Ausflug in die Surselva

Der morgendliche Blick aus dem Fenster verrät, es hat geschneit und es schneit mit teils starken Wind aus nördlicher Richtung weiter.

Der Blick auf Webcams um Sedrun herum verrät etwas besseres Wetter, wenngleich die Wetterapp und die Kachelmannsche Vorhersage der Meinung sind dass es heute erst mal keine Sonne geben soll.

Also nach dem Frühstück schnell in die warmen Klamotten und gegen den Wind ab zum Bahnhof wo der Zug schon abfahrbereit auf Gleis 1 steht, was die MGB aber nicht abhält 1min vor der Planabfahrtzeit noch einen Wagen beizustellen und nach dem erteilten der Abfahrt den Zug noch mal anzuhalten um bei anderen Wagen die angefrorene Bremsen mit dem Bremserhamner zum Lösen zu „überreden“ 😊

Es ist schlichweg überwältigend wie viel Personal auf so einem vergleichsweise kleinen Bahnhof vorgehalten wird. Aber dafür sind auch alle da und vor Ort wenn es mal schnell gehen muss oder es hakt.

Selbst auf der Station Oberalppass kämpft vor Ort ein Mitarbeiter zusammen mit der Weichenheizung den permanenen Kampf gegen heftigen Flugschnee um die planmäßigen Kreuzungen reibungslos abwickeln zu können.

Und wie erwartet wird das Wetter hinter dem Pass im Vorderrheintal besser. Erste blaue Stellen am Himmel und stellenweise Sonnenschein ist zu entdecken.

Sedrun zeigt sich bereits in Dieni teilweise sonnig wenngleich mit Dunstschleier.

Aber am Bahnhof scheint schomal die Sonne und auf Gund der Verspätung wird die Kreuzung von Mompé-Tujetsch nach Sedrun verlegt was dem Zugführer vom Fahrdienstleiter (Wird hier nicht von Brig aus ferngesteuert?) per vor dem Kopf zum „X“ gekreuzten Armen angezeigt wird. Eine wahrlich international anzutreffende nonverbale Kommunikation im Bahnbetrieb.

Von Sedrun führt ein Winterwanderweg nach Disentis den ich heute laufen wede und wie üblich auch hier auf Komoot mit vielen weiteten Bildern protokolliert ist.

Die niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit ist dabei den Wartezeiten für Fotos geschuldet. Richtung Disentis war heute der Wurm drin. Kaum ein Zug fuhr Pünktlich. Verspätungen von fünf bis zwanzig Minuten waren üblich.

Nichts desto trotz wurde Bugnei mit seinem Viadukt rechtzeitig für den Zug darauf als Motiv erreicht.

Hier mal ein direkter Vergleich zwischen dem Viadukt im Oktober, aufgenommen während der Radtour, und heute im Februar bei fast identischen Fotostandort der azf dem Weg etwas unterhalb des Viadukt liegt. Vergleiche dazu auch das obige Bild vom höher liegenden Weg auf Brückennveau.

Währe der Zug pünktlich gewesen hätte es strahlenden Sonnenschein gehabt. So war durch eine Schleierwolke etwas gedimmt.

Von Bugnei geht es zunächst stets oberhalb und parallel zu Bahn weiter. Erstaunt stelle ich fest dass die Weiche (Bild mitte links) welche lange Jahre den Sedruner Schacht zum Gotthard-Basistunnel für Züge mit Baumaterialien bzw. Aushub anband immernoch eingebaut ist (inkl. zugehöriger Blocksignale an der Strecke) während die Anschlussstrecke schon seit Jahren zurückgebaut und rekultiviert ist.

Es ist mal mehr und mal weniger bewölkt aber die Tendenz zeigt auf sonnig. Auch die Bergspitzen zeigen sich immer öfter und wenn sich die Sonne zeigt wird es angenehm warm (irgndwas um Null Grad) im Schatten und mit Wind macht das Warten auf den Zug zum Fotografieren keinen Spass.

Bei Segnas setzt Petrus endlich seine gute Laune durch. Herrlich dieses „Winterwonderland“.

Die kleinen Züge im Bild links mitte und links unten gehen in der grossartigen Landschaft regelrecht unter.

Ab Segnas nehme ich den etwas längeren Weg nach Disentis und werde weiter mit Sinne und toller Aussicht belohnt.

Dürfen hier auch Kühe auf die Skipiste? Jedenfalls wirbt der Bauer hier direkt an der Piste für den Hofladen und Disentis ist wenn der Winterwanderweg quer über die Abfahrtspiste geht, man diese aber ohne Todesängste austzstehen ganz zivilisiert überqueren kann. Irgendwie beschaulich ist das Ganze hier. 👍

Achja. Es ist Rosenmontag und bei der Kirche macht eine Gruppe aus Blechbläsern und Trommlern richtig gute aber gesittete Stimmung. Auch der Rosenmontag ist hier etwas anders.

Der Zug zur Rückfahrt steht schon bereit und die Züge über den Oberalppass dürften mit eine der Letzten in der Schweiz sein die noch mit den klassischen klappbaren Zuglaufschildern ausgestattet sind.

Die normalen Sitze der 1. Klasse sind gerade für eine Schmalspurbahn recht komfortabel aber die beiden Sitze am Übergang zur 2. Klasse scheinen von der Breite für XXXL Kundschaft gedacht zu sein. 🤣

Bei bestem Wetter geht es zurück nach Andermatt. Auch am Oberalppass hat sich nun das Wetter beruhigt, nur bei Andermatt halten sich noch Wolken.

Beim Blick über das Urserental mag man sich kaum vorzustellen wie es hier aussehen würde wenn dass in den 1920er und 1940er Jahren angedachte Projekt eines Stausee im Urserentalrealisiert worden wäre. Es wäre dann der grösste Stausee der Schweiz geworden.

Auch das Hotel Monopol-Metropol in dem ich übernachte wurde seinerzeit vom Konsortium das den Stausee bauen wollte aufgekauft und erst später als das Projekt azfgegeben wurde wieder in private Hände gegeben.

Das Abendessen. Nur durch Luftschlangendeko und Guggemusik „gestört“ 😉

Hmm. Der WLAN Router im 2. Stock ist heute irgendwie schlecht drauf. Mal sehen wo da der Reset-Knopf ist.

Am Waschtisch steht zudem auch eine Hornhautfeile bereit. 🤣

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