Winterliche Heimfahrt

Hoppla, was ist das denn?

Gestern sah man auf manchem Höhenzug in den Vogesen ganz oben leichtes Weiß, aber über Nacht scheint das Zeug den Weg hinunter in die Oberrheinebene gefunden.

Ich überlege kurz ob ich es trotz der „Chaosflocken“ wagen soll via Lauterbourg zu fahren, aber warum nicht. Von Strasbourg bis Lauterbourg geht es zweigleisig geradeaus und dann ist ja schon D in Sichtweite und dort sorgt DIANA für alles… [Sarkasmus off]

Obwohl beiderseits auf Hafas basierend (mon dieu SNCF, Le App und Programm von die Deutschen?!?) sind sich die SNCF App und die DB Navigator App uneinig ob 3 Minuten zum Umstieg in Lauterbourg reichen. Hint: Die Papierversion weist es als Anschluss aus.

Na dann lass ich mich mal überraschen und so wird sich zuvor gut gestärkt zum Bahnhof gestapft.

Die SNCF scheint derweil dank der „schmutzunempfindlichen“ neuen Lackierung ihres Premiumproduktes sich denen der DB anzugleichen. 😉

In Strasbourg habe ich genügend Zeit für den Fahrkartenkauf und zusätzlich auch noch zum Fotografieren der Tram.

Warum zusätzlich?

Nunja, der Zug nach Lauterbourg wird mit vsl. 25min Verspätung angekündigt. Grund ist die vorherige Leistung aus Lauterbourg die normal 10 min Wendezeit hat ind mit +30 angekündigt ist.

Somit hat sich auch die Frage zu dem 3min Übergang geklärt. 😎

Der Strasbourger Hauptbahnhof hat keine richtige oder adäquate grosse Haupthalle und so wurde vmtl. zusammen mit dem Tramtunnel eine „Glasraupe“ vor das Empfangsgebäude gelegt um hier grosszügige und wettergeschützte Warteflächen zu generieren.

Da das Wetter aber nicht so übel ist und der Zug auf Gleis 33 angekündigt wird schaue ich mir lieber die diverses aus Richtung Norden bzw. Westen einfahrende Züge an und mit exakt 30min Verspätung kommt auch der vierteilige AGC aus Lauterbourg an und mit +20 geht es durch die weiß gepuderte Landschaft nach Norden.

Durch die eher unspektakuläre Landschaft geht es rasch vorwärts und alsbald ist Rœschwoog erreicht. Vor dem Bahnhof überquert zunächst die ehemalige Strecke aus Haguenau die Trasse um dann hinter dem Empfangsgebäude vorbeizuführen. In der Verlängerung führte diese über den Rhein nach Wintersdorf und Rastatt und war damit Teil einer Verbindung von Saarbrücken und Metz nach Karlsruhe und Stuttgart. Ein kurzer Teil führt noch bis vor die Rheinbrücke zum dortigen Industriegebiet. Die ganze Strecke weist mit u. a. Herrlisheim, Rœschwoog und Lauterbourg eine insbesondere für französische Verhältnisse eine relativ hohe Anzahl von bedienten Gleisanschlüssen auf.

Kurz darauf wird Lauterbourg erreicht dessen ausladenden Gleisanlagen heutzutage recht überdimensioniert scheinen. Diese werden von je einem Stellwerk im Nord- und Südkopf bedient, wobei der stressigere Job im nördlichen Stellwerk besteht da hier stündlich Züge von und nach Wörth fahren und ein Bahnübergang zu bedienen ist. Im Süden dürfte es ob des „entspannten“ Fahrplans mit bis zu 4h Lücken wesentlich ruhiger zugehen.

Lauterbourg ist mit der letzte Bahnhof im Elsass mit angepassten „deutschen“ Signalen.

Der Zug erreicht das Gleis C (zweites vom Empfangsgebäude weg) währen auf dem Gleis A (drittes Gleis vom EG weg) ein dreiteiliger AGC wartet und später wird er entgegen dem auf den Monitor angezeigten Gleis C die Rückleistung nach Strasbourg übernehmen.

Pünktlich erreicht dann auch der DB Regio Talent aus Wörth den Bahnhof auf Gleis B und ja, die im Fahrplan auch in diese Richtung angegeben 3min Umsteigezeit klappen.

Kurz nach der Abfahrt des Zugs nach Strasbourg geht es im Talent weiter nach Wörth und über den Rhein nach Karlsruhe.

Dort verwirrt mich etwas die Kombination aus Polizeiwache und Bahnhofstoilette. 🤣

Die knappe Stunde Wartezeit wird mit einer Bockwurst überbrückt und dann geht es bequem im SBB Panoramawagen nach Mainz. Wegen der Sperrung zwischen Worms und Mainz wegen der Inbetriebnahme des ESTW Oppenheim geht es via Riedbahn und dann über Groß Gerau nach Mainz. Nicht ohne beim Einfahren in Groß Gerau die HLB auf dem Weg nach Darmstadt zu stutzen.

Aha, um 15:59 gibt es einen Flashmob im IC bei dem „Endstation Sehnsucht“ aufgeführt wird, oder wer hat hier bei der Eingabe gepennt?

Die HLB Kiste bleibt dann bei der Einfahrt erst mal im Gleis 4b stehen, es kommt prompt eine Ansage dass er heute in 4b hält (normal 4a) und kaum setzt sich die ganzen Heerscharen wartender Kunden in Bewegung um zum Zug zu laufen fährt die Gurke nach 4a vor. Super…

Die Sitze der HLB Grinsekatze / Mops Triebwagen verdienen einen Platz im Ranking des „Sitzmuster des Todes“ wobei ich nicht weis was schlimmer ist. Der Modeschmack der Tusse im Pseudofellmantel, das Sitzmuster oder die übliche Missachtung der Fensterteilung der ohnehin schon winzigen Fenster. Ach was war das vorhin im Panoramawagen so schön…

Aber bald ist Darmstadt erreicht und dann die Dienstkutsche für den morgigen Früheinsatz in Mainz Weisenau vom Schnee befreit.

Hier der heutige Fahrplan:

1) SWE87422
-> Strasbourg
Ab 10:19 Kork, Gleis 2
An 10:34 Strasbourg

2) TER30734
-> Lauterbourg
Ab 10:53 Strasbourg
An 11:42 Lauterbourg

Ab Strasbourg +27, Lauterbourg an +27

3) RB 52
-> Wörth(Rhein)
Ab 12:45 Lauterbourg
An 13:00 Wörth(Rhein), Gleis 4

4) RB 51
-> Karlsruhe Hbf
Ab 13:08 Wörth(Rhein), Gleis 5
An 13:27 Karlsruhe Hbf, Gleis 1

5) EC 8
-> Hamburg-Altona
Ab 14:12 Karlsruhe Hbf, Gleis 3
An 15:27 Mainz Hbf, Gleis 3a/b

6) RB 75
-> Aschaffenburg Hbf
Ab 15:49 Mainz Hbf, Gleis 4a
An 16:20 Darmstadt Hbf, Gleis 8

Weiter Rheinabwärts

Da der Lidl Markt neben dem Hotel ein neues Domizil bauen lässt gibt es ab 7 Uhr einen gratis Weckdienst 😎

Nach dem Frühstück und Aufrüsten der Karre ging es zunächst rechtsrheinisch Richtung Wintersdorf. Ab Rheinkilometer 300 erwische ich bis zur Schleuse Iffezheim mehrfach das gleiche Schiff, die Matrico. Das talwärts fahrende Schiff fährt gut 20 bis 22km/h während die gegen die Strömung fahrenden Schiffe geschätzt nur halb so schnell unterwegs sind.

Der Radweg ist relativ gut ausgeschildert, er verliert sich jedoch vor der Schleuse Iffezheim. Vmtl. auch da nie ganz klar ist ob er auf dem Damn oder auf der parallelen Landstrasse verläuft.

Die Tore der Schleuse Iffezheim sind anders wie die der bisherigen Schleusen. Wägren die des Rhein-Rhone-Kanals klassisch seitlich aufgeklappt wurden und die des Rheinseitenkanals nach oben oder unten weggezogen wurden fahren die Schleusentore hier seitlich ein.

Ein paar hunderte Meter weiter rheinabwärts folgt die Wintersdorfer Bahnbrücke.

Zunächst wurde aber das heutige Streckenende in Wintersdorf in Augenschein genomnen. Die ehm. Bahnstecke Rastatt – Rœschwoog wird noch zur Bedienung des Rastätter Industriegebiets genutzt undvor der Brücke über die Dorfstraße (L78a) von Wintersdorf sitzt ein Prellbock da die Brücke einen knappen Meter angehoben wurde.

Während die Zulaufstecken nach dem WW2 nur noch eingleisig ausgelegt wurden befinden sich auf den alten und neuen Brücknteilen zwei Gleise mit Rillenschienen im Straßenplanun. Auf der deutschen Seite ist das talseitige Gleis angebunden. Auf der französischen Seite erreicht die Bahntrasse bergseitig die Brücke, den Rostspuren im Asphalt nach dürfte es aber auch auf die talseite verschwenkt sein. Während für Fußgänger im neuen Brückenteil ein richtiger Seitenweg besteht ist dieser im alten Brückenteil nur gut 50cm breit.

Auf der französischen Seite einem erwartet dann der gut ausgebaute und markierte linksrheinische Radweg nach Lauterbourg.

In Lauterbourg besuchte ich den Bahnhofder noch über Flügelsignale deutscher Bauart verfügt.

Nachdem der nach 1945 nur noch spärlich vorhandene grenzüberschreitende Verkehr der Strecke Wörth – Strasbourg eingestellt und 1984 auch der Personenverkehr von Wörth nach Berg eingestellt wurde gab es ab 1999 einen Saisonverkehr am Woch. Seit 2002 verkehren wieder tägliche Züge im Stundentakt von 5 bis 22 Uhr zwischen Wörth und Lauterbourg.

Auf französischer Seite verkehren 9 Zugpaare von denen in den Sommerferien 4 nicht verkehren eas zu langen Pausen für Umsteiger führen kann.

Gemütlich geht es durch Lauterbourg und „Eisaufnahme“ im ehm. deutschen Zoll nach Maximiliansau und über die Rheinbrücke nach Knielingen in Baden-Württemberg was nach 95km Fahrt (wie üblich mit mehr Bildern bei Komoot) erreicht wird.

Nach einem hervorragenden Abendessen ist es nun Zeit für’s Bett.