Über den Berg nach Lenggries

Ich wache recht früh wieder auf und somit konnte ich den Sonnenaufgang über dem Inntal genießen. Im Abschluss dann noch das bereits ab 6:30 mögliche Frühstück auf der Terrasse. Besser kann ein Tag kaum beginnen.

Und somit bin ich bereits um 8 Uhr startklar zur heutigen Etappe.

Da der Verkehr auf der Hauptstraße im Gegensatz zu gestern relativ gering ist nutze ich diese mit nur um die 8% Steigung recht gut befahrbare Trasse statt dem Waldweg. Mangels Standstreifen bleibt aber ein mulmiges Gefühl.

Dafür gibt es an der Spitzkehre einen sehr schönen Ausblick ins Inntal.

Ab Eben geht es wieder auf der gestrigen Route Richtung Seespitz. Der erneuerte Oberbau verwendet recht massive Schwellen für die S49 Schienen. Derart massiver Oberbau dürfte nun etliche Jahre vorhalten.

Der Bahnübergang zwischen Maurach und Seespitz ist zudem eine mehrfache Kreuzung da sich nicht nur Strasse und Schiene kreuzen sindern auch der Radweg sn gleicher Stelle beide quert.

Aber im Gegensatz zu gestern geht es nun nicht zur Bahn- und Schiffstation Seespitz am südlichen Westufer des Achensee sondern zum Ostufer.

Im Spass- und Strandbad bei Buchau ist eines der ehm. Schiffe des Achensee „gestrandet“

Die Sonne wird durch die Wolken im Zaum gehalten und so geht es recht angenehm ans nördliche Ende des Achensee bei Scholastika.

Ursprünglich entwässerte sich der Achensee nach Norden Richtung Isar, mit dem Bau des die 400 Höhenmeter nutzenden Wasserkraftwerks in Jenbach fließt aber kaum noch Wasser Richtung Deutschland.

Aber auch ohne Wasserbegleitung geht es nun zumeist auf schwach befahrenen Strassen oder parallelen Radwegen weiter nach Deutschland. Nur kurz vor Achenwald weicht der Weg in den Wald ab und gewinnt erheblich an Höhe um das hier enge Tal zu umgehen.

Aha, Grenzkontrolle? Wie war das mit Schengen? Gilt wohl nicht für Bayern, denn nur in diese Richtung wird kontrolliert. Aber auf dem Radweg steht keiner von der Bundespolizei die hier den Zoll unterstützt. Jetzt ghet es etwas wirr durchs deutsch-österreichische Grenzgebiet. Wo man sich gerade befindet ist nur an den Schildern erkennbar. Das Verbotsschild für Kraftfahrzeuge mit dem Retroauto und Motorradfahrer mit Schal deutet nach vorherigen deutschen Hinweisschildern darauf hin wieder in der ex. K&K Monarchie zu sein.

Aber eines ist dann doch klar erkennbar. Der Radweg ist auf bayerischer Seite wesentlich schlechter. Insbesondere abseits der Strasse und besonders entlang des Sylvensteinstausees ist der Weg schlecht verfestigt. Zentimeterhoher loser Splitt macht keinen Spass beim Fahren.

Aber die Ausblicke entschädigen gerade entlang des Sylvensteinstausee, wobei hier noch etliche Höhenmeter erklommen werden müssen.

Der Smaragdgrüne Sylvensteinstausee macht sich als Fotomotiv ganz gut.

Die flankierenden Strassen sind bei Rennradlern und Motorradfahrern sehr beliebt.

Aber das kümmert nicht. Am Staudamm geht es erstmal durch einen Tunnel und danach steil hinab ins Isartal.

Danach geht es entspannt aber mit teils heftigen Gegenwind weiter nach Lenggries.

Im Bahnhof von Lenggries steht dann noch eine Reminiszenz an den heutigen Startpunkt der Tour. In 2020 sukzessive durch Lint54 ersetzt wurden die einstigen Standardfahrzeuge der BOB, der in den Jenbacher Werken entwickelte und hergestellte „Integral“, an die Regiobahn welche zwischen Düsseldorf und Vohwinkel über Mettmann verkehrt verkauft. Einer der Wagen steht in der Lackierung seines neuen Betreibers im Gleis 3 und wartet auf bessere Zeiten, oder doch nur auf die Reparatur?

Nach kurzer Rast beim Bahnhofsbäcker kann ich nach gut 60km gegen halb zwei bereits im Hotel einchecken.

Dann ist ja auch noch Zeit für eine kleine Runde durchs Ort.

Und um 15:17 nach Tegersee zu fahren.

Hierzu ist in Schaftlach Umsteigen angesagt. Wobei sich der aus Tegernsee kommende Triebwagen vor die Doppeltraktion als Lenggries setzt um dann geneinsam nach München zu fahren. Umgekehrt wird der hintere Triebwagen des Zugs aus München abgekoppelt und fährt nsch Tegernsee. Der Umstieg geht bahnsteiggleich, wenn auch eher inoffiziell.

In Tegernsee überrascht dann die freistehende Hebelbank. Als EVU existiert die Tegernseebahn nicht mehr, der Verkehr Schaftlach – Tegernsee wurde durch die BOB übernommen, aber die Infrastruktur wird weiterhin von dieser betrieben.

Und weiter gehts hinunter zum See und dem dortigen Grossherzoglichen Brauhaus.

Sehr schmackhaftes Bier und Essen, flotte Bedienung und top Wetter. Was will man mehr?A

Achja, das nennt die Speisekarte einen Beilagensalat 🙈

Sodann geht’s wieder zurück zum Bahnhof.

Neben der Hebelbank gibt es noch einen als Eisenbahner Stammtisch beschilderten Stehtisch. 😂

Mich wundern die Weichenhebel, sind doch fast alle Weichen die ich im Bahnhof sah mit Schlössern am Handgewicht ausgestattet. Die Signalhebel steuern vereinfachte Lichtsignale an.

Die Fahrstrassenhebel sind ohne elektrische Festlegung. Auch von Streckenblock ist nichts zu sehen.

Und dann wieder zurück nach Schaftlach wo auch der Zugleiter der DB Strecke nach Holzkirchen und Lenggries sitzt.

So, hier noch der Link zu Komoot, wie üblich zur heutigen Etappe von Jenbach nach Lenggries.

Ein Tag an der Achenseebahn

Die Nacht hatte ich irgedwie schlecht geschlafen, was aber nicht an der Hitze lag, denn hier auf knapp 700m.ü.M. ist es nachts noch relativ kühl.

So erblicke ich einen wunderbaren Sonnenaufgang und penne dann prompt ein. 😂

Nach diversen „Ideen und Zukunftsphantasien“ wie z. B. dem regelmässigen Nahverkehr auf der Achenseebahn mittels gebrauchter Trieb- und Steuerwagen der Appenzeller Bahnen, was natürlich auch eine Elektrifizierung oder Ausrüstung der Triebwagen mit „Notstromaggregaten“ erfordert hätte, kam zum Ende der Saison 2019 zur Einstellung des Betriebes da einerseits das Unternehmen Zahlungsunfähig war und gleichzeitig die Strecke abgenutzt und sanierungsbedürftig war.

Unter neuer Trägerschaft, mehrheitlich vom Land Tirol und der Zillertalbahn wurde ein Grossteil der gut 6,75km Strecke erneuert bzw. saniert und zur Saison 2022 der Betrieb wieder aufgenommen.

Die Trieb- und Steuerwagen der Appenzeller Bahnen hingegen, die noch 2020 im Bahnhofsbereich der Achenseebahn bzw. auf Abstellgleisen der Zillertalbahn in Jenbach herumstanden wurden zwischenzeitlich verschrottet.

Egal, der erste Zug im Nebensaisonfahrplan fährt eh erst um 11 Uhr ab Jenbach und so ist genügend Zeit gemütlich zu frühstücken und den steilen (meist 8 bis 16%) Anstieg hinauf zum Scheitelpunkt in Eben in Angriff zu nehmen wobei kurz nach dem Hotel gut 300m auf der gut befahrenen Hauptstraße anstehen. Irgedwie erinnert mich das an das Hotel 2019 in Belgien 🙈

Es ist noch genügend Zeit und so fahre ich erstmal weiter nach Seespitz, dem Endpunkt der Achenseebahn wo gerade das 9:55 Uhr Schiff ablegt.

Und wieder zurück nach Eben um ca. 10:45 Uhr ankommenden den ersten Zug aus Jenbach abzufangen.

Bereits jetzt brennt die Sonne recht unbarmherzig vom Himmel.

In Eben endet der Zahnstangenabschitt, ab jetzt geht es mit moderatem Gefälle im Adhäsionsbetrieb weiter und hinunter zum Achensee und die Lok setzt hierzu, bisher auf der Talseite Jenbach schiebend angeordnet, an die Zugspitze um.

Der Zug kann überholt und daher bei Maurach nochmal fotografiert werden.

Kreativ ist auch das Umsetzen in Seespitz wo das Umsetzgleis vor der Endhaltestelle liegt. Noch im langsamen Rollen wird abgekuppelt (ausgehängt), der Mitarbeiter der von Jenbach bis zum Scheitelpunktbahnhof in Eben wegen schiebender Lok im Zahnstangenabschnitt die Spitze besetzt und dann als reiner Bremser fungiert da die Wagen keine Druckluftbremse beditzen bremst dann die Wagen fest. Die Lok setzt um und schiebt die Wagen dann ins Stumpfgleis an der Schiffsanlegestelle wo die Fahrgäste aus- und umsteigen und nimmt dann auch wieder Wasser auf bevor es wieder zurück geht.

Manche fahren wieder zurück, andere steigen aufs Schiff um und nicht wenige setzen die Fahrt mit Reisebussen fort. Gefühlt waren die Bergfahrten stets besser besetzt wie die Gegenrichtung.

Bei Maurach kommt dann erstmals die Fotohornisse zum Einsatz, leider muss sind die Bergspitzen stets angeschnitten, aber sinst sähe man den kleinen Zug überhaupt nicht mehr.

Und wieder zurück nach Eben wo ob der 27 bis knapp 30 Grad nimmt sich das Warnschild zur Rodelbahn etwas humoristisch ausnimt. Aber wenn hier Schnee liegt dürfte es eine rasante Fahrt auf dem Waldweg nach Fischl werden. Ob die Achenseebahn dafür auch mal im Winter Shuttle fährt? Vergleichbar zu Preda – Bergün? Das hätte was. 😉

Und so warte ich den nachmittäglichen und zweiten Zug ab und dank der Luftunterstützung ist auch gut die recht starke Neigung kurz vor Eben zu erkennen.

Danach gehts mit dem Rad steil bergab um die Rückleistung in Burgeck, dem zweiten Halt in Jenbach, abfangen zu können.

Und danach längs durch alt Jenbach, mit seinen diversen ehm. Mühlen welche heute zur Stromerzeugung genutzt werden, hinunter zum ÖBB Bahnhof auf dessen Nordseite die Achenseebahn und auf der Südseite die Zillertalbahn ihren Bahnhof und Depotanlagen hat.

Etwas oberhalb der Talstation gibt es einen Bahnübergang über die Jochelgasse der ein wenig Bergpanorama zulässt und für die dritte und letzte Bergfahrt für heute als Fotomotiv herhalten muss.

Danach ging es wieder runter zum Bahnhof und im Achenseebahnstüber wird sich bei einem Radler und Wurstsalat für den Wiederanstieg nach Fischl gestärkt.

Und es geht aus Jenbach stramm nach Fischl hinauf. Dagegen war der gestrigen Anstieg geradezu entspannt. Teils mit über 18% war es selbst mit Akkuunterstützung sehr schweisstreibend. Aber nicht weit mehr vom Hotel entfernt bot sich noch ein gutes Motiv für die Fotohornisse an wobei natürlich bei der Talfahrt die Rauchfahne eher nicht vorhanden ist.

Die Sonne hat mir schwer auf den Helm gebrutzelt aber nach kurzer „Augenpflege“ ind der erfrischenden Dusche bin ich bereit fürs Abendessen.

Fritatensuppe, gebackene Hähnchenbrust auf sehr üppigen Salat, danach noch eine Panna cotta, das ganze begleitet von Zillertaler Pils und Dunkel. Heute habe ich definitiv nicht abgenommen 🙈

Der Abschluss mit der Meisterwurz vom Apfel der Brennerei Erber riecht super und schmeckt auch so.

So, während die Kühe ihr Nachtbuffet abgrasen wurde der Tagesbericht geschrieben und es ist jetzt sehr angenehm auf dem Balkon.

Hier auch noch der Link zur Aufzeichnung bei Komoot, die ob der mehrfach gefahrenen Abschnitte etwas unübersichtlich wurde. Aber wie üblich natürlich mit noch mehr Bildern.

Durchs heisse Inntal nach Jenbach

Nach kurzer nacht hieß es Abschied nehmen von den angenehmen Temperaturen oberhalb des Inntals und es ging stramm hinab ins Tal

Das Inntal war mir zunächst nicht gewogen, blis dich am Vormittag teils ein heftiger Wind talabwärts. Aber dafür gab es nette Fotostandorte, wenn auch immer der interessante Zug gerade dann kam wenn der Fotostandort gerade noch nicht erreicht war oder gerade verlassen wurde. So z. B. der verspätete NightJet oder auch später bei Bixlegg der EC nach Zürich mit SBB Garnitur. E

Egal, die Fotoausbeute war trotzdem brauchbar.

Hmm, der Themenradweg nennt sich „Von Baum zu Baum“ ist der für Hundebesitzer oder Leute mit Blasenschwäche? 🤔

Kurz danach wird Köln passiert. Irgendwie hatte ich das grösser in Erinnerung. Vom Hauptbahnhof und dessen „Bahnhofskapelle“ war auch nichts zu sehen. 😎🙈

Die Wachtl Bahn, eine elektrifizierte Schmalspurbahn mit 900mm Spurweite die bis in die bis 2002 Kalkstein vom Steinbruch im österreichischen Wachtl zum dann geschlossen Zementwerk in Kiefersfelden transportierte. Von 1991 bis 2017 verkehrten auch touristische Fahrten, die wegen maroden Oberbau aber 2017 endeten. Der Verein sanierte die Strecke und wollte diese 2020 wieder in Betrieb nehmen.

Leider finden sich hierzu keine Infos auf der Website des Vereins, der auf der Radtour überquerte technisch gesicherte Bü machte aber einen guten und frisch gestrichenen Eindruck, der Oberbau hingegen wächst stark zu.

Während die bayrische Grenzpolizei fleissig Einreisende auf der Bundesstrasse kontrolliert und für Staus sorgt ist die Grenzquerung auf dem Radweg in beide Richtungen problemlos und so geht es flott und nun fast ohne Gegenwind aber dafür bei brutalem Sonnenschein weiter durch Kufstein nach Wörgl.

In Kundl werden erstmal om M-Preis die Getränkevorräte aufgestockt bevor es weiter nach Brixlegg geht.

Leider waren die Bäume am Bach für den parallelen Radweg nutzlos da die Sonne stets von vorne kam.

In Brixlegg gelang dann endlich ein Foto mit ÖBB EC auf einer Innbrücke. Hätte ich noch 5min in der Sonne gewartet wäre aus der Gegenrichtung die SBB EC Garnitur mit Panoramawagen ins Bild gefahren, tja… Pech gehabt.

Es wird das Zillertal kurz vor dessen Ende am Inn gequeet und Strass erreicht wo ausserhalb des Ortes unter schattigen Bäumen die Züge der Zillertalbahn abgewartet werden konnten.

So, nun rüber auf die andere Innseite und pber Wiesing stramm bergauf zum Hotel.

Und als ich gerade eine Akternativroute zur Achenseestrasse für den noch knappen einen Kilometer bis zum Hotel eruiere kommte die Achenseebahn die steile Trasse nach Jenbach hinuntergedampft. Punktlandung!

Nach 79km ist somit das Tagesziel erreich. Das Gasthaus Rieder, oberhalb von Jenbach und Wiesing gelegen.

Die ganze Route gibt’s mit noch mehr Bildern hier bei Komoot.

Das Zimmer gefällt und auf dem auf der Ostseite liegenden Balkon ist es angenehner wie auf der nachmittäglichen Seite mit Sonnenschein.

Die Dusche ist tin Labsal und erfrischend und danach geht’s zum Essen.

Gemischter Salat, Wiener Schnitzel vom Kalb mit herrlicher Pabade und Kartoffelsalat. Ein Gedicht.

Danach noch ein Palatschinken sowie ein Bierbrand vom Märzen der Zillertaler Brauerei als Zigarren Brand der Brennerei Erber aus Brixen im Thale. Interessant, aber der Bierbrand vom Haas ist besser.

Der Tag endet mit dem Schreiben des Tagesberichts auf dem Balkon bei herrlich angenehmen Temperaturen und ganz leichtem Wind, während die Sonne versinkt.

Achja, der gestrige Tagesbericht geht nicht vergessen. Aber dem „Schlafböse“ wird nun erstmal nachgegeben. Der Text dazu folgt vsl. erst wenn ich wieder zu Hause bin.