Historisches nach und in Chemnitz

Um 8:20 ging es mit dem RE der MRB (Trandsev) nach Chemnitz. Dass der Zug auf Gleis 23 und somit neben dem Museumsgleis des Leipziger Hauptbahnhof abfährt passt irgebdwie. Denn das was hier als RE seitens der Besteller (Landesverkehrsgesellschaft des Landes Sachsen) den Kunden geboten wird ist wahrlich Museumsreif. Das modernste der Garnitur ist die ER20 „Hercules“ von Siemens. Der Zug besteht aus modernisierten ex. DR Abteilwagen mit dem optischen Charme einer Dixi Toilette und einem Wittenberger Steuerwagen. Laut, unklimatisiert, unruhiger Lauf, Klotzbremsen das ist kein zeitgemäßer SPNV. Das einzige Higlight war der Tf welcher fast alle touristische Highlights während der Fahrt aufzählte und erläuterte.

Von Chemnitz Küchwald geht es wegen Bauarbeiten nach einem kurzen Fussweg mit dem SEV Bus zum Hauptbahnhof und dann mit der Citybahn Chemnitz zum „Bahnhof“ Hilbersdorf. Vom einst bedeutenden Rangierbahnhof ist nunmehr nur ein Haltepunkt übrig gebliebenen.

Dank eines rührigen Vereins konnte u. a. das imposante Reiterstellwerk B3 inkl. der dort vorhandenen Hebelbank und der Steuerstände für die Seilablaufanlage die durch den Rückbau der Gleisanlagen nur noch teilweise vorhanden sind.

In der Unterhalb der Stellwerksräume befindet sich ein ehm. Fusssteg welcher seinerzeit das Gelände des Rangierbahnhof mit dem ehm. Sozialgebäude / Kantine verband. Diese wurden aber über den beiden Steckengleisen nach Dresden abgebrochen und nutzt nun als Ausstellungsfläche über die Geschichte und eingesetztes Handwerkszeug des Rangierbahnhofs.

Auf der oberen Etage beeindruckt die elektromechanische Hebelbank (VES Bauform 1912), der sächsische Bahnhifsblock, ein funktionstüchtiger Fernschreiber und natürlich die Steuerstände der Seilablaufanlage welche auf den sechs Gleisen der Einfahrgruppe über Jahrzehnte die sonst üblichen Abdrückloks ersetzte. Details siehe obiger Link zum Verein.

Auf einem kurzen Stück der ehm Gleise 1 und 2 hat der Verein die Seilablaufanlage nachgestellt, wenngleich die Seile an denen die Drückwagen hängen nicht mehr vom ca. 600m entfernten, auf Höhe des im ehm. Bw befindlichen sächsischen Eisenbahnmuseum, Maschinenhaus das auch das ehm Stw. B2 beherbergt. Das Umlaufseil wird daher von einem Elektromotor in einer Baracke angetrieben.

Zum Ärger der sehr motivierten und auskunftsfreudigen Vereinsmitglieder funktioniert das Abbremsen der Wagen mit den Hemschuhen nicht ganz so wie gewünscht, der Hemmschuh springt zu früh noch vor der Auswurfeinrichtung ab, aber beeindruckend ist die kleine Demonstration trotzdem.

Die imposanten Seilspannwerke sind auf Gund der Ersatzanlage zum Seilantrieb nicht mehr in Betrieb.

Es geht nun mit einem umgebauten Kleinwagen der DR zum ehm. Maschinenhaus.

Vom benachbarten sächsischen Eisenbahnmuseum grüsst der DR Schnelltriebwagen VT18.16 bevor es in den im Erdgeschoss des Stw. B2 befindlichen Maschinenraum der Seilablaufanlage geht.

Die drei Maschinensätze waren für die in den sechs Einfahrgleise befindlichen Seilablaufanlage zuständig wobei jeder Maschinensatz die Drückwagen in je zwei Gleise mit einem umlaufenden Seil antrieb. Es waren dies die Gleise 1 und 6, 2 und 5 sowie 3 und 4. Somit lief stets beim Abdrücken im einen Gleis der flach zusammengeklappte Abdrückwagen im anderen Gleis zurück in die Ausgangsposition.

Beeindruckende Maschinen, auch die mit einem zentralen Drehstrommotor gekuppelten Gleichstromgeneratorsätze zeugen von der Kreativität der Konstrukteure wie man seinerzeitig Probleme in der stufenlosen Ansteuerung kreativ umging.

Die Schallttafel im kleinen Maschinenraum passt jedoch nicht zu den dortigen Generatoren. Es dürfte sich um die alte Stromversorgungsschalttafel des Stellwerks handeln worauf die Spannungen 144V (Weichen) und 36V (Überwachungsschleifen im Stw.) hindeutet.

Eine Ludmilla (Baureihe 232) kommt laut hupend vorbei und es geht mit dem kleinen Pendelzug zurück.

Am Stellwerk bekommt die kleine Gruppe die Geschichte, Betriebsweise und Abläufe im ehm. Rangierbahnhof anschaulich erläutert.

Noch ein Rundgang durch den in Aufbau befindlichen Signalgarten und es ist Zeit für den nächsten Programmpunkt. Das derzeit noch recht wilde Gelände wurd sich vsl. noch verändern da es, zusammen mit dem Eisenbahnmuseum, Bestandteil der Landesausstellung in 2020 werden wird.

Mit dem Stadtbus geht es nun quer durch Chemnitz zur in der Nähe des Bf. Küchwald liegenden Pionier- / Parkeisenbahn wo sich am Bahnhof der Pionierbahn erst einmal gestärkt wird bevor es auf eine Rundfahrt geht.

Am Betriebshof wird die Fahrt unterbrochen um die im dortigen Innenhof liegende (LGB) Gartenbahn anzusehen und die funktionstüchtige alte Personenwaage mit Kartenausgabe genutzt (über deren Ergebnis schweige ich mich mal aus 😂) bevor es wieder zum Ausgangsbahnhof weiter geht.

Durch den Park geht es dann zu Fuss zum Bf. Küchwald und schon kurz darauf geht es im MRB „Gerümpelexpress“ eine schweißtreibende und laute Stunde lang zurück nach Leipzig.

Noch eine Runde durch die Leipziger Innenstadt und in der Nähe der Thomaskirche wird beim Italier eingekehrt und anschließend nebenan ein hervorragendes „Eis to go“ genossen bevor es nach einem Absacker bei Leos zurück ins Hotel und Bett geht.

Schön war es, besonderer Dank an Ralph und Manu für die Idee und Organisationen.

Leipziger Allerlei

Nachdem der Vormittag bis zum Feierabend mit einer recht positiv verlaufenen Fahrdienstleiterprüfung in der Frankfurter BZ ging es zur Nahrungsaufnahme in den Hauptbahnhof und dann zum IC 1957 nach Leipzig. Ein guter Bekannter der gerne zur Fahrt nach Gotha genutzt wird. Die Zugnummer hat gewisse Ähnlichkeit zum Baujahr der Fahrzeuge 😂

Der „Zonenflieger“ [tm] ist der IC 1957.
Wie es sich gehört erscheint er in geänderter Reihung. Der Wagen 6 ist am Schluss statt Spitze der Rest aber Richtig, daher am Bahnsteig auch nicht angezeigt (2, 1, 1/2, 2, 2, 2 statt 1, 1/2, 2, 2, 2, 2). Klimaanlage läuft aber wohl zu spät in der Abstellung aktiviert, Zf sagt durch dass er vermutet dass diese aber aber auch nicht richtig wollen wird.
„Zonenomi“ reisst erst mal die Klappfenster auf, selbst ist die Frau. Naja, schaumermal. Bin zu faul zum Umsetzen und richtig Sauna hat es hier auch nicht.
Immerhin einen Einzelplatz ergattert. 😉

Bald ist Fulda erreicht.
Leider ist der Ausblick bei Bbf Götzenhof (dem Beginn des Milseburgradwegs nach Hilders) in die schöne Rhön nur noch kurz da exzessiv „hübsche Kundenbeleidigungswände“ errichtet wurden.

So jetzt hies es aufpassen und nicht aus Gewohnheit in Gotha aussteigen. 😉

ETCS meets Wasserkran. Typisch Eisenbahn wenn sich Technik mehrerer Jahrhinderte trifft.

Der IC ist gut im Plan und erreichte Gotha schon vor der Planzeit.

Skandal!
Ankunft Erfurt Hbf um 18:34, damit 4 Minuten vor Plan und die Auskunft verschweigt es!!!eins!!!!elf! 😂

Der IC 1957 hat nicht unerhebliche Fahrzeitreserven, weshalb er auch im Gegensatz zum ICE 4,5h von Frankfurt nach Leipzig braucht.
In Wandersleben ging es, nachdem schon Erfurt ja schon vier Minuten vor Plan erreicht wurde und exakt nach Plan abgefahren wurde, in die Überholung aber es kamen nur ein ICE und Abellio entgehen jedoch keine Überholung. Trotzdem wurde auch die Endstation Leipzig vier Minuten vor Plan erreicht.
#pünktlichwiedieeisenbahn
#entschleunigung
#wandersleben
#aufdemrand
#wartenaufüberholung
#bahnidylle

Auch Leipzig Hbf wird 4 Minuten vor der Planzeit erreicht. Den gutgelaunten Zugchef frage ich beim Aussteigen ob ich bei Verfrühung nachzahlen muss. Er nahm es mit Humor.

Einchecken bei „Big Mama“ und rüber zu Leos Brasserie zu u. a. Ralph und Manu.

Ralph war nicht begeistert als eine Traube mehrmals „Zielschei**en“ auf ihn veranstalteten. Daher zog man besser unters Dach um.

Ein paar lustige Gespräche und Getränke später gehts durch die „heimelige“ Unterführung zurück zum Hotel.

Noch schnell ein Foto von der Strassenbahn vor dem Westflügel des Hauptbahnhof und weiter zum Hotel.

Morgen geht es „schon“ um 8:20 weiter nach Chemnitz.

Der „lange“ Weg nach Hause…

… oder warum direkt wenn es auch mit Umwegen geht.

Geplant waren 70km mit 350 Höhenmetern und sank diverser Abstecher wurden es knapp 87 mit 640 Höhenmetern.

Den Tourbericht werde ich erst im Laufe der Woche erstellen, mir ist es jetzt zu spät.

Zudem hat Komoot „Schluckauf“ und zickt beim Bilderupload, was auch noch repariert wird.

Ich bitte daher um etwas Geduld.

Trotzdem hier der Link zur noch bilderlosen Aufzeichnung bei Komoot.

2019-06-23 Etappe 5 Nieder Olm – Reinheim

Hinab zum Rhein, aber Moment!

Da gibt es noch was wichtiges auf dem Weg hinab.

Den noch bestehenden Rest der Hunsrückbahn und ihren Steilstreckenabschnitt zwischen Burgholz und Boppard.

Um die Liesenfelds Hütte zu erreichen hatte ich einen eher schmalen Wanderweg erwischt aber egal, der Weg ist das Ziel und wer sein Rad liebt, der schiebt und sei es bergab. Für heute und diesen Etappenabschnitt nicht das letzte mal.

Gut finde ich dass an allen Fotostandorten angepasste Fahrpläne hängen die über die nächste Fahrt über das Viadukt informieren.

Seit der durch Rhenus Veniro gewonnenen Ausschreibung hat es zumeist einzelne RS1 auf der Strecke, nur im Schülerverkehr kann es mal eine Doppeltraktion sein. Vorbei die Zeiten in der eine 213, 215 oder zuletzt 218 oder noch früher ein 798er (Schienenbus) röhrend ihre zwei Silberlinge (n-Wagen) den Berg mit stellenweise 80 Promille Steigung hinaufdrückte.

Aber ganz ehrlich. Heute fahren die RS1 und auch diese sind fotogen. Wenn auch etwas verloren in der Landschaft.

Ich schaue noch ob es am Tunnel brauchbare Fotostellen gibt was eher nicht der Fall ist. Dafür geht es steil und mit Spitzkehren bergab was ein aufwendiges und sensibles herabbugsieren des Rads auf dem schmalen und steilen Pfad bedeutet. Sn fahren ist nicht zu denken.

Aber bald ist wieder ein normaler Forstweg erreicht und das Hubertusviadukt nich mal von unten betrachtet. Ein entgegenkommender Wanderer informierte dass es bis zur Liesenfelds Hütte keinen weiteren Sichtpunkt zum Hubertusviadukt gibt was mir ein paar überflüssige Höhenmeter erspart und ich fahre daher nun durch das Mörderbach- und Mühlbschtal hinab nach Boppard.

Kurz vor dem Einfahrsignal wurde noch ein Zug in der Rampe kurz vor seinem Endbahnhof erwischt während im Hintergrund die Seilbahn auf den Bopparder Hausberg klettert.

So nun geht es erst mal bis Bingen am Rhein entlang und um es mal abgedroschen zu sagen:

„Ach ist es am Rhein so schön“.

Nur irgendwie schaffe ich es jedesmsl die auf dem rechten Rheinufer verkehrende Vias um gut eine Minute zu verpassen.

Egal, es fährt beiderseits des Rheins mehr als genug.

Interessant ist auch den grösseren Schleppverbänden und Flusskreuzfahrtschiffen zuzuschauen wie sich diese durch die teils engen Schleifen des Rheins geradezu „driften“.

St. Goar ist von der Wegeführung des Radwegs etwas chaotisch, wechselt dieser doch mehrmals die Strassenseite und zudem ist die Touristenquote ob der in der Nähe liegenden Loreley sehr hoch. Viel Verkehr auf dem Radweg, ab und an auf der Strasse (besonders mit nervig lauten Motorrädern), der Bahn und auf dem Rhein.

An vereinzelten Sandbuchten wird im Rhein gar gebadet. Etwas das man sich in den 1990er Jahren nicht freiwillig vorstellt konnte.

Auch der Schiffsverkehr kommt nicht ohne Signale aus. Die Anzeiger vor und in der Passage an der Loreley informieren die Schiffsführer über Gegenverkehr und Sperrungen.

Die Ablenkungsmanöver an der Loreley ließen mich kalt und es geht weiter Rheinauf nych Kaub.

Na, wer erkennt den kleinen Vias Zug hinter der markanten Burg im Rhein?

Und schon bald ist wieder Niederheimbach erreicht und somit der Mittelpunkt des „8er“ den die aktuelle Tour im groben Beschreibt durchfahren.

Irgendwo hinter Niederheimbach wurde „wieder mal“ der 50. Breitengrad überquert…

Bei Assmannshausen sieht der Wald nicht gut aus

War mir vorgestern beim Durchfahren gar nicht aufgefallen. Oder hatte hier mal ein Waldbrand gewütet? Muss mal googeln.

Bald ist aber Bingen erreicht.

Das Gelände des ehm. Güterbahnhofs wurde zur BuGa umgestaltet und erfreut sich auch heute weiterhin grosser Beliebtheit. Leider gibt es keine vernünftig freigeschnittene Stelle um ein gutes Foto vom Mäuseturm zu machen.

Noch ein Schiff mit Vias und dem Niederwalddenkmal und schon geht es weiter Richtung Bf. Bingen Stadt um dort in der Nähe beim Edeka Getränke zu bunkern.

Und schon geht es vorbei an den südlichen Resten der Hindenburgbrücke in Richtung Ingelheim wo wieder auf den Selztalradweg eingeschwenkt wird welcher teilwrise auf der Trasse einer ehm. Schmalspurbahn ab Ingelheim Fähre ins Rheinhessische Hinterland führte. Ich hatte diese bereits 2018 auf der Rückfahrt der Frühjahrstour genutzt und beschrieben.

Ab Ingelheim zieht es sich etwas zu und der Sonnenschein ist weg. Aber das ist nicht wild, hatte es doch bisher genügend Sonne damit die Stellen die im Frühjahr eher durch längere Socken bzw. durch längere „kurze Ärmel“ geschützt waren nach Sonnencreme rufen.

Kurz vor Nieder Olm nochmal kurz zim Getränkemarkt und eine Flasche der Rheinhessen Bräu weckt, nicht nur wegen der 1 Liter Gebindegrösse mein Interesse. Naja, warum nur Wein mit nach Hause nehmen.

Nach knapo 84km und „nur“ 310 Höhenmeter aufwärts ist Nieder Olm erreicht, wie hier bei Komoot mit vielen weiteten Bildern anzusehen. Die Pension überzeugt erst mal mit schön eingerichten Zimmern.

Danach geht es zum Kroaten im „Glückskind“ der geschmacklich sehr überzeugt und der lokale Wein passt gut dazu. Auf dem Heimweg noch ein feines Eis vom Italiener am Rathausplatz.

So, morgen geht es nun heim.

Hinauf in den „bahnfreien“ Hunsrück

81km und 880m nach oben wurden es heute beim Wechsel vom Seitental des Rheintals hinauf auf die Höhen des Hunsrück.

Heute mal den Link zu Komoot zum Anfang des Tourbericht.

2019-06-21 Etappe 3 Oberheimbach – Simmern – Buchholz

Aber nun der Reihe nach. Nach einer sehr erholsamen Nacht und einem guten Frühstück geht es erst mal für gut 6km das Tal von 170 auf 420 Höhenmeter stramm hinauf in den Hunsrück.

Dafür dass ich heute nach der Wetterprognose von Mitte der Woche zeitweise bis dauerhaft im Regen fahren würde ist Petrus aber ganz anderer Meinung wie das Wetter heute sein soll. Nur recht windig ist es, aber das ist hier oben normal was auch die hohe Zahl von Windkraftanlagen erklärt.

Recht schnell ist Rheinböllen erreicht und im am Ortsrand liegenden „Wasgau“ Supermarkt werden erst mal die Getränkevorräte ergänzt. Warum man hier Wein aus der Pfalz feilbietet? Aber lustig ist der Aufdruck schon.

Weiter stets etwas bergab und bergauf geht es über Argenthal nach Simmern.

Die Prioritäten in den Verkehrsmitteln liegen hier definitiv beim Auto und LKW. Der Ausbau zu mehrspurigen Bundesstrassen scheint keine Nutzen-Kosten Untersuchung zu erfordern wie bei einer Bahnstreckenreaktivierung. Anders sind die Autobahnartigen Bundesstrassen nicht zu erklären während man seit fast Jahrzehnten zwar von einer Reaktivierung der Hunsrückbahn redet aber es trotzdem nicht vorwärts geht. Typisch deutsche Verkehrspolitik. Milliarden für den Strassenverkehr und Sonntagsreden für die Eisenbahn.

Das Titelbild des Beitrags stammt von der „Einfahrt“ zum ehm. Bf. Argenthal. Das EG ist verkauft und gut im Schuss, der Bf auf ein Gleis zurückgebaut und existiert nur noch als Zugfolgestelle im Zugleitbetrieb.

Achja Argenthal, irgendwie kam ich mir wie im kitschigen Disneyfilm vor. Hinter dem Bü am östlichen Ortseingang (der wie alke anderen der Strecke der Lichtzeichen, Schrankenbäume und Andreaskreuze beraubt wurde, die Überwachungssignale, Antriebe, Schaltkontakte, Schalthäuser und -schränke sowie Masten blieben stehen) quert ein Reh raschen Schrittes die Hauptstraße am hellichten Tag und am andren Ortsende spielen Füchse, zunächst unbeeindruckt vom nahenden Radfahrer, mitten auf dem Feldweg.

Der Weg hier oben war schon zu Römerzeit eine der Hauptverbindungen von Mainz und Trier aber auch das ist Vergangenheit, wie derzeit der Bahnverkehr…

Regelrecht geschockt bin ich vom Bahnhofsareal in Simmern. Zwar sind die umfangreichen Gleisanlagen noch vorhanden aber völlig zugewachsen. Nur das Gleis zum Hausbahnsteig ist, wie die übrige Strecke, relativ frei von Bewuchs.

Ein wenig DB ist aber weiter in Simmern. Die „Gummibahn“ hat mit dem DB Ableger RMV Bus sein Domizil am Bahnhof.

Ich drehe eine Runde durch Simmern und ehrlich gesagt, ein Modellbahnladen wäre das letzte was ich hier erwartet hätte.

Am Schlossplatz gönne ich mir ein Eis und schon geht es weiter zum Schinderhannes Radweg welcher auf der stillgelegten Bahnstecke nach Emmelshausen verläuft.

Noch am Ortsrand von Simmern geht es an der Kläranlage vorbei *hust* und durch ein Tunnel nach Keidelheim.

Der Parkplatz in Simmern am Anfang des Rasmdweges brachte mich etwas zum Schmunzeln. Ausgeschildert als „Kläranlage Mitfahrer Parkplatz“
Schon mal ne Runde im Absetzbecken gedreht? 😂

Kurz danach wird, wie schon in der Festung Rüsselsheim, der 50. Breitengrad überquert bevor es bei besten Wetter und maximal 2% Steigung (und Gefälle) weiter geht.

Kurz vor dem noch erhaltenen Bahnhofsgebäude in Alterklüz finden sich am Wegesrand noch Reste der Telegraphenleitung.

Alsbald ist der ehm. Bahnhof von Bell erreicht, der wie der von Rheinböllen gut 2km vom Ort entfernt liegt. Der Bahnübergang ist schon lange abgebaut und das Schalthaus steht immernoch. Ich konnte es mir verkneifen nachzusehen ob das Innenleben des Schalthaus noch vorhanden ist.

Kurz vor Kastellaun weckt ein Hinweisschild zu einem Aussichtsturm mein Interesse und so mache ich einen kurzen Abstecher dorthin. Der Turm diente früher als Hochbehälter und auch heute noch als Löschwasserreserve.

Vom Turm hat es einen schönen Überblick auf die Hunsrückhöhen bis hinüber in die Eifel.

Zurück nach Kastellaun kann der auf dem ehm. Bahnhofsgelände gelegene Busbahnhof mit 13 (!!!) Haltebuchten bewundert werden der Fahrplanaushang dagegeb ist eher überschaubar. Der erste Bus fährt Mo-Fr um nach 7, der letzte Bus bereits vor 17 Uhr mit der Ausnahme der nur im Sommer am Wochenende fahrenden Tourismusbusse von denen einer im 19 Uhr fährt. Ergo, reiner Schülerverkehr und theoretisch könnte jeder Bus an einem Werktag an seiner eigenen Haltebucht verkehren. Einfach nur traurig…

Weiter in Richtung Pronsfeld das nach der Einstellung des Personenverkehrs und Stilllegung des Abschnitts bis Emmelshausen in 1983 der vorübergehende Endpunkt der Bahnstrecke aus Simmern war bevor auch diese, nach einer Verkürzung 1994 nach Kastellaun, gndgültig im Juni 1995 eingestellt wurde. Auch wenn kein Zug mehr nach Ebschied fährt so nennt sich der weit ausserhalb von Ebschied liegende Ortsteil am ehm. Bahnhof weiter Ebschied-Bahnhof.

In Lingerhahn wurde eine (Reichsbahn?) Rangierlok als Andenken aufgestellt und mit allerlei (teils falsch angeordneten) weiteren Elementen im Umfeld dekoriert.

Kurz darauf ist Pronsfeld erreicht.

In Pronsfeld wird derzeit aufcdem Bahnhofgelände am Neubau einer Eventgastronomie gearbeitet, was immer das auch werden wird, im Bereich des in Privatbesitz befindlichen Empfangsgebäudes stehen, in schlechtem äußerlichen Zustand, ein DR Schlafwagen, ein DB Schnellzugwagen sowie mehrere ehm. DB Bauzugwagen. In hervorragenden Zustand präsentiert sich, wie auch das Empfangsgebäude, der etwas neben dem Bahnhofsareal und hinter Bäumen gelegene Wasserturm.

Schöne Ausblicke mit passender Rastmöglichkeit hat es an der Strecke an vielen Stellen. Vorbei am 1991 errichteten Gedenkstein zum Unfall während des Bahnbaus in 1907 mit mehreren Toten wird am Kreisel in Emmelshausen die erste echte Streckenunterbrechung in Bezug auf die Trasse erreicht. Ansonsten ist diese fast durchgehend unbebaut und vollständig erhalten.

Dann noch eine kleine Runde am Bahnhof gedreht, der auch wieder ein, wenn auch kurzes, Umsetzgleis hat. Wofür? Die Zeiten der V100 ist schon lange vorbei und selbst diese fuhr seinerzeit mit Webdezügen.

Hmmm, Sonderfahrten mit steilstreckentauglicher Dampflok, das wär was. Emmelshausen ist neben Boppard der einzige Bahnhof an der Strecke, Fleckertshöhe war stets Haltepunkt und mit der Aufgabe der Güterverladung in Buchholz, einstmals gingen von hier Baumaschinen der Bomag per Bahn in die weite Welt, wurde dieser zum Hp zurückgebaut.

Nach dem entspannten Fahren auf dem Radweg ist die abschnittsweise Nutzung der Hunsrückhöhenstrasse eher unentspannt aber Lust auf den Umweg des offiziellen Radweg habe ich auch nicht.

Am Bü der alten Hunsrückhöhenstrasse konnte der seit 2011 verwendete Verkehrsträger, ein RS1 der Rhenus Veniro, abgefangen werden und dank der Nutzung der heute im Grunde überflüssigen Brücke über die A61, welche einstmals das Ausziehgleis zum talseitigen Rangieren in Buchholz trug da bereits die Brücke des Steckengleises über die A61 in das Steilstreckengefälle übergeht, wurde noch der Zug aus Boppard beim verlassenen der Steilrampe abgelichtet bevor es ins benachbarte Hotel Tannenhof ging.

Das Zimmer ist schön renoviert und großzügig und das Abendessen eine Freude für Auge und Gaumen.

So, morgen geht’s wieder runter an den Rhein und bis nach Nieder Olm. Natürlich nicht ohne ein paar Abstecher zu diversen Fotostellen an der Steilrampe zu machen.

Den Main und Rhein hinab und dabei ein wenig hinauf

Gegen 10 Uhr geht es weiter.

Geschlafen habe ich nicht gut, erst gegen 5 Uhr kam die Temperatur in einen Bereich der ein vernünftiges Schlafen erlaubte.

Zunächst aber entgegen dem Ziel in den Wingerten in Richtung Flörsheim und dann am Main entlang nach Kostheim (statt Schierstein sollte Kostheim auf dem Bild stehen).

Die Treppe zu Steg an der Staustufe Kostheim, der letzen bevor der Main in den Rhein mündet umgehe ich mit der Strassenbrücke von Kostheim nach Gustavsburg und statte der bei der Mainmündung gelegenen Mainzer Südbrücke einen Besuch ab.

Kurz vor der Mainspitze meint ein Vogel Zielschiessen auf mich zu machen. Kaum kommt man in die Nähe von Mainz, schon ist man der Angeschissene. 😂

Egal, die Treffer wurden beseitigt und schon geht es über die Südbrücke rüber nach Mainz. Ich bin mit der Idee offenbar nicht alleine.

Auf der anderen Seite der Tipp eines Mainzers (ich habe extra nachgerfragt da eigentlich Hochverrat) dass der Weg an Wiesbaden vorbei nach Rüdesheim die Schönere sei ggü. der nach Bingen. Oh oh!

Aber dann doch erst mal am Mainzer Ufer entlang, quer durch die Buden und Fahrgeschäfte des Mainzer Fest und durch den ehm. Hafen welcher sich in der Umwandlung zum Gewerbe- und Wohngebiet befindet.

Der heutige und gut genutzte Hafen liegt flussabwärts direkt hinter der Kaiserbrücke zu der ich via Treppe erst mal das Fahrrad hinaufochsen kann. In Schierstein auf der Hessischen Seite geht es ebenso wieder hinunter und via Kastel in Richtung Eltville.

Die Enten und Gänse am Ufer sind von den Radfahrern und Fussgängern recht unbeeindruckt.

In Geisenheim lege ich bei Bockwurst und lokaler Weinschorle eine kurze Rast ein bevor es weiter nach Rüsselsheim zur ehm. Hindenburgbrücke geht.

Die Sonne meint es wieder gut aber das soll sich ändern. Aus Richtung Bingen kommen dicke Wolken herüber.

Egal, es geht nun auf Umwegen da derzeit Rüdesheim mit Motorradfans belagert ist hinauf zum Hauptparkplatz der an der Stelle liegt wo früher die Zahnradbahn zum Niederwalddenkmal begann. Am Wegesrand grüsst auch eine alte Gondel der Seilbahn welche die Zahnradbahn ersetzte.

Der Zahnradbahnweg geht steil bergan, wenngleich nicht immer auf der ursprünglichen Trasse und wie bestellt beginnt es zu Regnen. Aber nicht genug im sich wetterfest Einzukleiden. Es geht weiter und bald ist auch fast die Berstation erreicht. Leider war ich zu langsam und konnte die mit der Seilbahn beförderte Harley nicht fotografieren.

Es herrscht Hochbetrieb am Niederwalddenkmal. Asiaten und Spanier scheinen in der Überzahl. Aber der Ausblick lohnt jedwede lange Anreise.

Das Gewitter ist von Bingen aus in den Rheingau weitergezogen und es scheint wieder die Sonne und so geht es mit tollen Ausblicken auf Bingen, den Mäuseturm und später Assmannshausen wieder stetig hinab ins Mittelrheintal.

Knapp ist die Durchfahtshöhe der Assmannshäuser Seilbahn über dem Weg (laut Schild 2,7m) die wie die Rüdesheimer hinauf in Richtung Niederwalddenkmal führt (und eine ebenfalls vorhandene Zahnradbahn ersetzte) aber einen längeren Wanderweg ab dem Jagdschloss bedingt.

Leider geht der Radweg nicht durchgehend auf eigener Trasse und so muss hinter Assmannshausen für ein paar Kilometer die Bundesstrasse genutzt werden bevor es ein paar Kilometer vor Lorch wieder abseits der Hauptstraße weiter geht.

Eine Fähre bedeutet auch Entschleunigung und so ist trotz 20min Takt ein wenig Warten angesagt bevor es hinüber nach Niederheimbach geht.

Der 628er auf dem Weg nach Bingen erstaunt durch rasche Fahrt. Sieht man diese doch sonst eher im Geschwindigkeitsraster einer Wanderdüne. 😂

Rasch ist ebenso Niedeheimbach erreicht und dieses ebenso schnell durchquert, insbesondere weil man dort Kanonen auf die Gäste richtet.

Und nach einem weiteren Kilometer ist das Weinberghotel Schlösschen erreicht. Zimmer beziehen, Fahrrad hinterstellen, Duschen und dann ein exzellentes Abebdessen genossen und auch der Abschlussschnaps „Möhre – Honig“ war schon etwas eigenartig aber gut.

So, hier noch die genaue Tour mit viel mehr Bildern.

2019-06-20 Etappe 2 Hochheim-Oberheimbach

Morgen geht es hoch in den Hunsrück.

Mit Unterbrechung zum Hochheimer Damm.

Es ging früh um 6:20 los.

Warm so früh? Nunja, eigentlich wollte ich heute gemütlich Richtung Hochheim fahren und etwas Überzeit abbauen, eine nette Bitte der Kollegen vom Betrieb für eine Fdl Prüfung brachte aber einen Zwischenstopp in Rüsselsheim ein. Warum nicht, aber damit musste ich halt schon früh los und landete nach etwas um 2h in der Opelstadt.

Bei Klein Gerau geniesst Familie Storch die Morgensonne. Hmm, wenn man kleinen Kindern sagt dass der Storch die Kinder bringt, was bekommen dann kleine Störche erzählt? 😂😎

Das Rad noch schnell im Stw. versteckt und dann war Dienst angesagt. Dummerweise meinte Parallel die Ostbahn Kapriolen zu schlagen. Oh mann…

Egal, jetzt ist erst mal langes Wochenende.

Ich mache est mal eine Runde durch Rüsselsheim, das wider Erwarten auch nette Ecken hat, zum Main.

Von der anderen Seite des Mains grüßen die Tanklager von Flörsheim und ich fahre ein Stück Mainabwärts. Der Steg am ehm. Opelhafen klingt beim Befahren durch die Bauweise aus Metallmodulteilen wie eine französische Nebenbahn mit gelaschten 30m Schienen.

Hinter dem ehm. Hafen der einstmals u. a. das 2009 stillgelegte Werkskraftwerk versorgte geht es wieder zurück, diesmal auf der das Werksgelände durchquerenden Hauptstraße zur Anlegestelle am Msin und weiter zur Festung von Rüsselsheim.

War es morgens auf dem Weg nach Rüsselsheim noch angenehm warm so knallt die Sonne bei über 30°C nun gnadenlos während ich mir die ehemalige Festung in Rüsselsheim ansehe.

Da hilft nur eine Rast im schattigen Festungscafe.

Weiter geht es auf die rechte Seite des Mains und entlang des Mains und dem Hochheimer Damm zum Hochheiner Bahnhof und von dort in die Weinberge.

Über 30% Gefälle hst es im Durchlass im Hochheimer Damm. Respekt, das wäre was für Downhill Fahrer.

Jetzt noch quer durch die Weinberge hoch ins Ort (und dabei noch weiter dienstlich telefoniert).

Ein sehr schönes Städtchen, siehe auch das Titelbild.

Im Hotel Duchmann steige ich ab.

Mann oh mann ist das warm. Naja, morgen soll es kühler werden, aber auch unbeständiger. Schaumermal.

Dann transpiriere ich noch etwas vor mich hin und wünsche gute Nacht.

Ei ei ei, jetzt hab ich doch glatt den Link zu Komoot verpasst. Mea culpa.

Er sei hiermit nachgeliefert:

2019-06-19 Etappe 1 Reinheim – Rüsselsheim – Hochheim

Und wieder nach Hause

Irgendwie hatte ich keine Lust darauf Abellio Geld für die fahrt nach Eisenach in den Rachen zu werfen und da ich ohnehin relativ früh wach wurde fuhr ich die 30 km nach Eisenach auf dem Rad um dort in den Cantus nach Fulda zu steigen, mit Verspätung und und daher eher unentspannten Umsteigen in Bebra durch die dortige Unterführung.

In Fulda dann der K(r)ampf einen DB FV Automaten für die Regio Tickets zu finden. Die am Haupteingang sind dauerhaft belagert, also wieder zurück Richtung AW und siehe da, der dortige ist frei.

Und wieder zurück zu Gleis eins wo ein sehr gut belegtes Mehrzweckabteil im Steuerwagen wartet. Übliche Diskussionen mit Rentnern ohne Rad oder Kinderwagen die meinen ein Vorrecht auf die Klappsitze zu haben und ein Zugbegleiter der verwirrt ist als ich einer Dame mit Kinderwagen den Vortritt lasse. Seiner freundlichen Bitte doch in den weiteren Fahrradwagen in Zugmitte zu wechseln komme ich gerne nach was ihn noch mehr verwirrt. „Komisch, normalerweise habe ich da immer riesige Diskussionen“, so ein Kommentar. Warum? Kinderwagen und Rollstuhl vor Fahrrad und wenn andernorts im Zug mehr Platz ist, warum nicht.

Naja, im „Fahrradwagen“ sieht man dann wider wie Profis und Stümper Fahrräder unterbringen. die einen bekommen 3-4 Räder aneinandergestapelt. Andere meinen dass sie Sitzen müssen und ihr Rad vor sich halten. Naja, dann mal das Rad fies den Stümpern quer Beet reingeklemmt 😀

Ach wie gerne wäre ich noch vor Fulda ausgestiegen und noch eine Runde durch die Rhön gefahren, aber die Pflicht ruft am Montag…

Doofer weise war die Tür auf der in Fahrtrichtung linken Seite defekt und das Rad im Falle dass der Bahnsteig in Hanau just dort zum Liegen käme durch den Wagen ans andere Ende zu bugsieren, da hatte ich keine Lust darauf. daaher szeig ich bereits in Langenselbold aus. Uiuiui,… meinte es die Sonne heute gut. Da war der Fahrtwind des ICE richtig erfrischend.

Über Hanau-Wolfgang und Groß Auheim ging es über den Main nach Klein Auheim wo ein VIAS Lint in die Fotofalle ging.

Mehr Fotos hat es hier bei Komoot von der zweiten Tagesetappe nach Hause.

Im Wald westlich von Hainstadt entdecke ich auf der Komoot Landkarte Schienen und will mal nachsehen und in der Tat, hier liegt eine offenbar auch noch befahrene Feldbahn.

Einstmals gab es mehrere Feldbahnen die die Verbindung zwischen den im Wald gelegenen Tongruben zu dem am zu dem am westlichen Ortsrand liegenden Ziegeleien herstellten. Die Feldbahn der Bumörschen Ziegelei hat überlebt und wird von einem privaten Verein befahren. Die ehemalige Schleife im Wald ist dabei zwei Ästen mit Stumpfgleis gewichen.

Auf Grund der nicht unerheblichen Sonnenwärme geht es schnellstmöglich (Fahrtwind) weiter bis Messel ins Freizeitzentrum zur „Auszeit bei Axel“ um sich mit Sauerspritzen Äppler und Wurstsalat zu stärken.

Heimatliche Gefilde in Sicht. Schön wieder zu Hause zu sein.

Abschlusstatistik.

Zu den Kilometern die ich bis Gotha zusammengezählt hatte sind somit noch einige dazugekommen und so sind es am Schluss (Werte der Komoot App) :

747,2 km laut Kommot und dabei ging es an Höhenmetern 7.320 auf- sowie 7.670 abwärts.

So, das war es für diese Tour. Weiter geht es dann im Juli, quer über die Schweizer Alpen.

Gotha, Waldbahn und Kulturnacht

Nachdem am Freitag Gotha erfolgreich erreicht wurde ist heute vor der abendlichen Unterstützung der Kollegen im Betriebsfeld der FS Gotha noch etwas Zeit für Sightseeing.

Das Wetter zeigt sich von der guten Seite und so wird nach ein paar Straßenbahnfotos auch mal das Schloss Friedenstein besucht.

Bahnhofstraße und Schloss Friedenstein

Hübsches und markantes Gebäude, aber am schönsten ist der Blick von der Nordseite hinunter in die Altstadt zusammen mit den Wasserspielen und Brunnen. Der bereits seit 1369 bestehende und fast 30km lange Leinakanal versorgte einstmals die Stadt Gotha mit Trinkwasser und versorgte die örtliche Mühlen, aber auch nach dem Bau von Schloss Friedenstein die dortigen Parkanlagen und Brunnen. Auch heute noch werden die Brunnen vom Leinakanal versorgt.

Gothaer Altstadt

Weiter geht es nach einem Abstecher Richtung Ostbahnhof durch die südlich der Bahn liegende Gartenstadtsiedlung „Am schmalen Rain“ nach Sundhausen wo ich von einem historischen Triebwagen regelrecht überrascht werde da er sich klammheimlich hinter dem planmäßig verkehrenden Tatra „herangeschlichen“ hatte. 😉

Post Gotha, Gartenstadtsiedlung und Sundhausen

Von Sundhausen geht es via der Pferderennbahn Boxberg nach Leina wo sich neben der lärmenden Autobahn Tatra und Düwag ein Stelldichein geben.

Im beschaulichen Dorf Leina ist ein Storch relativ unbeeindruckt vom Fotografen und sucht sich in der Hörsel welche hier aus dem Zusammenfluss von Leina und Altenwasser entsteht nach einem Mittagsimbiss.

Auf dem Weg anch schnepfenthal begegnet mir das auf einem Multicar basierende Feuerwehrfahrzeug für „kleine Einsätze“.

Leina

Beim Ortseingang von Schnepfenthal zeigt man dem Werten Rindviech auch gleich auf seiner Wiese in welcher Gaststätte es vmtl. irgendwann auf dem Teller landet.

Am Haltepunkt Schnepfenthal sichert auch heute noch eine original WSSB Bahnübergangsanlage mit Blinklicht im Andreaskreuz die gemeinsame Kreuzung der meterspurigen TWSB nach Tabarz sowie DB Strecke nach Friedrichroda mit der Reinhardsbrunnr Straße.

Nach ein paar Bildern vom parallelen Abschnitt mit TWSB Tatra und RS1 der Süd-Thüringen-Bahn geht es weiter hinauf zur Marienglashöhle wo noch ein paar Tatra auf der schon oft als Motiv genutzten Wiese vor der Haltestelle abgelichtet werden.

Die Marienglashöhle ist heute das ausgelagerte Trauzimmer und nicht für Besuchergruppen geöffnet, aber das macht nichts. Ich hatte diese ja schon mal besichtigt (Prädikat sehenswert). So wird nun das Mittagessen mit Radler und Schnitzel (sehr gutes Schnitzel) nachgeholt. Hmm, der weinrote und mit Chrom verzierte Trabbi vom Parkplatz unterhalb der Höhle lief so vmtl. nicht in Zwickau vom Band.

und nun geht es wieder zurück nach Gotha. Am Hp. Reinhardsbrunner Teiche nochmal etwas „Parallelfahrt“ von Tram und Zug, leider fährt die Tram planmäßig wenige Minuten nach dem Zug, und via Leina wo nun Familie Schwan ihren Nachwuchs ans Wasser gewöhnt zurück nach Gotha. Fahrrad abstellen, Frischmachen und schon geht es zur Orangerie wo gerade eine Dudelsackgruppe mit Pipes and Drums ihr Programm gibt. Somit „Endet“ die Radtour damit, womit die nächste beginnt.

Wie üblich hier noch der Link zu Komoot mit der ganzen Radrunde und noch mehr Bildern,

Ein paar Impressionen vom Betriebsfeld mit Relaisraum und dem Flyer zur Kulturnacht die dieses Jahr unter dem Motto „very british“ stand.

Die Fachschule hat mit dem Betriebsfeld unter anderem ihren Sitz im Schloss Friedrichsthal, benachbart zur Orangerie des Schloss Friedensthal und im Treppenhaus vor dem Betriebsfeld und Obergeschoss unterhält derweil der Comedybuttler „Dr. Johnny Walker“ sein Publikum auf ganz eigene und amüsante Art.

NachMitternacht herum gehen langsam die Lichter aus, der Besuch im Betriebsfeld von den Besuchern der Kulturnacht war nicht unerheblich. Auch Mr. Igel schleicht sich nun langsam in Richtung Bett.

So, die Nachtruhe wird kurz. Aber morgen (oder ist es schon heute?) geht es eh heim.

Die letzte Etappe nach Gotha

Beitrag ist noch in Bearbeitung

Teilweise bewölkt ist es und die dünne Jacke kann man schon gebrauchen aber es ist doch irgendwie angenehm.

Also geht es von Neustadt erst einmal auf und neben der Strasse in Richtung Allzunah. Etwas nervig sind die vielen Motorradfahrer welche im Gegensatz zu den meist sehr vernünftig überholenden PKW sehr knapp überholen.

Ab Allzunah geht es auf der ehm. Bahntrasse aus Frauenwald in Richtung des Bf. Rennsteig.

Mitten im Wald dann der schon bei früheren Touren Hinweis auf das Bunkermuseum. Es ist kurz nach 10 Uhr und um 11 Uhr ist die offizielle erste Tour im Angebot. Also auf zur Zeitreise.

Unweit des heutigen Hotels befindet sich der Eingang zur „Unterwelt“. Die knapp einstündige Führung wird sehr kompetent und detailliert geführt und erläutert, das Bunkermuseum ist sehr detailverliebt ausgestattet.

Hernach geht es weiter zum Bf. Rennsteig in dem derzeit die Theatertruppe „Das letzte Kleinod“ gastiert deren Veranstaltungsort aus ehemaligen DB Bauwagen besteht.

Leider ist hier nur an Sa, So und Feiertagen Bahnbetrieb und die Bahnhofsgastronomie durch Motorradfahrer „belagert“ also fahre ich weiter zum 944m hohen Großen Finsterberg. Dessen Anstieg ist recht steil und so ist auch wieder mal Schieben angesagt. Von der Schutzhütte kurz unterhalb des Gipfels hat es einen schönen Ausblick auf den Thüringer Wald.

Der Rundumausblick vom Gipfel ist derzeit (noch) nicht möglich da der Aussichtsturm derzeit erneuert wird. Stramm geht es nun wieder bergab zur Hauptstraße. Kurz vor Schmücke oberhalb von Gehlberg wechselt der Radweg auf einen Waldweg auf dem sich eine Blindschleiche „sonnt“. Ich konnte sie aber überreden sich einen neuen Platz am Wegrand zu suchen damit sie nicht überfahren wird.

Eine kurze Rast mit Soljanka und Radler und nach dem Ausblick auf das Panorama geht es abwärts.

Oder eher gesagt erst noch mal kurz hoch und an einer Infotafel konnte einer Wespe beim Holzkauen für den Nestbau beobachtet werden. Von nun an ging es aber definitiv bergab. Ab der auf gut 930m.ü.M. liegenden Anhöhe gilt es nun auf gut 300m.ü.M. in Gotha hinabzusteigen. Das wird wieder einigen Verschleiß an den Bremsen bedeuten. Mal sehen ob diese bis Gotha durchhalten.

Heute sind auch mehrere Oldtimer Korso unterwegs. Bei Allzunah waren es Alfa Romeo und bei Gehlberg diverse MG.

In Gehlberg folgt einer 12% Rampe bevor es im Seitental nach Geraberg stetig bergab geht wobei der Feldweg besser selbst bremst wie eine Asphaltstrasse. In Geraberg dann ein vorzüglich gepflegter Wartburg.

Die Bremse schleift schon merklich… Ohn mann.

Vor Gräfenroda dann ein schlechtes Bahnfoto einer 612er Dröhnröhre auf den Weg vin Schweinfurt nach Neudietendorf.

An der Bahnstrecke Gräfenroda – Gotha wird das Wetter teils wieder besser. Obwohl die Strecke und der Haltepunkt Frankenhain anfang der 2000er Jahre umfassend saniert wurde erfolgte Ende 2011 die Einstellung des Nahverkehrs. Seit 2017 betreibt Zossen Rail die gesamte Infrastruktur, jedoch findet derzeit nur Güterverkehr zwischen Gotha und dem Tanklager in Emmleben statt.

Kurz hinter Frankenhain ist dann ein kurzer Werstatthalt fällig, nach gut 700km sind die vorderen Bremsbeläge fällig, 20min später und mit rabenschwarzen Fingern geht es weiter nach Crawinkel.

Wieder mal eine verlorene Investition. Hier vergammelt, wie auf Der Stecke ab Probstzella nach Lausca, wieder ein EBÜT80 Bü während andernorts noch Lo57 oder anderes Altzeug am Laufen gehalten werden muss. Einfach nur ärgerlich. ☹️

In Crawinkel war offenbar die letzte Station des Waggon von Compiègne.

In Crawinkel hatte man den mit mechanischen Schranken ausgestatteten Bü „westifiziert“ indem das Blinklicht aus dem Andreaskreuz in einen eigenen Signalschirm verlagert wurde. Die Schrankenbäume sind aber am Lagerbock angekettet, ein Schliessen ist somit nicht ad hoc möglich.

Es wird Ohrdruf durchquert welches über eine sehr schöne Altstadt verfügt.

Dann noch eine Fahrt auf dem Radweg quer durch den Randbereich des ehm. Truppenübungsplatz Ohrdrufund nach diversen“Schlenkern“ weiter nach Schwabhausen.

Und bald ist Gotha, oder eher der Ortsteil Töpfleben erreicht. Zur Begrüßung gibt es in der Übernachtung Cafe Suzette eine gute Thüringer Bratwurst. Danke dafür. Danach noch geduscht und eingekauft und dabei noch etwas Straßenbahnen fotografiert.

Noch ein wenig Statistik bis hierher.

624,2km laut Fahrrad, 611 km laut Kommot.

Aufwärts: 6.080m, Abwärts: 6.400m wobei da was nicht ganz stimmen kann da Reinheim mit 110m.ü.M. tiefer wie Gotha mit 300m.ü.M liegt. Demnach müssten weniger Abwärtsmeter drin sein. Aber das ist Hintergrundrauschen.

Naja, morgen ist vor der Kulturnacht ja noch etwas Zeit zum Radeln, Erkunden und Sightseeing. Es geht also weiter 😉

Bevor es vergessen geht, hier die heutige achte Etappe bei Komoot.