Engadin mit wechselhaftem Wetter

Das Titelbild des heutigen Blogeintrags dürfte bekannt vorkommen.

Es wurde bereits schon mal im Juni 2024 mit einer Blumenwiese umgesetzt, aber auch im Restschnee macht es sich gut.

Der Tag begann sogar mit Sonnenschein. Der Bernina-Express erreichte pünktlich Bergün so dass der IR nach Chur auf das hintere Gleis mit dem rudimentären Bahnsteig ausweichen muss.

Mit diesem geht’s dann ins fast schneefreie Filisur zum Zug Richtung Davos.

Die stündlichen Züge über das Wiesener Viadukt durch die Zügenschlucht sind mitlerweile bis Landquart durchgebunden und kuppeln in Davos Platz auf eine weitere Triebwagengarnitur auf. Als RE1 in Doppeltraktion geht’s dann erstmal weiter bis Klosters Platz.

Der Davoser See ist fast leer und wartet auf die Schneeschmelze.

In Klosters Platz wiederum kuppelt der RE1 auf den RE3 aus St. Moritz auf und fährt dann als vierteiliger RE13 weiter nach Landquart.

Die Wartezeit auf den RE4 nach Scuol-Tarasp nutze ich für ein paar Fotos der Gotschnabahn und den Bauloks im Bahnhof.

Der aus dem RE2 aus Davos Platz und RE4 aus Scuol-Tarasp gebildete RE24 verkehrt heute getrennt. Der normalerweise an der Zugspitze stehende Teil des RE4 hat 8 Minuten Verspätung und daher fährt der RE2 Teil als zweiteiliger RE24 weiter. Der RE4 Teil wird dann später ebenfalls als RE24 folgen. Wahnsinn, zu Hause würde der einfach ab Klosters ausfallen.

Im RE4 Teil des RE24 aus Landquart geht es nun durch den Vereinatunnel nach Ardez.

Es ist schon faszinierend was mittlerweile auf dem RhB Netz für ein dichter und durch die diversen Flügelkonzepte auch komplexer Personenverkehr angeboten wird.

Aus der beschaulichen Alpenbahn wie sie es noch in den 90er Jahren zumeist war ist geradezu eine Alpen-S-Bahn, mit teilweise und oft durch Linienüberlagerungen erzeugt im 30min Takt, geworden.

Aber trotz Renovierung und Sanierung, die Stationen strahlen immernoch ein wenig den Charme der kleinen gemütlichen Alpenbahn aus.

In Ardez mache ich mich zu dem Bahnhof nahe gelegenen Fotostandort mit der katholischen Kirche am Friedhof auf. Diesmal mit gut begehbarer Schneedecke statt hüfthohem Grünzeug.

Leider zieht sich der Himmel zu, so dass nur ein Nachschuss auf den R15 von Pontresina nach Scuol-Tarasp mit etwas Blau am Himmel gelingt.

Mit dem RE4 geht es dann weiter nach Scuol-Tarasp wo auch wieder eine Re 4/4 II neben ein paar Güterwagen parkt.

Als diese dann aufgerüstet wird und die Güterwagen bespannt plane ich um und fahre mit dem R15 eine Station zurück nach Ftan Baraigla da ich dort einen brauchbaren Fotostandort vermute.

Der RhB Station von Ftan hat man vir wenigen Jahren den Namen des dortigen aus wenigen Häusern bestehenden Weilers Baraigla beigegeben. Vermutlich um zu Vermeiden dass Touristen hier aussteigen um dann festzustellen dass der Ort Ftan gut 300 Höhenmeter und 2,5km über einen steilen Wanderpfad entfernt liegt. Wer nach Ftan will fährt vom Bahnhof Scuol-Tarasp mit dem Bus.

Erstmal kommt der RE4 vorbei und mit dem Schloss Tarasp im Hintergrund wird der kurze Güterzug abgelichtet.

Und es fängt an zu Regnen als der RE4 nach Scuol-Tarasp den Haltepunkt passiert.

So wird es auch Zeit zur Station zurückzukehren und den altmodischen Haltwunschtaster zu bedienen. Da die Fahrgastnachfrage hier recht bescheiden ist besitzt Ftan auch kein Fahrgastinfosystem oder Bahnsteige mit Mindesthöhe.

Ich fahre nochmal nach Scuol-Tarasp und bleibe im Zug um mit der Rückleistung nach Zernez zu fahren.

Hinter Sagliains geht der Regen in Schnee über. Was so eon paar Höhenmeter doch ausmachen.

In Zernez stehen mehrere Postbusse bereit um durch den Tunnel Munt la Schera Wintersportfans in die italienische Exklave Livignio zu den olympischen Winterspielen zu bringen.

Ich stapfe aber im Schneegestöber zur südlich von Zernez liegenden Kehrschleife.

Und dann kommt im Schneefall der Champagnerfarbene Jubiläums Capricon als RE3 nach Landquart vorbei. Toll, geradezu tarnfarbentauglich bei Schneefall.

Der RE3 der Gegenrichtung setzt sich dabei besser ab und beim R15 nach Scuol kommt sogar ein klein wenig Sonne durch.

Das Sperrschild ist weggedreht, aber wenn der Tunnel gesperrt ist wäre ein „kleiner“ Umweg über den Ofenpass und Bozen nötig. Oder halt über den Berninapass, der aber auch nicht 100% Wintersicher ist.

Noch eine Runde durch Zernez bevor es im RE3 um 16:30 nach Sanedam geht.

In Samedan ist gut eine viertel Stunde Umsteigezeit fällig. Hier hat es nicht geschneit, aber es ist saukalt.

Währenddessen kommt der Güterzug rein, bekommt ein paar Wagen abgezogen und setzt selbst auf andere bereitstehende Wagen auf.

Und dann komnt auch schon der IR durch den Albulatunnel nach Bergpn wo sich das Wetter eher suppig mit Nieselregen präsentiert. Gut dass ich gestern gerodelt bin.

Die auf der Febsterbank stehende und im Fenster eingeklemmt gesicherte CO2 neutrale private Minibar muss auch mal dokumentiert werden bevor es noch kurz in den örtlichen Volg Dorfladen geht und es alsbald Zeit zum Abendessen wird.

Das Hotel Ladina gefällt, leider wird es ab der Sommersaison „nurnoch“ als Hotel Garni betrieben da aus personellen Gründen der Restaurantbetrieb aufgegeben wird. Schade eigentlich, die Halbpension war recht vernünftig.

Danach kam der negative Teil, es musste wieder alles mögliche u. a. vom kleinen Wanderrucksack in den Reiserucksack zurück- und umgeräumt werden. Aber es ging doch wieder alles rein.

Morgen geht’s, wenn alles klappt, via Arlberg nach Innsbruck und für zwei Nächte nach Mittenwald.

Hinauf auf den Albulapass

Der gestrige Tag steckt mir ein klein wenig in den Knochen, aber bangemachen gilt nicht.

Die heutige Etappe war mit die anstrengendste mit zwar „nur“ 76km aber dafür mit 1.350m aufwärts. Daran hatte der Albulapass mit 1.000m den Löwenanteil, das ständige auf und ab über kleine Seitentäler oder auf die in Hanglagen liegenden Orte im Engadin empfand ich jedoch wesentlich anstrengender.

Hier erstmal der Link zu Komoot mit etlichen Bildern.

Etwas verspätet, denn der Körper war unwillig, ging es um halb 10 los. Im Abstellraum / Skikammer wo ich das Rad deponiert habe wartet derweil eine alte elektrische Registrierkasse auf den Schrott oder museale Erhaltung.

Das Wetter sollte brauchbar werden so wie es aussieht.

Und der Landschaft geschuldet geht es unmittelbar in die Steigung, ein letzter Blick auf die Grossbaustelle und kurz darauf ist wenige Serpentinen der herrlich gelegene Lai da Palpougna erreicht an dem der Albulabach zum ersten mal gefasst um im Kraftwerk in Preda Strom zu erzeugen.

Mit wunderschönen Ausblicken geht es immer weiter hinauf. Die Steigung ist brauchbar, irgendwo zwischen 7 und 12 Prozent. Zumeist um di 8 bis 9.

Kurz vor der Passhöhe dann die „Festung Albula„. Das unmittelbar an der Passstrasse gelegene „auffällig unauffällige“ Hauptwerk hat auf der Geschützseite (Ri. Engadin) geöffnet. Mit Hilfe der Infotafeln kann man dann auch noch die beiden in den flankierenden Berghängen verbaten Werke erkennen.

Und dann ist er erreicht. Mit 2035m der höchste Punkt der Tour. Zwar nicht so hoch wie 2019 der Furka, aber schon jetzt sind wesentlich mehr Höhenmeter auf der Tour zusammengekommen.

Eine Ovo mit Nusstortre, soviel Zeit muss sein bevor noch ein paar Meter auf den Hügel mit den Fahnen gestiegen wird.

Und von nun an musste die Bremse leiden. Da die Passstrasse hier im oberen Teil relativ flach ist kann man es auch gut rollen lassen.

Im unteren Teil wird es kurvenreicher und steiler. Der Pass scheint bei „non Elektro“ Radfahrern sehr beliebt zu sein. Ich würde da eher am Stock gehen.

Und somit ist das Engadin und der Inn erreicht. Aber wer denkt es geht nun bequem im Tal rollend zum Tagesziel, weut gefehlt. Wie schin geschrieben folgt nun ein stetes auf und ab.

Ich spare mir nun weiteren Text und Kommentare zu den Bildern durch dje herrliche Landschaft, hübschen Bergdörfern und natürlich mit den Zügen der RhB.

Einfach die Bilder anschauen, die Abschnitte wo sie gemacht wurden stehen drauf.

Achja, vom wunderschönen Guarda nach Ardez sowie von Ftan nach Scuol hat die Bremse vmtl. mehr gelitten wie den Albula hinab. Es kommt in Bildern halt nie gut heraus wie sehr es bergab geht.

Und von Scuol wiede hoch zum, wie viele der hiesigen Dörfer, auf einem Absatz im Nordhang des Inntal gelegenen Sent.

Die „Pensiun Plaz“ liegt wie es der Name schon sagt am Dorfplatz und sieht von aussen neuer aus wie das Gebäude wirklich ist, was man besonders an der Höhe der Zimmer und besonders der Türen bemerkt.

Nach dem Zimmerbezug gehts als Tipp von der Rezeption zum „Chasa Veglia“ direkt neben der Kirche. Eine urige Gaststätte und gut besucht. Aber ich ergattere zum Glück noch einen Platz.

Für den ersten Durst einen „suure Most“, also Apfelwein, zum üppigen kleinen Salat und zu den Quark-Pizzocel dann einen Bündner Pinot Noir. Den Appenzeller zur Verdauung gab es dann aufs Haus. Merci.

Noch eine Runde durchs Ort und ab ins Bett. Ich bin heute ganzschön „Platt“.

Morge ist Abschied von der Schweiz angesagt. Es geht weiter den Inn hinab nach Österreich bis hinter Landeck.