Heimweg mit gewollten und ungewollten Aufenthalten

Ich wache wie gewohnt auf, Petrus schläft heute wohl länger und lässt die Wolken gewähren.

Ich erreiche einen Zug füher, die Zugbindung behinnt erst in Bern mit dem ICE.

Erstmal noch ein paar Bilder vom Bahnhofsvorplatz und was sich im Bahnhof auf der Nornalspur so tut.

Nach dem EC nach Mailand geht’s um 8:45 mit dem IC nach Basel los.

Vorbei an der „wunderschönen“ Architektur von Visp und der Umladeanlagen für die Logistik nach Zermatt wird kurz darauf die Rhône überquert und es geht ins Lötschberg Basistunnel.

Auf der Nordseite, wie in Mühlenen bei der Talstation der Niesenbajn, regnet es sogar leicht.

Zwischen Gümligen und Ostermundigen „schleicht“ der Zug auf längerer Strecke, laut Ansage wegen eines „Fremdereignisses“ und fängt sich damit bis Bern HB +5 ein.

Aber durch den geplanten Übergang von 1:11h ist das kein Problem.

Und so geht es erstmal zum Bahnhofsvorplatz.

Dabei vorbei an der grossen Anzeigetafel die gerade einmal die Züge der nächsten halben Stunde anzeigt. In vergleichbar grossen Städten in Spanien würde sie für den Wochenfahrplan reichen.

Da es noch ganz leicht regnet laufen die wenigen am Sonntag Vormittag untwerwegs seienden lieber unter den Arkaden der Spitalgasse und Marktgasse. Gut zum Fotografieren der Trams und O-Busse.

So geht die Zeit schnell rum.

Noch einen Schlenker über den Bundesplatz und wieder zurück zum Hauptbahnhof.

Seit der Unspurung von Bulle – Broc Fabrique auf Regelspur, ursprünglich für den vereifachten aber zwischenzeitlich eingestellten Güterverkehr zur Schokoladenfabrik gedacht, wurde die Endstation in Broc-Chocolatiere umbenannt.

Der ICE278 aus Interlaken Ost nach Berlin kommt pünktlich rein und bei Süffwetter geht’s weiter nach Basel.

Den 101 scheint man nicht mehr sehr zu trauen. Oder warum ist der IC nach Hamburg mit zwei aufgerüsteten 101er bespannt?

Ab Freiburg wird das Wetter immer besser.

Weniger besser wurde die Fahrt ab Mannheim.

Wegen Störungen im Bereich des ESTW Walldorf wird der ICE278 über die Bergstrasse umgeleitet und bis Weinhein ziemlich hinter vermutlich einer RB hergeszuckelt.

Von Weinheim bis Frankfurt geht’s recht flott voran. Schade dass in Darmstadt nicht gehalten wird, das hätte mir per Bus das folgende „Drama“ erspart.

Der geplante Anschluss zur RB82 um 15:25 Uhr platzt, der Zug komnt in der Einfahrt vom Hauptbahnhof entgegen.

Na dann, erstmal in die Kantine und was mampfen.

Der 16:25 wird aber nicht fahren. Er steht zwar pünktlich am Bahnsteig aber es geht nicht los.

Grubd ist das von 16:00 bis vsl. 18:00 Uhr unbesetzte Stellwerk in Neu Isenburg.

Wegen der Störung in Walldorf ist eine Umleitung über die Riedbahn via GG-Dornberg eher unwahrscheinlich, selbst eine Umleitung via Rüsselsheim und MZ-Bischofsheim entfällt da in Rüsselsheim das neue ESTW in Betrieb genomnen wird und auch via Hanau entfällt da die Südseite von Hanau Hbf wegen Arbeiten zum Abriss der Strassenbrücke auch auf Frankfurter Seite gesperrt ist.

Naja, imnerhinn habe ich einen „erstklassigen“ Sitzplatz und um 17:55 reitet die sehr gut besetzte Itino Doppeltraktion in den Sonnenuntergang über den Main.

Um 18:45 und damit 2:40h später statt 16:05 wird endlich der Heimatbahnhof erreicht.

Die Odyssee der Heimreise hat ein Ende.

Ein wenig hat es mich am die Heimreise aus der Sommerradtour 2018 erinnert.

Naja, morgen dann wieder auf Arbeit und dann nach Karlsruhe.

Es bleibt spannend.

SBB Brig und Lötschberg Basistunnel

Tag 2 der debx CH 2019 beginnt mit dem Besuch in der Unterhalts- / Instandhaltungsanlage der SBB Personenverkehr in Brig.

Eine Folge der Trennung von Personen- und Güterverkehr ist dass hier zwei getrennte Serviceanlagen in einem Areal existieren. Mit je einer eigenen Verwaltung, Lager usw.

So sind im hundertjährigen Rundschuppen die Stände 1 bis 7 von SBB Cargo belegt und erst ab stand 8 „parken“ die Fahrzeuge von SBB Personenverkehr. Immerhin ist die Division Personenverkehr hier für die Fern- (außer IC2000 Garnituren) und Nahverkehrsfahrzeuge (auch die der Tochter RhoneAlps) zuständig.

Nach etwas „Powerpointkaraoke“ geht es durch die Unterhaltsanlage die im wesentlichen aus drei Hallengleisen besteht. Aber auch das Lager wurde besichtigt.

Nicht undokumentiert soll auch die typische Schweizer Handweiche bleiben die einem wenigstens das tiefe Bücken erspart, aber dafür recht aufwändig gestaltet ist.

Danach bekommen wir das wichtigste Werkzeug der Serviceanlage also den Kaffeeautomaten präsentiert und degustiert.

Nein die neue Waschanlage wird nicht mit Nespresso Kapseln betrieben, auch wenn der Aufdruck dies vermuten lies. Es handelt sich um Entkalkungsmittel in der Klinikpackung.

Da sich Brig im SIM (Simplon-Intermodal) 4m Eckhöhe Korridor befindet finden sich an diversen Engstellen die SIM Signale die eine Einfahrt in die dahinter liegenden Bereiche für Hupackfahrzeuge mit 4m Eckhöhe verbieten.

Der Interrecgio von Brig ohne Halt nach Domodossola um 10:44 ab Brig könnte heute mit seiner grün lackierten Re 4/4 und den EW I Wagen fast aus dem Fundus von SBB Historic bestehen.

Derweil bastelt SBB Infra am Ladegleis und wechselt u. a. ein paar alte Stahlschwellen aus.

Noch ein Blick in die Hallen, auf eine Re460 die sich leicht mit einem Gepäckkarrenfahrzeug (?) um die Profilfreiheit gestritten hat und in den Maschinenraum sowie Führerstand der Re 4/4.

Schnell gingen die 2h herum, Zeit für den Weg zum Bahnhof, eine Mittagspause und ein paar Fotos bevor es weiter geht.

Im Lötschberger (RABe535) der BLS geht es über die Bergstrecke nach Frutigen zur nächsten Station der Exkursion.

In Kandersteg hat man zur Erinnerung an den Bau der Bergstrecke eine der Bauloks auf dem Bahnsteig ausgestellt. Der Verlauf und die Geschichte der Baubahn ist bei www.eingestellte-bahnen.ch sehr gut dokumentiert.

In Frutigen geht es hinüber zum ehm. Bahnhof von Frutigen welcher seit der Erstellung der Bergstrecke nur noch als Güterbahnhof diente. Das ehm. Empfangsgebäude wurde vorbildlich renoviert und dient heute als Besucherzentrum der BLS für die von ihr angebotenen diversen Führungen am Lötschberg.

Es folgt eine ausführliche Erklärung des Lötschberg Basistunnels mit vielen fachfragen bevor es im Kleinbaus zunächst an die breitesteTreppe der Schweiz, der Nothaltestelle am Nordportal des Basistunnels geht.

Und dann kommt das Highlight, die Einfahrt in den Lötschberg Basistunnel am Fensterstollen Mitholz. Zur Zeit des Baus hatte ihn die debx Gruppe auch schon mal besucht und im Juni 2004 war ich im Rahmen einer AKA Bahn Exkursion am Tag der offenen Baustelle auch schon mal drin. Es hat sich seither doch einiges verändert. Auf jedenfalls ist es nun wesentlich sauberer. 😀

Blick in die ausgebrochene nicht bahntechnisch ausgebauten Weströhre und eine der Technikzentralen. Warum die Container mit den Technikeinrichtungen aus Edelstahl sind? Weil es besser aussieht wie Alu. So in etwa eine nicht ganz ernst gemeinte Kommunikation.

Einblicke in die Querstollen und das Nordende des westlichen Stollens in der Versuchsstrecke in der der bahntechnische Ausbau vor dem eigentlichen Ausbau der Röhren geübt wurde. Ab hier fehlen noch 7km der westlichen Röhre bis Frutigen. Aktuell wird der bahntechnische Ausbau der westlichen Röhre vom Fensterstolten steg (unter Goppenstein) und Mitholz diskutiert. Zwar ist ein Verbindungstollen zwischen der Ost- und Weströhre vorhanden, diese ist aber so trassiert dass der Wechsel zwischen den Röhren nur für 80km/h möglich ist. Für eine Anbindung müsste daher ein neier Verbindungsstollen erstellt werden, was jedoch grössere und längere Sperrungen des Basistunnels zur Folge hätte. Ein Weiterbau bis Frutgen und somit eine durchgehende zweite Röhre wäre hier wohl die bessere Lösung.

Durch ein Fenster am Querstollen kann man einen Blick auf die mit bis zu 200km/h durch die Oströhre verkehrenden Züge werfen. Südlich des Versuchsstollens ist ein Ausstellungbereich vorhanden welcher ursprünglich auch für „Tunnelevents“ genutzt werden sollte. Es stellte sich aber heraus dass der Spritzbeton immer etwas bröckelt und damit sich schlecht auf Canapés und Co macht, zudem passen Baustellenhelme auch nicht unbedingt zum Abendkleid.

Noch ein paar Details vom Versuchstollen und der Zufahrt von Mitholz her.

Zurück im Besucherzentrum werden noch die Exponate begutachtet und sich am Integra Schalterstellwerk versucht. Aber irgendwas funktioniert nicht und in der Sicherungleiste sind defekte Sicherungen erkennbar wie die „üblichen Verdächtigen“ diagnostizieren. Aber irgendwie bekam man es dann doch zum Laufen.

Wieder über die Bergstrecke geht es zurück nach Brig.

Ein kleiner Umweg über das Stockalperschloss bietet sich an, das Wetter im Wallis ist eineindeutig besser wie nördlich des Alpenhauptkamm.

Abendessen im Good Night Inn. Und ganz nebenbei ist der Lötschberg Basistunnel mit seiner Schnellfahrweiche für 160km/h mit 12 Antrieben (9 für die Zunge, 2 am Herzstück und ein Herzstück Niederhalter) zur Überleitung am Fensterstollen Steg auch auf den neuen 10,- CHF Scheinen verewigt.

So, morgen get es durch das Goms und über den Oberalppass nach Ap Grüm