Über den Gotthardpass

Der Gotthardpass stand schon länger auf meiner Liste zum Befahren per Rad.

Mit den Zug schon mehr- und zigfach drunter durch (oben und unten) und sogar schon in beiden ausgestiegen. Sowohl im Scheiteltunnel als auch im Basistunnel.

Aber obendrüber? Da verlässt mich mein Gedächtnis. Ich meine nein.

Der nächtliche Regen ist weggezogen und sogar etwas blauer Himmel lässt sich schon blicken.

Aber ich fahre erstmal in die falsche Richtung, da ich mir erstmal noch die Schlucht südlich von Rodi-Fiesso ansehen will.

Vor lauter tosenden Wasser hört man kaum den Zug und so gelingt gerade noch ein Notschuss eines nach Süden fahrenden Giruno.

Ab September wird es, mit dem Abschluss der Reparaturarbeiten im Gotthardbasistunnel, auf der Bergstrecke wieder viel ruhiger werden. Aktuell verkehren neben den regulären stündlichen Traverso Zügen nach Locarno der SOB je Richtung noch zwei Züge (Giruno, RABD500, Pendolino) und ab und an ein Güterzug über die Bergstrecke.

Wegen Bauarbeiten ist die Schlucht nicht per Rad auf der alten Strasse passierbar, dann halt etwas laufen.

Die Bilder geben nicht annähernd das Spektakel des tosenden Wassers im engen Felsbett dar.

Aber jetzt geht es bergauf, kurz darauf noch ein Giruno in nördlicher Richtung und ich hoffe das Jagdverbotsschild, zumindest scheint es die Übersetzung davon zu sein, bezieht sich nur auf Tiere und nicht auf Züge 🙈

Ein FS/TI Pebdolino ETR610 drängt sich dann auch noch ins Bild.

Und so wird alsbald Ambri-Piotta erreicht, zwei kleine Orte mit einem vergleichsweise riesigen Eishockeystadion.

Im Bahnhof warte ich dann erst mal ein paar Züge ab, so auch den RABD500, welcher als Neigezug hier vor der Eröffnung des GBT die Hauptlast im Fernverkehr trug. Dann eine Re4/4 mit dem Gotthard-Panorama-Express inkl Panoramawagen für die 1. Klasse und einer uralt Schlurre mit öffenbaren Febstern für die 2. Klasse. Von beiden wird augenscheinlich gut gebrauch gemacht.

Zum Abschluss kreuzt noch der SOB Traverso mit dem SBB Giruno.

Funfact, das auf der anderen Talseite liegende Ritom Kraftwerk besaß lange Jahre einen Gleisanschluss quer über die Autobahn so dass bei allfälligen Transporten nur die Leitplanken entfernt und natürlich die Autobahn gesperrt werden musste. Im Zuge der Sanierungen, Lärmschutuz und Ausbau der Autobahn wurden die Gleise aber nun aus der Autobahn entfernt. Ausserhalb liegen die Gleise noch.

Ich hatte erst die verwegene Idee per Standseilbahn (welch eigentich ein Schrägaufzug mit Antrieb in der Talstation ist) das Rad und mich (Velo kostet 10 CHF extra) hinauf fahren zu lassen, den Ritom Stausee zu besichtigen und dann wieder runter nach Airolo zu rollen. Der Gedanke den Bock aber in der Bergstation über die steilen Stufen nach oben zu wuchten, nee. Dann lieber irgendwann mit Wandern verknüpfen oder falls das Rad dabei ist dies ohne Gepäck zu machen.

Also geht’s ohne Standseilbahn weiter Richtung Airolo.

Und auch in der Engstelle südlich Airolo wieder ein Glückstreffer.

Ein in südlicher Richtung fahrender SBB Fernverkehrs Flirt2 trifft auf der Brücke auf einen SBB Giruno der Gegenrichtung.

Das Schild verlautbart dass der Gotthard und Nufenen offen sind. Gut, letzter ist heute nicht relevant und so geht’s durch Airolo zum Einstieg in die Gotthardrampe

Ich weiche hier etwas von der Veloroute 3 ab und erklimme die ersten hundert Höhenmeter auf einem gut fahrbaren Feldweg, fernab jedweden Verkehrs.

Derweil verschwindet kurz darauf ein SOB Traverso im Gotthardtunnel.

Jetzt trifft der Feldweg wieder auf die alte Gotthardstrasse, welche abschnittsweise „nur“ gepflastert ist. Bei Nässe und bergab könnte das „interessant“ werden.

Zwar ziehen im Süden dicke Wolken auf, aber zum Pass wollen diese wohl doch nicht.

Noch 9km bis kurz vor den Scheitelpunkt der Gotthardpassstrasse. Mal sehen was da oben an Akkukapazität noch übrig ist.

Aber zunächst geht es Kehrschleife für Schleife weiter hinauf. Der vier mal am Tag über den Gotthard fahrende Postbus nimmt auch bevorzugt die neue Gotthardstrasse.

Und jetzt biegt die alte Passstrasse „Tremola“ in ein Seitental ein und statt der zuvor langen geraden mit relativ weiten Kehren wird es jetzt geradezu „wild“ mir vielen kurz aufeinander folgenden engen Kehren, wie am Berg als auch dem Kartenausschnitt gut zu erkennen ist.

Und ab und an kommt, natürlich gerade hier am Gottard, immer wieder was vorbei was man jahrzehntelang nicht sehen sollte. Das mitlerweile inaktive TCS Notruftelefon gehört da aber nicht dazu.

Und Kehre für Kehre geht es ähnlich den Spaghetti zum Abendessen gestern Abend immer weiter hinauf.

Abgesehen von einigen Motorradfahren sind ältere Sportwagen und Velos die Hauptnutzer. Und dann noch ein echter Oldtimer. Der muss natürlich mit ins Bild. Ich mag mir die Kehren gar nicht ohne Servolenkung vorstellen…

Und dann kommt so langsam die Passhöhe bzw. Ospizio in Sicht.

Fast geschafft, mit 2091m liegt Ospizio noch kurz unter der Passhöhe, aber ein Zwischenstop bietet sich an.

Die Pferde der Postkutsche sind auch gerade im Wartungsmodus.

Eine Rast mit Bier aus Faido und Wurst (siehe Titelbild) wird eingelegt und ganz nebenbei, die Akku Restkapazität steht trotz intensiver Nutzung der Unterstützungsstufe 3 (100% dazu) noch bei 50%.

Das Festungsmuseum Sasso St. Gotthardo hat heute leider zu, aber zur Not kommt man ja auch mehrmals am Tag per Postbus hier hoch.

Nur noch ein paar hundert Meter weiter ist mit 2106m.ü.M die Passhöhe erreicht und von nunan ging’s bergab.

Kurz bevor die alte Passstrasse in die neue einmündet steht der Oldtimer am Rand und wird von seinem Fahrer gepflegt. Alte Autos brauchen eben mehr Pflege und dieser blitzt und blinkt sogar unter der Motorhaube.

Ab hier ist wieder mehr Individualverkehr mit dabei und so ist flottes Rollen angesagt, man will den Verkehr ja nicht mehr behindern wie unbedingt nötig. Aber ab und an hat es Seitenflächen um anzuhalten zum Fotografieren.

Das Gebäude mitten im Nirgendwo ist keine Kapelle oder ähnliches sondern ein Be- und Entlüftungsbauwerk des Gotthard Strassentunnels der hier genau unterhalb verläuft, bei Hospental steht noch so ein Ding.

Kurz vor Hospental ist einer der „Grand Tour of Switzerland“ Landmarken aufgestellt.

Ab hier geht’s nochmal auf einem Feldweg weiter zum Ort.

Auf der Radtour im Herbst 2017 hatte ich das in der Nähe von Hospental gelegene klassische Postkartenmotiv am Viadukt über die Furkareuss schon mal versucht, aber das Wetter war nicht so doll und auf der Sommerradtour 2019 war es zwar besser aber noch nicht so gut wie heute.

Daher fahre ich noch einen kleinen Abstecher Richtung Realp und erfreulicherweise kommen zwei lokbespannte Regionalzüge nach Andermatt vorbei, ersterer und der kürzere ist vermutlich eine Leerfahrt da nicht im Fahrplan zu finden und Verfrühung von 5 bis 10min ist auch bei der MGB eher nicht üblich. Und dann kommt auch noch der Glacier-Express Richtung Brig vorbei und keine Fotowolke in Sicht. Wunderbar.

Danach geht’s in „kürzester Fahrtzeit“ [tm] zurück nach Hospental.

Und rüber nach Andermatt, während sich ein MGB Triebwagenzug zum Oberalppass hinaufschraubt.

An der Teufelsbrücke nur ein kurzer Stopp da der Bereich schon auf der Sommerradtour2019 ausgiebig erkundet wurde und so wird flott hinabgerollt, natürlich nicht ohne geeignete Fotostops.

Kurz vor Göschenen finde ich dann noch eine Fotostelle an der dem Zug nach Andermatt aufgelauert werden kann.

Wie auch in Airolo befinden sich zum Bau der zweiten Strassenröhre für die Autobahn umfangreiche Anlagen im Aufbau. Unter anderem wird gerade über den ehemaligen Güter- und Autoverladegleisen eine umfangreiche Verladeanlage für Schüttgüter errichtet welche das Bahnhofsareal eindeutig dominiert.

Auf dem dritten Gleis der MGB auf dem Bahnhofsvorplatz wartet eine recht neue Diesellok mit Zahnradantrieb mit ihrem Bauzug auf den nächsten Einsatz. Das Gleis 2  (12) ist eher ungenutzt da in der Regel auf der Stecke in der Ausweichstelle gekreuzt wird.

Die Verlängerung der beiden Gleise „11“ und „12“ zum Güterschuppen ist gesperrt und das weiterführende Gleis über die Brücke der hier aufgestauten Göschenerreus zum SBB Verladekran ist mangels Bedarf schon lange abgebaut. Güterverkehr führt die MGB nurnoch als Punkt zu Punkt Verkehr zwischen Visp und dem autofreien Zermatt aus.

Und dann gehts gemütlich rollend auf der relativ schwach befahrenen Kantonsstrasse weiter talwärts. Vorbei an einem der vielen ehemaligen Militärdepots welches heute zur Lagerung von „spaltbaren Material“ dient.

Ein Blick auf die Reuss und wiedermal Dinge die man nicht sieht am Wegesrand bevor Wassen erreicht wird. Auf der Autobahn bildet sich gerade ein respektabler Stau in Richtung Göschenen.

Die 2016 genutzte Fotostelle zwischen den Bäumen mit dem Motiv der Wattinger Kurve am Tunnelportal ist so leider nicht mehr umsetzbar, die Bäume sind halt gewachsen und direkt am Portal gefällt mir das Gesamtbild nicht sonderlich.

Also zurück auf die linke Talseite und nach etwas Wartezeit wurden ein Traverso nach Norden und ein Giruno nach Süden erwischt.

Als ich oben am Bahnhof wieder ankam rauschte gerade eine Re4/4 mit einem kurzen Postzug aus dem Tunnel und nach kurzem Unsetzen über die Strasse konnte ich diesen dann nochmal unten im Tal erwischen.

Auch die Kirche von Wassen wurde, da schon 2016 bzw. 2019 erkundet, ignoriert und es geht weiter nach Gurtnellen.

Kurzer Baustellen Zwangshalt am SBB Kraftwerk von Wassen und dann wird der Bahnhof von Gurtnellen erreicht der sich durch das Fenster geblickt so präsentiert als sei das Stationspersonal nur gerade eben mal kurz weg.

Es wird plötzlich sehr windig und bei 2 bis 3% Gefälle muss ich trotzdem richtig reintreten um weiter flott vorwärts zu kommen.

Das Motiv mit der Brücke kurz vor dem Etappenziel in Intschi werde ich vsl morgen früh versuchen mit einem Zug umzusetzen.

Ankunft im Gasthof Schäfli und Begrüßung durch eine der beiden total entspannten Hauskatzen.

Uiii, Rohrverkabelung. Auch schon lange nicht mehr gesehen, aber in alten Fachwerk und Holzhäusern nicht unüblich.

Aber nun ist es Zeit zum Abendessen.  Brennessel-Kartoffelsuppe, klang interessant und schmeckte auch. Gebnau wie die Pouletbrust mit Haussauce.

Ab und an klingt es nach einer deutschen Bahnübergangsakustik, aber die stellt sich als „Klingelton“ zur Abfertigung der Seilbahn direkt neben dem Gastof Schäfli heraus.

Das Zimmer hat übrigens sogar eine eingeschränkte Fotomöglichkeit auf die Gotthardbahnstrecke oder halt zur blauen Stunde auf den Bus nach Göschenen.

Apropos blau? Welcher der drei erlebt wohl morgen nicht mehr? Es wurde die Volg Eigenmarke und das naturtrübe kann sogar sehr überzeugen.

Durch die beiden Abstecher wurden es am Ende mit 68km, somit gut 10km mehr wie geplant, wobei die Höhenmeter aufwärts mit 1400m nur 170m mehr wurden und 36% Restakku war am Ende auch noch da.

Insgesamt also dann doch eine entspannte Tour und auch, so meine Meinung, in Süd-Nord-Richtubg am besten zu befahren. Denn im Individualverkehr von Hospental die erste Hälfte oder gar Göschenen – Andernatt hochzuochsen stelle ich mir nicht angenehm vor.

Somit hier wie gewohnt der Link zur Tour bei Komoot zur heutigen 10. Etappe.

Morgen Mittag ist dann „Bergfest“ für die geplanten 21 Etappen.

Durch den Newsletter des Basel Tattoos habe ich mal neugieriger weise geschaut wie es von der Belegung her am Samstagabend aussieht.

Die mittel- und höherpreisigen Plätze sind fast alle ausgebucht aber im „Niedrigpreisbereich“ mit schlechteter Sicht hat es noch grosse freie Flächen.

Vielleicht müsste die Arena anders aufgebaut sein, aber geht vielleicht nicht da das auch wäre wie ein 30m breiter und 2m langer Bus weil jeder in der ersten Reihe sitzen will. 😉

Der Wetterbericht sieht für Samstagabend im Moment wenig gut aus, aber erstmal abwarten.

Vorabanreise über die Alpen nach Basel

Ähm, wie? Basel liegt doch wie Darmstadt nördlich der Alpen.

Naja, man kann ja auch Umwege fahren und da der ECE151 von Frankfurt nach Mailand planmäßig kurz vor 11 in Basel ankommt war eine „Überbrückung“ bis zum Check In im Hotel gesucht und die sah dann so aus.

Eine Fotorunde an dee Läufelfinger Bahn wäre auch eine Idee gewesen, aber mit Koffer. Nee, kein Bock 😉

Wie schon in den letzten Tagen auf der Main-Neckar-Bahn gesichtet besteht der ECE151 aus einer TrenItalia Garnitur (laut Anschrift CH-TI) und nicht aus der SBB Adaption.

Ich bin kein Fan des ETR610, in der 1. Klasse ist er noch halbwegs erträglich. Die Garnitur ist eher oberflächlich gereinigt, das Raumgefühl ist eher einfallslos, die Sitze relativ abgenutzt und diverse Steckdosen und auch Sitzverstellungen funktionieren nicht wie man an den Nachbarplätzen beobachten kann. Nichtfensterplätze hat es, wie heutzutage fast normal, natürlich auch. Ein Fahrzeug das locker sogar den ICE4 unterbietet.

Egal, pünktlich geht es in Frankfurt los um in Darmstadt einen kurzen ausserplanmässigen Halt einzulegen.

Kurzzeitig kommt auch mal die Sonne raus. Aber nur ganz kurz und bei der Ladenburg geht’s wieder in der Suppe über den Neckar.

Da der Zug derzeit über die Main-Neckar-Bahn fährt entfällt der Halt in Mannheim und auch nicht via Heidelberg sondern von Friedrichsfeld direkt Richtung Schwetzingen und Karlsruhe.

Dafür hält der Zug auch im Weltstadthalt „Ringsheim“ was der Halt irgendwo im Nirgendwo vermutlich dem in der Schweiz recht beliebten Europapark verdankt.

Südlich Karlsruhe ist das Wetter 1a und die geringe Verspätung von 6min wird beim Kopf machen in Basel SBB mangels „Kulturpuffer“ und somit kurzer Wendezeit fast komplett mitgenommen aber ab Luzern (die am dortigen Querbahnsteig angebrachten Displays informieren stets über die nächsten Anschlüsse) ist er wieder planmäßig unterwegs.

Und so geht es ab Arth-Goldau mit Blick auf den Rigi mit ETCS L2oS flott nach Altdorf und dann durch den Gotthardbasistunnel. Überpünktlich wird Bellinzona erreicht.

Viel Zeit ist nicht, eine viertel Stunde später kommt der IR26 „Treno Gottardo“ aus Locarno an.

Der Traverso, im Grunde die Fernverkehrsversion des Stadler Flirt, wird im Gegensatz zum ETR610 welcher 2:39h für die Strecke von Basel nach Bellinzona brauchte über die Gotthard Bergstrecke und dabei mit fast regionalzugartigen Halteabständen bis Airolo 3:57h.

Aber es fährt sich sehr angenehm im von der SOB Südostbahn gefahrenen Traverso der suf dieser Linie als Treno Gottardo vermarktet wird.

Im Hochflurbereich am Wagenübergang gönnt man ihm sogar eine 1+1 vis-a-vis Bestuhlung.

Im Abschnitt bis Göschenen ist er in beiden Wagennkassen eher schwach besetzt.

Was aussieht wie ein verunglückter Wasserturm ist übrigens die Betriebszentrale Süd der SBB am Südportal des Gotthardbasistunnel in Pollegio.

Zeit für einen Kaffee (2,50 CHF) aus dem Self-Service Bereich und dann geht es mit diversen Kehrtunnels weiter nach Airolo.

Achja, es hat auch Traverso Bier. Aber ich glaube das wird den Weg bis nach Hause finden.

Und dann ist schon Göschenen erreicht. „Von nunan ging es bergab“.

In Göschenen füllt sich der Zug ein wenig mehr und ab Luzern wurd dem nun sehr gut besetzen Zug eine zweite Garnitur beigestellt.

Etwas Schnee hat es auch, dann wird die Kirche von Wassen mehrfach umrundet (leider war kein Emil Steinberger an Bord der einem die Trassenführung erklären kann) und dann war schon wieder der Vierwaldstädter See erreicht.

Entspannt geht es über Rotkreuz, Luzern und Olten zurück nach Basel SBB was auch wieder pünktlich erreicht wurde.

Zum kleinen Ausgleich für gut 11,5h faules Bahnfahren schleppe ich den Koffer die Treppe zur Paserelle am „Rostbalken“, der alten Hauptpost, hoch von wo es einen schönen Blick durch die frisch sanierte Halle hat.

Entlang des Bahnhofsvorfeld geht es zum Ibis Budget Hotel an der Münchensteiner Brücke.

Und dann wieder zurpck zum Restaurant Steinbock am Bahnhof zu einem üppigen Salat und Rösti mit Schnitzel mit viiiel Käse überbacken.

An der Haltestelle „Peter Merian“ ein Blick auf den parallel zur Tram und Bahbhofsvorfeld in der unteren Etage verlaufebden Radfahrer Highway der im Gegensatz zum Foto sehr gut genutzt ist.

Nachspeise dann im Hotel 😉

Jetzt ab ins Bett. Morgen geht’s zur modenisierten Waldenburger Bahn.

Vom Rigi zum Bernina

Vom Zimmer aus konnte heute morgen der geschäftige Güterverkehr der Rigibahn beobachtet werden, was auch vom Nachbarzimmer geschah. Ein Highlight war dabei der Transport eines LKW mit Holzpellets. Kein billiges Vergnügen was laut Info aus dem Hotel mit um die 400 CHF zu Buche schlägt.

Nach dem Frühstück ging es dann weiter, heute stand der Umsteigemarathon mit sieben Umstiegen an, von denen einige recht knapp gestrickt waren. Spoiler, alle haben geklappt.

Zunächst ging es erst einmal hinauf in die Endstation Rigi Kulm wo vom roten Triebwagen aus Vitznau in den blauen Triebwagen nach Arth-Goldau umgestiegen wurde.

Da derzeit keine Mehrfachtraktionen nötig sind konnten beide Züge in einem Gleis geparkt werden.

Dies war auch daher nötig da ein Triebwagen mit Bauarbeiten in Rigi-Staffel die Zufahrt zum andren Gleis blockierte. Wie schon gestern war das Wetter auch jetzt recht unterschiedlich und wechselhaft.

Überpünktlich wird Arth-Goldau erreicht, leider wurde der Gotthard-Panorama-Express von Gleis 4 nach drei verlegt was einen Gang durch die Unterführung nötig machte. Da der Zug zudem etwas verspätet war war dies ebenfalls kein Problem.

Der Zug der SOB die seit Fahrplanwechsel wieder Fernverkehr über den Gotthard von Zürich und Basel nach Locarno anbieten war sehr gut gefüllt und die reserierten Plätze der Gruppe nicht verfügbar, aber trotzdem, stehen musste keiner.

Die Verspätung konnte etwas abgebaut werden und der flotte Umstieg in Göschenen klappte, wobei auch der nächste Zug für den Anschluss in Andermatt gereicht hätte.

Die Teufelsbrücke hüllte sich derweil im Nebel.

In Andernatt lockere es wieder auf und am Hang ist der Zug aus Disentis erkennbar.

Dessen Lok wird umrangiert und er wird unser Zug nach Disentis.

Und schon schraubt sich der Zug die zahlreichen Kehrschleifen hinauf zum Oberalppass.

Am Albulapass ist es geradezu winterlich. Es erinnter mich stark an meine Radtour im Herbst 2017 über diesen.

Aber kurz hinter den diversen Schneegallerien im Vorderrheintal ist es wieder herbstlich grün.

Schneller bahnsteiggleicher Umstieg in Disentis in den Zug Richtung Scuol und durchs wunderschöne Vorderrheintal nach Reichenau-Tamins.

Die Surselva, also der Durchbruch des Vorderrhein nach Reichenau-Tamins, lässt ob der schroffen Talflanken die Kameras heisslaufen. 😉

Und in Reichenau-Tamins war wieder Unsteigen Richtung Samedan über die Albulastrecke angesagt.

Egal wie oft ich die Strecke schon gefahren bin, der Ausblick ist immer wieder schön. Besonders mit passender Reiseverpflegung und mal in der 1. Klasse.

In Filisur grösste das bis Ende Oktober 2x täglich zwischen Davos und Filisur mit einer hist. Komposition inkl. offener Wagen verkehrende RhB Krokodil herüber.

Ein Tunnelfoto im alten Albulatunnel dessen Nachfolfer Teil der vorherigen debx Tour war und nach Umsteigen in Samedan und Pontresina war der Zug nach Alp Grüm erreicht.

So viel Panorama…

Pünktlich angekommen und bei Pizzocheri klingt der Tag aus.

Abschließend hier der Fahrplan zur heutigen Etappe:

Ab 09:35 Rigi Kaltbad-First (CC 1109, Richtung: Rigi Kulm)
An 09:42 Rigi Staffel

Ab Rigi Staffel (Fussweg)
An Rigi Staffel

Ab 10:06 Rigi Staffel (CC 126, Richtung: Arth-Goldau RB)
An 10:48 Arth-Goldau RB

Ab Arth-Goldau RB (Fussweg)
An Arth-Goldau

Ab 10:54 Arth-Goldau – Gl. 4 (IR 2417, Richtung: Locarno)
An 11:50 Göschenen – Gl. 1

Ab Göschenen (Fussweg)
An Göschenen

Ab 11:54 Göschenen – Gl. 11 (R 637, Richtung: Andermatt)
An 12:06 Andermatt

Ab Andermatt (Fussweg)
An Andermatt

Ab 12:28 Andermatt – Gl. 2 (R 836, Richtung: Disentis/Mustér)
An 13:39 Disentis/Mustér

Ab Disentis/Mustér (Fussweg)
An Disentis/Mustér

Ab 13:44 Disentis/Mustér – Gl. 3 (RE 1744, Richtung: Scuol-Tarasp)
An 14:49 Reichenau-Tamins – Gl. 3

Ab Reichenau-Tamins (Fussweg)
An Reichenau-Tamins

Ab 15:09 Reichenau-Tamins – Gl. 4 (IR 1149, Richtung: St. Moritz)
An 16:45 Samedan – Gl. 2

Ab Samedan (Fussweg)
An Samedan

Ab 16:48 Samedan – Gl. 3 (R 1949, Richtung: Pontresina)
An 16:57 Pontresina – Gl. 1

Ab Pontresina (Fussweg)
An Pontresina

Ab 17:04 Pontresina – Gl. 4 (R 1649, Richtung: Tirano)
An 17:42 Alp Grüm

Hinauf auf den Furkapass…

und hinab zum Urnersee.

Das sind 1190 Meter hoch und 2020 Meter abwärts auf gesamt 80km Strecke. Der Akku war ab Hospental „rot“ da unter 15% gefallen aber er wurde erst vor Amsteg mit 8% zur Sicherheit gewechselt.

Aber der Reihe nach.

Ich starte relativ früh gegen 8:30 um rechtzeitig vor dem Frühzug / Wanderzug bei Gletsch abzulichten.

Aber trotzdem ist noch Zeit für ein paar Bilder auf dem Weg.

Und bei bestem Licht kommt der Zug.

Weiter nach Gletsch und sich noch schnell mit Rivella und Apfelkuchen beim Hotel Glacier du Rhône versorgt und dann wird der Anstieg zum Furkapass in Angriff genommen.

Postkartenmotive wohin man auch schaut.

Und dann kommt bei Muttbach auch noch der morgendliche Dampfzug nach Oberwald vorbei. Herrlich und dann geht’s weiter bergan.

Ein Zwischenstopp wird am Belvédère eingelegt um hier den Rhonegletscher zu besuchen, bzw. was davon noch übrig ist. Bis in die 1980er Jahre konnte man diesen noch im Hintergrund des Bahnhofs Gletsch erkennen. Mittlerweile hat er sich weiter und hinter einen Felsabsatz zurückgezogen und ist vom Tal aus „unsichtbar“.

Im unteren Teil gibt es einen Gletscherstollen in dessen Bereich der Gletscher mit Geotextil abgedeckt ist um den Schmelzprozess abzubremsen.

Nach der Abkühlung im Gletscher folgen noch ein paar Serpentinen und der Furkapass mit seinen 2436m.ü.M. ist erreicht. So hoch war ich mit dem Rad bisher nicht gekommen.

Zeit für einen Kaffee.

Von nun an ging es bergab. Die Eindrücke sind auch auf der Urner Seite überragend.

Tief im Tal schnauft der am Freitag nachmittäglich verkehrende Zug hinauf zum Furka Scheiteltunnel.

Unterhalb des geschlossenen Hotel Galenstock finden sich Bauernhäuser mit „unauffällig“ massiven Kellergeschoss. Tarnung ist im Reduit alles.

Nach der steilen Abfahrt nach Realp ist die Weiterfahrt im Tal richtig entspannend.

Der Glacier Express überrascht mich bei Zumdorf und am Viadukt bei Hospental zieht passend zum Zug eine Fotowolke auf.

Mein Zeitplan geriet derweil etwas ausser Tritt aber es sollte ja weiter bergab gehen.

In Hospental dann eine Umleitung über die nördliche Talseite wegen Strassenbauarbeiten. Gut auch schön, dann entfällt damit auch der Schlenker durch Andermatt und es geht direkt in die Schöllenenschlucht.

Für die bergwärts fahrenden Radfahrer gibt es bis zur Teufelsbrücke einen eigenen Seitenstreifen, die talwärts fahrenden sollen wohl die Strasse benutzen. Bei dem Verkehr, nein Danke.

Erst mal etwas die Teufelsbrücke besichtigt und dann ging es auf der alten Strasse bergab.

Der Fuss- und Radweg setzt sich später auf dem Dach der Einhausung der Strasse fort.

Irgendwann soll dann aber wieder auf die Strasse gewechselt werden. Ich entscheide mich das Rad den Wanderweg runterzuschieben um über die alte Steinbrücke nach Göschenen zu gelangen.

Die diversen Stufen und insbesondere die steile Treppe im Verlauf des Wegs sah ich von oben nicht, aber was solls. Die alte Brücke und besonders die Bahnbrücke über die Reuss waren das auch wegen des Fotomotivs wert.

Und dann ist das heute recht beschauliche Göschenen erreicht.

Bei Wassen staut es sich, wie fast üblich auf der Gotthardautobahn inkl. min. zweier Flixbusse *hähähä*

Es geht schnell abwärts im Tal und schon ist Amsteg mit dem das Dorf dominierenden Kraftwerk und Brücke erreicht.

Ab jetzt geht es flacher aber gleichwohl flott nach Attinghausen bei Altdorf.

Leider hat die Restauration vom Hotel Krone in der ich Übernachte Sommerferien und so muss ich in die Pouletburg ausweichen. Der Name ist der Speisekarte Befehl und somit wird es das „Poulet im Körbli“. Dazu ein regionales Bier aus Altdorf.

Danach noch eine Runde durchs Dorf.

Komoot kaspert weiter. So dass kaum Bilder hochladbar sind. Ein Macken den ich voraussichtlich erst zu Hause reparieren kann.

Daher hier nur die Route fast ohne Bilder.

2019-07-19 Fr Etappe 6 Ulrichen-Attinghausen