Engadin mit wechselhaftem Wetter

Das Titelbild des heutigen Blogeintrags dürfte bekannt vorkommen.

Es wurde bereits schon mal im Juni 2024 mit einer Blumenwiese umgesetzt, aber auch im Restschnee macht es sich gut.

Der Tag begann sogar mit Sonnenschein. Der Bernina-Express erreichte pünktlich Bergün so dass der IR nach Chur auf das hintere Gleis mit dem rudimentären Bahnsteig ausweichen muss.

Mit diesem geht’s dann ins fast schneefreie Filisur zum Zug Richtung Davos.

Die stündlichen Züge über das Wiesener Viadukt durch die Zügenschlucht sind mitlerweile bis Landquart durchgebunden und kuppeln in Davos Platz auf eine weitere Triebwagengarnitur auf. Als RE1 in Doppeltraktion geht’s dann erstmal weiter bis Klosters Platz.

Der Davoser See ist fast leer und wartet auf die Schneeschmelze.

In Klosters Platz wiederum kuppelt der RE1 auf den RE3 aus St. Moritz auf und fährt dann als vierteiliger RE13 weiter nach Landquart.

Die Wartezeit auf den RE4 nach Scuol-Tarasp nutze ich für ein paar Fotos der Gotschnabahn und den Bauloks im Bahnhof.

Der aus dem RE2 aus Davos Platz und RE4 aus Scuol-Tarasp gebildete RE24 verkehrt heute getrennt. Der normalerweise an der Zugspitze stehende Teil des RE4 hat 8 Minuten Verspätung und daher fährt der RE2 Teil als zweiteiliger RE24 weiter. Der RE4 Teil wird dann später ebenfalls als RE24 folgen. Wahnsinn, zu Hause würde der einfach ab Klosters ausfallen.

Im RE4 Teil des RE24 aus Landquart geht es nun durch den Vereinatunnel nach Ardez.

Es ist schon faszinierend was mittlerweile auf dem RhB Netz für ein dichter und durch die diversen Flügelkonzepte auch komplexer Personenverkehr angeboten wird.

Aus der beschaulichen Alpenbahn wie sie es noch in den 90er Jahren zumeist war ist geradezu eine Alpen-S-Bahn, mit teilweise und oft durch Linienüberlagerungen erzeugt im 30min Takt, geworden.

Aber trotz Renovierung und Sanierung, die Stationen strahlen immernoch ein wenig den Charme der kleinen gemütlichen Alpenbahn aus.

In Ardez mache ich mich zu dem Bahnhof nahe gelegenen Fotostandort mit der katholischen Kirche am Friedhof auf. Diesmal mit gut begehbarer Schneedecke statt hüfthohem Grünzeug.

Leider zieht sich der Himmel zu, so dass nur ein Nachschuss auf den R15 von Pontresina nach Scuol-Tarasp mit etwas Blau am Himmel gelingt.

Mit dem RE4 geht es dann weiter nach Scuol-Tarasp wo auch wieder eine Re 4/4 II neben ein paar Güterwagen parkt.

Als diese dann aufgerüstet wird und die Güterwagen bespannt plane ich um und fahre mit dem R15 eine Station zurück nach Ftan Baraigla da ich dort einen brauchbaren Fotostandort vermute.

Der RhB Station von Ftan hat man vir wenigen Jahren den Namen des dortigen aus wenigen Häusern bestehenden Weilers Baraigla beigegeben. Vermutlich um zu Vermeiden dass Touristen hier aussteigen um dann festzustellen dass der Ort Ftan gut 300 Höhenmeter und 2,5km über einen steilen Wanderpfad entfernt liegt. Wer nach Ftan will fährt vom Bahnhof Scuol-Tarasp mit dem Bus.

Erstmal kommt der RE4 vorbei und mit dem Schloss Tarasp im Hintergrund wird der kurze Güterzug abgelichtet.

Und es fängt an zu Regnen als der RE4 nach Scuol-Tarasp den Haltepunkt passiert.

So wird es auch Zeit zur Station zurückzukehren und den altmodischen Haltwunschtaster zu bedienen. Da die Fahrgastnachfrage hier recht bescheiden ist besitzt Ftan auch kein Fahrgastinfosystem oder Bahnsteige mit Mindesthöhe.

Ich fahre nochmal nach Scuol-Tarasp und bleibe im Zug um mit der Rückleistung nach Zernez zu fahren.

Hinter Sagliains geht der Regen in Schnee über. Was so eon paar Höhenmeter doch ausmachen.

In Zernez stehen mehrere Postbusse bereit um durch den Tunnel Munt la Schera Wintersportfans in die italienische Exklave Livignio zu den olympischen Winterspielen zu bringen.

Ich stapfe aber im Schneegestöber zur südlich von Zernez liegenden Kehrschleife.

Und dann kommt im Schneefall der Champagnerfarbene Jubiläums Capricon als RE3 nach Landquart vorbei. Toll, geradezu tarnfarbentauglich bei Schneefall.

Der RE3 der Gegenrichtung setzt sich dabei besser ab und beim R15 nach Scuol kommt sogar ein klein wenig Sonne durch.

Das Sperrschild ist weggedreht, aber wenn der Tunnel gesperrt ist wäre ein „kleiner“ Umweg über den Ofenpass und Bozen nötig. Oder halt über den Berninapass, der aber auch nicht 100% Wintersicher ist.

Noch eine Runde durch Zernez bevor es im RE3 um 16:30 nach Sanedam geht.

In Samedan ist gut eine viertel Stunde Umsteigezeit fällig. Hier hat es nicht geschneit, aber es ist saukalt.

Währenddessen kommt der Güterzug rein, bekommt ein paar Wagen abgezogen und setzt selbst auf andere bereitstehende Wagen auf.

Und dann komnt auch schon der IR durch den Albulatunnel nach Bergpn wo sich das Wetter eher suppig mit Nieselregen präsentiert. Gut dass ich gestern gerodelt bin.

Die auf der Febsterbank stehende und im Fenster eingeklemmt gesicherte CO2 neutrale private Minibar muss auch mal dokumentiert werden bevor es noch kurz in den örtlichen Volg Dorfladen geht und es alsbald Zeit zum Abendessen wird.

Das Hotel Ladina gefällt, leider wird es ab der Sommersaison „nurnoch“ als Hotel Garni betrieben da aus personellen Gründen der Restaurantbetrieb aufgegeben wird. Schade eigentlich, die Halbpension war recht vernünftig.

Danach kam der negative Teil, es musste wieder alles mögliche u. a. vom kleinen Wanderrucksack in den Reiserucksack zurück- und umgeräumt werden. Aber es ging doch wieder alles rein.

Morgen geht’s, wenn alles klappt, via Arlberg nach Innsbruck und für zwei Nächte nach Mittenwald.

Landschaft, irgendwie in Schwarz – Weiss

Ein klein weing blauer Himmel lugt hervor, aber im Engadin hat es sich richtig zugezogen.

Eigentlich wollte ich nach Ardez, aber angesichts der vorausichtlich lückenhaften Schbeedecke mit Schlonz am Himmel plane ich um und bleibe im oberen Engadin.

In Samedan steht mit der Ge 3/3 214 ein regelrechter Dinosaurier im Rangiereinsatz. Wobei sie erst 1984 mit ihrer Schwesterlok und zusammen mit der zweiten Serie Ge 4/4 II in Betrieb ging sieht sie irgendwie viel älter aus. Normalerweise ist die 214 in Chur und die 215 in Samedan im Einsatz.

Zu Fuss geht’s nun entlang der mitlerweile zweigleisigen Strecke zwischen Bever und Samedan nach Bever.

Der zweigleisige Ausbau ermöglicht es dass die Züge zum Albula und im Engadin parallel verkehren können. So kommt erst eine geschobene Alvra Garnitur des IR nach Chur um die Ecke und wird dann von der besser beschleunigenden Capricon Garnitur des Regio nach Scuol-Tarasp überholt.

Noch einen Schlenker über den Bahnhof von Bever bevor es ins Val Bever geht.

Einmal am Tag kommt man auch per Pferdekutsch nach Spinas und zurüpck.

Der Zug ist aber schneller und vermutlich auch die Langlauf Skifahrer. Man beachte übrigens den an der Bank angehängten Handbesen.

Kurz nach dem Albula IR kommt der mit zwei Ge 4/4 II bespannte Güterzug Richtung Chur vorbei bevor dann etwas später der IR nach St. Moritz folgt.

Kurz vor Spinas wartet dann der rekativ kurze Güterzug nach Samedan auf die Kreuzung mit dem nächsten IR nach Chur.

Das ehemalige Toilettengebäude in Spinas ist immernoch verpackt. Vermutlich als Schutz vor der Baustrasse zum alten Albulatunnel.

Im alten Empfangsgebäude gibt es einen beheizten Warteraum und ein tiptop saubere Toilette.

Ein paar Bündner Steinböcke grasen am schneefreien Hang. Nur ihr „Gian & Giachen“, die Graubünden Werbesteinböcke, Geläster über die Touristen ist nicht zu hören 😉

Auf der linken Talseite des Val Bever geht’s nun zurück nach Bever und noch ein paar Züge erwischt. Den zurückkehrende Güterzug mit den zwei Ge 4/4 II verpasse ich leider knapp an einem guten Fotostandort, irgendwie ärgerlich.

Noch eine Runde durchs Dirf und dann zum Bahnhof. L

Den Regio nach Pontresina habe ich um 15min verpasst, aber auch hier hat es einen geheizten Warteraum. Die Wartezeit und RhB WLAN wird für das Hochladen der Wanderung genutzt.

Die Aufzeichnung bei Komoot mit weiteren Bildern zur Runde durchs Val Bever gibt es hier.

Mit dem Regio aus Scuol-Tarasp geht’s nun nach Punt Muragl wo im Ladegleis des örtlichen Baustoffhändler zwei Schiebewandwagen eingestellt wurden. Der alte Güterwagen dahinter  darf aber gemäß eine Aufschrift nicht mehr ins Netz der RhB und dient nurnoch als Werbeträger.

Vorbei an der Talstation der Standseilbahn zum Muottas Muragl geht es nun zu Fuss auf dem Winterwanderweg weiter nach Pontresina.

Da die beiden Strecken von St. Moritz und Samedan nach Pontresina hier relativ parallel zueinander verkehren ist es einfach möglich die Züge auf beiden Strecken nacheinander zu fotografieren.

Kurz vor Pontresina kommen sich die Gleise auch recht nahe, aber da die Ankunfts- bzw. Abfahrtzeiten beider Strecken in Pontresina ein paar Minuten auseinander liegen ist beim aktuell sehr pünktlich verlaufenden Betrieb keine Parallelfahrt abzulichten.

Das Einfahrsignal aus Samedan besitzt einen Zusatzanzeiger der bei Fahrten nach Gleis 3 anzeigt ob das dortige Gleis mit Stammnetzspannung („11“ für 11kV 16,7Hz), oder 1kV Gleichspannung („=“) oder Neutral (Hauptschalter aus, Bügel ab) geschaltet ist.

Der Bahnübergang zum RhB Depot ist als Anrufschranke ausgelegt bei der die Lichzeichen sich kurz nach dem beendeten Schliessvorgang der Schranken abschaltet.

Im Güterladegleis wird Heizöl von den Wagen in die unterirdischen Tanks umgepumpt.

Die Trennstellen zwischen 11kV  und 1kV = sind recht auffällig gekennzeichnet.

Die Aufzeichnung der zweiten und kürzeren Wanderetappe von heute bei Komoot findet sich hier verlinkt.

Das Gepäckaufkommen in Pontresina hält sich sehr in Grenzen, früher bis vor 10-15 Jahren wurden hier täglich etliche Paletten und Gitterboxen mit Gepäck in die Züge verladen, heute reicht der Sprinter des SBB Gepäckservice.

Schade, den Allegra im Lack als Generationenzug hätte ich gerne gestern am Bernina erwischt. So muss ein Bahnsteig Notschuss reichen.

Mit dem Bernina-Express Tirano – Chur geht es ohne Zwischenstop direkt nach Bergün zurück.

Wobei in Samedan kurz abgehalten werden muss da nun der IR aus Chur und der Regio aus Scuol-Tarasp parallel einfahren.

In Bergün wird der eher spartanische Bahnsteig des Gleis 2 genutzt da das Gleis 1 vom stündlichen IR nach St. Moritz belegt ist. Die Türfreigabe erolgt dabei erst wenn der IR ausgefahren ist.

Abendessen dann heute nochmal ausgelagert im Weissen Kreuz mit einem sehr feinen dunklem Appenzeller Bier.

Zum Abschluss noch ein feiner Bündner Tresterbrand, der sehr großzügig bei 4 statt 2cl eingeschenkt war.

Morgen werde ich mal das Rodeln und insbesondere Nachtrodeln einplanen.

Über den Lukmanierpass nach Alp Grüm

So, heute wieder weiter mit Gepäck. Umsetzen von Bellinzona nach Alp Grüm war angesagt. Da für den Weg vom Tessin dort hin in den vergangenen Touren schon diverse Wege wie über den San Bernadino, via Lugano und Bus nach Tirano oder auch via Mailand genutzt wurden wurde heute mal, sozusagen auf den Spuren der ehemaligen Biasca – Aquarosa Bahn, der Weg über den Lukmanier Pass gewählt.

Dazu ging es erstmal wieder durch die Altstadt zim Bahnhof. Bei dem Kunstwerk am Wegesrand frage ich mich ob es eine Eistüte oder einen Norddeutschen im Nordeesturm darstellt.

Mit der S10 wurde dann Biasca erreicht.

In der Fahrplanauskunft war die Eigenartigkeit aufgefallen dass für die späteren Busse ein Hinweis drin war dass die Haltestelle am Bahnhof verschoben sei. Beim Bus um 10:11 aber nicht. Beim Blick auf den Bahnhofsvorplatz ist aber schnell klar dass auch dieser woanders hält.

Auf dem Weg zur provisorischen Haltestelle wird im Depot beim Bahnhof eine angeheizte kleine Dampflok gesichtet.

Die Fahrplanaushänge im provisorischen Halt verwirrend etwas. Ist die Linie 140 doch mit Biasca – Aquarosa – Olivone und dem Logo des regionalen Busanbieters überschrieben, deren Haltestellenkette führt aber bis Disentis. Der Ubersichtsplan daneben suggeriert dazu zwei Betreiber. Den regionalen Bus bis Lukmanier Passhöhe und ab dort den Postbus.

Aber letztenendes war es dann doch wie in der Fahrplanauskunft ausgegen ein durchgehend verkehrender Postbus.

Dieser war bis Aquarosa sehr gut besetzt, ab Olivone waren er aber auch noch zu gut 50% belegt.

Von der ehemaligen und 1974 eingestellten Bahnstrecke nach Aquarosa ist nicht mehr viel zu sehen. Ein Relikt ist die Lawinenzugunterfahrung am Ortsrand von Biasca und ein andres due heute als Busdepot genutzte ehemalige Remise in Aquarosa.

Hinter Olivone steigt die Strasse dann stärker an und mit ein paar Kehren geht es hinauf zur Lukmanier Passhöhe.

Im Gegensatz zur Fahrt über den Grimsel, Susten oder Gotthardpass hat es hier keine 20min Aufenthalt und es geht sogleich in den Lawinenschutztunnel in dem sichvdann auch der höchste Punkt der Passstrasse mit 1972m.ü.M. befindet, womit der Lukmanierpass mit der niedrigste alpenqerende Pass in der Schweiz ist.

Von nunan ging es bergab und bach vielen schönen Ausblicken ins Alpenpanorama kommt nach 1 3/4h Fahrt das Kloster von Disentis/Mustér in Sicht.

Hier war etwas Zeit beim Umstieg der für einen Einkauf genutzt wurde und um das Umspannen des Glacier-Express nach Zermatt von der im historischen Grün gehaltenen Ge4/4 II 611 der RhB auf eine HGe4/4 II der MGB zu beobachten.

Der Glacier-Express ist neben RhB Güterzügen und den immer seltener werdenden mit Deh4/4 der MGB bespannten Pendelzügen, wobei diese nicht mehr nach Disentis kommen, einer der wenigen nicht mit Triebwagen geführten Züge hier.

Ansonsten dominieten hier die MGB Komet und RhB Capricon Triebwagen den Verkehr.

Der aus zwei Capricon gebildete Zug nach Chur ist geführt vom Capricon der beim Rekord am Albula 24 weitere Capricon im Schlepptau hatte.

Diesmal kann er aber auch wieder in ganz normaler Vielfachsteuerung das Vorderrheintal hinsb fahren.

Nach der Rheinschlucht ist in Reichenau-Tamins umsteigen Richtung Albula angesagt, wobei dirt der Zug nach Disentis mit dem einzigen in Champagnersilber lackierten Capricon vorbei kommt. Sieht interessant aus, aber Rot steht dem Triebwagen besser.

Bei bestem Wetter präsentiert sich die Albulalinie, Bilder werden eher weniger gemacht denn man ist ja nicht zum ersten mal hier 😉

In Preda sond die Bauarbeiten zum Umbau des alten Albulatunnels in einen Rettungsstollen/-tunnel im vollen Gange.

Der 3min Anschluss am selben Bahnsteig in Samedan klappt reibungslos und ebenso der letzte Umstieg des Tages in Pontresina in die Berninabahn.

Statt des Allegra wurde als Sitzplatz der als vorletzter Wagen eingereihte AB-Wagen ausgewählt. Wobei dort eine Familie mit zwei „wohlerzogenen“ Blagen nervte.

Aber die Aussicht auf die grandiose Landschaft und die sehr respektable Wagenschlange entschädigte etwas.

Vorbei am einer dekorativen Steinsammlug aks Überbleibsel der Sperrstelle Bernina wurd alsbald der Lago Bianco erreicht…

… und damit auch Ospizio Bernina mit 2254m.ü.M. der höchste Punkt der heutigen Tour und damit sind es nurnoch wenige Minuten bis zum heutigen Tourziel Alp Grüm.

Bezug des Zimmers mit Blick auf den immer mehr schwindenden Palü Gletscher und noch ein kurzer Spaziergang zur nun mit einem dekorativen Aussichtspunkt versehenen Kehrschleife am Bahnhof.

Im letzten Sonnenschein noch eine heisse Ovomaltine auf der Terasse bevor es ans auspacken geht.

Die in Basel auf gerademal 260m.ü.M. gekaufte Chipstüte hat sich nun auf 2090m.ü.M. ganzschön aufgebläht.

Noch kurz mit den NightJet Schlappen etwas entspannen bevor es zun Essen geht.

Schon fast traditionell gibt es Pizzoccheri und das anschließende Braulio „Sorbet“… ein Traum.

Vor dem Weg ins Zimmer mache ich noch schnell einen Abstecher in die Kälte für ein Foto vom letzten Zug des Tages.

Aber auch der Blick aus dem Zimmerfenster mit dem Sternenhimmel kann sich sehen lassen.

Zum Abschluss wieder der heutige Fahrplan:

Ab 09:20 Bellinzona – Gl. 2 (S10, Richtung: Biasca)
An 09:37 Biasca – Gl. 3

Fussweg

Ab 10:11 Biasca, Stazione (B 140, Richtung: Disentis/Mustér, staziun/posta)
An 11:57 Disentis/Mustér, staziun/posta

Fussweg

Ab 12:44 Disentis/Mustér – Gl. 2 (RE7, Richtung: Chur)
An 13:49 Reichenau-Tamins – Gl. 3

Ab 14:08 Reichenau-Tamins – Gl. 4 (IR 38, Richtung: St. Moritz)
An 15:45 Samedan – Gl. 2

Umsteigen

Ab 15:47 Samedan – Gl. 3 (R 15, Richtung: Pontresina)
An 15:55 Pontresina – Gl. 1

Umsteigen

Ab 16:05 Pontresina – Gl. 4 (R 19, Richtung: Tirano)
An 16:49 Alp Grüm

Morgen geht’s dann nach St. Moritz ein wenig Bahntechnik anschauen und dann über den Maloja Pass zum mit einer recht eindrucksvoll verlaufenenden Seilbahn zum Albigna Stausee.

Wandern, Bus und Bahn

So, heute war ich rechtzeitig wach und das Wetter spielt auch mit.

Also dann mal flott runter zum Landwasser-Viadukt und auf dessen Ostseite die Fotohornisse aufrüsten.

Entweder fuhr der Güterzug Richtung Engadin nicht oder so früh dass ich ihn verpasste. Aber der Bauzug Richtung Chur kam vorbei.

Und nachdem der Taktknoten der IR um 9 Uhr in Filisur noch mitgenommen wurde lief ich weiter zum benachbarten Viadukt über den Schmittner Tobel auf dem der Bernina-Express nach Tirano und der Glacier-Express nach Zermatt abgefangen werden konnte.

Danach geht’s auch schmalen Pfaden an Wiesen entlang Richtung Alvaneu.

Das Panoramafenster am Viadukt erschließt sich mir noch, aber weiter unten steht eines mit Blick zum Muchetta, dem Filisurer Hausberg, welches eher an eine Übungsanlage für Scharfschützen erinnert.

Der Wanderweg ist auch als Wasserweg ausgeschildert und nach dem kleinen Kraftwerk am Viadukt taucht hier nun ein kleiner Wässergraben auf der eine Fischzucht mit Wasser versorgt.

Und dann ist schon Alvaneu erreicht. Ursprünglich wollte ich bis Surava weiterlaufen, ändere aber meinen Plan und nutze den kurz darauf kommenden Postbus nach Filisur.

Die Haltestelle ist direkt am Bahnübergang gelegen und wie auch schon in Wiesen nur auf einer Seite ausgeschildert. Aber wer Postbus Fahrer kennt muss sich keine Sorgen machen auf der falschen Seite zu stehen. Die erkennen wer mitfahren will, egal wo.

Die Buslinie ist nichts für „Geradeausfahrer“, denn der Bus muß am Ortsende von Alvaneu Bad mittels Rückwärtsfahrt in eine Seitenstraße die Fahrtrichtung ändern, in Filisur hat es nicht nur eine Passage in der Ortsdurchfahrt durch die der Bus nur knapp durchpasst und am Bahnhof ist nochmal rückwärtsfahrt an die Haltestelle angesagt.

Auf Gleis 3 kommt in Filisur gerade der Nostalgiezug rein und rasch wird die Ge4/4 I umgesetzt.

Und natürlich nicht ohne Bremsprobe wird der Zug zur Rückfahrt nach Davos Platz bereit gemacht.

Ich entere aber den IR welcher heute ausserplanmäßig in Spinas hält und damit noch eine kurze Wanderung nach Bever drin sein sollte.

Der Arbeitswagen der Oberleitung hat über Nacht von Sameden nach Preda umgesetzt.

In Spinas herrscht schon Wallung. Pavillons werden aufgebaut, Personal eingewiesen usw. usf.

Ich nutze nochmal die Chance beide Tunnelröhren mit Gleisen abzulichten.

Die Weiche in der Verbindung ist noch in Richtung alter Tunnel festgelegt, das dürfte sich am Sonntag ändern.

Was mich erstaunt ist der absolut ungesicherte Übergang unmittelbar am alten Tunnelportal. Keinerlei Warnschilder und der Zugang bis hierher ist auch öffentlicher Bereich. In D absolut undenkbar.

Um den Bus in Samedan noch zu erreichen geht es nun strammen Schrittes talabwärts nach Bever.

An einigen Stellen liegt hier im Val Bever noch Schnee bis zum Talboden.

Der Zug nach Chur kann noch abgelichtet werden, das Wetter ist top und der Bach tost.

Und dann überrascht mich noch der Güterzug nach Sameden bevor dann noch der IR nach St. Moritz vorbei kommt.

Fast auf den Punkt komme ich kurz vor dem RE3 nach Samedan in Bever an.

Die Bahnfahrt ist nur kurz und ab Samedan geht es mit dem Postbus über den Bernina. Eine Verbindung die ich bisher noch nie gefahren bin, aber im Graubünden-Pass ist der Postbus mit drin. Darum, warum nicht.

Ab Bernina Lagalp liefern sich der Zug und Bus ein kleines Wettrennen Richtung Passhöhe.

Auf der Passhöhe, oberhalb der Bahnstation Ospizio Bernina, liegt auch noch einiges an Schnee, was aber etliche Rennradfahrer nicht von der Querung abhält.

Die Passstrasse ist auf der Südseite sehr von Kehrschleifen aber auch wunderbaren Ausblicken geprägt.

Wegen mehrerer Baustellenampeln wegen Sanierungsmaßnahmen an den Stützmauern hat sich der Bus gut 6min Verspätung eingefangen, ist aber immernoch vor dem Zug in Poschiavo angekommen.

Im Depot wird derweil einer der offenen Aussichtwagen bereit gemacht, die Schneeschleuder wartet unverändert auf den Winter.

Ich nutze die Zeit zum Einkauf im Coop. Getränkesouvenirs sind auf dem Plan.

Eindrucksvoll ist auch die Rampe in den Bahnhof hinein, den hier gerade der Zug nach Tirano passiert. Die einstigen Zugpferde der Berninastrecke ABe4/4 II Nr. 51 und 53 sind abgestellt und warten auf bessere Zeiten, oder den Verwerter.

Der Hofhund wartet derweil am Kopfgleis auf die  nächsten Rangiereinsätze.

Der Vorteil der Allegra auf der Berninastrecke ist dass man in den Triebwagen auch die Bernina-Express Garnituren zuschlagsfrei und ohne Reservation nutzen kann.

Und so geht es ohne Umsteigen Richtung Albula.

Das Wetter ist heute nördlich des Berninapass besser wie im Puschlav. Aber was heisst schon besser. Es ist warm und es regnet nicht. Was will man mehr.

Der langsam auftauende Lago Bianco fasziniert abermals.

Und schon rasch ist Pontresina erreicht. Der Mehrsystem-Allegra-Triebwagen rollt dabei abgebügelt direkt in das mit 11kV Wechselspannung überpannte Gleis 1 was  mit der 11 schon am Einfahrtvorsignal vorangezeugt wird. Bei Fahrt mit der 1,5 kV Gleichspannung wäre ein „=“ angezeigt.

Über Spinas, dem alten Albulatunnel und das Albulakarussel geht’s weiter nach Bergün wo der Glacier-Express mit der grünen Ge4/4 II gekreuzt wird und zudem eine der wenigen Kreuzungen von Personenzügen in Bergün ist. Das Gleis 2 besitzt hier nämlich nur einen eher rudimentären Bahnsteig.

In Filisur steige ich aber noch nicht aus.

Und fahre erstmal bis Tiefencastel weiter.

Erstaunt stelle ich fest dass das Stellwerk hier noch kein ESTW ist, der Stelltisch dient dem Schalterpersonal aber nurnoch zur Information oder Deko. Das Stellwerk wird aus Landquart ferngesteuert.

Der Bahnsteig 2 wird auch hier selten genutzt, erstaunlich ist dabei der nur mit Warnschildern gesicherte Zugang zum Gleis 2.

Mit gut 8min Verspätung wird kurz nach 18 Uhr Filisur wieder erreicht.

Heute wieder ein feines Abendessen mit Bündner Pinot Noir und Cup Colonel zum Abschluss.

Noch ein Fotomotiv mit dem beim letzten Besuch im „alten Grischuna“ erworbenen Likör.

Der ist dann morgen zum Abschluss fällig.

Die Aufnahmen zur blauen Stunde gehen nur Fr und Sa da dann um 22 Uhr nochmal gekreuzt wird. So bis Do ist nach 21 Uhr Betriebsruhe.

Zum Abschluss noch die Links zu Komoot

1. Wanderung zum Landwasser-Viadukt und Alvaneu.

2. Wanderung von Spinas nach Bever durchs Val Bever.

Morgen dann… Na schaun wir mal was am letzten Tag kommt.

Durchs Centovalli nach Alp Grüm

Heute war nach schönen Tagen in Brig wieder ein Stellungswechsel angesagt und daher war in Brig der EC um 7:44 Richtung Venedig, ein ETR610 aber wenigstens mit SBB Ausstattung, bis Domodossola angesagt.

Dass das Hotel so nahe am Bahnhof liegt war hierbei für entspanntes Frühstücken von Vorteil.

Pünktlich wurde dann auch das italienische Domodossola erreicht.

Hier war dann Umsteigen in den Untergrund zur von der italienischen SSIF und der schweizer FART in Kooperation betriebenen Centovallibahn nach Locarno angesagt.

Der Zug ist im Fahrplan als PE, also Panorama Express, dargestellt und so wurde angenomnen bzw. befürchtet dass einer der unseligen Traktionen aus den Schneewittchensärgen aus 1x ABe4/4 und 2x Be4/4 von 2007 das zudem zuschlagpflichtige Fahrzeug für die knapp zweistündige Fahrt auf der 52km langen meterspurigen Strecke wird.

Zur Freude aller Mitreisenden der Gruppe kam dann aber der ABe8/8 Nr. 21 von 1959 in die Station einrollte.

Die Reservation für unsere Gruppe war an den Kopfstützen zu finden und kurz darauf ging es mit dem Fahrzeug mit seiner eigenwilligen Wandgestaltung los nach Locarno.

Die Strecke führt zunächst quer durch das breite Tal der Ossola um dann an dessen östlichen Rand mit recht bemerkenswerten Steigungen und Kerhrschleifen an Höhe zu gewinnen um sich anschließend oberhslb des tiefen Tals der (des?) nach Domodossola fliesenden westlichen Melezza nach Santa Maria Maggiore zu schlängeln.

Ab dort wird der zum Lago Locarno fließenden östlichen Melezza gefolgt welche später das dem Zug namensgebende Centovalli durchquert.

Einige Zeit wird das Tal relativ breit bevor es bus zur schweizer Grenze zunehmend enger, tiefer und schroffer wird.

Leider ist das spektakuläre Centovalli zwischen Camedo und Intragna kaum sinnvoll fotografierbar. Das Auge nimmt es aber begierig auf.

Hinter Intragna wird spektakulär das Tal des Isorno gequert bevor es von Palmen begleitet nach Ponte Brolla geht wo einstmals die Maggiatalbahn abzweigte und sich der namensgebende Fluss tief in die Felsen eingeschitten hat.

Und dann ist auch schon Locarno mit seinem parallel zum oberirdischen SBB Bahnhof liegeden Tiefbahnhof der Centovallibahn erreicht.

Weiter geht’s mit dem Treno Gottardo der SOB, unter Optimierung des Koffeinpegels,bis Bellinzona.

Auf Grund von aktuell nicht erkennbaren aber aus früheren Touren bekannten Fastnachtsumtrieben sind die Bushaltestellen in die unterhalb des Bahnhofs liegende Parallelstrasse verlegt wo auch pünktlich der Expressbus nach Chur ankommt und der Postbuschauffeur sich persönlich um das Verstauen des Grossgepäcks im Bauch des Busses kümmert.

Ist das nun auf dem Weg zum San Bernardino das Misox im unteren Teil noch rekativ flach so ändert sich dies geradezu Schlagartig ab Mesocco. Schade dass die schon seit 2016 endgültig stillgelegte Misoxer Bahn nie bis Thusis erweitert wurde. Der Abschnitt zwischen Mesocco und San Bernardino wäre dem eines Albulas oder Bernina bestimmt ebenbürtig geworden.

Nach dem Ort San Bernardino geht es im 6,6km langen Tunnel unter dem namensgebenden Pass hindurch ins Hinterrheintal. Auch hier hat sich der Winter recht rar gemacht, wenngleich etwas mehr Schnee liegt wie im Misox.

Durch das Hinterrheintal und somit auch der Via Mala Schlucht aber dirt zumeist im Tunnel geht’s hinauf nach Thusis …

… wo es laut Fahrplan den heutigen kritischen, da mit mit 4min recht knappen Anschluss Richtung Albula hatte, aber der Bus war gut 5min zu früh in der Postautostation was das Umsteigen sehr entspannt machte.

Laut Fahrplan verkehrte der RE nach St. Moritz als Ersatzkomposition und bestand daher nicht aus einem Albula Gliederzug plus Verstärkerwagen sondern vollständig azs den typischen RhB Einheitswagen.

So konnte nun bei erneuter Koffeinaufnahme die Landschaft bei weiterhin bestehenden „Kaiserwetter“ genossen werden.

Filisur wird passiert und die Rodelbahn Peda – Bergün ist trotz eher schwacher Schneelage offen und benutzt. Aber diverse Eis, Schneematsch auch schneefreie Stellen sind auszumachen.

Das neue Albulatunnel geht in den Endspurt, auf der Nordseite in Preda läuft der Rückbau der Bauinstalationen an und in Spinas muss vsl. noch ein Gebäude weichen welches noch in der zukünftigen Tunnelzufahrt steht. Nochmal umsteigen in Samedan, was trotz 5min Verspätung problemlos klappt, und Pontresina ist erreicht.

Fahrt Frei und so startet die letzte heutige Etappe nach Alp Grüm bei bestem Wetter und tollen Aussichten nach rechts und links sowie durch den Führerstand auf die Stecke.

In Ospizio Bernina grüssen hinter dem „Minitunnel“ der Remise bereits das Puschlaver Berge und kurz darauf ist Alp Grüm erreicht.

Zeit für eine Ovo auf der Terasse und ein paar Fotos. Diesmal habe ich das Zimmer „Bernina“ mit Blick uim Bahnsteig und nach Sassal Masson (letzteres siehe Beitragstitelbild).

Langsam dämmert es und vor dem Abendessen können noch ein paar Bilder gemacht werden.

Due Schneehöhe an der offiziellen Messstelle ist deprimierend.

Noch den 18:53 nach Poschiavo abgelichtet bevor es zum Abendessen geht, mit Pizzoccheri und Bündner Rotwein aus Malans.

Morgen soll das Wetter nicht ganz so sonnig werde, aber mal schauen was es so bringt und wo es am „freien Tag“ dann hin geht.