Erfrischende Höhenluft und HGV Richtung Adria

Mit der mehrere Strassen hinter dem Bf. Torino Puerta Nova abfahrenden Linie 15 ging es heute Morgen quer durchvdie Stadt zur Talstation der Zahnradbahn Sassi-Superga.

Die Sonne hat bereits kurz nach 9 schon ganzschön Kraft, da ist es gut dass die unklimatisierten Strassenbahnwagen der 5000er Serie aus den End 80er/Anfang 90er recht großzügig öffenbare Fenster besitzen.

Um 10 Uhr fährt der erste Zug auf den Berg. Das an den Talbahnhof der Zahnradbahn Sassi-Superga anschließende Depot ist mit einem Gleis zur Strassenbahn verbunden und das inkl. Oberleitung die auch den gesamten Bahnhofs und Depot Bereich überspannt, mit Ausnahme des Abschnitts mit Bahnhofsdach.

Der Grund ist einfach, einerseits besitzt das Depot Areal keine Stromschiene und zudem keine Zahnstange so dass die Fahrzeuge per kleiner aus der Oberleitung versorgter Elektroloks verschoben werden.

Die Zahnradbahn fährt mit von oben bestrichener Stromschiene und ebenfalls wie die Turiner Strassenbahn mit der etwas eigenwilligen Spurweite von 1445mm.

In der Talstation gibt es auch eine kleine Ausstellung zur Zahnradbahn und Tram.

Die Strecke steigt bereits im Weichenbereich stark an, bietet aber nur selten Ausblicke da zumeist durch Bewuchs verlaufend.

Nach knapp 20min Fahrtzeit ist die Bergstation erreicht und die Massen, der Trieb- und Vorstellwagen waren komplett inkl. einiger Stehplätze besetzt, schieben sich den Gussweg zur Basilika hoch.

Aber das hat noch Zeit, erstmal eine der wenigen Fotostellen finden. Diese ist dann auch nur am Bahnhof bei der Ausfahrt sinnvoll möglich.

Undcdann hoch zur Basilica di Superga wo man auf deren Rückseite auch irgedeiner Turiner Fussballmannschaft von 19?? huldigt.

Und dann ist es auchvschon wieder Zeit zum Bergbahnhof zu laufen.

Und um 11:30 gehts wieder runter ins Tal.

Mit der Linie15 wurde dann aber nur bis zur Piazza Vittorio Veneto gefahren, der irgendwie an den Hauptplatz in Linz erinnert, um die Linie13 bei der Fahrt über die Ponte Vittorio Emanuele I zu fotografieren. Diese föhrt nur über die Brücke um dann unterhalb der Kirche Santa Maria del Monte dei Cappuccini zu wenden.

Während der Wartezeit werden zwei Wagenhälften alter Turiner Strassenbahnen der 2800er Serie auf ihrem letzten Weg zum Verwerter gesichtet.

Leider ist die Sonne nun ca. 1h zu weit und die Brücke liegt beim Blick mit Stauwehr und Kirche auf der Schattenseite. Aber wie es sich gehört geht die Sonne eh kurz bevor die Tram fuhr weg.

Noch ein paar Fotos vom „Hauptplatz“ bei dem die Durchfahrt der Tram durch die Arkaden sehr herausfordernd ist. Denn einen Blick auf das ankomme Tram hat es eigentlich nicht.

Daher fahren die Fahrer ganz langsam hinein bis die Schnauze sichtbar ist. Es war auch klar dass gefühlte Ewugkeiten niemand kommt, aber prompt mit der Tram eine Familie im Bild steht.

Zu Fuss gehts durch die schöne Altstadt zum Hotel das Gepäck holen und rüber zum Bahnhof.

Dort wartete bereits der Frecciarossa1000 nach Rom, ein Bombardier HGV Triebwagen, um pünktlich um 13:50 die Fahrt zu starten die bis Bologna Centrale genutzt wurde.

Kurz nach dem zweiten Halt in Turin in Porta Susa gibt es kleine Snacks, Wasser und Kaffee (also der übliche Tropfen Wasser im Becher) während der Zug mit knapp 300km/h durch die Po Ebene in Richtung Mailand düst.

In Mailand ist eohl gerade eine SBB Invasion im Gange. ETR610 von der Simplonlinie, Tilo Stadler Flirt vom RE80 nach Lugano und ein Giruno von der Gotthardlinie folgen dicht nacheinander am Zugfenster.

Mailand wird zwar pünktlich verlassen aber bei Rogoredo mit Warten und Fahren wegen eines „Polizeieinsatz“ auf Sicht setzt er etwas zu und auf der Schnellfahrstecke hat dann wohl das Fahrzeug oder die Zugsicherunh etwas „Schluckauf“. Stehen, Anfahren, wieder Stehen, und die bekannten im Fahrgastraum bemerkbaren Aufrüstszenarien lassen es vermuten dass es so ist.

Aber egal, besser hier mit gut 1h Übergang in Bologna Centrale als nachher in Venedig und für einen kleinen Kaffee ist auch noch Zeit.

Der Anschlusszug aus Rom nach Venedig kommt dann über 5min vor Plan herein.

Die Ankunfts- und Abfahrtstafel in Bologna C. „Tiefbahnhof“ zeigt dass die Züge über die Schnellfahrstrecke aus Richtung Norden alle etwas „struppig“ sind.

Leicht unscharf, aber in der linken Tafel der Ankunft hat es nur unten 2 Züge ohne Verspätungsmeldung in der dritten Spalte.

Ein Bahnsteigbistro mit Wein- und Sektkühlschrank. Nobel geht die Welt zu Grunde.

Erschreckend pünktlich geht’s mit dem nächsten Frecciarossa weiter nach Venedig, aber nicht in die Endstation St. Lucia sondern nur bis zum Festlandbahnhof Mesto, da sonst der Anschluss sehr knapp werden würde, auch wenn der Zug überpünktlich unterwegs war.

Kurz nach der Abfahrt gibt es wieder den in der Reservation inkludierten Snack. Ulkig dass in den Anzeigern Bahnsteige von Zügen die wohl bereits auch vor Ort angezeigt werden normal, die aber aktuell nur geplanten Bahnsteige mit Römischen Ziffern dargestellt werden.

Ich kann mich täuschen, aber die von den Niederländischen Staatsbahnen mangels Zuverlässigkeit zurückgegeben Fernverkehrstruebwagen von Ansaldo (jetzt Hitachi) scheinen nun bei TI im Fernverkehr zu laufen. Oder das Frondesign ist nur zufällig ähnlich.

Im Vorbahnhof von Venezia Mesto parkt derweil ein ÖBB NightJet.

Pünktlich wird Venezia Mesto erreicht und damit genug Zeit bis 20min später der Anschlusszug kommt um zu schauewas rechts und links vom Bahnsteig so fährt.

Und dann kommt überpünktlich der RV (Beschleinigter Regionalzug, also ein RE) nach Triest.

Es ist ein Hitachi Rock der TI, oder wie ich es von meinem Besuch auf dessen Vorstellung auf der Innotrans 2018 her nenne „Gruselkiste“, auch wegen des in Italien auch schon in vorherigen Generationen von Wagen und Triebwagen bekannten Plastikdesign.

Aber die Laufruhe ist recht gut und insbesondere die Klimaanlage arbeitet top, fast zu gut.

So geht es nun weiter ostwärts durch die „sagenhaft abwechslungsreiche Landschaft“ [ironie off]

Auch hier, eine auffällig hohe Anzahl von Güterzügen. Wobei die meisten aus dem Hafen von Triest bzw. Industrie und Hafengebieten drumherum eher von Privaten oder der ÖBB befördert werden.

So langsam geht nun auch die Sonne über der Adria unter und Triest wird erreicht.

Hier nochmal fas volle Plastikdesign des TI/FS „Rock“ und ein Funfact. Während in D das Laden von eBikes in Zügen ausdrücklich verboten ist besitzt der Rock extra Ladesteckdosen an den Radstellplätzen.

Vom Bahnhof dann rüber zum Hotel Roma und nach dem Check in zur ersten Inaugenscheinnahme zur Haltestelle der Tram nach Opicina, deren Endhaltestelle nun 50m vor der alten Endstation liegt.

Danach weiter zur Gaststätte der Brauerei Forst wo noch ein weiteter Tourgast dazu stösst.

In der Gaststätte scheint etwas die Zeit in den 60er/70er Jahren stehen geblieben zu sein.

Aber das Bier und Essen sind gut.

Danach ging es nach angeregten Gesprächen über die diversen Touren wieder zurück zum Hotel.

Morgen steht die reaktivierte und Standseilbahn unterstützte Tram nach Opicica auf dem Programm und wenn von Opicina der Zug nach Divaca und dann nach Koper fährt, die diversen Fahrplanauskünfte sind da etwas widersprüchlich, auch nach Slowenien.

Schaumermal.

Hier noch der Fahrplan von heute ab Turin.

FR 9641
Ab 13:50 Torino Porta Nuova
An 16:04 Bologna Centrale

FR 9423
Ab 17:01 Bologna Centrale
An 18:23 Venezia Mestre

RE 3581
Ab 18:51 Venezia Mestre
An 20:44 Trieste Centrale

Per Sauna nach Turin

Das war der Fahrplan von heute mit der Abweichung dass bereits in Nice-St-Augustin in den Zug nach Ventimiglia umgestiegen wurde und von da an war es bis nach Turin eine Fahrt wie in einer rollenden Sauna 🫠🤮

TER 17471
Ab 07:57 Marseille-St-Charles
An 10:38 Nice Ville

TER 86025
Ab 10:50 Nice Ville
An 11:43 Ventimiglia

RE 3367
Ab 11:57 Ventimiglia
An 14:17 Genova Piazza Principe

RE 2132
Ab 14:27 Genova Piazza Principe
An 16:30 Torino Porta Nuova

Aber der Reihe nach.

Zunächst ging es mit dem TER Richtung Nizza. Es ist eine der ersten Bahnlinien die in Frankreich ausserhalb des Pariser RER Netz ausgeschrieben wurden und nun nicht von der SNCF sondern Transdev gefahren werden.

Der Zug füllt sich recht gut, der Stundentakt ist im Sommer eher die unterste Grenze der Bedienung der Strecke. Aber immerhin schafft es die Klimaanlage halbwegs erträgliche Temperaturen zu schaffen.

Aus der Erfahrung heraus dass die Züge Richtung Monaco und weiter nach Ventimiglia spätestens in Nizza brechend voll werden wird die Entscheidung getroffen bereits eine Station früher in Nice-St-Augustin in den Zug aus Grasse nach Ventimiglia umzusteigen.

Es war eine sehr gute Wahl denn in Nizza quoll der Zug komplett über. Aber im Umsteigewirrwar konnten doch noch Sitzplätze ergattert werden bevor sich der Zug förmlich aus allen Nähten platzte.

Erst in Monaco wurde der Zug wieder „normal“ mit 100% Sitzplatzbelegung und fast ohbe Stehplätze gefüllt und die Klimaanlage war rin wenig wieder erkennbar.

Umstieg in Ventimiglia inkl. kleinem Espresso in den beschleunigten Regionalzug.

Die Doppelstockgarnitur war auch wieder gut besetzt und mit kaum wahrnehmbarer Klimaanlage (Innentemperatur wurde mit 26-28°C angezeigt, bei einer Aussentemperatur von 28°C) ging es die Küste entlang nach Genua, wobei über die Hälfte der Strecke mittlerweile in Tunnels etwas im Hinterland und nicht mehr direkt an der Küste durch die Orte verläuft. Git für die Ortsbewohner und die Fahrtzeit, aber halt eher langweilig beim Rausschauen.

Der RV aus Ventimiglia sammelte vor Savona gut 13min Verspätung aus einer Zugkreuzung und Langsamfahrstelle, aber bis Genua waren es nurnoch 5min und der 10min Übergang zum Zug nach Turin wurde locker erreicht. Zudem fuhr dieser auch erst mit +20 ab. Warum auch immer.

Im ganzen Zug funktionierte aber keine einzige Steckdose. Echt übel, auch wenn die Landschaft noch so interessant ist wie hinter Genua wenn sich der Zug langsam von der Küste über die Täler hinaufschraubt bevor er in der flachen Landschaft südluch von Turin (bereits die Po-Ebene?) landet. Bei wenig Zugluft durch die Klappfenster und locker 30°C im Wagen macht das Fahren keinen Spass.

Im Vorort von Turin fuhr dann ein TrenNord Bimodal Flirt ins Bild und was besonders erstaunte, sowohl in Frankreich als auch Italien war doch einiges an Güterzügen unterwegs. Das war vor Jahren im August eher unüblich an einem Tag min 5-10 Güterzüge zu sehen.

In Turin Porta Nuova war dann die Saunatour beendet.

Die Klimaanlage im Hotel funktioniert und dann auch im Hitachi (vmtl. ein ex. Ansaldo Modell) Strassenbahnwagen der Linie 9.

Es ist schon sehr erstaunlich wo der Italiener doch noch einen Parkplatz findet, wie hier mittfn auf dem Mittelstreifen in der Seitenstraße bei der Endstation „Valentino“ der Linie 9.

Allerorten finden sich ehemalige Tramstrecken oder schlicht ungenutzte Verbindungslinien in der Stadt, wie auch die Endhaltestelle Valentino auch früher wohl weitere Verknüpfungen hatte.

Die beiden Rollstuhl Abstellplätze im Wagen der Linie9 besitzen ein regelrechtes „Keyboard“ mit dem dem Tramfahrer signalisiert werden kann dass man gesichert steht, aussteigen möchte bzw. Aussteigehilfe benötigt.

Mit der 9 geht’s dann quer durch die Stadt und wegen einer Baustelle über eine abweichende Linienführung, die dank der zahlreichen Verbindungsstrecken und -bögen gut realisierbar sind nach Stampalia und dann vorbei an einem alten Stahlwerk (?) was jetzt als Freizeitgelände dient wieder zurück zum Bahnhof Porta Nuova.

Diverse Kreisel werden dabei durchfahren die allesamt auch als Tram Kreisel und damit als Wendeschleife dienen können.

Abendessen in einem kleinen Restaurant zwei strassen vom Hotel entfernt. Sehr feines Essen.

Morgen geht’s dann zunächst zur „Bergbahn“ von Turin und dann rüber nach Triest.