„Regentour“ in den Ochsenfurter Gau

Früh ging es heute los. Obschon „Coronabedingt“ ohnehin weniger im Zug los ist wollte ich doch nicht die sonst „wohlgefüllte“ RB82 um halb 7 nehmen und so blieb nur der 5:32 und mit Umstieg in Frankfurt in den RE55 wurde um 8:21 Würzburg erreicht. Die neue Bahnsteigunterführung in Würzburg Hbf macht sich gut. Kein Vergleich zu der alten „Katakombe“.

Erst mal eine Runde durch Würzburg mit seinen etwas komisch aussehenden Strassenbahnen.

Und dann geht es auf dem gut ausgebauten Main Radweg in Richtung des aus Verkehrsmeldungen zu Staus auf der A3 gut bekannte Randersacker.

Ich wechsle bei Sommerhausen auf die linke Seite des Mains nach Winterhausen (welch kreative Ortsnamen) und erwischte paar Züge bei Gosmannsdorf.

In Ochsenfurt fahre ich erst mal an der Altstadt vorbei und werfe einen Blick auf die Hafenbahn. Diese ist jedoch nicht mehr in Betrieb. Gibt aber mit einem der Stadttürme ein nettes Motiv ab. Bisher hält auch das Wetter.

Am anderen Ende der Altstadt ist die Hafenbahn unterbrochen. Die Zuckerfabrik wird aber noch angedient, wobei die Zeiten der Zuckerrübentransporte per Bahn in der sogenannten Kampagne schon seit den 90er Jahren Geschichte ist.

Und dann noch eine Runde durch die hübsche Altstadt von Ochsenfurt.

Und dann geht es auf den Gaubahn Radweg der ehm. Bahnstrecke von Ochsenfurt nach Weikersheim. Mit der Einstellung der Zuckerrübentransporte per Bahn 1992 verlor die Strecke, nach der Einstellung des Personenverkehrs in 1974 ihre letzte grössere Nutzung.

Die Strecke wurde im Bereich von Ochsenfurt teils für die Umgehungsstrasse verwendet ab dem Abzweig ins Thierbachtal ist die Trasse zum Gaubahnradweg umgebaut.

In Acholshausen hat kann man im Bereich des ehm Bahnhofs eine „sehr kreative“ Signalanordnung bewundern bevor, stets dem Thierbach folgend Gaukönigshofen erreicht wird. Der ersten Station mit erhaltenen Empfangsgebäude welches sich im typischen Stil der bayerischen Nebenbahnen präsentiert. Die Station bestand aus einem durchgehenden Gleis und einem Nebengleis mit beiderseitigen Stumpfgleisen.

Hier begann eine Stichstrecke zum Flugplatz Giebelstadt. Deren Trasse ist größtenteils abgetragen und lief zunächst parallel zur Gaubahn und zweigt ausserhalb Gaukönigshofen nach Norden ab. Dort hat auch noch ein Durchlass und Teile des Damms überlebt. Laut einer Infotafel wurden die Steine der übrigen Kunstbauten nach deren Stillehung in den 1960er Jahren für Bauten in Gaukönigshofen weiter genutzt.

Die Gaubahnstrecke überquert nich einmal den Thierbach und führt nun über das Hochplateau des Ochsenfurter Gau.

In Sonserhofen und Gelchsheim ist die Strecke seit Ochsenfurt zum ersten mal unterbrochen und teils überbaut.

Im ehm. Bahnhofsgelände von Gelchsheim steht ein Rangierfahrzeug. Ob dieses hier zur Bedienung des benachbarten BayWa Lagerhaus benutzt wurde war oder als Denkmal von irgebdwo hergebracht wurde konnte mangels Infos vor Ort nicht festgestellt werden.

Es beginnt leicht zu Regnen wobei der Wind wesentlich nerviger ist. Ab Aub-Baldersheim verlässt die Stecke die Hochebene und fällt kontinuierlich hinunter nach Bieberehren wo die ehm. Strecke aus Creglingen hinzukommt.

Da das Wetter wieder aufklart und für morgen Regen angesagt ist fahre ich nicht wie geplant nach Creglingen sondern zunächst ein wenig weiter Richtung Weikersheim.

Kurz vor Röttingen hat noch ein Stück Gleis überlebt. Dahinter ist die Strecke unterbrochen und der Radweg verschwenkt ein wenig. Hinter dem ehm. Bahnhof von Röttingen (wieder mit typischen Holzgebäude) ist die Strecke im Ortsbereich nicht mehr vorhandenen und überbaut. Aber dafür geht der Weg nun über den schönen Marktplatz. Von den dort einst vorhandenen Gaststätten hat nur eine überlebt. Hinter Röttingen geht es steil wieder hinauf zur Strecke die dann stetig wieder hinabführt. Bei Tauberrettersheim verlässt der Weg die alte Bahntrasse und ich beschließe wieder nach Bieberehren zurückzufahren.

Die Brücke über die Tauber bei Tauberrettersheim gibt ein schönes Fotomotiv ab. Für den Rückweg nutze ich nun den Taubertalradweg.

In Röttingen ging es nochmal über den Marktplatz und am Ortsrand konnte das neueste Modell von VW, garantiert ohne Schummelsoftware 😉 , bewundert werden bevor wieder Bieberehren erreicht wird.

Noch ein Schlenker zur Brücke über die Gollach und dann folgt der Weg ab dem Ortsende zwischen Bahndamm und Fluss der Tauber bis zum ehm. Bahnhof von Reinsbronn. Dieser liegt 2km vom namensgebenden Ort entfertnt erscheint aber ggü. den bisherigen Holzgebäuden wesentlich „Wichtiger“. Der andere Baustil hängt damit zusammen dass dieser zwar in Bayern liegt aber von der württembergischen Staatsbahn errichtet wurde und daher ihre üblichen Steingebäude verwendete.

Ab Reinsbronn liegt der Radweg auf der Bahntrasse. Am unterwegs passierten Gasthof dann mit einer Lf4 Tafel einer der wenigen Bahnrelikte an der ganzen Strecke.

Kurz darauf wird Creglingen erreicht. Der alte Bahnhof ist mit Bau- und Supermärkten überbaut. Im Bereich des Lagerhaus finden sich noch ein paar im Asphalt liegende Gleise.

Und dann noch durch Creglingen und schon ist die Übernachtung im Gasthaus Herrgottstal erreicht.

Statt der geplanten 53 km wurden es 77km und trotzdem habe ich nach der üppigen Bouillon mit Ei und dem Cordon Bleu mit 1a Bratkartoffeln packe ich keinen Nachttisch mehr und dabei hat es hier so allerlei interessantes auf der Karte stehen. Bis hin zu Kaiserschmarrn, Schwarzwälder Pfannenkuchen oder gebratene Ananas mit Eis. Naja, irgendwann mal… hoffentlich.

Hier wie üblich der Link zur Tour mit wie gewohnt viel mehr Bildern.

Seit 20 Uhr regnet es. Mal sehen was der Samstag bringt und es nun doch zur Regentour wird.

Brückentransport in Darmstadt

Brücken baut man vor Ort? Nein, bisweilen geht das einfach nicht weil der Verkehr nicht unterbrochen werden kann und auch die Methode daneben bauen und dann nach dem Abbruch der alten Brücke das neue Teil hineinschieben geht nicht wenn es mehrere Brückenelmente sind.

In Darmstadt sind es gar 7 Strecken und ein Ausziehgleis deren Brücken über die Mainzer Straße erneuert werden müssen und dabei der Bahnbetrieb so wenig wie möglich behindert werden soll. daher baute man auf dem Stumpfgleis zur Zufahrt zum ehm. Bw westlich des Streckengleis DA-Arheilgen eine Plattform auf auf der 5 der Brückensegmente vorgefertigt wurden.

Währenddessen wurden seit Februar als neue Fundamente dieser Brückensegmente jeweils am Wochenende und für je eines oder zwei der Streckengleise Bohrpfahlgründungen vorgenommen.

Anschließend wurden die Brückensegmente mit einem Schwerlasttransportfahrzeug über die jeweilige Nachbarbrücke zu ihrem neuen Einsatzort gefahren und dort abgesenkt.

Das ganze bedingt die Sperrung von nur je zwei Streckengleisen von etwas 16h für das Transportgleis da dieses auch noch abgedeckt und gesichert werden muss sowie gut 28h für das Gleis das die neue Brücke bekommt.

die Transporteinheiten für die gut 100t wiegenden Brückenelemente sind schon sehr eindrucksvoll.

Die Elemente der Fern- und der S-Bahnstrecke nach Arheilgen werden im Ausziehgleis gefertigt und ebenso verfahren. Das Ausziehgleis dann als letztes und vor Ort erstellt. Bis zum September ist die Erneuerung der Brücken der Hauptgleise dann komplett abgeschlossen.

Das Bauverfahren ist relativ neu und in dieser Größenordnung ein Novum, spart aber viel Zeit und Streckensperrungen da dabei auf den Ein- und Ausbau von Hilfsbrücken verzichtet werden kann.

Radtour nach Eberbach durchs Ittertal

Bedingt in den diversen Baustellen der letzten Wochen hatte ich heute einen freien Tag in der Woche. Ja, wegen Corona wird zwar propaagiert zu Hause zu bleiben, aber andererseits ist Bewegung und frische Luft auch gesund und zugelassen.

Also schwang ich mich auf den Elektroesel und so ging es via Otzberg erst mal nach Wiebelsbach.

Kühe bei „Chillen“ oberhalb Wiebelsbach.

Und dann mal ein paar Fotos vor dem Nordportal des Frau Naues Tunnel gemacht.

Hernach ging es über den Berg und ein Schiessschartenfoto vom Südportal aus gemacht.

Bei Hetschbach das Südportal mit Itino in Richtung Erbach mit tiltshift Effekt.

Haltepunkt Hetschbach.

Die Höchst überspannende Bahnbrücke der ehm. Bachgaubahn nach Aschaffenburg.

Brunnen in Höchst.

an der Mümlingbrücke bei Etzen-Gesäß.

Weiter über Bad König, Zell und Steinbach (mit der Einhardsbasilika) nach Erbach.

Altstadt von Erbach beim Schloss.

Eisenbahnrelikt beim Sägewerk zwischen Erbach und Hetzbach. dieses hatte jedoch nie einen Gleisanschluss da die Bahnstreuecke am anderen Hang und weit oberhalb des Talbodens verläuft.

Himbächelviadukt bei Hetzbach

Durch den Wald ging es dann im Seitental hinauf zum Reusenkreuz auf den Krähberg.

Ein Itino auf dem weg anch eberbach im Bereich des ehm. Bf. Schöllenbach welcher unmittelbar an das Krähbergtunnel anschloss.

Kirche von Schöllenbach. Unter der Kirche liegt eine Quelle welche sich neben der Kirche in die Itter ergießt. Die Quelltöpfe an der Mauer zum Bach hin wurden zur Kühlung von Bierkästen genutzt 😉 wie von der Brücke, die rechts im Bild zu sehen ist, entdeckt werden konnte. Hinter der Brücke leigt bereits Baden-Würtemberg.

auf der Badischen Seite geht es abseits der auf der hessischen Talseite verlaufenden Hauptstraße talabwärts.

Haintalviadukt im Seitental bei Friedrichsdorf.

Wasserkanal der Itter zum Wasserkraftwerk von Eberbach.

In Eberbach wurde erst einmal im Eiscafe Venezia ein gutes Eis aufgenommen und am Neckar genossen.

Die Ausflugs- und Personenschifffahrt auf dem Neckar ist derzeit eingestellt.

Und dann ist es schon wieder Zeit zum Bahnhof zurückzukehren.

Blick vom Himbächelviadukt mit tiefstehender Sonne die die Landschaft schon fast herbstlich aussehen lässt.

Die ganze Tour mit noch viel mehr Bildern ist hier bei Komoot hinterlegt.

DB Regios Wunderwaffe…

oder auch eher nicht.

Die Dreieichbahn ist seit der Ablösung der Wendezüge mit 212 Dieselloks durch Triebwagen nicht gerade vom Glück verwöhnt.

Nach den GTW der Baureihe 646, der die lokbespannten Züge und Triebwagen der Baureihe 628 ablösen sollte, eine eher schlecht als rechte Verfügbarkeit hatte, was vorrangig am von ADtranz/Bombardier gestellten Motormodul lag und die 628er angesichts ihrer schwachen Beschleunigung Probleme hatten die Fahrtzeiten zu halten kam man auf die Idee die Pesa Link genannten Fahrzeuge von Pesa aus Polen zu beschaffen die relativ erfolgreich insbesondere bei der tschechischen CD als „Regio Shark“ im Einsatz stehen. Das Design ist schon sehr interessant, aber Design ist nicht alles. Die Fahrzeuge glänzen u. a. durch hohe Ausfallraten, extrem klappernde Elemente im Innenraum, defekte Klimaanlagen und Probleme bei der Mehrfachtraktion so dass, abgesehen von der um Jahre verspäteten Ablieferung.

Aber sie Fahren doch. Und so konnte einer bei der gemütlichen Fahrt von Eppertshausen nach Münster (hier sind die Fahrtzeiten eher entspannt) vor dem Waldstück abgelichtet werden.

Achja, den Aufkleber vom Titelbild fand ich in einem meiner Bü Schalthäuser. Ein treffender Titel, wenn auch schon etwas älter.

ESTW Ostbahn – Das erste Signal

Am 08.04.2020 um kurz vor 9 Uhr war es soweit. Das erste signal zum neuen Stellwerk welches zukünftig mittels SIMIS-D die Bahnhöfe DA-Kranichstein (SpDrL20), Messel (DrS2) und Dieburg (SIMIS-C) sowie deren angrenzende Strecken steuert wurde gestellt. Es geht voran. Die Inbetriebnahme ist für 12/2020 vorgesehen.

Bundesbahnfeeling in Kranichstein

Egal ob ein Virus grassiert und die Welt in den Stillstand zwingt, oder zumindest verlangsamt, das Rad der Eisenbahn dreht sich weiter und so bleiben auch Dinge wie Inspektionen oder Fahrdienstleiterprüfungen nicht aus. schön wenn dann bedingt durch die Baustelle auf der Bergstraße noch diverse Farbtupfer den guten Ausblick vom Stellwerk „Kf“ in Kranichstein verfeinern macht das alles erst echt auch Spaß. Obwohl, mit netten Kollegen macht das immer Spaß.

Als ob sie eben erst, wie seinerzeit 1964 bei Kraus Maffei, aus dem Werk gerollt wäre präsentiert sich die 221 112 – 5 der EfW im besten Lack mit ihrem Bauzug in Kranichstein. Die Lok ging nach ihrem Dienst bei der Bundesbahn 1987 nach Griechenland um nach einer grundlegenden Revision seit 2003 bei der EfW im Einsatz zu stehen.

Und die Tochter der V200, also eine V160, lässt sich auch blicken.Die 225 101 welche heute bei der LWC eingesetzt wird ist auch mit einem Bauzug der Bergstraßenbaustelle unterwegs.

Und den Abschluss im heutigen Bundesbahnreigen in Kranichstein bildete die Lok Nr. 2 ( ex. 211 341 von 1962 bei Jung hergestellt) der Fa. H. F. Wiebe aus der V100 Familie.

Totes Gleis

Auf dem Heimweg noch schnell ein Halt an den derzeit ungenutzten Gleisen nach Groß Bieberau.

Noch ist keine „Morgenröte“ über dem Projekt zur Reaktivierung des letzten Rest der Gersprenztalbahn zu erkennen, aber gut Ding will Weile haben.
So bleibt erst mal der echte Sonnenaufgang über dem rostigen Gleis, was mangels Zugverkehr auch gefahrlos zu fotografieren ist.

Alt und Neu in Eberstadt

Das Signal 40ZR13 ist irgendwie mein persönlicher Favorit.

Hatte es doch im November 2011 bei der Inbetriebnahme der ersten Baustufe des ESTW nördliche Bergstraße bei Prüfarbeiten diesen wunderbaren Christbaum angeschaltet.

Aber auch nun 9 Jahre später grüßt es gerne nach der Nachtschicht auf dem Heimweg mit einer leichten Morgenröte über dem Odenwald.

Achja, Relaistechnik war gestern. Mal ein kleiner Blick ins Innenleben des Stellwerks: