicht bei über 61km sondern eher 16km

Weiter an der B12 entlang biege ich zum Burkwalder Baggersee ab, kann aber leider den Abzweig zur ehm. Bahnbrücke über die untere Arge (welche seinerzeit die Stillegung der Strecke begründete) nicht und so blieb nur die Runde um den gut besuchten Baggersee um dann an dessrn nördlichen Ende auf die fast nicht befahrbare Bahntrasse zu wechseln.

An einem der Feldwegübergänge liegen sogar noch Schienen.

Und dann ist schon fast Isny erreicht.

Das alte Bahnhofsareal wird nun als Parkplatz und Gewerbegebiet genutzt, in den Bäumen des Parkplatzes verbirgt sich verschämt ein Flügelsignal.

Jetzt noch quer durch die verkehrsberuhigte Altstadt von Isny und schon ist nach fast 77km das Hotel Bären erreicht.

Salat, Allgäuer Schnitzel mit Speck und Käse sowie Apfelstrudel. Und gutes lokales Bier der Isnyer Brauerei Stolz runden den Tag ab.

Und wie gewohnt zum Schluss der Link zur Etappe 2 bei Komoot.

Morgen werde ich vsl. etwas früher starten um weniger des angedrohten Regen / Gewitter abzubekommen. Mal sehen ob es klappt.