Der Fichtelberg und „Schnapsfahrt“

Der frühe Vogel fängt den nicht gefallenen Schnee denkt man sich evtl. bei den Räumdiensten. Besser so als anders herum.

Na, dann erst mal zum Frühstück um den 8:20 nach Cranzahl anzufangen und danach gemütlich zur Talstation der Fichtelbergseilbahn.

Die massiven Pistenfahrzeuge wirken angesichts der recht dünnen Schneedecke etwas überdimensioniert aber im vorherigen Winter bestimmt dringend nötig.

Ich plane um, da die Seilbahn erst um 9 Uhr öffnet (um viertel vor 9 fuhr nur der Personalshuttle) und sich schon eine kleine Warteschlange bildet. Parallel zur seit 1924 als Kabinenbahn bestehenden Seilbahn die somit Deutschlands älteste Kabinenbahn ist, wurde 1999 ein vierer Sessellift (Ersteller Graventa) eröffnet. Auch an diesem bildet sich schon eine beträchtliche Warteschlange.

Also geht es auf dem Winterwanderweg Nr. 1 über das „Rote Vorwerk“ über die Nordöstliche Flanke die etwas über 300 Höhenmeter hinauf. Eine Pistenraupe versucht derweil das Beste aus der relativ dünnen Schneedecke für die Langläufer zu machen.

An der Talstation des Schlepplifts „Himmelsleiter“ hinauf zum Fichtelberg geht es zu der Zeit im Vergleich zu den Talstationen im Ort noch sehr gemächlich zu. Die meisten Nutzer kommen vom benachbarten Jens Weissflog Hotel.

Der Winterwanderweg verläuft zusammen mit der Loipe hinauf auf den Fichtelberg und ist von Langlauf Skifahrern gut genutzt. Auch die Sonne meint es gut. Vorbei an der Quelle der weißen Sehma geht es im stets winterlicher werdenden Wald bergauf.

Und bald ist bach einem letzten steilen Anstieg das Ziel in Sicht und die Landschaft ist wahrlich winterlich.

Das Berghaus, die meteorologische Station des DWD und die Friedensglocke auf dem Gipfel des Fichtelbergs. Der Blick hinüber zum in Tschechien liegenden Kreuzberg ust heute ungetrübt. Nur die Sonne versteckt sich hinter Wolken.

Ich erklimme den 31m hohen Aussichtsturm des Fichtelberghaus und geniesse den Rundblick nach Tschechien und das sächsische Umland.

Bei 1°C und teils böigen Wind genieße ich einen Glühwein und Bockwurst bevor es mit der Seilbahn, welche weiter unermüdlich Skifahrer und Ausflügler auf den Berg schaufelt, hinunter ins Tal.

Die Anlage wurde 2012 von der österreichischen Seilbahnfirnma Leitner überarbeitet jedoch bestehen die Hauptkomponenten teils noch von 1924 bzw. den Überarbeitungen von 1962, 1966 und 1986 und läuft im Vergleich zu modernen Bahnen von Leitner (z. B. Bozen – Oberbozen) oder Graventa gerade im Bereich der Masten relativ unruhig. Aber der Retrocharme hat auch was.

Und schon ist die Talstation erreicht und begebe ich mich Richtung Bahnhof. Unterwegs warter der Fleischermeister persönlich auf Kundschaft 😉

Da ich den 11:52 Richtung Cranzahl ohnehin nicht mehr erreichen werde laufe ich erst mal gemütlich durchs Ort und suche nach einem geeigneten Standort für die nächsten Züge von und nach Oberwiesenthal.

Um 15 Uhr ist Treffpunkt am Bahnhof.

„Geistige“ Getränke und Bahnfahren. Mehrmals im Jahr bietet die Fichtelbergbahn die Kombination aus Schnapsprobe und Bahnfahren unter dem Titel „Kräuterzauber – hochprozentig“ an. Kredenzt werden Geiste ubd Liköre bzw. Schnäpse der Brennerei Otto Ficker.
Wobei ich glaube dass dem Haas aus Pretzfeld bei den Schnäpsen grausen würde, aber gut waren sie trotzdem, irgendwie. 😉

Im letzten Tageslicht geht es dann mit dem 16:40 ab Cranzahl wieder hinauf nach Oberwiesenthal. Und ja, sowohl der DB Zug als auch der Schmalspurbahnzug werden vom Fdl. abgefertigt wie schon vorgesehen beobachtet.

Plandampf vom feinsten…

Ob kurz hinter Cranzahl oder Kretscham bzw. vor Hammerunterwiesenthal… Dampfkraft vom feinsten.

Und so wird bald wieder Oberwiesenthal erreicht. Auf dem Weg zum Hotel mache ich noch eine kurze Stippvisite nach Tschechien.

Zurück in Sachsen geht’s auf zum Abendessen.

Morgen heißt es Abschiednehmen vom Erzgebirge, es geht weiter nach dem nördlichen Harz nach Wernigerode.

Hier der kleine Weg (Vochelbeerweg) vom Hotel zur Seilbahn sowie von der Seibahn zum Fichtelberg und herab zum Viadukt bei Komoot. Letztere Tour mit Bildern. Habe nun herausgefunden wo der Bilderupload neu in der App abgelegt wurde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.