Kleine Bahnen ganz groß

Heute wollte ich vormittags nochmal den „Abfallzug“ ins Visier nehmen.

Daher fuhr ich 8:46 nach La Combe. Die CJ rüstet derzeit die Zugbeeinflussung auf ZUB127 die auf ETCS Balisen basiert und im Fahrzeug einen entsprechendes Display erfordert, für den Bordrechner wurde im Steuerwagen die Toilette geopfert die nun ein Technikschrank ist.

In La Combe stehen die beiden vollbeladenen Holzwagen zur Abholung bereit und ich gehe auf die Suche nach einem geeigneten Fotostandort Richtung Glovelier welcher in gut 700m Entfernung gefunden wird.

Und fast pünktlich kommt der ehm. Triebwagen der Frauenfeld-Wil-Bahn mit den Wechselbehältern um die Ecke. Da ich auch den Zug nach Glovelier hier ablichten möchte, dieser aber nur wenige Kilometer entfernt in Bollement mit dem Zug den ich nach La Noirmont nehmen will kreuzt, muss ich mich danach zum Bahnsteig sputen.

Aber dank zweier kurzer Sprints bin ich doch noch rechtzeitig zum Zug von 10:01 Uhr und zur Haltanforderung angekommen. Rennen ist absolut nicht mein Ding…

Der Zug nach Tavannes dient in Le Noirmont wieder als ebenerdiger Bahnsteigverbinder und kurz darauf fährt er nach der Systemkreuzung Richtung Tavannes ab.

In Le Pied-d’Or steigen ich aus und begeben mich zum gestrigen Fotostandort.

Zunächst kommt der Zug nach Le Noirmont vorbei der den Zug mit den Wechselbehältern, jetzt mit Schlacke/Klinker beladen, in Les Breuleux kreuzt.

Das Wetter bessert sich ein Wenig und die Fotohornisse bekommt auch Auslauf.

Weiter geht’s nach Les Reussiles wo der Dem 4/4 Nr. 401 angestellt ist. Zwei der Firmen auf den Fabrikschildern gibt es so schon länger nicht mehr.

Nicht vergessen die Haltanforderung zu bedienen, sonst klappt es nicht mit dem Zug nach Le Noirmont.

Weiter nach La-Chaux-de-Fonds zur Bahn nach Les Ponts-de-Martel die am gleichen Bahnsteig abfährt.

Die kleine ehemals eigenständige nur 16km lange und wie die CJ mit 1,5kV Gleichspannung betriebene Bahn fusionierte mit der Bahn nach Les Brenets und gehört wie weitere private Bahn und Buslinien im Kanton Neuchâtel zur „transN“.

Eigentlich wäre es sinnvoll diese mit der CJ zu verschmelzen, gerade Mo-Fr gibt es schlanke Anschlüsse in La-Chaux-de-Fonds die eine Durchbindung effizient erscheinen liesen.

Als isolierte Linie benötigt sie im Regelbetrieb ein einziges Fahrzeug, nur um die Mittagszeit gibt es überlappende Umlauf mit zwei Fahrzeugen. Die großzügigen Depotanlagen in Les Ponts-de-Martel lassen aber noch auf mindestens zwei weitere Reservefahrzeuge schließen.

Aber hier schlägt der Kantonsgeist durch. Gehört diese Linie mit der von Le Locle nach Les Brenets zum Kanton Neuchâtel und die CJ zum Kanton Jura.

Wenn 2022 die Linie nach Les Brenets eingestellt wird, mit der zwar keine Streckenverbindung besteht aber Synergieeffekte bei den Fahrzeugen bestehen wäre diese neben der Stadtbahn in Neuchâtel die einzige transN Meterspur. Mal sehen ob sich hier doch noch eine Betriebsgemeinschaft zukünftig auftut.

In La-Chaux-de-Fonds überquert die Bahn zunächst die Bahnstrecken nach Biel und Neuchâtel, folgt letzter noch wenige Kilometer und biegt dann ab un durch die hügelige Landschaft ins Tal nach Les Ponts-de-Martel zu weseln. Der kleine Triebwagen ist relativ gut besetzt (Innenfoto nach Ausstieg der Fahrgäste in der Endstation) und nach etwas über 20min ist Les Ponts-de-Martel erreicht.

Und ab hier geht es zu Fuss auf der Nebenstraße zurück um dabei das Bähnchen zu fotografieren.

Ausser La Sagne und Les Ponts-de-Martel gibt es an der Strecke keine richtigen Orte sondern nur eine Aneinanderreihung von zumeist aktiven oder ehem. Bauernhöfen, also klassische Strassendörfer.

Durch die Strasdendofstruktur hat die Bahn alke 500 bis 1000m einen Haltepunkt. Durch das Tal führen längs zwei Strassen. Eine nördliche parallel zur Bahn und eine ca 1-2km parallel südlich gelegene deren Siedlungen durch den Bus bedient werden.

Die Dorfkatzen scheinen wie zuvor der Hund die Ruhe wegzuhaben und auch den Mähroboter zu kennen und bewegen sich keinen Meter. Die andre passt auf die Milchlieferung auf. 🤗

Und dann ist La Sagne erreicht. Kreuzungen finden in dem mit Rückfallweichen ausgestatteten einzigen Kreuzungsbahnhof zwischen den Endstationen nur 2 bis 3 mal täglich statt. In Les Ponts-de-Martel und La-Chaux-de-Fonds kann nur bedingt gekreuzt werden da dort nur je eine einzige Bahnsteigkante zur Verfügung steht.

Ein altbewährter Traktor von Hürlimann wartet derweil auf den nächsten Einsatz.

Weiter geht’s ins Nachbarort La Sagne-Eglise.

Auch wenn es so aussieht, die Kühe warten nicht am Bü. Sie sind nur Neugierig auf Passanten.

Doch einen Fotostandort östlich von La Sagne-Eglise wo die Bahn den Talboden verlässt um nach La-Chaux-de-Fonds zu wechseln.

Und dann wieder zurück und noch ein Blick auf die Kirche welche dem Ortsteil den Namen gab.

Und dann kommt schon der Zug nach La-Chaux-de-Fonds.

Beim Halt auf Verlangen bedienen sollte man hier beachten dass dieses nach 3min wieder erlischt.

Und dann geht’s wieder auf der Gegenfahrspur durch La-Chaux-de-Fonds nach La-Chaux-de-Fonds Est.

In der Schweiz geht’s schneller am Bü. Huer laufen die Ausfahrschranken bereits zu wenn die Einfahrschranken noch nicht unten sind.

Abendessen im Restaurant La Poste mit Entrecote vom Pferd. Herrlich angerichtet und sehr schmackhaft.

Heute ist relativ wenig los, aber der Stammtisch zeigt dass ein runder Tisch hierzu optimal geeignet ist da immer mehr ortsansässige dirt Platz finden.

So, das war der letzte echte Urlaubstag und hier noch die Komoot Aufzeichnung der Wanderung von Les Ponts-de-Martel nach La Sagne-Eglise.

Kleine Bahn und ein Wasserfall

Nach der langen Bahnfahrt gestern ist heute wieder etwas Bewegung angesagt.

Wie schon am Bernina hüllt sich auch der Schweizer Jura morgens gerne in Nebel. Aber nach dem doch sehr brauchbaren Frühstück hat sich auch der Nebel verkrümelt.

Zumindest bis kurz vor La-Chaux-de-Fonds.

Die Umladeanlage Bellevue kurz vor La-Chaux-de-Fonds liegt auch noch im Nebel aber das Ziel der dort verladenen Behälter, die Müllverbrennungsanlage, ist schon wieder nebelfrei.

Die Umsteigezeit in La-Chaux-de-Fonds wird genutzt um den Abschnitt der CJ Strecke im Strassenplanum mit Zug zu fotografieren.

Seit 2014 verkdhrenin La-Chaux-de-Fonds keine O-Busse mehr, trotzdem ist die Fahrleitungsanlage noch vollständig vorhanden, lediglich dem neu gestaltete Busbahnhof auf dem Bahnhofsvorplatz fehlt die Oberleitung.

Ob dem O-Bus irgendwann eine Wiederauferstehung gelingt?

Mit dem NPZ geht’s weiter nach Le Locle und zur dort beginnenden kleinen Bahn nach Les Brenets.

Leider wird man das Bähnchen vsl. 2023 einstellen und durch einen Elektrobus ersetzen der die Trasse durch den Tunnel bei Le Locle nutzt und hinter der Haltestelle „im Nirgendwo“ auf die Strasse nach Les Brenets wechselt. Der Bus hat aber dann den Vorteil dass er Les Brenets besser erschließt und auch näher an der Schiffsanlegestelle die Endstation erhält.

Nach den Fotos am Bahnhof geht es erst mal „über den Berg“

Am Wanderweg nach Les Frêtes gibt es diverse Installationen zu sehen.

Zum Glück bekommt die recht unten im Tal liegende Station doch etwas Sonne ab und ermöglicht damit herbstliche Bilder.

Weiter geht’s und beim laut Landkarte einzigen Fotostandort in freier Landschaft ist nur mit der Fotohornisse realisierbar da die Wiese sich als eine beiderseits der Bahnstrecke gelegene Voliere für Dammwild herausstellt.

Der nahegelegene Einschnitt ist leider eher schattig gelegen.

Jetzt geht es erstmal weit hinunter ins Tal und ab dem alten und neuen Kraftwerk an geht’s auf einem eher wenig begangenen Weg weiter.

Und recht unverhofft offenbart sich hier mitten im Wald eine lichttechnisch gut gelegene Fotstelle.

Danach geht es steil bergab ins Seitental nur um dann wieder bis zum Strassentunnel hinaufzusteigen.

Dann wieder runter zum Bahnhof von Les Brenets.

Unterhalb des Bahnhofs ist Wetter- und Vandalismusgrschützt eine der alten Dampfloks der Strecke untergestellt.

Noch ein Einsatz für die Fotohornisse, wobei der Fotostandort auch über den Hang und Wiese erreichbar gewesen wäre, aber so war es bequemer. 😎

Durchs Ort geht’s nun stramm bergab zur Schiffsanlegestelle.

Für 9 CHF geht es mit wunderbaren Ausblicken in etwas über einer Viertelstunde zur Anlegestelle Saut-du-Doubs.

Der Bordhund hat alles im Blick und so wird die Anlegestelle beim Saut-du-Doubs erreicht.

Über die Brücke geht es nach Frankreich (ohne jedwede Kontrolle usw.) und zu den auf zwei Ebenen liegenden Aussichtsstellen auf den Wasserfall.

Jetzt wieder zurück und den Wasserfall von der Schweizer Seite ansehen. Am Wasserfall liegen die beiderseitigen Aussichtspunkte gut 20m entfernt.

Und es ist Zeit wieder nach Les Brenets zurückkehren.

Auch der Weg bietet schöne Blicke auf die natürlich aufgestaute Doubs durch deren Mitte die Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich verläuft.

Noch ein paar Eindrücken von Les Brenets und dem Triebwagen Nr. 5.

Die Schalter im Empfangsgebäude empfangen schon lange keine Kundschaft mehr, sind aber sehr gepflegt.

In „Führerstandsmitfahrt“ geht es nun die etwas über 4 km zurück nach Le Locle.

Und nach dem Umstieg nach La-Chaux-de-Fonds und Le Noirmont wo sich stets die Züge nach Glovelier, Tavannes und La-Chaux-de-Fonds treffen und der Zug nach Tavannes die Nutzung der Unterführung ersetzt.

In Saignelégier wartet ein mit Stammholz beladenen Wagen auf Rollschemeln auf den Weitertransport.

Abendessen im Restaurant La Poste mit „Mönchshauptrisotto“ und Vermicell.

Zum Abschluss noch der Link zur Aufzeichnung der Wanderung, inkl. 3km Schifffahrt, bei Komoot.