Vom Allgäu über den Bregenzer Wald zum Bodensee

Über Nacht hat sich das Wetter geändert und als ich gegen 9 Uhr aufbrechen will fängt es gerade richtig an zu regnen. Das Regenradar lässt das Gebiet überschaubar erscheinen und so warte ich noch eine Stunde ab bis es nurnoch tröpfelt.

Aber die Vorhersage kündigt weitere Regengebiete an, Schaumermal.

Unter den ex Bahnbrücken auf dem Illertalradweg die erste Überraschung, bitte wieder hochradeln, der Weg ist wegen Erdrutsch gesperrt und so geht es erst hinter dem Stadtteil Eich runter an die Iller.

Das Neubaugebiet von Eich erinnert stark an Bauanleitungen für Lego Bausätze. Der Illertalradweg hingegen ist hier ein besserer Trampelpfad, erst später erreicht er eine für Radwege akzeptable Breite.

Durch den Regen ist der Radweg relativ aufgeweicht und dementsprechend saut sich das Rad ein. Bei Rauns verlasse ich drn Radweg ubd nutze die trotz diverser Steigungen besser befahrbarene aber wenig befahrene Strasse.

Ist der Bauer reicher, fährt er einen Eicher 😉

Bei Stein im Allgäu lege ich mich dann vor der Kulisse der örtlichen Kirche für die diversen meist verspäteten Züge auf die Lauer.

Den IC 2012 nach Dortmund habe ich wegen der „Regenpause“ leider verpasst.

Diverse RE 7, 70 und 75 werden noch abgewartet bevor es weiter nach Immenstadt geht.

Und wie letztes Jahr, nur ca eine Woche später, geht’s weiter am Alpsee vorbei Richtung Oberstaufen wobei natürlich auch noch ein paar Züge ins Bild drängen  😀

Und weiter nach Oberstaufen…

Dann noch quer durchs Ort, der einstige EDEK wurde zum Selbstbedienungsmarkt, was ich gerne ignoriere. Es hat bestimmt nich andere Geschäfte am Weg.

Und dann mal stramm runter ins Tal der Weißach.

Dee Weg folgt zunächst der Weißach in Richtung Talboden.

Aber ab dem Stausee klettert er kontinuierlich vom Talboden hinauf. Bei Eibele wird dann unspektakulär die Landesgrenze nach Österreich auf dem Wanderweg über den Grenzbach überschritten.

Willkommen in Vorarlberg, dem Österreichischen Bundesland dem die Schweiz 1919 den Beitritt verwehrte.

Es geht weiter stramm bergauf und entlang der Dörfer auf dem nördlichen Talrücken der Weißach geht’s mit super Ausblicken über den Bregenzer Wald nach Westen.

Ein Blick nach Hitzisau und irgendwann geht es dann stramm hinab.

Hinunter ins Tal der Bregenzer Ach wo bis 1980 die Bregenzerwaldbahn verkehrteund dann aber der ÖBB den ausreichenden Grund für eine Betriebseinstellung gab. Heute verkehrt nurnoch auf den 5km zwischen Schwarzenberg und Bezau die 2018 besuchte Museumsbahn.

Die Trasse wurde grossteils zu einem Rad- und Wanderweg umgewandelt. Leider nicht im Abschnitt Doren-Sulzberg nach Kenelbach. Hier ist der Weg vor der abgespeckten Brücke über die Rotach und dem Rotachtunnel versperrt.

Also wieder zurück zum ehemaligen Bahnhof von Doren-Sulzberg dessen namensgebende Orte mehrere hundert Meter oberhalb und teils etliche Kilometer entfernt liegen.

Heute befindet sich heute ein Campingplatz und im dortigen Kiosk wurde kurz auf einen Eiscafe eingekehrt.

Achja, schon aufgefallen? Der Regen blieb bisher aus, ganz im Gegenteil kommt immer öfter die Sonne durch.

Verblödet die Nutzer der Rad- und Wanderwege komplett wenn es schon Schlider braucht die vor den Kanten am Rand der Wege warnen? 🤦‍♂️

Aufwärts der Ach geht es nun bis zum Kraftwerk Langenegg und auch hier kann man nur sagen, schade um die schöne Bahnstrecke welche sich nicht vor diversen schweizer Bergbahnen zu verstecken gebraucht hätte.

Ab dem Kraftwerk geht es ermal wieder auf der anderen Talseite flussabwärts bis zum Kraftwerk Alberschwende.

Ab hier geht’s wieder stramm bergauf bis kurz vor Alberschwende und ab dort erstmal leicht auf und ab über die Terasse oberhalb des Tals.

Ab dem Ort Buch geht es dann kontinuierlich bergab hinunter in Richtung Wolfurt.

In Wolfurt wechsel ich, in der unbegründete Hoffnung auf einen Blick ins Tal, auf einen Trampelpfad der nur bergab schiebend bewältigt werden kann.

Über die Brücke geht’s nach Kenelbach wo im dortigen kleinen Spar Markt die Getränkevorräte ergänzt werden.

Unter der Autobahn beim Bregenzer Ortsteil Rieden findet sich noch die alte Bahnbrücke über den Werkskanal, die Trasse ist sonst teils durch Strassen und Bauten unterbrochen.

In Rieden ist diese teils in Quartiersstrassen aufgegangen. Der Riedentunnel wurde 1994 in den Radweg integriert, wobei westlich des Tunels die Trasse und Bahbdämme abgetragen und überbaut wurde.

Noch ein wenig durch das Quartier geradelt und das Hotel Deutschmann wurde erreicht während von Westen her tiefschwaze Wolken aufzogen.

Auf dem kurzen Weg von der Radabstellung hinter dem Hotel um dieses herun zum Eingang war ich dann heute doch noch „geduscht“ bevor ich zum duschen kommen konnte.

Als die heftige Gewitterzelle langsam vorbei ist gehe ich zur Pizzeria Galileo in der es eine super Calzone gab.

Auf dem Weg dahin ein Ampel die in Gelb „Grün kommt“ verkündet. Der Lindner würde hier in seinem Porsche kotzen. Aber Fußgängerampeln kennen FDP Fratzke eh nicht 😉

Die heutige Tour was nun die dritte Version. Nachdem sich die beiden Hotels der früheren Planungen vor und hinter dem Pfänder auf die Websiteanfrage nicht gelegt hatten wollte ich ursprünglich über den Pfänder nach Bregenz fahren, da ich dort aber schon 2021 vorbei kam, wollte ich stattdessen über das Tal nördliche der Nagelfluh fahren, ob der angekündigten Regenfälle plante ich aber auf feste Strassen statt Feldwege um. Aber was nicht ist kann ja noch werden.

So wurden es nun 88km mit 1000m aufwärts wie hier bei Komoot en Detail anzusehen. Der Akkustand war zum Tagesetappenende bei 46% was mich hinsichtlich der Etappen nach Disentis und Fieso doch etwas beruhigt nicht unterwegs „saftlos“ zu werden.

Mit zusätzlichem Abstecher hinauf Richtung Allgäu

Eigentlich wäre heute mit eine der entspanntesten Etappen der Sommerradtour2024 gewesen aber dann hatte ich eine Idee 😁

Nach dem sehr feinen Frühstück im Löwen, dessen junges internationales Team einen klasse Job macht, fuhr ich erst noch eine Runde durch die Altstadt bevor ich mich auf den Weg Richtung Memmingen machte. Einen Zug der Weißenhorner Strecke erwischte ich nicht, da ich genau zwischen den Takten startete.

Aber an der Strecke von Ulm nach Memmingen erwischte ich eine „Gruselkiste“, den Pesa Link, auf dem Weg nach Ulm.

In Altenstadt / Iller versieht noch ein mechanisches Stellwerk mit Inselbahnsteig für das Gl. 2 den Dienst was sich mit gefühlt ewig langen Wartezeiten bei Kreuzungen auswirkt.

Interessant, aber hier nicht im dargestellt, ist dass sich mechanischen Sperrsignale nur im Gleis 1 befinden, die aber anders wie die die beiden Bahnübergänge der beiden Bahnhofsköpfe deckenden Hauptsignale, gut 20m hinter den Bahnübergängen stehen. Wozu es diese überhaupt gibt sei zudem die Frage. Es gibt keine Nebengleise mehr und Rangieren findet daher hier auch nicht statt. Aber egal, Projektierung der „ist halt so“ Rubrik.

Die Wolken drohen mit Regen, aber statt zu Regnen werden die Lücken sukzessive immer grösser. Mir soll es recht sein.

In Kellmünz wird die ehemalige Bahnstrecke nach Babenhausen erreicht. Diese verlor bereits 1964 den Personen- und 1995 den Güterverkehr ubd seit 2009 verläuft ein gut zu befahrender Radweg auf der Trasse. Ausser in Babenhausen erschließt die Strecke unmittelbar keine weiteren Orte.

Warum der über die Trasse verlaufende Iller-Roth-Günz-Radweg einen DB AG Keks als Logo besitzt ist nicht dokumentiert.

Die Trasse verläuft auf 11km eher unspektakulär und mit nur geringer Steigung durch die Landschaft. Bis auf eine Ansammlung diverser Bahnrelikte auf halber Strecke ist nichts mehr an der Stecke an Infrastruktur oder Kilometersteinen erkennbar.

Kurz vor Babenhausen verlässt der Radweg die Bahntrasse und erreicht diese erst wieder am Ortseingang. Das ehemalige Bahnhofgelände ist unter anderem mit dem Feuerwehrhaus überbaut, aber ausnahmsweise mal nicht von einem Supermarkt.

Das ehemalige Empfangsgebäude wird vom Roten Kreuz genutzt. Eine Plakette erinnert an die Funktion als Empfangsgebäude von 1894 bis 1964.

Noch eine Runde durchs Ort und dann weiter Richtung Ursprüngsplanung.

Der Weg führt durchs weite Tal der Günz. Als Überraschung werden aber beide Brücken über den Teuferbach bei Enigshauseb erneuert, was eine weitere Routenanpassung nötig macht und der Weg an der Günz unterhalb Inneburg endet unvermittelt an einer Renaturierung. Somit ist doch hochfahren ins Ort nötig, aber dann rollt es wieder entspannt im Tal.

Vorbei an der alten Ölmühle geht es über Günz nach Holzgünz. Der kurze Abschnitt auf der schwach befahrenen Bundesstraße wurde auch gut bewältigt.

Vorbei am „Grossstadtflughafen“ Memmingen, in Ryanair-Manir Memmingen / München West genannt, wird Memmingen erreicht, wo gerade der ECE nach Zürich einfährt. Und das fast pünktlich!

Und dann einmal quer durch die schöne und sehr beliebte Altstadt von Memmingen.

Und es wird die nächste ehemalige Bahnstrecke erreicht.

Hier fädelte bis 1972 die Bahnstrecke nach Markt Legau aus.

Interessanter Weise wurde die Unterführung unter der erst nach der Stilllegung gebauten A7 für eine Führung der Bahntrasse ausgelegt. Kimurz danach kam au h ein Flieger aus Memmingen vorbei.

Entspannt geht es auf der Trasse kontinuierlich hinauf bis kurz hinter dem ehemaligen HP Kronburg, der gut 3km ausserhalb des Ortes lag.

Ab dort sind die ehemaligen Bahbdämme abgetragen und daher fahre ich über Kardorf statt Greuth nach Illerbeuren.

Auf Grund des Abstechers nach Babenhausen blieb leider keine Zeit für das dortige Schwäbische Freilichtmuseum.

Aber ein seitlicher Abstecher ans einzige grössere Ingenieursbauwerk, der Brücke über die Iller.

Und dann natürlich auch drüber Richtung Markt Legau. Der ehemalige Bahnhof von Lautrach Lab am südlichen Ortsrand und heute bietet sich dort ein Café mit Verkauf von Dekorationen für den Garten zur Einkehr an, zumal die Sonne jetzt wieder die Oberhand hat.

Den Tipp an der Tür sollte man befolgen 😉

Die Trasse ist ab hier von der Strasse einverleibt worden und so geht’s über die Felder weiter.

Das Gebäude der „Rapunzelwelt„, einem Naturkosthersteller ist schon ein nicht unerheblicher Stilbruch in der hiesigen Bebauung.

In Markt Legau existiert noch das ehemalige Empfangsgebäude, welches begutachtet wird bevor es durchs Ort weiter Richtung Kempten geht.

Über die Ausläufer des Allgäu bzw. die ehemaligen Gletschermoränen und ab und zu steil runter in die Seitentäler der Iller geht es Richtung Iller zurück und der erste Alpenblick kommt auch schon vorbei.

Das Warnschild vor Schnee und Eis kann bei der aktuellen Wetterlage weit über 20°C eher ignoriert werden. Immerhin ist es nicht mehr so schwül wie heute Vormittag.

Entlang der Iller geht es dann flott, aber auch auf der Flucht vor den Schnaken, nach Kempten weiter.

Die kurzen Fotostops nutzen die kleinen Blutsauger dann prompt zum Anzapfen.

Und dann ist nach 120km auch das Etappenziel Kempten erreicht. Hätte ich gewusst dass ich das barrierefreie Zimmer bekomme hätte ich das Rad im Bad statt in der Tiefgarage geparkt 😂

Noch den Getränkevorrat beim REWE um die Ecke, auch mit was regionalem fürs Tagesbericht schreiben und dann duschen. Welch Wohltat.

Das B&B befindet sich auf dem ehemalige Areal des Allgäuer Brauhaus, welches 2004 in eine neue Anlage in Leuterschach übersiedelte aber in der alten Fasshalle direkt nebenan befindet sich der Brauereiausschank und hier lässt sich bei einer Bier-Käse-Suppe und Allgäuer Krautkrapfen der Tag gut ausklingen. Wäre die Bratensauce nicht gewesen wäre das Abendessen fast vegetarisch geworden.

Hier noch die leicht auf 120km verlängerte Tour, die aber noch gut mit dem 625er Akku hätte abgespielt hätte weden können bei Komoot.

Mal sehen was morgen wird. Laut Wetterbericht soll es Nachmittags heftige regnen, was bei der Route über die Nagelfluh und den Bregenzer Wald nicht so prickelnd wäre.

Über die Alb nach Weißenhorn

In der Nacht hatte es teils heftig geregelt und gewittert. Jetzt hat es sich beruhigt aber es ist extrem schwül.

Dazu passt natürlich dass es erstmal stramm bis zum Autobahnviadukt, die südwärts führenden Spuren der A8 führen oberhalb Wiesensteig den Hang entlang während die Gegenrichtung „hinter dem Berg“ verläuft, bergauf geht.

Nach dem Anstieg geht es wieder etwas bergab zur Filstalbrücke welche im Zuge des Albaufstieg der Schnellfahrstrecke Wendlingen-Ulm in ca. 85m Höhe das Tal quert.

Oberhalb des Fotostandort oberhalb des Tunnelportal hatte ich leider einen höhergelegenen weiteren Fotostandort zu spät entdeckt. In wenigen Jahren dürfte dieser zugewachsen sein.

Schon irgendwie schräg dass die Brücke mit Lärmschutzwänden versehen wurde wohingegen die A8 durchgehend ungeschützt ins Tal dröhnt.

Egal, jetzt ging es erstmal wieder runter unter die Brücke und wieder hoch zum Talrand um über die Hochfläche und teils einsame Täler geht’s rüber zum neuen Bahnhof von Merklingen.

Nach der Stilllegung der Schmalspurbahn von Amstetten nach Laichingen in 1985, von deren Trasse auch abseits der Schnellfahrstrecke nichts mehr erkennbar ist, hat der Ort damit ausserhalb der Ortslage und mit großzügig ausgestatteter sowie gut genutzter P&R Anlage wieder Anschluss an die Eisenbahn. Der IRE 200 hält hier stündlich nach Wendlingen bzw. Ulm.

Der Bahnhof besitzt keine Verbindung der Streckengleise, diese geschieht weiter westlich mittels zweier Überleitstellen.

Der IRE nach Wendlingen hat etwas Verspätung und so treffen sich die IRE nicht wie laut Fahrplan an den Bahbsteigen sondern auf der Strecke.

Weiter geht’s meist parallel der Schnellfahrstrecke wobei so manche Unterführung ob ihrer Dimensionen erstaunt. Eine zukünftige Umgehungsstraße dürfte hier eher nicht der Grund sein, zumal das Tal dahinter nach einem FFH Gebiet aussieht. Oder dient es einfach der besseren Wildwechsel?

Bei Temmenhausen wird die Schnellfahrstrecke und A8 verlassen ubd hinter Bermaringen geht es hinunter ins Tal der kleinen Lauter.

Recht einsam geht es hinab in das karstige Tal bis zum Quelltopf der kleinen Lauter.

Das Gasthaus hat leider geschlossen. Das Wasser des Quelltopfs der kleinen Lauter fließt über zwei Stränge ab wobei einer davon das ehemalige Pumpenhaus der Albwasserversorgung unterquert.

Statt der Hauptstrasse nutze ich den kleinen Weg rechts der Lauter und so rollt es sich entspannt das Tal hinab nach Herrlingen.

Ab Herrlingen ging es dann im Tal der Blau nach Ulm.

Und in Ulm dann quer durch die südlichen Stadtteile rüber zur Donau.

Ein „Dreibein“, also eine V60, schleppt entlang der Donau einen langen Kesselwagenzug nach Ulm.

Durch das Hochwasser vor ein paar Wochen ist der hier beginnende Iller Radweg teils noch mit Sand bedeckt, zudem gefällt dass den Schnaken welche hier geradezu in Schwärmen auf ein Opfer warten. Da hilft nur schnelles Weiterfahren.

Vorbei am Kloster Wiblingen wird Senden und das dortige Kraftwerk am Illerkanal erreicht.

Hier wird dann die Iller verlassen und quer durch die ehemalig dem Sandabbau dienenden Baggerseen führt der Weg rüber nach Wullenstetten.

Entlang der seit 2013 im Personenverkehr reaktivierten und seither durch die Ulmer SWU betriebenen Strecke von Senden nach Weißenhorn geht es nun ostwärts.

Mit der Einstellung des Personenverkehrs in 1966 wurden nurnoch die diversen Gleisanschlüsse im Weißenhorn sowie im Industriegebiet Eschach bedient. Von diesen ist nurnoch der Anschluss der Westfalen-Gas übrig geblieben. Die übrigen sind wie der des Aluminium Schmelzwerk sind gesperrt bzw. abgeklemmt.

Im Bahnhof Weißenhorn besteht direkter Übergang zu den Bussen ins Umland. Per Handweichen können aber auch weitee die beiden ungenutzten Kopframpen erreicht bzw. umgesetzt werden. Aus- und Einfahrten sind nur nach Gleis 1, gesichert durch ein SchuB ESTW, möglich.

Im Park findet irgedwas auf einer offenen Bühne statt, oder wie es die Schnaken nennen würden „All you can eat Buffet“.

Nach dem Check-in im Hotel wurden im REWE noch die Getränkevorräte ergänzen.

Etwas skurril erscheint mir der dortige Pizzaautomat der gleichzeitig auch Käsespätzle offeriert. Nicht das ein Pizzaautomat nicht schon komisch genug wäre.

Abendessen dann im Hotel, begleitet mit süffigen Bier von der Autenrieder Brauerei.

Die bisher ebtspannteste Etappe mit „nur“ 78km und 880m aufwärts gibt es hier bei Komoot zum detaillierten Nachschauen.

Achja, der Wetterbericht sagte mehrere Stunden mit Regen voraus, aber ausser ab und an ein paar verirrte Regenspritzer kam dann zum Glück doch nichts und es kam Nachmittags sogar die Sonne durch.

Erst nach 21 Uhr Zug eine kleine Gewitterzelle durch.

Mal sehen wie es morgen wird.

In der Hitze hinauf auf die Schwäbische Alb

Hmm, warum hat der grosse Akku nur 3/4 Ladung? Weil ich vergessen hatte ihn gestern Abend vom kleinen Akku umzustöpseln. Aber das sollte kein Problem werden.

Eher ein Problem hatte der LKW Fahrer der nach 9 Uhr rückwärts die schmale und steile Strasse hochgehuft ist. Zitat: „Da fahr ich nicht nochmal runter und neu hoch, sonst brauch ich sonst eine neue Kupplung“.

Am Viadukt über die Enz konnte die Übergabe aus Richtung Vaihingen abgefangen werden.

Und dann rüber zum Bahnhof Bietigheim-Bissingen welcher mittels Unterführung unterquert wurde und dann quer durchs Ort ubd übers Land nach Wilhelmshof wo die ehemalige und noch nicht durchgehend „verradwegte“ Stecke von Freiberg / Neckar nach Bietigheim-Bissingen gequert wurde.

Über die Höhen auf Feldwegen und teils entlang der stark befahrenen Bundesstraße geht’s weiter Richtung Ludwigsburg.

In Ludwigsburg wurde zunächst die ehemalige Stecke nach Markgröningen unterquert (Foto nur in Komoot) welche noch teilweise im Güterverkehr (Gaswagen) genutzt wird.

Im Industriegebiet von Ludwigsburg hat es eine weitere Anschlussbahn die auch mal ein interessantes Fotomotiv mit der Kirche böte, wenn denn mal eine Übergabe vorbeikommt.

Vorbei am Wasserturm geht es nach Kornwestheim wo leider gerade die Brücke über den Rangierbahnhof gesperrt ist, zur Sanierung.

Dann halt erstmal parallel zum Güterbahnhof weiter und untendrunter durch.

In bester Rayanair Manier vermarktet Flixbus seinen Halt am Bahnhof von Kornwestheim als „Stuttgart“. Naja, you get WhatsApp you pay for.

Die am Bahnhof befindliche ehemalige Salamander Schuhfabrik (wer kennt noch Mekki und Lurchi) erstrahlt frisch saniert.

Vorbei an der Abzweigstelle Zazenhausen, welche einst auch Baulogistik und der Andienung des Unterwerks diente geht es nach Zuffenhausen.

Nach Zuffenhausen geht’s vorbei am Umspannwerk Feuerbach, wo auch noch ein paar ehemalige Anschlussgleise der einst seht umfangreichen Industriegleisanlagen von Feuerbach herumliegen.

Die Heilbronner Strasse ist sehr stark befahren, so dass es nicht gelingt die Stadtbahnen ohne Autos zu erwischen.

Quer durch den Rosensteinpark wird die neue Tunnelausfahrt und Neckarbrücke des S21 Tiefbahnhof erreicht. Noch ubd vermutlich noch länger als geplant fahren die Züge über die alte Brücke nach Cannstatt.

Weiter runter zum Neckar und neben den Stadtbahnen konnte am Leuzebrunnen der Getränkevorrat ergänzt werden. Das Wasser fällt unter die Rubrik „Sauerbrunnen“ ind erinnert stark an die ehm. Bad Vilbeler Kaiser Friedrich Quelle. Also eher kein Durstlöscher.

Zwischen Neckar und der tosenden B19/B14 geht’s weiter nach Untertürkheim und Mettingen wo ein Esslinger O-Bus vor Weinbergen erwischt wurde. Das Warten auf den O-Bus wurde durch den Schatten eines Baums erträglich gemacht.

Am Ortsrand von Esslingen ging es vorbei am Hengstenberg Outlet und nochmal bot sich ein O-Bus mit Wingert Motiv an bevor es durch die gut frequentierte Esslinger Innenstadt zum „Wasserhaus“ und Neckar ging.

Hinter Esslingen wurde der Neckar gequert und „über den Berg“ ging es nach Köngen bei Wendlingen.

Die Sonne brennt und langsam komme ich mir vor wie eine Frikadelle auf dem Grill.

Über den nun jungen Neckar geht’s rüber nach Wendlingen und weiter, vorbei an einem ungenutzten Umspannwerk Anschluss Richtung Kirchheim unter Teck und dessen hübscher Altstadt.

Weiter Richtung Schnellfahrstrecke Wendlingen-Ulm wird der stillgelegten Abschnitt von Kirchheim nach Weilheim gequert bevor die A8 mit der parallel verlaufenden Schnellfahrstrecke erreicht wird.

Mehrere ICE kommen in der Hitze vorbei aks auch der RE200 welcher zwischen Wendlingen und Ulm mit dem Zwischenhalt in Merklingen im unter 30 Minuten verkehrt. Zum Einsatz kommen die ex IC Garnituren im DB Regio Lack welche bis zur Ablösung durch die Skoda Dostos (aka Gruselkiste) auf München-Nürnberg über die Schnellfahrstrecke unterwegs waren.

Da Wendlingen-Ulm mit ETCS (European Train Confusing ähm… Controller System) im Level 2 ohne Signale ausgerüstet ist kann der Steuerwagen nicht genutzt werden und die Einheiten verkehren im Sandwich mit zwei Vectron Loks.

Nachdem ich beim Warten ausreichend durchgebrannt wurde fasste ich neue Getränkevorräte im Weilheimer REWE und durchs Ort ging es weiter die Teck hinauf.

Die Sonne brennt gnadenlos ubd so wird in Neidlingen im kleinen Nahkauf, vor dem Anstieg Richtung Wiesensteig, nochmal Getränke und ein Eis gebunkert.

Und dann geht es abseits der eher im 7 bis 8% ansteigenden Bundesstraße hinauf. Der Waldweg ist auf gut 2km eher direkt trassiert und bei 12 bis 14% Steigung auf Split bzw. Feldwegtrasse bleibt nur Schieben (mit Schiebehilfe).

Aber dafür geht es dann recht entspannt auf der Hauptstraße runter nach Wiesensteig.

Es hat schon etwas von den Alpenpässen hier. Sowohl von der Trassierung als auch dem Umfeld.

Das blöde am hinunter fahren ist dass ich das am anderen Hang morgen wieder hoch fahren muss.

Oberhalb von Wiesensteig quälen sich derweil LKW Kolonnen die A8 auf dem Albaufstieg hinauf.

Aber dann wurde endlich das Etappenziel mit dem Hotel am Selteltor erreicht, inkl. Retro Einbauradio.

Beim Abendessen bevorzuge ich dann doch die schattigen Innenräume.

Das Bier von Berg Bräu gefällt und nach dem hervorragenden Schwäbischen Rostbraten war kein Platz mehr für eine Nachspeise.

Außer für ein Weizen von Berg, mit dem Eigenlob am Bierglasboden „A gscheids Woizen“.

Noch ein Blick vom Balkon auf die benachbarte Kirche, deren Glocken aber ab 22 Uhr Schweigen und nun ist die Dichtigkeitsprobe der Augenlider angesagt.

Morgen geht’s an der Schnellfahrstrecke weiter nach Ulm und nach Weißenhorn. Mal sehen was das Wetter morgen bringt. Es soll wieder Regen geben.

Hier noch die Aufzeichnung von Bietigheim nach Wiesensteig bei Komoot mit 75km und gut über 1000m aufwärts.

Auf alten Trassen und über Hügel an den Neckar

Heute ging es etwas früher los und nach dem Frühstück wurde um kurz nach 9 Uhr die heutige Etappe gestartet.

Zunächst zur ehemaligen Trasse der Tongrubenbahn welche parallel zur Strecke von Wiesloch nach Waldangelloch nach Rauenberg zum damaligen Ziegelwerk führte.

Auf der alten Bahntrasse ging es zurück nach Wiesloch zum ehemaligen Bahnhof und dann auf der innerstätdtisch teils überbauten Stecke nach Meckesheim zunächst nach Wiesloch Ost.

Meist auf der alten Trasse geht es bis Altwiesloch wo am Ortsrand die Trasse von einem Rückhaltebauwerk unterbrochen ist.

Danach geht’s auf der Trasse durch Dielheim.

Hinter Dielheim verlässt der Radweg hinter der Bahnbrücke die Trasse welche erst in Baiertal wieder erreicht wird wo auf der ehemaligen und in der südlichen Ortslage überbauten Trasse ein Triebwagen und Signal an die alte Strecke erinnert.

Von der Mitte von Baiertal bis Schatthausen geht’s dann wieder auf der alten Trasse weiter.

In Schatthausen verliert sich auch erstmal die Trasse aber danach wird das Viadukt überquert.

Die Trasse ging in Feldwege auf, im Wald endet dieser jedoch und im weiteren Verlauf ist sie zugewachsen und in einem kurzen Abschnitt ist der Bahndamm abgetragen.

Durch Meckesheim führt die alte Trasse wieder als Feldweg bis der Bahnhof erreicht wird.

Entlang der Bahnstrecke und vorbei am Stadion von Hoffenheim (Trainingsstadion) geht’s weiter nach Sinsheim.

Hier wurde auch der „letzte Zug“ fotografiert. Durch eine Störung bei Heidelberg fielen mehrere S5 und RE5 aus oder verkehrten nur bis Sinsheim.

Das Renault Museum wirbt mit einem verrosteten Uralt Renault unter einem Eiffelturm und das Freibad von Sinsheim mit duschenden Figuren.

Vorbei am Technikmuseum sowie dem Fördertechnikmuseum, welches eine ausgemusterte Wuppertaler Schwebebahn ans Gestell gehängt hat, geht es nach Reihen.

Zwischen Reihen und Eppingen wiedermal eine Baustellenumleitung und Züge kamen wegen Ausfall südlich von Sinsheim bzw. Steinsfurt auch nicht.

Das Panorama vom Bahnhof Eppingen über den für die Landesgartenschau 2022 angelegten Weiher aufs Ort gefällt.

Ursprünglich wollte ich von Eppingen direkt rüber nach Güglingen ins Tal der Zaber wechseln aber ich fahre weiter bis kurz vor Sulzfeld und nachdem ich den AVG Zug nach Heilbronn (eine der mal nicht ausgefallen ist) verpasst hatte rüber zur Burg Ravensburg zu der auch die meisten der im Umfeld liegenden Wingerte gehören.

Über die Höhen geht es hinüber nach Ochsenburg wo gerade die Ortsdurchfahrt saniert wird. Da wäre auch mit dem „Ferrarile vom Team Bierbauch“, welcher zuvor am Wegesrand stand, schieben angesagt.

Hinunter ins Tal gerollt wird Leonbronn erreicht. Am ehemaligen Bahnhof der Zabergäubahn erinnert ein Rollbock an die ehemalige Schmalspurbahn aus Laufen, welche  1960 auf Normalspur umgestellt und in 1995 stillgelegt wurde.

Die Strecke ist an einigen Stellen und meist an dem Bahnübergängen durch Entfernen oder Überteeren der Gleise unterbrochen aber weiterhin als Bahnstrecke gewidmet.

Eine Reaktivierung im Zuge des Heilbronner Stadtbahnkonzept wurde 2023 beschlossen aber die Mühlen mahlen hierzu langsam.

In Zaberfeld wurde beim Bäcker am Ortsrand erstmal eingekehrt, die Sonne meint es mitlerweile sehr gut.

Der Radweg führt teils parallel zur Bahn aber wie schon mehrfach auf der Tour gibt es wieder mal Umleitungen wegen Strassenbauarbeiten.

Die Bahnübergänge ohne Gleis Segen schon irgendwie skurril aus.

In Frauenzimmern rostet eine Dampfspeicherlok still vor sich hin.

Weiter nach Brackenheim und Meimsheim.

An der Oberen Schellenmühle wurde die Bahnstrecke dann verlassen.

Über den Berg ging es dann auf der Heerstraße/ K1627 nach Kirchheim am Neckar. Wiedermal mit Baustellenumleitung, dafür mit Blick auf Wingerte, das Neckartal und das ehemalige AKW Neckarwestheim.

Durch Kirchheim geht’s runter zum Neckar und ein kurzer Abstecher zum ehemaligen Stellwerk von Kirchheim, wo gerade TRI mit ihrem geradezu historischen Material, einen Ersatzzug auf der ex. Labello und nun SWEG Stuttgart Linie im Neckartal Richtung Heilbronn vorbei kommt.

Danach noch vorbei am Kohlekraftwerk Walheim. Die Anlieferung von Kohle für die zwei Blöcke bzw. Leichten Heizöl für die Gasturbine erfolgt primär per Schiff. Die großzügigen Gleisanlagen sind dagegen gepflegt aber ungenutzt.

Und kurz darauf wird Besigheim mit seiner schönen Altstadt zwischen Neckar und Enz.

Entlang der B27 geht’s auf dem teils recht engen Radweg weiter nach Bietigheim.

Hier ist mir Reinhards Hotel welches primär Autos als Motto hat (mon Dieu) das Etappenziel erreicht.

Durch den Schlenker über Leonbronn kamen zusätzliche 16 km und 300 zusätzliche Höhenmeter ggü. der Ursprungsplanung dazu.

Nach dem Check in und Abstellen des Rads im Keller ging es zum „Rossknecht im Schloss“ auf einen gesunden Salat mit Maultaschen und zum Sündigen einen Kaiserschmarrn hinterher.

Das in Stuttgart gebraute Rossknecht Bier gefällsowohl als Urhell als auch als Weizen.

Achja, ich habe das Gottlieb Daimler Zimmer in dem ein Vorläufer des „eBike“ als eines seiner Patente, der Petroleum Reitwagen aushängt.

Und hier wie gewohnt die Aufzeichnung der heutigen Tour mit knapp 99km und 830m Aufwärts bei Komoot.

Sommerradtour 2024 – Es geht los

Als ich zwischen den Jahren bzw. im Januar überlegte wo es im Zuge der Sommerradtour 2024 hingehen sollte, das Basel Tattoo ist dabei wie schon fast traditionell üblich der Ankerpunkt, stellte sich heraus dass es sehr schwierig war eine Zugverbindung mit Radtransport zu finden und auch später zum offiziellen Buchungsbeginn sah es schlecht aus.

Daher besteht die diesjährige Planung auf einer Rundfahrt mit dem „Wendepunkt“ im Tessin. Auch wenn mir die derzeitigen Unwetter in der südlichen Schweiz sehr grosse Sorgen bereiten, wobei meine Route über Lukmanier und Gotthard (noch) davon verschont bleib.

Hier die „Previev“ zur diesjährigen Sommerradtour als Collection bei Komoot

Kurz nach 10 Uhr ging es heute erstmal das Gersprenztal hinauf mit „Abkürzungen“ via Bierbach und von Fränkisch-Crumbach nach Reichelsheim auf dem Radweg der dort eher einem Trampelpfad gleicht.

Kurz vor Gumpen ist der Radweg gesperrt, aber zum Glück nicht durch Bauarbeiten sondern für die Kerb am Feuerwehrhaus.

Am Gumpener Kreuz wird die erste „Passhöhe“ überwunden, bevor es runter nach Fürth und vorbei am ehemaligen Lokschuppen mit Wasserturm, der heute als Wohnhaus genutzt wird, nach Fahrenbach.

Das erste Zugfoto des Tages ist dann der Zug aus Fürth kurz vor dem Haltepunkt Lörzenbach-Fahrenbach.

In Fahrenbach hat eine alte Junghans Werbung noch überlebt.

Vorbei am ehemaligen Empfangsgebäude von Mörlenbach der heute ein Blumengeschäft beherbergt. Die ehemalige Bahnhofsgaststätte ist ebenso ausser Betrieb wie der durekt davor liegende Bahnübergang der ehemaligen Überwaldbahn nach Wahlen.

Am Ortsrand kommt dann der Zug aus Weinheim entgegen bevor der Radweg auf die B38 umgeleitet wird da der ursprüngliche Weg wegen der Bauarbeiten zur Umgehungsstraße von Mörlenbach gesperrt ist.

Über Reisen und Birkenau rollt es such entspann Richtung Weinheimer Tal wo vor dem Hintergrund des ehemaligen Steinbruchs der nächste Zug nach Fürth abgewartet wird, der Gegenzug wird dann kurz vor dem Weinheimer Einfahrsignal abgefangen.

Quer durch Weinheim geht’s zum Weinheimer Schloss und weiter nach Grosssachsen wo sich gerade eine neue Skoda Strassenbahn der OEG / RNV nach Weinheim in den Einspurabschnitt einfädelt. Die Fahrten Richtung Heidelberg fahren dann entgegen der Strassenfahrspur. Bis der Zug kommt will ich aber nicht auch noch warten und so geht’s durch die Weinberge nach Leutershausen weiter.

Vorbei am Branichtunnel der Schriesheimer Umgehungsstraße geht’s nun zum Heidelberger Stadteil Handschuhsheim weiter.

Danach ist es nicht mehr weit bis zur Neckarbrücke.

Die Fahrt durch Heidelberg gestaltet sich kompliziert da der Radverkehr auf der Hauptstraße verboten ist und zudem für Baustellen und Veranstaltungen der Weg am Neckar gesperrt ist. Ganz abgesehen davon dass Heidelberg voll mit Touristen ist.

Aber irgebdwann wird dann der Einstieg zum Anstieg zum Schloss hinauf erreicht.

Auch hier im Anstieg ist nochmal eine Baustelle und Schieben angesagt. Der Strassenverkehr kann kurz mit chaotisch beschrieben werden.

Aber so oder so wird das Schloss, oder besser dessen Ruine, erreicht.

Die kürzere der zwei Sektionen der Standseilbahn zum Königstuhl wurde 2005 erneuert und pendelt mit 5m/s und modernen Wagen zwischen der Talstation und Molkenkur, wobei in der Ausweiche eine Zwischenstation zur Anbindung des Schloss besteht.

Vorbei am Schloss und unter Betrachtung der mit der örtlichen Verkehrsführung vermutlich nicht vertrauten auswärtigen PKW Fahrern geht es stramm hinauf zur Station Molkenkur.

Ab hier verkehrt die historische zweite Sektion Königsstuhl hinauf. Die Wagen sehen zwar alt aus, wurden aber auch 2003 bis 2005 saniert und in alter Gestalt wieder eingesetzt.

Und weiter bergauf, wobei im Gegensatz zum unteren Abschnitt die Steigung „nur“ bei 8 bis 12% liegt. Gutes Training für die noch kommenden Alpenabschnitte der Tour.

Und quer durch die mehr als chaotisch bis zum letzten Meter fahren wollenden Parkplatzsucher am Königsstuhl geht’s zum Aussichtspunkt.

Ein isotonischer Durstlöscher 😉 darf hier natürlich sein.

In der Bergstation der Standseilbahn kann der Maschinenraum besichtigt werden. Da die Anlage der zweiten Sektion unter Denkmalschutz steht tut hier auch noch die überarbeitete und gepflegte alte Antriebstechnik ihren Dienst.

Danach geht es hinab nach Kohlhof.

Hier noch ein kurzes Video der Antriebsanlage, man beachte unter anderem die Fliehkraftsicherung der maximalen Drehzahl. Einfach aber effektiv.

Und so rollt es sich, unterbrochen von kurzen Anstiegen, entspannt hinunter nach Nußloch und vorbei an der stillgelegten Materialseilbahn des ehm. Zementwerks.

Im Sommer führt nan nun Romeo und Julia im alten Steinbruch auf.

Weiter nach Wiesloch wo nach Gumpen nicht zum ersten Mal auf der heutigen Etappe im Ort ein Fest stattfindet und ich daher eine Umleitung fahren muss.

Aber auch der Umweg hat nette Ecken und schon kurz danach wird das Etappenziel, der ausserhalb liegende Landgasthof Gänsberg erreicht.

Das Bier von Welde gefällt. Sowohl das Weizenbier als auch das Pils.

Der Beilagensalat sieht zwar langweilig aus, aber das Fressing gefällt und die darunter verborgenen Salate. Weiter mit Schweinesteak mit Schafskäse und zum Abschluss „Äppelränzjer“.

Das Wetter war gut, die 90km mit 1.100m Aufwärts haben am Akku gut gebuckelt aber der 625er hätte dafür auch alleine gereicht.

Hier wie üblich der Link zur heutigen Etappe, mit weiteren Bildern, bei Komoot.

Morgen geht’s dann teils über die ehemalige Bahnstrecke nach Meckesheim und quer durch den Kraichgau nach Bietigheim.

Heimfahrt mit Hindernissen

Eigentlich wollte ich recht direkt und schnell über Basel heimfahren aber auf Grund einer nicht näher lokalisierbaren Störung die nur der DB Navigator kennt wird der Anschluss ICE nicht bis zum Bahnhof SBB fahren und in 1/4h per Tram nach Basel Bad ist auch nicht realistisch.

Daher plane ich um und werde über die Gäubahn fahren.

Das Wetter ist etwas bewölkter geworden, oder habe ich das gute Wetter eingepackt?  😉

Eine gute und schöne Woche Filisur ist rum und ja, ich werde wieder herkommen.

Und dann kommt schon der IR nach Chur dem der 5min verspätete IR der Gegenrichtung ein paar Minuten Mitgift.

In Surava steht ein arbeitslos gewordener S-Bahn Triebwagen und die Diesellok von Schalke wartet mit ihren Schottereagen auf die nächste Baustelle.

In Tiefencastel wird dann der Bernina-Express gekreuzt.

Der IR nach St. Moritz welcher vor Thusis gekreuzt wird besteht aus drei Capricon Triebwagen welche normalerweise nicht auf der Albulastrecke unterwegs sind. Aber in Preda und Spinas finden ja die Feierlichkeiten zur Tunneleröffnung statt und ob der erkennbar großen Nachfrage muss alles Rollen was da ist.

In gut 5 Wochen werde ich in Reichenau-Tamins am Rheinzusammfluss wieder vorbeikommen, dann aber per Rad mit Fahrtrichtung Disentis und dann Lukmanier und Gotthard.

Jetzt ist erstmal Chur erreicht und es ist Abschied nehmen von der RhB angesagt.

Bahnsteiggleich wird der IC nach Zürich erreicht der kurz darauf abfährt.

Den Treppenaufgang am Wagenende des Führerstands kann man nur als sehr speziell bezeichnen. Enger und steiler geht es kaum. Typisches Bombardier-Gerümpel der Twindexx Plattform halt.

In Landquart dann noch eine Parallelausfahrt mit einem RE ins Prättigau und es geht weiter rheinabwärts.

In Sargans wendet ein Railjet und weiter geht’s am Walensee entlang weiter Richtung Zürich.

In Thalwil wird der ICE noch vom gruseligen ETR610 aus Mailand überholt.

Und dann ist auch schon pünktlich Zürich HB erreicht. Ich bin immer wieder von der Anzeigetafel beeindruckt. Die ersten beiden Spalten sind die Regional- und Fernzüge nur der nächsten halben Stunde. Hätte ich schneller geschaltet hätte ich sogar noch einen IC früher nach Stuttgart erwischt.

Spalte 3 sind die S-Bahnen der nächsten viertel Stunde.

Der schräge Aufzug nach Gleis 21 und 22 ist kein Designgag sonder eine reale Konstruktion da der Tunnelbahnsteig nicht exakt unter der Kopfbahnhofebene liegt.

So bleibt noch etwas Zeit die Strassenbahnen und Obusse in der Löwenstrasse zu knipsen.

Im übrigen wird später auch auf der Verbindung via Basel der Anschluss ICE an Karlsruhe als Ausfall gekennzeichnet und dann mit neuer Zugnummer und gleicher Strecke und Fahrtzeiten als Alternative angezeigt.

Beim ICE70 wird es immer verwirrenden, denn er wird im Text weiter als Beginn in Basel Bad Bf benannt, aber ab SBB existieren Realfahrtzeiten.

Oh, mann… aber was juckt es mich. Ich sitze ja im IC Nach Stuttgart.

Dieser besteht aus einen einzigen ex. Westbahn Kiss von DB Fernverkehr, der weiterhin in CH beim Leasingeber via Stadler eingetragen ist, besteht.

2+2 Bestuhlung in der 1. Klasse ist eher suboptimal aber bei 2+1 wäre er heillos überbesesetzt und würde min. einen halben Doppelstockwagen mehr benötigen. Die Sitze gegenüber blieben daher nicht lange unbesetzt.

Ich möchte nicht wissen wie es im laut DB Navigatot normal belegten IC 188 in der 2. Klasse aussah.

Achja, gastronomisches Angebot, Minibar oder selbst Fahrkartenkontrolle (letzteres nur im DB Anteil) absolute Fehlanzeige.

Der Rheinfall ist wie schon vor einer Woche gut gefüllt aber die Schiffe können im Gegensatz zu Mitte der Woche wieder fahren.

Und bald ist auch Tuttlingen erreicht wo der Gegenzug ein paar Verspätungsminuten Mitgift.

Über Horb wird alsbald Stuttgart Hbf „oben“ erreicht.

Und bevor „mein“ noch unrenovierter ICE1 nach Darmstadt einfährt gibt es Soundgenuss vom feinsten am Nachbarbahnsteig als der gut eine Stunde verspätete IC nach Oberstdorf, gezogen von zwei 218er, Ausfahrt.

Ein paar Fotos vom „Retrospektive ICE1“ – nur echt mit der vierstelligen PLZ von Gernsheim auf der Kloschüssel- und Kaffee und schon wurd die Bergstrasse erreicht.

Pünktlich wird Darmstadt erreicht und statt mit dem Reinheim um vsl. 18:18 erreichenden Bus fahren ich mit der HLB nach Darmstadt Nord für die RB82, planmäßig Reinheim an 18:05.

Aber die Idee war doof, denn wegen Weichenstörung in Frankfurt Hbf kam dieser mit gur +25 an.

Aber egal, es regnet ja nicht und kalt ist es auch nicht.

Sodele, um 18:30 komme ich zu Hause an und damit endet ein sehr ereignisreichen knapp über eine Woche Urlaub in einer schönen Ecke der Schweiz und da sei neben Graubünden auch Schaffhausen gemeint.

Hier noch der Fahrplan von heute:

IR 1124
Nach Chur
Ab 09:01 Filisur, Gleis 1
An 10:04 Chur, Gleis 10

es wurde ein Takt früher in Chur erreicht
Daher nicht:
IC 770
Nach Zürich HB
Ab 10:38 Chur, Gleis 9
An 12:03 Zürich HB, Gleis 8

Sondern
IC 900
Nach Zürich HB
Ab 10:08 Chur, Gleis 9
An 12:33 Zürich HB, Gleis 8


IC 188 / IC 188
Nach Stuttgart Hbf
Ab 12:34 Zürich HB, Gleis 17
An 15:32 Stuttgart Hbf, Gleis 5

ICE 1168
Nach Frankfurt(Main)Hbf
Ab 15:59 Stuttgart Hbf, Gleis 8
An 17:22 Darmstadt Hbf, Gleis 5

HLB RB75 (28725)
Nach Dieburg
Ab 17:31 Darmstadt Hbf, Gleis 8
An 17:36 Darmstadt Nord, Gleis 3

VIA RB82 (25179)
Nach Erbach(Odenw)
Ab 17:44 Darmstadt Nord, Gleis 4
Abfahrt real 18:09 wegen Weichenstörung in Frankfurt Hbf
An 18:05 Reinheim(Odenw), Gleis 1
Ankunft Real 18:30

Das wars erstmal.

Weiter geht’s in weniger wie vier Wochen ab 07.07. mit der Sommradtour 2024, hoffentlich ohne Wetterextteme.

Viamala und Nostalgie

Ursprünglich hatte ich vor heute den Tag fahrend, mit dem Bus über Lenzerheide nach Chur, dann Langwies, über Klosters nach Davos zur Schatzalpbahn und dann mit dem Nostalgiezug nach Filisur.

Aber das Wetter ist mir zu gut für reines Fahren und so plane ich „ein wenig“ um.

Zunächst geht es mit dem Bus von Filisur Richtung Davos nach Alvaneu Dorf, Dorfplatz. Hier heisst es aufpassen,  denn in Alvaneu Bad, mehrere hundert Höhenmeter weiter unten, gibt es ebenfalls eine Haltestelle Dorfplatz.

Dort kommt nach einiger Zeit der Bus aus Davos nach Lenzerheide und weiter nach Chur.

Vorbei an ehemaligen Militärdepots geht es durch das vom Bergsturz bedrohten Brienz. Der letzen grosse Sturz hat die Strasse vor dem Ort verschüttet, der Bus nutzt daher alternativ einen Feldweg um weiter ins benachbarte Vazerol zu kommen.

In Lenzerheide dann noch eine Umleitung wegen einer Classic-Car Veranstaltung und dann geht es irgebdwann mit mehreren Kehrschleifen runter nach Chur.

Ich bin erstaunt ob der vielen Rennradfahrer die sich in der Bergrichtung auf der ab Lenzerheide stark befahrenen Strasse antun.

Der über dem Ostteil der Bahnsteige des Bahnhof Chur liegende Busbahnhof wird derzeit saniert und die Fahrgastinfo offline.

Statt nun nach Langwies zu fahren fange ich erstmal einen Zug mit Ge4/4 II in Vorbereitung sowie den Zug aus Arosa bei der Einfahrt auf den Bahnhofsvorplatz auf der auch von einer Ge4/4 II geschoben wurde. Weden die Allegra knapp?

Mit dem Direktbus nach Bellinzona geht es über die Autobahn und Thusis nach Zilis. Die Ansage des Bus Chauffeur erinnere stark an die Ansagen eines Flugkaptain, aber sie waren top. Insbesondere sorgte er sich dass Fahrgäste nach Splügen im Bus sind, da er dort nicht hält und das schon öfter vorkam dass Fahrgäste ungewollt in St. Bernardino landeten.

Aber so weit will ich eh nicht. Ich steige im zweiten Halt in Zillis aus.

Ob die Milchkannen ein Synonym für den Halt un Zillis sind oder tatsächlich noch transportiert werden kann ich nicht eruieren.

Eigentlich wollte ich mit dem Bus der Gegenrichtung zum Einstieg in die Viamala-Schlucht fahren, steige aber schon vorher in Rania aus um von der aus zur Schlucht zu laufen.

Und dann geht es teils unten im Tal und dann wieder weiter oberhalb durchs Tal.

Mit jedem Meter wird das Tal schroffer und steiler und bald ist der Eindtieg in die schmale Schlucht erreicht.

Der Eintritt ist in der Pauschale des Hotels enthalten und so geht es erstmal die über 300 Treppenstufen hinunter in die Schlucht.

Der Molsch ist derweil von den Besuchern eher unbeeindruckt.

Leider lässt sich die steile und tiefe Schlucht schlecht mit dem Foto einfangen, aber eindrücklich war es schon.

Nachdem ich wieder oben an der Strasse angekommen bin wandere ich flussabwärts, es handelt sich hier übrigens um den Hinterrhein, entlang des rechtsrheinischen Hang Richtung Thusis.

Aber abwärts geht es eigentlich nicht sondern teils sehr stramm bergauf.

Die als Hängebrücke ausgeführte „Treppe“ die ein Seitental in gut 50 bis 70m Höhe überbrückt hat einen leicht parabelförmigen Verlauf und ich bin froh diese „Bergwärts“ begehen und daher nicht direkt nach unten schauen muss.

Und oberhalb der Schlucht und teils nur wenige Meter von der Abbruchkante geht es weiter…

Immer wiedermal ergeben sich schöne Ausblicke.

Am Ende der Schlucht befindet sich die Burganlage Hohenrätien, den Weg dahin erspare ich mir aber da es einen fast gleichwertigen Ausblick auf Thusis und des Hinterrheintal vom Weg aus gibt.

Weiter unten folgt noch die als Jugendherberge nur für Gruppen genutzte Burg Ehrenfels.

Und langsam ist der Talboden fast wieder erreicht und unter der Autobahnbrücke geht es weiter.

Die RhB Brücke über den Hinterrhein bietet sich als Fotomotiv mit Zügen noch an bevor es ins Ort weiter geht.

Im örtlichen Coop nochmal Verpflegung aufnehmen und dann ist der Bahnhof von Thusis erreicht.

Von Thusis aus geht’s mit dem IR der Linie 38 wieder nach Filisur.

Dort wartet geade der Nostalgiezug welcher zum normalen Tarif genutzt werden kann und an besonderen Stellen, wie z. B. dem Blick auf das Landwasser-Viadukt, der Fahrt übers Wiesener Viadukt und am Bärentritt extra langsam fährt.

Daher kreuzt er in Glarus und nicht wie bei Regelzugfahrten in Frauenkirch mit dem Gegenzug.

Der Güterwagen war übrigens gut mit Fahrrädern gefüllt was vermutlich auch der seit über einem Jahr bestehenden Sperrung der alten Zügenstrasse wegen Unwetterschäden und Steinschlag zwischen Wiesen und dem Bf. Monstein geschuldet ist.

Das Personal hat offenbar spass daran den Nostalgiezug, welcher zum Regeltarif verkehrt, zu führen und zu begleiten.

Zurück nach Filisur geht es mit dem vordersten  Capricon der aus Landquart hoch kam.

Freundlicher weise macht der Lokführer die Jalousie hoch und so kann die Fahrt aus der Führerstandsperspektive genossen werden.

Und dann ist schon Filisur wieder erreicht.

Noch schnell die Zugkreuzug oberhalb des Hotels abgewartet und fotografiert und dann ist schon Zeit zum Abendessen.

Ich hatte vom letzten Besuch im Hotel, damals noch unter der Regie der Familie Uffer, noch ein „Mitbringsel“ im Archiv und zur Wiedereröffnung bzw. dem jetzigen Wiederbesuch mitgenommen.

Na dann, schau dir mal die alte Heimat an.

Auch wenn es nun rasch dunkel wird, was vom Zug nach St. Moritz aufgehellt wird.

Hier noch die Aufzeichnung mir vielen weiteren Bildern von der Wanderung duch die Viamala-Schlucht nach Thusis bei Komoot.

Hier der heutige Fahrplan dazu:

Ab 08:27 Alvaneu Dorf, Dorfplatz (B 183, Richtung: Lenzerheide/Lai, Post)
An 09:32 Chur, Postautostation

Umsteigen

Ab 09:58 Chur, Postautostation (B 171, Richtung: Bellinzona, Stazione)
An 10:35 Zillis, Dorf

Umsteigen

Ab 10:43 Zillis, Dorf (B 541, Richtung: Thusis, Bahnhof)
An 10:45 Zillis, Rania

Wanderung durch die Viamala-Schlucht

Ab 15:29 Thusis – Gl. 3 (IR 38, Richtung: St. Moritz)
An 16:00 Filisur – Gl. 2

Umsteigen in den Nostalgiezug

Ab 16:06 Filisur – Gl. 3 (R 11, Richtung: Davos Platz)
An 16:50 Davos Platz – Gl. 3

Ab 17:31 Davos Platz – Gl. 2CD (R 11, Richtung: Filisur)
An 17:56 Filisur – Gl. 3

Morgen geht es wieder nach Hause.

Schnüff… aber was will man machen.

Ausserdem beginnt in vier Wochen meine Sommerradtour2024, da muss man dazwischen noch auch was arbeiten  😉

Wandern, Bus und Bahn

So, heute war ich rechtzeitig wach und das Wetter spielt auch mit.

Also dann mal flott runter zum Landwasser-Viadukt und auf dessen Ostseite die Fotohornisse aufrüsten.

Entweder fuhr der Güterzug Richtung Engadin nicht oder so früh dass ich ihn verpasste. Aber der Bauzug Richtung Chur kam vorbei.

Und nachdem der Taktknoten der IR um 9 Uhr in Filisur noch mitgenommen wurde lief ich weiter zum benachbarten Viadukt über den Schmittner Tobel auf dem der Bernina-Express nach Tirano und der Glacier-Express nach Zermatt abgefangen werden konnte.

Danach geht’s auch schmalen Pfaden an Wiesen entlang Richtung Alvaneu.

Das Panoramafenster am Viadukt erschließt sich mir noch, aber weiter unten steht eines mit Blick zum Muchetta, dem Filisurer Hausberg, welches eher an eine Übungsanlage für Scharfschützen erinnert.

Der Wanderweg ist auch als Wasserweg ausgeschildert und nach dem kleinen Kraftwerk am Viadukt taucht hier nun ein kleiner Wässergraben auf der eine Fischzucht mit Wasser versorgt.

Und dann ist schon Alvaneu erreicht. Ursprünglich wollte ich bis Surava weiterlaufen, ändere aber meinen Plan und nutze den kurz darauf kommenden Postbus nach Filisur.

Die Haltestelle ist direkt am Bahnübergang gelegen und wie auch schon in Wiesen nur auf einer Seite ausgeschildert. Aber wer Postbus Fahrer kennt muss sich keine Sorgen machen auf der falschen Seite zu stehen. Die erkennen wer mitfahren will, egal wo.

Die Buslinie ist nichts für „Geradeausfahrer“, denn der Bus muß am Ortsende von Alvaneu Bad durch Rückwärtsfahrt in die Seitenstraße Die Fahrtrichtung geändert werden, in Filisur hat es nicht nur eine Passage in der Ortsdurchfahrt durch die der Bus nur knapp durchnässt und am Bahnhof ist nochmal rückwärtsfahrt an die Haltestelle angesagt.

Auf Gleis 3 kommt in Filisur gerade der Nostalgiezug rein und rasch wird die Ge4/4 I umgesetzt.

Und natürlich nicht ohne Bremsprobe wird der Zug zur Rückfahrt nach Davos Platz bereit gemacht.

Ich entere aber den IR welcher heute ausserplanmäßig on Preda hält und damit noch eine kurze Wanderung nach Bever drin sein sollte.

Der Arbeitswagen de Oberleitung hat sich über Nacht von Sameden nach Preda umgesetzt.

In Preda herrscht schon Wallung. Pavillons werden aufgebaut, Personal eingewiesen usw. usf.

Ich nutze nochmal die Chance beide Tunnelröhren mit Gleisen abzulichten.

Die Weiche in der Verbindung ist noch in Richtung alter Tunnel festgelegt, das dürfte sich am Sonntag ändern.

Was mich erstaunt ist der absolut ungesicherte Übergang unmittelbar am alten Tunnelportal. Keinerlei Warnschilder und der Zugang bis hierher ist auch öffentlicher Bereich. In D absolut undenkbar.

Um den Bus in Samedan noch zu erreichen geht es nun strammen Schrittes talabwärts nach Bever.

An einigen Stellen liegt hier im Val Bever noch Schnee bis zum Talboden.

Der Zug nach Chur kann noch abgelichtet werden, das Wetter ist top und der Bach tost.

Und dann überrascht mich noch der Güterzug nach Sameden bevor dann noch der IR nach St. Moritz vorbei kommt.

Fast auf den Punkt komme ich kurz vor dem RE3 nach Samedan in Bever an.

Die Bahnfahrt ist nur kurz und ab Samedan geht es mit dem Postbus über den Bernina. Eine Verbindung die ich bisher noch nie gefahren bin, aber im Graubünden-Pass ist der Postbus mit drin. Darum, warum nicht.

Ab Bernina Lagalp liefern sich der Zug und Bus ein kleines Wettrennen Richtung Passhöhe.

Auf der Passhöhe, oberhalb der Bahnstation Ospizio Bernina, liegt auch noch einiges an Schnee, was aber etliche Rennradfahrer nicht von der Querung abhält.

Die Passstrasse ist auf der Südseite sehr von Kehrschleifen aber auch wunderbaren Ausblicken geprägt.

Wegen mehrerer Baustellenampeln wegen Sanierungsmaßnahmen an den Stützmauern hat sich der Bus gut 6min Verspätung eingefangen, ist abet immernoch vor dem Zug in Poschiavo angekommen.

Im Depot wird derweil einer der offenen Aussichtwagen bereit gemacht, die Schbeeschleuder wartet unverändert auf den Winter.

Ich nutze die Zeit zum Einkauf im Coop. Getränkesouvenirs sind auf dem Plan.

Eindrucksvoll ist auch die Rampe in den Bahnhof hinein den hier gerade der Zug nach Tirano passiert. Die einstigen Zugpferde der Berninastrecke ABe4/4 II Nr. 51 und 53 sind abgestellt ubd warten auf bessere Zeiten.

Der Hofhund wartet derweil am Kopfgleis auf die  nächsten Rangiereinsätze.

Der Vorteil der Allegra auf der Berninastrecke ist dass man in den Triebwagen auch die Bernina-Express Garnituren zuschlagsfrei und ohne Reservation nutzen kann.

Und so geht es ohne Umsteigen Richtung Albula.

Das Wetter ist heute nördlich des Berninapass besser wie im Puschlav. Aber was heisst schon besser. Es ist warm und es regnet nicht. Was will man mehr.

Der langsam auftauende Lago Bianco fasziniert abermals.

Und schon rasch ist Pontresina erreicht. Der Mehrsystem-Allegra-Triebwagen rollt dabei abgebügelt direkt in das mit 11kV Wechselspannung überpannte Gleis 1 was  mit der 11 schon am Einfahrtvorsignal vorangezeugt wird. Bei Fart mit dem 1,5 kV Gleichspannung wäre ein „=“ angezeigt.

Über Spinas, dem alten Albulatunnel und das Albulakarussel geht’s weiter nach Bergün wo der Glacier-Express mit der grünen Ge4/4 II gekreuzt wird ubd zudem eine der wenigen Kreuzungen von Personenwagen in Bergün ist. Das Gleis 2 besitzt nämlich nur einen eher rudimentären Bahnsteig.

In Filisur steige ich aber noch nicht aus.

Und fahre erstmal bis Tiefencastel weiter.

Erstaunt stelle ich fest dass das Stellwerk hier noch kein ESTW ist, der Stelltisch dient dem Schalterpersonal aber nurnoch zur Information oder Deko. Das Stellwerk wird aus Landquart ferngesteuert.

Der Bahnsteig 2 wird auch hier selten genutzt, erstaunlich ist dabei der nur mit Warnschilern gesicherte Zugang zum Gleis 2.

Mit gut 8min Verspätung wird kurz nach 18 Uhr Filisur wieder erreicht.

Heute wieder ein feines Abendessen mit Bündner  Pinot Noir und Cop Colonel zum Abschluss.

Noch ein Fotomotiv mit dem beim letzten Besuch im „alten Grischuna“ erworbenen Likeur.

Der ist dann morgen zum Abschluss fällig.

Die Aufnahmen zur blauen Stunde gehen nur Fr und Sa da dann um 22 Uhr nochmal gekreuzt wird. So bis Do ist nach 21 Uhr Betriebsruhe.

Zum Abschluss noch die Links zu Komoot

1. Wanderung zum Landwasser-Viadukt und Alvaneu.

2. Wanderung von Spinas nach Bever durchs Val Bever.

Morgen dann… Na schaun wir mal was am letzten Tag kommt.

Bahnwandern am Albula

Eigentlich wollte ich heute morgen um Landwasser-Viadukt zum „Rückseitenknipsen mit Güterzug, aber den morgendlichen Vorlauf habe ich etwas verpennt. Für den 8:01 nach Preda reicht es gerade noch und so ist heute der Bahnwanderweg von Preda nach Bergün dran.

Wenn man Preda noch von früher als kleine verschlafene Kreuzugsstation, vor dem Umbau zum Doppelspurbegegnungsabschnitt kennt, ist es der schlichte Wahnsinn was hier an Infrastruktur im Alpinen Nirgedwo errichtet wurde.

Aber für den Betriebsablauf und insbesondere im Winter mit den Schlittenshutteln, die nun mit dem Gleis 1 einen eigenes Kopfgleis vor der Schlittenausgabe im ehemaligen Empfangsgebäude besitzen, wird es förderlich sein.

Die Vorbereitungen für die Eröffnungsfeier für den Albulatunnel II laufen auf Hochtouren. Sogar das Festzelt steht schon und wird geheizt obwohl es sich jetzt schon gut kurzärmlig aushalten lässt.

So wie ich das Festagsprigramm für Sonntag 9.6.2024 lese dürfte die Spurplananpassung in Spinas und Preda erst in den Nächten nach der Eröffnung geschehen da am Sonntag reine Pendelfahrten im neuen Tunnel vorgesehen sind und der Regelverkehr vmtl. noch im alten Tunnel laufen wird. Leider ist am Sonntag mein Abreisetag und ich werde mir das Spektakel leider entgehen lassen müssen. 🙁

Bis auf wenige Baucontainer und das Infozentrum sind die meisten Installationen für den Tunnelbau bereits abgebaut.

Es finden noch kleinere Aufräum- sowie Renaturierungsarbeiten der Materialdeponien statt.

Mal sehen ob die kultigen Sitzgelegenheiten aus Puffern vor dem Infozentrum Überleben.

Und dann kommt auch schon der erwartete Güterzug, die Sonne steht leider genau senkrecht zum Zug.

Der Zug hat einen Halt welcher vom Personal ebenfalls für eine Fotogelegenheit wird.

Gekreuzt wird mit dem Glacier-Express welcher von der grünen Ge4/4 II geführt wird. Laut Umlaufplan soll sie diesen heute Nachmittag auch wieder zurück bringen. Sollte…

Achja, der weiße Flecken rechts des Güterzug im mittleren rechten Bild ist noch Schnee.

Und dann geht es weiter talwärts.

Und wiedermal führt der Wanderweg mitten durch eine Kuherde die sich aber im Gegensatz zur gestrigen nicht entschließt mich zu verfolgen. Nur die Blockadekuh musste weiträumig umgangen weden, zumal Jungkühe mit in der Herde sind.

Es blüht und selbst die Mücken helfen beim Bestäuben.

Züge kommen auf den zahlreichen Brücken natürlich auch vorbei während der Fluss sich darunter tosend seinen Weg bahnt.

Kurzzeitig erscheint ein kleiner „Halo-Regenbogen“ am Himmel, was aber nur kurz vom Bahnbetrieb ablenkt. Sogar die „Gelbe Gefahr“ kommt überraschend vorbei.

Das untere Portal des Rugnux-Kehrtunnel weist als Besonderheit ein automatisches Tor auf was bei entsprechender Witterung geschlossen wird um Eisbildung im Tunnel durch Zugluft zu vermeiden, insbesondere da das aus dem Tunnel geleitete Wasser laut Infotafen teils nur 4°C kalt ist.

Unterhalb und oberhalb des Tunnels hat es zahlreiche Fotomotive.

Aber irgendwann muss es dann doch weiter gehen. Unterhalb des interessanten Wasserfalls quer der Wanderweg ohne Brücke oder Steg das Wasser. Wasserdichte Schuhe… Check!

Und weiter geht’s bis kurz vor Bergün. Wasserfall ist hoch oben am Berg und ich konnte mal gut die Zoomfunktionen ausprobieren oder halt bei den schönen Blüten.

Nochmal Kühe und schon wird am gegenüberliegenden Hang der nächste Güterzug Richtung Engadin abgefangen.

An der Talstation der Darlux Sesselbahn, welche offiziell erst nächste Woche in die Sommersaison startet aber trotzdem schon geöffnet ist, geht es (ohne Seilbahn) nochmal stramm bergauf um die drei Ebenen der Bahnstecke bei Bergün zu erkunden.

Und bei top Wetter werden die diversen Züge auf den unterschiedlichen Ebenen beobachtet.

Dem IR um 14:45 Bergpn erreichen wird hat hinter der schiebenden Lok noch drei Tragwagen mit Postcontainern dabei, was mit der Akvra Garnitur und zwei Verstärkerwagen einen recht imposanten Zugverband ergibt.

Dann kommt noch der Bernina-Express auf dem Weg nach Tirano vorbei und ich begebe mich hinunter in Richtung Bahnhof.

Vorbei am Aquädukt und dem Bahnmuseum.

Auch am Bahnmuseum laufen Vorbereutungen, am 8. und 9.6. finden in zeitlicher Kombination mit der Tunneleröffnung die Welterbetage mit allerlei Veranstaltungen statt.

Der Bahnhofshund inspiziert die Anlagen während such der Glacier-Express, jedoch entgegen der Umlaufpläne, mit einer „normal roten“ statt der erhoffte grünen Ge4/4 II nähert.

Hmm, ob die Leistung für den Güterzug, bestehend aus einer einzigen Wagen für Postcontainer, ausreicht? Gleich drei Ge4/4 II sind diesem vorgespannt, wobei die dritte Lok abgebügelt geschleppt wird.

Vor meinem Zug nach Filsur kommt noch ein weiterer Güterzug vorbei, der im Gegensatz zu den anderen des Tages, mit einer Ge4/4 III geführt wird und Heizöl in Kesselwagen, Container und Tübbinge ins Engadin bringt.

In Stuls wird mit einem weiteren Glacier-Express gekreuzt und in Filisur fange ich den Bernina-Express unterhalb der Station ab bevor es zum Coop und wieder ins Hotel geht.

Abebdessen und raustellen der Mitbringsel sowie Wanderversorgung (das bleifrei Zeugs) zur Kühlung.

Gegen 21 Uhr fängt es mal kurz an zu regnen, was aber nicht die Schuld des AppenzellerBier ist. 😀

Wie üblich zum Schluss der Link auf Komoot zur Bahnwanderung von Preda nach Bergün mit weiteren Bildern.

Was mich wundert ist dass ich auf der Hauptroute, also ohne den Abstecher zum Westhang bei Bergün, durch die diversen Fotostops ubd das Abwarten von Zügen gerademal von zwei Wanderern überholt wurde und mir nur sechs entgegen kamen. Gut, es ist ja auch noch keine richtige Saison und der Wanderweg wurde auch am 1.6. wieder aus seinem Winterschlaf freigegeben.

Mal sehen was ich morgen mache, einfach mal abwarten.