Regen, Sonne und Dampf

Der Wetterbericht war nicht gerade positiv,  begann es doch bereits gestern abend zu regnen und auch als gegen 7 Uhr der Wecker klingelt ist bereits wieder Regen zu hören.

Naja, dann erstmal gemütlich Frühstück und dann weitersehen wie es mit dem heutigen Tag an der Bahnstrecke des Öchsle weitergeht. Verlässt der vormittägliche Zug nach Ochsenhausen den Bahnhof von Warthausen doch erst um 10:30.

Und passend hört es auf zu regnen, also auf in Richtung Warthausen und einen brauchbaren Fotostandort gesucht.

Es klart sogar ein wenig auf und bei Maselheim wird ein erster Fotostandort mit Auslauf für die Fotohornisse gefundenen.

Danach geht es erstmal weiter in Richtung Warthausen.

In Warthausen ist relativ wenig los. Zu den historischen Fahrzeugen die ausgestellt sind zählt u. a. ein normalspuriger Transportwagen für Schmalspurfahrzeuge mit 750 und 1000mm Spurweite

Auch DB Regio ist mit 628 526 „Anna“, die bei der DB Westfrankenbahn ihre mintgrüne Lackierung wieder zurückerhielt und nun bei der DB Regio Alb Bodensee eingesetzt ist, „historisch“ auf der benachbarten Südbahn unterwegs.

Sowie ein auf Rollschemel aufgesattelter Kesselwagen in der noch vorhandenen Rollschemelanlage. Interessanter weise werden derzeit auch die Zugangsweichen im Normalspurbereich zur Rollschemelanlage erneuert.

Jetzt ist es aber langsam an der Zeit um dem Zug aus Ochsenhausen entgegen zu fahren und kurz vor dem Zug wird der Fotostandort bei Sulmingen erreicht.

Danach geht es weiter nach Wennedach, wobei die Wartezeit bis zim nachmittäglichen Zug nach Ochsenhausen erst mal ausgiebig zum Prüfen von Fotostandorten genutzt wird, letztendlich bleibe ich aber doch beim Standort am Waldrand oberhalb von Wennedach.

Während des Wartens kommen auch zwei historische Traktoren von Kramer bzw. Lanz vorbei.

An dieser Stelle befindet sich auch der Scheitelpunkt der Strecke auf fast 600m.ü.M.

Schon während des Wartens auf den Zug nach Ochsenhausen war ein Gewitter gut hörbar und kurz nach dem Zug beginnt es während des Umsetzens zum Fotostandort bei Reinstetten zu regnen.

Aber der Vorteil des neuen Standort ist fass es dort einerseits wesentlich wenigen Schnaken und Bremsen gibt aber andererseits der Zug vor dem Regen geschützt unter den Bäumen abgewartet werden kann.

Gut 10min nach der Zugfahrt hört es auch wieder auf zu regnen, auch wenn die Fotos eher nicht nach Regen aussehen, und ich sattele wieder auf um nach Ochsenhausen zu fahren.

Die Kirche von Reinstetten mit „dramatischen Himmel“ und bei hier urlaubenden  Holländern dürfte die Aussage „Tüte ziehen“ dich eher für Verwirrung sorgen.

Der Bahnübergang am Endbahnhof Ochsenhausen führt als Besonderheit durch einen echten Kreisel und dann nicht ein paar Fotos vom Bahnhof gemacht. Interessant ist dort auch die doppelte Kopframpe welche für das Nutzen durch schmalspurigeaks auch am andren Gleis für aufgeschemelte normalspurige Flachwagen ausgelegt ist. Seit den 80er Jahren sind die Zeiten vorbei in denen täglich bis zu 10 normalspurige Güterwagen durch Liebherr mit Kühlschränken aus dem hiesigen Werk beladen wurden. Ob der Transport von Güterwageb ab Biberach mit Strassenrollern zu Liebherr noch stattfindet entzieht sich meiner Kenntnis wurde aber definiziv noch in den 2000er vorgenommen.

Durch Ochsenhausen geht es über die Hügel in westlicher Richtung nach Edelbeuren.

Und dann geht es an der Rot entlang nach Gutenzell. Hmmm, die Tankstelle ist schon lange Geschichte, aber das Texaco Logo lebt weiter.

So… „links nom“ aufs Zimmer, frisch machen und dann ab zum Abendessen. Da das Wetter recht gut aussieht ziehe ich den Biergarten vor.

Helles bzw. Pils der Brauerei Berg, helle Steinpilzsuppe, Kalbskopf in Bröseln gebacken und zum Abschluss Apfelküchle und ein sehr guter Sauerkirschbrand runden den schönen Tag ab.

Um Gutenzell herum hat es kurz vor dem Abendessen nochmal geregnet was einen sehr schönen Regenbogen zur Folge hat.

Der 6. Tag der Sommerradtour 2021 mit der Etappe 4 hier wieder wie gewohnt bei Komoot.

Ortswechsel nach Ochsenhausen

Nach einer erholsamen Nacht ging es erstmal zum Frühstück. Da für den Nachmittag Gewitter angekündigt waren wollte ich so früh wie möglich weiterfahren aber noch während des Frühstücks zog ein heftiges Gewitter über Isny und das bedeutete auch warten und das Zeitfenster den ETR610 auf der Linie München – Zürich zu erwischen wurde kritisch.

Aber es ging vorbei aber am Ortsrand erreichte ich die Ausläufer der Regenfront und wurde ein wenig nassgeregnet aber für Jacke usw. war es mir nicht genug.

Die ehm. Strecke von Isny nach Leutkirch ist nur teilweise in einen Radweg aufgegangen, aber die 1969 im Personenverkehr und von 1976 bis 2001 etappenweise im Güterverkehr stillgelegte Trasse ist auch so noch gut erkennbar.

Aktuell bestehen Bestrebungen der Reaktivierung, mal sehen was aus der Vision wird. Der Stadt Isny würde es gut stehen, wobei die Anbindung nach Kempten nicht zu ignorieren sei.

Zwischen dem Gewerbegebiet von Isny und dem Schloss bei Rimpach ist an einem ehm. Bahnübergang sogar das Gleis noch vorhanden und ab hier geht es, weiter im Regen, auf der alten Trasse bis kurz vor Rimpach weiter.

Abseits der ehm. Bahntrasse geht es zum Schloss Rimpach und zum gut 2km vom Ort entfernten ehm. Bf. Friesenhofen.

Erst beim, wieder mal abseits des Ortes liegenden, ehm. Bf. Urlau wird die Bahnstrecke wieder erreicht. Von hier wurde als letzer von Leutkirch aus bedienter Abschnitt bis 2001 ein Munitonsdepot bedient dessen Areal heute durch einen Centerpark genutzt wird.

Von Urlau geht es fast kerzengerade bis nach Leutkirch hinein. Ob die Reaktivierung ob der teilweisen Überbauung wirklich realistisch ist?

Da die Zeit zum EC nach Zürich knapp wird fahre ich nicht noch zum Bahnhof Leutkirch sondern direkt weiter nach Westen in der Hoffnung auf einen vernünftigen Fotostandort.

Bei Heggelbach gelingt aber trotz gut 10min Verspätung des EC, wegen Abwarten der Kreuzung in Memmingen mit dem Zug aus Zürich, nur ein Notschuss.

218er und die besten Wagen (SBB UIC Wagen) verkehren leider nicht mehr auf der Linie Zürich – Lindau – München und man hat diese der grusligen Alstom Schleuder ETR610 geopfert.
Schon intelligent die eingleisige Strecke über Memmingen zu elektrifizieren und sich Kreuzungsverspätungen gegenseitig mitzugeben statt die zweigleisige über Immenstadt. Aber für zwei Gleise hat halt vmtl. die Kohle der Eidgenossen nicht gereicht welche die Elektrifizierung maßgeblich finanziert hat *sic* und im Heißluft BMVI wollte man die auch nicht zuschiessen. Daher diese „Sparversion“. Einfach nur peinlich. Achja, ausser den 610er fahren teils nur Regioshuttle im übersichtlichen 2h mit Diesel unter der Fahrleitung.

Und genau so einen RS1 erwischen ich noch bei Lanzenhofen bevor ich mich nach Norden von der Strecke entferne.

Und dann geht es munter über die Hügel weiter. Komisch, Sonthofen wäre doch südlich von Immenstadt gelegen. Habe ich mich verfahren? 🤣

Ein Tal folgt auf en nächsten Hügel die vmtl. sehr oft aus Ablagerungen von Gletschern entstanden sind.

Und Seen hat es hier auch einige.

Bei Gaishaus bietet sich ein Abstecher an die Bahnstrecke von Kißlegg nach Aulendorf an und auch die Fotohornisse bekommt mal wieder Auslauf.

Nervig sind hier nur die Bremsen welche mir hartnäckig ans Blut wollen, dies aber teuer bezahlen.

Leider verkehern hier „nur“ langweilige RS1 und dazu teils in sehr übersichtlicher Einzeltraktion.

Quer Beet geht es nun nach Mennisweiler mit seinem interessanten Bahnübergang der eine Strassenkeuzung diagonal quert.

Leider verkehren die Güterzüge zum Glaswerk in Bad Wurzbach nicht Samstags und der touristische Verkehr ab Aulendorf mit DB RAB RS1 verkehrt nur Sonntags.

Also ein guter Grund nochmal herzukommen.

Ein paar Imorssionen der kleinen Stichstrecke, auch Roßbergbahn genannt.

Bad Wurzbach besitzt einen sehr nette Altstadt.

Am Bahbhof ist gerade nichts los, das Areal ist teils mit dem üblichen Discountern übetbaut. Das Empfangsgebäude selbst ist in privater Hand und die Stecke endet mit einem sehr üppigen Bahnsteig vor dem ehm. EG.

Die Haltestelle ist zwar gut ausgestattet, aber einen Fahrplan sucht man vergeblich.

Zunöchst am Moor bei Bad Wurzach entlang geht es wieder stets bergauf und bergab weiter Richtung Ochsenhausen.

Und nach 83km wird Ochsenhausen, dem Endpunkt der Schmalspurstrecke von Warthausen an der Bahnstrecke Ulm – Friedrichshafen erreicht.

Für morgen hoffe ich dass sich Petus wie heute zurückhält und ich die sonntäglichen Fahrten des Bähnchen adäquat Fotografieren kann.

Da in Ochsenhausen nur wenige Übernachtungsmöglichkeiten bestehen, diese aber nicht via den üblichen Portalen oder eigenem Buchungssystem erreichbar sind und auf Mails nicht reagieren habe ich im ca. 6km entfernten Gutenzell gebucht.

Der Klosterhof gefällt mit individuell gestalteten schönem Zimmer und 1a Essen.

Fischctemsuppe, ein üppiger Salat, Maultaschen und Tartufo. Das ganze begleitet von Bier der Brauerei Berg aus Ehingen an der Donau sowie einer herrlichen Marillenbrand von Lantenhammer am Schliersee.

So, der Regen hat aufgehört. Ich hoffe mal dass es so bleibt.

Und hier die Touraufzeichnung der dann doch 90km gewordenen Tour.

Aber morgen muss ich mal nach dem Hinterrad schauen. Da musste ich heute schon zwei Speichen nachziehen. Schwerlast scheint die neue Felge nicht gewohnt zu sein. 😔

Dieselpower und eine Wasserscheide

Nach einer geruhsamen Nacht …

… und einem guten Frühstück ging es erstmal nach Immenstadt.

Warum man es dort nach Jahren nicht hinbekommt das Bahnsteigdach am Empfangsgebäude wieder zu erreichten ist mir nicht ganz klar.

Und kurz darauf kommt der IC 2084 aus Oberstdorf welcher nach dem Umsetzen de Lok via Kempten und Augsburg nach Hamburg verkehren wird.

Zwei weitere 218er warten derweil auf den IC 2012 welcher gut 10min später ebenfalls aus Oberstdorf kommend nach dem Lokwechsel weiter via Ulm und Rheintal nach Dortmund verkehren wird.

Zwei der letzten klassischen „Kukidentexpress“ Verbindungen quer durch die Republik.

Also schnell quer durchs teils am Autoverkehr erstickenden Immenstadt und Fotostandorte gesucht.

Der vor dem IC 2084 verkehrende RE17 nach Augsburg hat etwas Verspätung und so wird nach dem Notschuss der Dröhnröhre des RE 17 die Zeit genutzt um weiter zu fahren und hinter der Strassenbrücke gibt es wesentlich bessere Fotostellen um die beiden Kukidentexpresse abzufangen.

Danach geht es weiter der Iller entlang Richtung Kempten. Das klassische Motiv „Zug mit Niedersonthofener See bei Martinszell / Oberdorf“ wurde durch den Ausbau der B19 zerstört und so geht es halt weiter an der Iller entlang bis Kempten.

Darfs sich die Iller bis kurz vor Kempten noch recht „frei“ und teils renaturiert ausbreiten so folgt ab kurz vor Kempten spätestens jeden Kilometer eine Staustufe.

Drei Brücken mit sehr interessanter Geschichte überspannen in Kempten in direkter Nachbarschaft die hier tief eingeschnittene Iller. Die nördlichste der Brücken ist die in teilweise Holzbauweise ausgeführte König-Ludwig-Brücke welche seinerzeit zur Anbindung des alten Kopfbahnhof von Kempten errichtet wurde.

Später wurde es wenige Meter südlich durch ein Betonviadukt ersetzt und gleichzeitig ein drittes Viadukt errichtet um Züge direkt ohne Kopfmachen nach Immenstadt und Lindau zu führen.

Heute führt über die König-Ludwig-Brücke ein Rad- und Fussweg. Mit dem neuen Hauptbahnhof von Kempten wurde auch die mittlere Brücke obsolet und ist heute eine Strassenbrücke. Nur die südlichste und dritte Brücke dient noch der Bahn.

Das Areal des ehm. Bahnhof ist heute u. a. mit der Berufsschule und dem Einkaufszentrum „Allgäu-Forum“ überbaut. Ganz ehrlich… die alten Gebäude sahen gefälliger aus.

Interessant auch dass man 04/1999 (laut Aufkleber auf der Schildrücksrite) in Kempten wohl noch die Bundesbahn fur und Autozüge verkehrten. Das Posthorn neben dem Zollamt Schriftzug ist nur noch schemenhaft erkennbar.

Entlang der südlichen Ringstraße geht es auf die Spuren der ehm. Bahnstrecke von Kempten nach Isny.

Leider ist deren Trasse durch die Ringstraße teils überbaut und auch im Bereich des Stadtsee bei den Schrebergärten verlässt der Radweg mehrfach die alte Trasse.

Interessant finde ich die Bodenbefestigung mittels Schienenstücken beim ehm. Hp. Steufzgen.

Mit einem grossen Bogen nach Ermengerst wird hinter Aheggmühle Höhe gewonnen. Leider ist der Radweg dezeit durch Bauarbeiten beansprucht so dass auf parallele Wege ausgewichen werden muss.

Das Empfangsgebäude von Ermengerst befand sich früher 200m weiter westlich und wurde vorbildlich renoviert und versetzt um einem Baugebiet Platz zu schaffen.

Mit permanent um 20 Promille Steigung geht es kontinuierlich weiter.

Bis kurz vor Hellengerst steigt die Strecke bis zur Wasserscheide Rhein / Donau an und wäre die Trasse durch die vierspurig ausgebaute B12 nicht unterbrochen gälte ab dort „von nunan ging es bergab“.

Ab Hellengerst ging es wieder auf die stets abfallende Trasse um knapp 2km später einen Abstecher zum Wasserfall des Speckbach zu machen welcher bis 1894 eine Mühle betrieb.

In Weitnau endet der Radweg auf der ehm. Bahntrasse und geht aud Nebenstraßen weiter.

Wäre ich morgens am Hotel rechts abgebogen stünde in Seltmans (untere Zeile rechts) der Tacho nun nicht bei über 61km sondern eher 16km

Weiter an der B12 entlang biege ich zum Burkwalder Baggersee ab, kann aber leider den Abzweig zur ehm. Bahnbrücke über die untere Arge (welche seinerzeit die Stillegung der Strecke begründete) nicht und so blieb nur die Runde um den gut besuchten Baggersee um dann an dessrn nördlichen Ende auf die fast nicht befahrbare Bahntrasse zu wechseln.

An einem der Feldwegübergänge liegen sogar noch Schienen.

Und dann ist schon fast Isny erreicht.

Das alte Bahnhofsareal wird nun als Parkplatz und Gewerbegebiet genutzt, in den Bäumen des Parkplatzes verbirgt sich verschämt ein Flügelsignal.

Jetzt noch quer durch die verkehrsberuhigte Altstadt von Isny und schon ist nach fast 77km das Hotel Bären erreicht.

Salat, Allgäuer Schnitzel mit Speck und Käse sowie Apfelstrudel. Und gutes lokales Bier der Isnyer Brauerei Stolz runden den Tag ab.

Und wie gewohnt zum Schluss der Link zur Etappe 2 bei Komoot.

Morgen werde ich vsl. etwas früher starten um weniger des angedrohten Regen / Gewitter abzubekommen. Mal sehen ob es klappt.

Über Österreich ins Allgäu

Nächstes oder eher gesagt das erste Ziel der ersten richtigen Etappe ist Bühl am Alpsee bei Immenstadt gelegen. Aber einfach an der Bahnstrecke entlang wäre zu einfach.

Daher wurden wieder ein Anstieg ab Lustenau gewählt der mich mit tollen Ausblicken durch die Ausläufer von Vorarlberg nach Scheidegg und somit zu einer der beiden ehemaligen Stichstrecken ab Röthenbach brachte.

Aber wrst mal schön der Reihe nach.

Nach dem „Behelfsfrühstück“ und Checkout ging es wieder entspannt ins österreichische Lustenau.

Aber heute nicht hinauf zum Pfänder sondern eher Nordöstlich in den Höhenzug nach Eichenberg.

Man kann die Bushaltestellen ja gerne spartanisch nennen, aber sie erfüllen ihren Zweck. Teils inkl. „Minifahrplan“ auf der Säule.

Es ist wue gesten etwas dunstig aber der Ausblick bei Eichenberg (siehe auch das Titelbild des Blogeintrag) entschädigt mehr als ausreichend für das hinaufstrampeln. Zum Glück liehtein Grossteil der Strecke mit saftiger Steugubgim Wald so dass die Sonne nicht so stark nervt.

Ein Briefkasten nur für Liebesbriefe, in Eichenberg scheint es nötig zu sein. Wenngleich das Klientel hier oben eher 60+ ist. 🤣

Ein paar Mini Wasserfälle und etliche Höhenmeter später …

… ist dann auch klammheimlich die Grenze nach Bayern erreicht.

In Scheidegg ist vom ehm. Bahnhof nichts mehr zu sehen, den in Wikipedia genannten Lokschuppen konnte ich nicht finden (zumidest nicht bei der Bahnhofstraße) und am Ortrand ist der ehm. Bahndamm vom Kreisel unterbrochen.

In Lindenberg wiederum hat sich die Fa. Liebherr mit einer immensen Aufschüttung auf der Bahntrasse breit gemacht. Das geradezu riesige Parkhaus sagt auch einiges über die Brauchbarkeit des hiesigen ÖPNV aus. 😔

Ein kurzer Abstecher zum hiesigen Waldsee ist auch noch drin bevor es auf der teils überbauten Trasse weiter nach Lindenberg hinein geht. Der Autoverkehr in dem Ort ist schon enorm. Was hier wohl ein vernünftiger ÖPNV und besonders SPNV bringen könnte. Oha, ich vergaß. BEG Land, da ist alles ausserhalb Münchens egal und Streckenreaktivierungen per se ein „no go“.

Der Bahnhof von Lindenberg liegt heute im schön gestalteten Stadtpark und dürfte durch die Überbauung nie mehr einen Zug sehen.

Untwr anderem steht das Gebäude der Firma Mayser GmbH & Co KG mitten auf der ehm. Trasse aber ab der Nadenbergstrasse ist dann wieder die Trasse gut sichtbar… als Radweg.

Achja, die Rede ist hier von der ehm. Strecke Röthenbach – Scheidegg welche bereits 1966 den Personenverkehr (und den Gesamtverkehr zwischen Scheidegg und Lindenberg) verlor. Der restliche Güterverkehr wurde 1993 eingestellt.

Kurz vor Röthenbach kommt die Strecke von Lindau nach Immenstadt ins Bild und der Fotohornisse wird etwas Auslauf gegönnt. Will sie ja nicht umsonst mitgeschleppt haben.

Der Modellbahnverein ist mit seinen ehm. Postwagen (?) immernoch im Bahnhof präsent.

Ich kann mich noch an einen Urlaub in den 80er Jahren im Allgäu erinnern während dem eine Jubiläumsfeier in Weiler stattfand inkl. Sonderfahrten mit 627er Triebwagen zwischen Röthenbach und Weiler. Das dürfte 1983 zum 90. Jubiläum gewesen sein als bereits auch der Güterverkehr eingestellt war. Ich muss dazu mal die Analogfotos durchforsten.

Über den größten Bahndamm der Welt geht es dann in permanenten Gefälle auf der ehm. Bahnstrecke von Röthenbach nach Weiler.

Am Ortsrand von Weiler ist die Trasse durch ein Gewerbegebiet überbaut aber im Werksbereich der „Steinwerkstatt“ beim ehm. Bahnhof liegt noch das Anschlussgleis.  Das Empfangsgebäude existiert auch noch, ist aber eher mit seinem Umfeld in desolaten Zustand und wird derzeit so wie es scheit entkernt und saniert.

Vom Bahnhofsvorplatz verkehrt die „Gummibahn“ und ich mache mich auf zum Anstieg nach Simnerberg der mit teils 13% recht heftig ausfällt.

Im Simmerberg kehre ich erst mal im „Zweitbiergarten“ der Simmerberger Brauerei ein und stärke mich mit Radler und Bockwurst am dortigen Kiosk.

Der „Erstbiergarten“ liegt nebenan und gehört zur „Taferne“ der Brauerei.  Achja, Taverne wurde dort tatsächlich mit „F“ geschrieben.

Nach der Stärkung geht es weiter bergauf ubd mit einem grossen Bogen durch die gefällige Landschaft nach Oberreute. Wobei hier die Sonne doch schon etwas intensiver scheint. Aber alles besser wie Dauerregen oder Gewitter.

Ist das Kunst? Oder kann das weg? Egal… ich muss eh weiter.

Na, toll da nennt man das Ort schon Hopfen und dann gibt es dort weder Hopfenanbau, noch eine Brauerei, geschweige denn eine Gastwirtschaft. So eine Mogelpackung.  Es gibt aber eine Käserei… wer es mag.

Ein Ort weiter wird der Appenzeller Flauder mit Allgäuer Quellwasser gestreckt. Es ist weder explodiert noch sonstwas passiert, ausser dass es nun wieder schön kühl ist.

Und von nun an ging es bergab. Auch wenn mein Hinterrad komische Geräusche macht. Mal schauen woher es kommt.

In Oberstaufen wurden erstmal Getränke gebunkert und im Schnaps-Kabinett (ist das sowas wie ein CDU / CSU Arbeitskreis?) ein Kaffee Likör und Marille von Penninger aus Waldkirchen im Bayrischen Wakd gebunkert.

Am Ortsrand bittet nan dann zur Umleitung da die B308 nach Hinterstaufen gerade grundlegend saniert wird ist auch der Radweg davon betroffen und so geht es erstmal hinunter ins Tal und dann hinauf… und dann hinunter usw. usf.

Die Kühe am Wegesrand interessiert das aber gar nicht und es können noch ein paar Garnituren Dröhnröhren (Baureihe 612) bei der Brückenbaustelle abgelichtet werden.

Die Fahrgäste können einem schon leid tun. Auf den RE 7 und RE 70 verkehren nur Dröhnröhren oder Pesa Link. Das Duo des Grauens.

Da der 612 nach Immenstadt etwas Verspätung hat trifft er such am Westende des Alpsee mit dem Pesa nach Lindau.

Etwas später und weiter östlich kann dann noch ein 612er nach Lindau eingefangen werden.

Und dann ist nach 75km und 1070 Höhenmeter aufwärts Bühl. am Alpsee erreicht.

Das Hotel macht aussen nicht den neuesten Eindruck aber die Zimmer sind bereits 1a renoviert.

Anbei gleich noch das Abendprogramm vom Balkon nach dem Essen und während des Schreibens des Reiseberichts.

Achja Abendessen, gutes Allgäuer Bier, Brötspätzle Suppe und ein Chef Burger mit richtig gut Fleisch ubd zum Abschluss Bayrisch Creme. Und da waren sie wieder die weggestrampelten Kalorien. 🤣

Zum Abschluss nochmal die Zugkreuzung in Vollvormat und natürlich darf auch der Link zur Aufzeichnung bei Komoot nicht fehlen.

Morgen geht es dann nach Kempten und Isny.

Dreiländertour

Heute war die „Etappe 0“ angesagt und diese führte gleich zum höchsten Punkt der ganzen Tour, der zwar recht schön aber nicht der Höhepunkt des Tages oder gar der Tour war, der Höhepunkt des Tages kam erst in der Schweiz.

Aber erst mal der Reihe nach.

Leider bietet das Hotel derzeit kein Frühstück an, aber die Kaffee-Fee bringt einem gerne einen Kaffee aufs Zimmer und mit den Teilchen aus der Versorgungsreserve ist das Frühstück gesichert.

Vorbei an dem Getränkemarkt und den bahnseitig nicht mehr angeschlossen Lagerhallen von DB Schenker in Lindau-Reutin geht es nach Lochau in Österreich.

Der Radweg verläuft hier zwischen dem ehm. Stellwerk und den Bahngleisen.

662 Räder wurden in Lochau heute schon gezählt und dabei ist es noch nicht einmal 10 Uhr. So mancher „politisch hochgejubelter Bahntrassenradweg“ bekomnt das gefühlt nicht mal im Monat oder Quartal hin. Aks ich gegen halb Fünf hier wieder vorbeikam stand der Zähler auf über 5300 Rädern. Wahnsinn.

In Lochau wurde der Bodenseeradweg verlassen und es ging nun auf den nächsten 7km steil bergan.

Aber das auf dem Asphalt angekündigte Ziel war es nicht, hier befindet sich erstmal nur der Parkplatz. Aber der weitere Weg ist kein Problem und so wird rasch, auch wenn streckenweise das Radfahren verboten ist, auch wenn das sog. „strengstes Fahrtverbot“ wohl keinen andren interessiert.

Von / bei der Bergstation der Seilbahn kann man gut in Richtung Bodensee und Bregenzer Wald fotografieren. Die letzten Meter bis zum Gipfel beim Funkturm gehen nur zu Fuß mit einer Apfelschorle zur Entspannung.

Und dann geht es wieder bergab. Wobei dies nur schiebend gestattet ist. Mountainbiker dürfen zwar hochfahren aber runter nur über die Hauptstraße.

Egal, das „schieben“ bus Flüh hat einiges an Bremsbelägen gespart. Von Flüh bis Bregenz konnte man aber gut rollen lassen.

Kleiner Abstecher nach Kennelbach mit diversen Resten der Bregenzerwaldbahn unter anderem mit der Brücke über den Kanal unter der Brücke zum Pfänder Tunnel, dem ehm. Empfangsgebäude in Kennelbach oder der Brücke kurz vor dem Schindler Werksgelände.

Bis zum Tunnel fahre ich wegen den vielen „Privatgelände“ schildern nicht. Naja, vielleicht wird die Stecke durchs Tal irgendwann doch ein Radweg bis Andelsbuch.

Eine Reaktivierung ist eher unwahrscheinlich da die Trasse in Kennelbach durch die Firmen Weiss bzw. im Schindler Areal als auch in Bregenz teils überbaut ist.

Entlang der Hauptstrasse auf einem gut ausgebauten Radweg geht es über die Bregenzer und Dornbirner Ache bis zum Rhein.

Die Gleise der Museumsbahn welche die ehm. Strecke der Rheinregulierungsbahn befährt sehen gut benutzt aus, wenngleich der Oberleitung beraubt.

Für die Brücke über den Rhein wird derzeit ein Ersatzbau erstellt.

Vom österreichischen Höchst geht es rüber nach St. Magrethen und wiede stramm bergauf nach Walzenhausen.

Neben der Kirche liegt in St. Magrethen eine Schule mit großzügiger Mehrzweckhalle. Was wohl, typisch für die Schweiz, die massiven Betonwände und Zugänge unterhalb der Mehrzweckhalle beherbergen? 😉

Walzenhausen ist nicht nur das Ort um den „Bahnhof“, also die Bergstation der RhW, sondern zieht sich über mehrere Kilometer am Berg entlang.

Sehr schön ist der Ausblick auf den leider etwas dunstigen Bodensee. Aber als Farbtupfer kommt alles halbe Stunde aus Rheineck herauf der nach gut 5min wieder ins Tal zurückkehrt.

Im oberen Drittel bieten sich mehrere schöne Fotomotive an.

Das „Coronabänkle“ unterhalb von Walzenhausen mit garantiertem Mindestabstand. 😅

Auch wenn Rheineck vom Bahnhof aus, auch wegen der benachbarten Autobahn, nicht sehr einladend wirkt besitzt es doch einen sehr schönen Altstadtkern.

Das Bähnchen ist gerade am Berg, also Zeit für einen Einkauf im dem Bahnhof benachbarten Coop.

Das ehm. Stellwerk von Rheineck wurde bri der Gebäudesanierung nicht unerheblich in Mitleidenschaft gezogen. Aber man scheint um Reinigung bemüht.

Und nach dem Coop Einkauf steht das Bähnchen nach Walzenhausen bereit.

Wird noch bearbeitet…

RhW und die SOB Ring S-Bahn in Rheineck bevor es für die SOB nach Sargans und den RhW (eigentlich AB Triebwagen) wieder nach Walzenhausen geht. Unter dem Bahnsteigdach hat sich die Schweizer Grenzwacht in den Schatten gestellt und wartet…

Ich fahre weiter zur Station Ruderbach mit der einzigen Weiche der Strecke am „Depot“ wo die Zahnstange für den Anstieg nach Walzenhausen beginnt und einstmals die Talstation der Standseilbahn war.

Und nun ging es zügig aber ohne Zug wieder zurück nach Bregenz. Diesmal aber hinter der Rheinbrücke nicht an der Hauptstraße entlang.

Hmmm, „H“ auf der Strasse? Landeplatz für Fugtaxis? 😎🤣

Egal und schon ist der Bregenzer Bahnhof erreicht.

Am Spielplatz zwischen ÖBB Bahnhof und der Seebühne der Bregenzer Festspiele fristet eine ehm. Lok der Bregenzerwaldbahn ihre „Rente“ und wird gerne von den Kindern erkkettert. Andernorts werden die Spielplatzloks eingezäunt oder abtransportiert da man sich verletzen könnte.

An der Seebühne vorbei geht es via Bregenz Hafen wieder nach Lochau.

Auf den Umläufen nach Lindau sind neben den üblichen elektro Talent der ÖBB auch Doppelstock „Wiesel“ mit Taurus unterwegs. Ich vermute auf Grund des erhöhten Zuspruch wegen der Festspiele in Bregenz und der Landesgartenschau in Lindau.

Und dann ist schon wieder Lindau erreicht und beim Casino bietet sich ein guter Blick nach Bregenz und zum Pfänder.

Noch schnell die Einkäufe ausräumen, sich frisch machen und dann geht’s zum Abendessen zum Wissingers im Schlächterbräu wo aber nichtmehr gebraut wird.

Aber das Essen im Biergarten ist 1a.

Käsesuppe mit Käse vom Pfänder, Ochsenbäckchen und hinterher Nougat Knödel. Das ganze begleitet vom herrlich süffigen Rödler Kellerbier der Brauerei Simmerberger.

Und hier wie üblich die heutige Etappe „Null“ auf Komoot mit viel mehr Bildern.

Sommertour 2021 – Es geht los

Nachdem ich seit dem 15.7. endlich den „Passierschein A38“ besitze und mir damit lästiges Nasepopen bei teils obskuren „Testcentern“ ersparen kann ist es an der Zeit für die erste Mehrtagesradtour in 2021. 2020 war trotz alledem irgendwie „entspannter“.

Also wurde der 4:59 Itino nach Darmstadt geentert um den IC nach Stuttgart zu bekommen.

Na das geht ja lustig los.
IC2419 verkehrt in umgekehrter Reihenfolge. 1. Klasse hinten statt an der Spitze. Soweit so gut. Nur der Steuerwagen (wo in der Regel die Radstellplätze sind) bleibt hinten am Schluss da die Lok weiterhin vorne bleibt. Meine Reservierung fürs Rad ist Wagen 5, meist ist das der Steuerwagen.
Nundenn, leider zeigt der DB Navigator mir nun 3 Wagen mit Radbeförderung an. Einer an der Spitze, einer kurz vor dem Bistro und einer am Ende. Danke für die Info, aber es wäre gut wenn man da die Wagennummern mit angeben würde. Die Zugzielanzeige am Bahnsteig vermerkt kein Fahrradabteil im Steuerwagen.
Ich mach Lotto und nehme den Wagen an der Spitze und was hat der Wagen für eine Nummer… Bingo! Die Nummer 6! Aber wie angekündigt mit Radabteil.
Demnach hat man wohl die Garnitur gedreht aber den Steuerwagen (Wagen 5) ans Ende gereiht.
Egal, noch ist der Wagen 6 recht leer und ich der einzige mit Rad, somit wird das bis Stuttgart schon klappen.
Jetzt erst mal heil durch den Bombardier Stellbereich kommen 🤣

Ich bin aber nicht der einzige der derart verwirrt wurde. In Heidelberg und Walldorf-W. füllt sich der Wagen 6 mit Wagen 5 Reservierungen bis zum letzten Stellplatz zzgl. eines Elektrorollers und zweier Falträder.

Trotz alledem wird Stuttgart Hbf fast pünktlich erreicht.

Wardamalbahnhofda? Oder anders gesagt „Wir können alles, ausser Bahnhof “ 🤣
Ich könnte jetzt gehässig sein warum der RE5 nach Lindau und der RE19 nach Schwäbisch Hall-H. sich das Gleis 14 teilen müssen und nicht ein anderer RB, MEX oder sonstwas vor den RE5 gestellt wird. Weil beide von DB Regio (eine der wenigen DB Leistungen) sind und man sich dann intern verrechnen kann wenn es beim Bremsen nicht so richtig klappt oder der vordere nicht um 7:56 wegfährt bevor der RE5 um 8:01 das Bahnöfchen verlassen soll. 😎🙈😉

In Stuttgart ist der RE5 noch relativ leer, aber ab Ulm, wo derzeit noch ein Lokwechsel stattfindet, hat es um die 20 Räder im Abteil.

Ob des sehr guten Wetters entscheide ich mich bereits in Friedrichshafen auszusteigen und den Rest mit dem Rad zu bewältigen.

Ein paar interessante Ausblicke und 31km später ist Lindau erreicht und die Fotohornisse durfte auch mal raus.

Übernachtet wird wie vor zwei Jahren im Hotel Garni Alte Schule wobei derzeit leider kein Frühstück möglich ist. Aber die Kaffe-Fee bringt Kaffee aufs Zimmer. Mal sehen was die Durchblicker Ente davon hält 😅

Ein paar Strassen weiter parken Ruffin Bikes. Der eBike Chopper. Ob das so bequem zu fahren ist? Das bezweifle ich.

Um halb 6 kommt der kleine Hunger um die Ecke und in der Alten Post kann er gut beruhigt werden. Steirisches Backhendl und danach Heidelbeerpfannkuchen. Sehr fein. Begleitet von Lindauer Hell und Simmerberger Pils (aus der Nähe von Weiler im Allgäu, ich glaube da komme ich übermorgen sogar vorbei) die beiden sehr trinkbar sind.

Zum Verdauen dann noch eine Runde über die Insel.

Der Bereich westlich des Bahnhofs ist derzeit für die Landesgartenschau im Beschlag und nicht frei zugänglich.

„Historisches“ Fahrmaterial parkt am Hauptbahnhof der seit Fahrplanwechsel nun Lindau-Insel genannt wird.

Die Tage der Dieseltraktion auf der Linie Ulm – Friedrichshafen – Lindau sind gezählt. Seit Juli steht die Fahrleitung von Friedrichshafen nach Lindau unter Spannung und in Lindau Insel werden die übrigen Gleise derzeit noch mit Oberleitung nachgerüstet, das alte Stellwerk hat hingegen ausgedient.

Interessant finde ich dass der alte mechanische Schrankenposten der drei Bü mit Schranken bedient, davon einer mit „Mitteleinfahrt“ nicht ersetzt sondern in das ESTW integriert wurde. Die Mitteleinfahrt könnte der Grund sein da bei einem Neubau der Bestandsschutz aufgehoben wird und Mitteleinfahrten sogut wie nicht mehr projektierbar sind (siehe Hofheim/Ried), andererseits sind bei ESTW Neubauten alle Bü älter EBÜT80 zu erneuern. Komisches Projekt.

Und langsam geht die Sonne wieder Richtung Horizont herab, während die 245 ihren RE nach Ulm aus dem Inselbahnhif zieht.

Irgebdwie sieht die Kaffee-Fee etwas wie ein Kaffeebohnen Trump aus, oder?

Feierabend…

Hier noch der Link zur Etappe bei Komoot.

Itinos im Mittelrheintal

Auf Grund des Felssturzes bei Kamp-Bornhofen und einer Brückenbaustelle zwischen Geisenheim und Rüdesheim verkehrten am Wochenende um den März Itinos zwischen Rüdesheim und Kaub da die Oberleitung zwischen den beiden Baustellen spannungslos war. Da kommt natürlich die Frage auf, warum fährt man dann nicht gleich einen SEV von Geisenheim bis Kamp-Bornhofen?

Die Antwort war zunächst für mich „Typisch Vias, blos keinen km zu viel im SEV fahren“, aber der Grund war wesentlich anstrengender.

Als sattelte ich mein Rad nach Dieburg und fuhr ab dort mit dem Zug via Wiesbaden bis Geisenheim. Ab Geisenheim ging es erstmal nach Rüdesheim wo derweil die beiden Reserve Itinos und ein FLirt einträchtig auf Einsätze warteten.

Anschließend ging es weiter nach Assmannshausen und ein der Zug aus Kaub wurde gerade noch (abgeschnitten) erwischt. Okay… probieren wir es später nochmal.

In Assmanshausen fand sich auch der Grund für den Inselbetrieb. denn derzeit wird die B42 grundlegend saniert und ist zwischen Lorch und Asssmannshausen komplett gesperrt was natürlich auch für einen SEV einen enormen Umweg „über den Berg“ bedeuten würde.

Aber erst mal konnten die fahren von und nach Kaub bei Assmanshausen abgefangen werden.

und anschließend hies es auch für mich „ab über den Berg“ und kurz vor Lorch konnte dann auch wieder mal ein Zug eingefangen werden. Leider waren nicht gerade die saubersten Fahrzeuge unterwegs, aber egal.

Die Rückfahrt nach Assmannshausen mit anschließenden Fahrrad über die Treppen tragen erfolgte faul per Zug zum RMV Schweinepreis bevor kurz vor Rüdesheim nochmal ein Nachschuss mit Burgruine auf den Zug nach Kaub gelang.

Nochmal die parkenden Fahrzeuge in Rüdesheim

Ab Geisenheim ging es wieder bequem per VIAS und HLB zurück nach Dieburg.

Noch viel mehr Bilder gibt es in der Aufzeichnung bei Komoot die hier verlinkt ist.

Ein wenig Winter wenn die Brücke verschwindet

Nachdem ich mich am ersten Wochenende im Januar mit ETCS Anpassungen in Eberstadt herumschlagen durfte waren die folgenden Wochenenden auch schon verplant.

In Vorbereitung des Ausbaus zur Sanierung der Brücke beim Bü Wöhlerweg mit der das Personenzug Streckengleis von Darmstadt Hbf nach Darmstadt Nord das Gleis der Gegenrichtung von Nord nach Darmstadt sowie das Gleis vom Hbf zum Abzw. Bergschneise überkreuzt wurden diese beiden Gleise etwas angepasst. Pünktlich hierzu fing es an zu schneien.

Knapp vier Wochen später am Wochenende über den 12.02.2021 war es dann soweit. Das Gleis über die Brücke wurde gesperrt, zum Baugleis mit allem Pipapo (was mir eine Kz3 Abnahme bescherte) erklärt und die beiden Brückenteile ausgehoben.

Da ich nachts auf der Abnahme war konnte ich nur nachmittags das Ausheben des zweiten Brückenteils beobachten.

Der erste Kran bringt sich in Aushebeposition während der zweite noch das Material umpositioniert.

Jetzt sind beide Kräne in Position. Das langwierige Positionierten und fixieren der Anschlagmittel als auch das Lösen der Brücke von ihren Lagern beginnt.

Es war bereits dunkel und wieder recht kalt als auch das zweite Brückenteil zum neuen Lagerort schwebte. In den folgenden Tagen und Wochen wurden die Elemente noch final positioniert und über diesen eine Halle / Zelt errichtet in der diese in einer sog. Feldwerkstatt nun saniert wurden. Die Brückenteile wurden, zusammen mit der mittigen Pendelstütze welche auch ausgebaut wurde vom Darmstädter Stahlbauunternehmen Donges errichtet welches auch nun, nach über 110 Jahren, auch bei der aufwändigen Sanierung mit dabei ist.

Da während der Arbeiten beide Streckengleise der Personenzuggleise DA Hbf – Nord gesperrt waren verkehrten die Züge der HLB mit Haltausfall in DA Nord über die Gütergleise nach Darmstadt Hbf Gl. 1.

Selten verkehren hier Personenzüge. Bis zum Neubau des Stellwerk in Darmstadt Hbf 1972 verkehrten die Züge der Odenwaldbahn öfters via. Gl1 und den Güterbahnhof nach DA Nord. Das Gleis wurde aber damals aufgegeben und ist heute ein Zufahrtsweg für die Instandhaltung. Die Trasse ist hier gut als Weg erkennbar.

Auch VIAS konnte natürlich nicht via der Personenzuggleise fahren, da aber über das Güterzuggleis nur das Gleis 1 im Hbf erreichbar ist und dieses von der HLB genutzt wurde, fuhr diese mit Richtungswechsel über DA Arheilgen nach DA Nord und das derart gut dass der normale Fahrplan der direkten Fahrt fast exakt eingehalten werden konnte, auch da beide Führerstände besetzt wurden und daher das Wechseln extrem schnell ging.

Dadurch gelang es mir zum bisher einzigen mal eine Kreuzung der VIA nach DA Ost und einer Strassenbahn nach Kranichstein festzuhalten.

Im November sollen die Brückenteile saniert sein und wieder eingehoben werden.

Adios Stellwerk Messel und Kranichstein

Nach gut 1,5 Jahren Bauzeit stand zum Wochenende des Fahrplanwechsels 12./13.12.2020 die Inbetriebnahme des neuen ESTW Dieburg an in dessen Folge das „alte“ ESTW Dieburg in SIMIS-C Technik sowie das DrS2 Stellwerk in Messel und die beiden SpDrL20 Stellwerke Kf und R1 in Kranichstein auf ein modernes SIMIS-D Stellwerk umgestellt wurden.

Der Bedienplatz in Dieburg wurde hierfür erweitert und erneuert und in Kranichstein und Babenhausen entstanden ESTW-A Module, wobei das in Babenhausen nur die Strecke verwaltet aber auf eine spätere Migration des Bf. vorbereitet ist.

In den Wochen zuvor wurden diverse Bahnübergänge bereits angepasst und umgebaut.

Und wie es sich gehört fängt es sogar mal an zu schneien. So wie hier am 01.12. als sich die morgendliche und einzige VIAS Leistung auf der sonst von DB Regio betriebenen Dreieichbahn um viertel vor Acht auf den Weg nach Frankfurt macht.

Warten in Dieburg auf den Start zur heissen Inbetriebnahmephase am Freitag den 11.122021. „Wenn’s mal wieder etwas länger dauert“ 😉

Aber dann war es soweit. Die letzte HLB verlässt den Bahnhof Messel nach Kranichstein, kurz danach wird das Stellwerk abgeschaltet.

Und kurz darauf die finale Ausserbetriebnahme von Kf begann. Die Güterzuggleise waren schon eine Woche zuvor am 07.12. ausser Betrieb genommen worden und nur noch über die Personenzug Gleise 1 und 2 gefahren wurde um Zeit für den Umbau der zahlreichen Weichenantriebe und finale Inbetriebnahme der Achszähler und Signale zu bekommen, weshalb der Stelltisch bereits sehr rot ausgeleuchtet war.

Gegen kurz nach 1 am 12.12. war dann „Schicht im Schacht“, nur das GSM-R leuchtete wacker vor sich hin.

Detailaufnahme der Bahnhofskopf Seite Messel in Kranichstein kurz vor der Ausserbetriebnahme der Gütergleise.

Lorenz, SEL, Alcatel-SEL, Alcatel, Thales… das Stellwerk hat schon diverse Namens- und Besitzerwechsel seines Herstellers miterlebt.

Achja, nicht zu vergessen das Stellwerk in Dieburg. Nur echt mit Badewasser Thermometer im Bereichstellrechnerschrank 😂

Aber warum steht da AEG? Das ist doch alles ein SIMIS-C, hier im Foto der geöffnete Schrank der Signal- und Weichenstellteilen, oder?

Ja, ist es… Aber! Ursprüngliche sollte Ende der 80er Jahre AEG der dritte Anbieter für ESTW der Bundesbahn werden. Aber das ESTW A90 schaffte es nicht eine BZA Zulassung zu erhalten und so baute Siemens als Subunternehmer sein SIMIS-C in die AEG Schränke. Die Schränke im Hintergrund sind neueren Datums und Stammen von 2005 herum als von EKIR mit BPS900 (Grafiktablett zur Bedienung) auf ZEsAR mit BPS901 mit Mausbedienung umgebaut wurde.

Noch ein wenig Siemens 2v2 Bereichsstellrechner im AEG Schrank. Das alte ESTW hatte zwei Bereichsstellrechner die jeweils 2v2 liefen und zur höheren Verfügbarkeit gedoppelt wurden. Also 2x 2v2. Wenn einer der 2v2 sich uneinig war übernahm jeweils der ebenfalls 2v2 arbeitendende Redundanzrechner. Was aber leider nicht unterbrechungsfrei geht, im Gegensatz zum 2v3 System des SIMIS-D.

Das alte SIMIS-C, die Schränke des neuen SIMIS-D wurden jeweils dahinter errichtet was es bauzeitlich sehr beengt im Rechnerraum machte. Die Risse in der Wand sind nur oberflächlich und wurden später beseitigt. Genauso wie die alten Schränke.

In der Nacht von So. 13. auf Mo. 14.12.2020 fanden dann die abschließenden Probefahrten statt. Zwischen Darmstadt Nord und Dieburg mit Pesa Link von DB Regio und auf dem Ast nach Ober Roden und Babenhausen mit dem Gaf der Odenwälder Kollegen.

Einfahrt Dieburg auf dem Gegengleis von Messel im GWB kommend.

Nach Babenhausen geht es im Gegengleis leider nur auf Befehl.

Auf nach Ober Roden

Und zurück nach Dieburg ging es Testweise auf Zs7 rein.

Der Erste richtige / planmäßige Zug im neuen ESTW war dann die DB Cargo Übergabe nach Stockstadt/Main kurz bevor die erste HKB nach Darmstadt kam.

Die Sperrung wurde planmäßig aufgehoben, die erste IBN hat somit gut geklappt. Nur das 30P2 verlangt noch nach Nacharbeiten hinsichtlich der Sichtbarkeit wegen des Bahnsteigdachs. Die nächste Nachtschicht in ein paar Wochen ist damit schon absehbar.

Eine Woche später wurden dann auch die Güterzuggleise in Kranichstein freigegeben wobei für die Testfahrten wieder ein Pesa Link zum Einsatz kam. Die Blockabhängigkeit gestaltete sich hier in Richtung Kranichstein etwas sehr bockig, aber mit vereinten Kräften der Annahmeprüfer und örtlicher LST konnte auch das Problem eruiert und behoben werden.

Stimmungsbild aus Kranichstein mit dem ehm. Stellwerk im Hintergrund.

[Edit] Naja und mit diversen Nacharbeiten und Kinderkrankheiten beschäftigt mich das neue SIMIS-D Stellwerk auch noch mitte 2021 nicht unerheblich. Aber hinsichtlich der Instandhaltung hat es schon diverse positive Effekte generiert.

Am 28.02.2021 wurde zum Beispiel nochmal die Software angepasst und das 30P2 ersetzt.

Es ist etwas ruhig hier im Blog…

Nicht dass noch jemand meint es täte sich nichts mehr im Blog, dem ist nicht so aber leider komme ich gerade nicht dazu Beiträge zu schreiben. Gerade dienstlich wurde es nach der Radtour recht anstrengend, ging es doch in die Inbetriebnahmephase des ESTW und auch danach wurde es nicht gerade ruhiger.

[Update] Ich bin aber mit Stand Ende Juni dabei das letzte halbe Jahr etwas nachzutragen und es hat genügend Arbeitsreserve im Bilderarchiv.

Mal sehen wie weit ich komme bevor es mit der Sommerradtour losgeht.

Titelbild: Wikipedia unter CC Lizenz