Innotrans 2018 – Tag 2

Nach dem gewohnt guten Frühstück im Hotel Comenius ging es wieder zur Messe.

Der Herbst legte sich nochmal richtig ins Zeug und so ist es in der S-Bahn bereits recht warm. So warm dass von den gut getarnten Fahrschein-Kontrolltrupps der Satz zu vernehmen war „Wasn Glück sin mir durch. Dat hälst nich aus mit der Luft hier“. 😎

Platz ist in der kleinsten Hütte war vermutlich die Vorgabe an Stadler um die neuen Fahrzeuge für die Metro in Glasgow zu konstruieren. Das geradezu winzig erscheinende Profil war aber vermutlich nur eine der Herausforderungen beim Bau.

Danach ging es quer durch die Hallen. Interessant immer wieder ist was es so alles an Fahrgastinformationssystemen gibt.

Wieder im Aussenbereich sticht das kleine Zweiwege-Quad ins Auge? Würde das bei uns als Kleinwagen (Kl) oder Schwerkleinwagen (Skl) eingestuft? Wohl eher in einer neuen Gattung Ganzkleinwagen 💪😉

Im von Alstom hergestellten „Pop“ Triebwagen für Trenitalia zeigt sich auch wieder mal der schon auf der Sommertour beobachtete Trend der TI zu Fahrzeugen mit Nichtfenstersitzen wie es diese u. a. beim „Jazz“ gibt. Beim „Pop“ hat man diese Sitze noch schwachsinniger eingebaut so dass man nicht mal mehr an den Rückenkehnen vorbei zum Fenster linsen kann. Warum man die Sitze nicht mit dem Rücken zum Hochflurbereich setzt erschließt sich mir nicht. 🤢

Dagegen imponiert das neue Zweiwege Rettungsfahrzeuge der Schweizer Matterhorn Gotthard Bahn.

Und wenn man denkt dass der „Pop“ übelstes Plastikdesign mit abstrusen Sitzanordnungen das übelste Fahrzeug der Innotrans sei der war noch nicht im „Rock“.

Übel übel übel… dagegen ist (fast) jedes hier ausgestellte Wartungsfahrzeug geradezu luxuriös für seine Nutzer.
Hitachi (ex. Andaldo Breda) „Rock“ für Trenitalia.
Übelst verbaut, Plastik von vorne bis hinten. Wie auch in anderen „modernen“ FS TI Fahrzeugen rudelweise 100% Nichtfensterplätze (Foto oben links vom fensterlosen Zwischengeschoss hinter dem Führerstand), dazu noch pseudo Niederflur aber dann mit Rampen und eigenartig angeordneten Stolperstufen oder Minitreppen. Schrecklich.
Aber hauptsache zwei Fahrradstellplätze mit Lademöglichkeit für Pedelecs.
Zitat eines Besuchers mit Stadler Badget als er im nur einseitig zusteigbaren Obergeschoss war „Und wie kommt man wieder raus aus dieser Dose?“ 😂

Derart paralysiert dachte ich mir dass es eine gute Idee wäre zur Linderung der italienischen Schmerzen mal den von Skoda hergestellten München-Nürnberg-Express zu besuchen. Da dieser derzeit mit umgebauten / angepassten IC-Wagen gefahren wird ging ich davon aus dass im neuen Dosto ähnliches Niveau zu erwarten sei.

Aber weit gefehlt… ☹️

Denn Skoda hat es, bis auf die schwer zu unterbietenden Plastiksitze, geschafft die Hitachi Gurke zu unterbieten. Oder waren es ggf. die Bestellervorgaben der BEG die derartiges geberuerten?

Zwar fast ohne Nichtfensterplätze aber dafür mit bisweilen sehr engen Gängen, eigenartigen Rampen umd jede Menge steile und enge Treppen.
Oh mann…

Laut Produktblatt hat der Zug 26 Plätze erster und 648 Plätze 2. Klasse. Davon 79 Klappsitze.
Das das gezeigte 1. Klasse Abteil befindet sich im Endwagen, aber nur über zwei der drei Fenstern im Hochflurbereich über dem Drehgestell was für ein „Witz 2. Klasse Abteil“ an der Treppe führt. Das andere Abteil 1. Klasse scheint im Abteil hinterm Führerstand des Steuerwagen zu sein (ein Fenster).
Also eher Hasenstall.

Ach wie glücklich können sich da die Fahrgäste der SOB mit dem neuen Traverso (siehe den Bericht von gestern) schätzen.

Gegen den Rock, Pop und Skoda Dosto sind selbst dei schon gesten gezeigte und fürs britische Profil angepasste Flirt (Class 755) mit bimodalen Antrieb und der Desiro von Siemens geradezu luxuriös. Im Nachhinein betrachtet, wo waren eigentlich die Fahrzeuge von Bombardier?

Achja, natürlich klappere ich auch die LST Hersteller und andere Gewerke ab. Aber die Fahrzeuge sind halt besser zu fotografieren.
Zudem, je grösser ein Hersteller am Markt ist desto weniger Produkt wird gezeigt und dafür wird die Show und Theke immer grösser wie über die Jahre gut bei SchuB zu beobachten 😎

Und wenn das Stellwerk für den Stand zu gross ist macht man es halt kleiner, wie nett bei den Kollegen vom Berliner EBUEF zu sehen.

Das Spin Off der Uni von Barcelona ist mit ihrem vollumfänglichen Diagnosesystem für S700er Antriebe mit der Messung des Stellstrom und der Prüferausschnitte auch wieder da.

Braucht nich jemand eine kleine Hupe? Auch diese gibt es auf der Innotrans.

Und langsam wird es Zeit zur Heimfahrt die diesmal sogar durchgehend einen regulären Sitzplatz beinhaltet und der ICE hielt sogar in Wolfsburg 😌

Von Hanau dann im Vias Lint nach Wie-Heu während sich die Sonne langsam schlafen legt.

Es war wieder schön, informativ auf der Innotrans und Kollegen konnte man auch treffen.

Innotrans 2018 – Tag 1

Eigentlich wollte ich zur Toröffnung auf der Innotrans aufschlagen, aber diverse dienstlichen Telefonate sorgten für eine Verzögerung die tauglich für Fahrgastrechte wäre 😂

Aber irgendwann wurde doch das Messegelände erreicht und erst mal das bis zum letzten Platz belegt Aussenareal in Augenschein genommen.

Recht prominent präsentiert sich neben einer noch in Errichtung befindlichen Messehalle die neue Tram für Chemnitz von Skoda und weiter hinten am Gleis warten neue Fahrzeuge von Hitachi (ehm. Andaldo Breda) und Alstom die zur FS Trenitalia kommen sollen auf ihren Auftritt mit Lobeshymnen. Mal sehen ob die Fahrzeuge am Mittwoch öffentlich zu besichtigten sind und ob auch hier wieder massiv „Nichtfensterplätze“ verbaut wurden.

Daneben tumnelt sich der Doppelstockzug von Skoda der schon 2016 unfertig auf der Innotrans zu sehen war und zukünftig für den RE auf der SFS München – Nürnberg eingesetzt wird.

Positiv überraschte mich (wieder mal) der polische Hersteller Newag.

Selbst ein Arbeitsplatz für das (ab)gehobene Management und ein recht rudimentär erscheinender Fahrkartenautomat fehlt nicht.

Aber das absolute Highlight ist der Flirt der SOB wie er für den Voralpen-Express als auch zukünftig für den Verkehr über die Gotthard Bergstrecke eingesetzt werden soll.

Bequeme Sitze, ein vernünftiger Sitzteiler, zwei Serviceabteile mit Automat und Kaffemaschine und eine geradezu luxuriöse erste Klasse. So sollte Bahnfahren sein.

Nebenan steht ein für Schweden adaptierter Kiss von Stadler, die neue S-Bahn für Berlin, welche mir im Vergleich zu dem heutigen Fahrzeugen im Innenraum weniger Übersichtlich erscheint aber eine bessere Trennung von Sitzplatz und Mehrzweckbereich bietet, als auch der (das?) Worbla für die Berner RBS.

Interessant beim Worbla sind unter anderem die recht grossflächigen LED Anzeigen welche innen und außen die Türfreigabe anzeigen.

Die Suizidtest-Verbeugung am Fahrzeug kannte ich bisher nur von asiatischen Messebesuchern. 😂

Interessant fand ich dann passend dazu den Schriftzug auf der Schienenschleifmaschine von Linsinger.
Ob sich die Konkurrenz dran hält?

Interessant war auch der Bimodale Triebwagen für GB von Stadler inklusive selber Belegungsanzeige im Zug. Etwas dass ich mir sehr und gerade in den ICE von und nach Berlin wünschen würde. Für ein auf das britische Profil ausgelegtes Fahrzeug hat dieses eine recht grosszügige Sitzanordnung und wirkt „luftig“. Nur das Dieselmodul ist relativ eng im Durchgang und warum man durch die rollstuhlgerechte und die dahinter liegende kleinere Toilette einen engen Zick-Zack Gang generierte ist im sonst recht gelungen Fahrzeug etwas unverständlich.

Achja, natürlich gab es auch noch andere Hersteller neben Stadler welcher mittlerweile sehr dominant ist.

So z. B. Siemens mit einem Desiro für Great Northern welcher zwar etwas weniger elegant daher kommt da vmtl. vermehrt im Vorort- statt Langstreckenverkehr vorgesehen aber auch dieser erscheint aufgeräumt. Nur der Triebfahrzeugführer sitzt wegen der stirnseitigen Tür in einem engen Kabuff.

Hier nochmal Details des Bimodalen Flirt und dann das Fahrzeug für die Instandhaltung im Gotthardbasistunnel von Harsco welches einen interessanten modularen Aufbau besitzt.

Hering Bau lässt es wie üblich dampfen. Eine Modellbahnlok im Massstab 1:1 wird erst vermutet aber der Hersteller Bemo hat nur den Namen mit dem Hersteller von Modellbahnen gemein.

Auch der RRX in Form des Desiro HC von Siemens, wobei HC für „high Capacity“ und nicht etwa „Hardcore“ für den Fahrgast steht obschon man das bei der vom Besteller gewünschten „Packungsdichte“ vermuten könnte, ist zu sehen.

Eine gute Gelegenheit mal bei Sienehmens vorbei zu sehen was der DSTW Hype dort für Entwicklungen antreibt.

Besonders gut fand ich das „Cloudbasierte“ Diagnosesystem von der Weiche bis zu den ESTW Systemkomponenten. Ja, das ist ein guter Weg der auch dem Instandhalter vor Ort nutzt.

Eine Tram besticht durch ein Warnschild für Fußgänger am Heck und bei Strail sieht man den „güldenen Fahrweg“ mit silbernen Spannklemmen. 🤣

Es folgen weitere interessant Stände zusamnen mit einem ehm. Ausbildungskollegen und weit nach der Dämmerung geht es zur sogenannten blauen Stunde zum Abendessen.

Während der DB Stand vor der Messe lustige Wortspiele macht „überzeugt“ der Zugzielanzeiger am Halt Messe Süd mit üblichen Problemen denn der eingegebene Text ist schlicht zu lang als dass der durch Bauarbeiten bedingte Umstieg in die S7 nach Ahrensfelde im Bf. Zoo untergeht.

Tja… willkommen in der Realität.

Sodele. Genug geschrieben. Zeit zum Erholen für den zweiten Tag und die Heimfahrt.

Und wieder Berlin

Nach einer kurzen Nacht wegen der Baustellenbegleitung ab 3 Uhr in Eberstadt und einem Ärgernis wegen diverser zerschmetterter Kabelkanäle an der Hilpertstrasse („Top“ Bauüberwachung der Stadt Darmstadt) ging es um 14:20 mit gut 20min Verspätung ab Frankfurt Süd in der ehm. Metropolitan Garmitur die als ICE firmiert nach Berlin Ostbahnhof.

Ein wirklich schöner Zug mit viel Furnier als Verkleidung aber miserablem Handyempfang, ohne Steckdosen und ohne WLAN.

Bis Fulda und ab Braunschweig hatte ich gar einen der bequemen Sitzplätze, dazwischen war Fußboden hinter dem Führerstand im Notausstieg fällig.

In Berlin setzt langsam die Dämmerung ein. Ds Hotel wird noch vor 20 Uhr erreicht und ein langer Tag klingt im Hotel Comenius aus.

So. Nun ab ins Bett, morgen fordert die Innotrans alles 😊

Dampftram nach Kranichstein

Da an der Rheinstrassenbrücke Arbeiten ausgeführt werden fuhr die Dampftram nicht wie nach den Sommerferien übluch nach Griesheim sondern nach Kranichstein. Irgendwo hörte man daher Leute im Grab rotieren denn einer der Gegner der Tramstrecke nach Kranichstein hatte seinerzeit durchgesetzt dass nur die neuen ST13 Triebwagen nach Kranichstein fahren durften. Schon alleine dass bei der Eröffnung seinerzeit auch auch ein historischer Triebwagen fuhr wurde schon als Affront angesehen.

Aber seither sind viele Jahre vergangen und inzwischen haben zudem die meisten der historischen Fahrzeuge ihre Heimat im Depot in der Kranichsteiner Wendeschleife gefunden, der Dampfzug ist aber etwas neues.

Und so ging es mit vollgas und viel Schwung über die Brücke welche den Martin-Luther-King-Ring (wer denkt sich solche Straßennamen mit „Reimen“ aus?) und die Odenwaldbahn führt und anschliessend durch „Neu“ Neu Kranichstein als auch „Alt“ Neu Kranichstein mit seinen Betonburgen.

Tz tz tz… immer diese ungezogenen Fahrgäste aus der Wetterau 😂

Berlin

Nachdem ich gestern „Erstklassig“ angereist bin (Sitzplätze waren erst ab Halle frei),

dann heute das „hochgradig gut organisierte“ Seminar besuchte (das Seminar ist i. O. aber die Orga haarsträubend) machte ich noch ein klein wenig Sighteeing.

Interessant was zum Beispiel im nördlichen Ausgang aus der S-Bahn am Potsdamer Platz überlebt hat. Kennt noch einer Touch&Travel? 😉

Vom einst imposanten Anhalter Bahnhof ist dagegen kaum was übrig. Dafür haben die S-Bahn Stationen der Nord-Süd-Strecke einen gut gepflegten Retro chick.

Ob das Signal mal richtig gross wird wenn man es giesst? 😂

Morgen geht’s mit dem ETCS Seminar weiter. Mal sehen welche Hürden auf dem Weg zum Seminarraum es morgen gibt. Erinnerte heute etwas an das Haus mit Asterix und dem berühmt berüchtigten Formular. 😂🤣

Schokolade mit Mandarinen

Klingt nach einer leckeren Kombination. Zum Essen war diese leider nicht, aber dafür eine nette Fotokombination.

Im Bahnhof von Broc hat der bereits gestern für die Übergabe zuständige BDe 4/4 122 mit dem Taufnamen „La Tour de Trême“ die drei gestern Abend auf der Rollbockanlage bereitstehenden Schiebewandwagen an den Haken genommen und zieht diese nun langsam vorwärts so dass sich die Wagen nach und nach auf die Rollböcke aufsetzen. Parallel dazu bindet der Rangierer diese an die Bremsleitubg an was mittels an die Wagen angehängten Schläuchen passiert. Kurz vor der Abfahrt des Personenzug nach Broc-Fabrique ist die Übergabe auch startklar und stellt sich mit ihren drei Wagen nebenan im Gleis 4 bereit.

Auch Petrus scheint wohlgesonnen. Es regnet nicht mehr und ab und sn kommt sogar mal blauer Himmel und die Sonne durch.

In Broc-Village steige ich aus und suche mir eine Fotostelle an der Rampe hinunter nach Broc-Fabrique.

Erst kommt der Regionalzug, sorry die S60 *lol* wieder zurück und kurz darauf erreicht die Übergabe die Rampe hinunter zur Fabrik.

Dummer weise musste der sorgsam gewählte Fotostandort kurzfristig geändert werden da der obligatorische Fußgänger mitten ins Bild lief.

Aber er grösste freundlich, wobei mich das „Bom Dia“ etwas verwirrte. Die Lösung kam im Tal. Ein Portugiesische der mit seinem Wohnmobil beim Bahnhof parkte (vmtl. Poleposition für die Führungen bei Cailler) und sich sehr über das eigenartige Gefährt wunderte und dann auch fotografierte 🙂

Wie gestern waren auch andere Fotografen vor Ort die die letzten Chancen zur Dokumentation dieser Fahrten nutzen wollten.

In Broc-Fabrique wurde der Zug zunächst umfahren um die Wagen dann hinunter zum Werk zu „schieben“.

Die Wagen wurden zunächst neben der Halle abgestellt bevor der Triebwagen abkuppelte und zum Hallentor fuhr.

Schweiz ist wenn der Schlüsselkasten und das Bedientableau am Bahnhof derweil offen steht und nichts passiert.

Auch für den Wintet ist vorgesorgt. Falls die Weichenschlösser eingefroren sind.

Der schon gestern unterwegs gewesene Fahrbahninspekteur im orangenen Warnpelz schaut sich heute mal das gesperrte Abstellgleis an.

Derweil kommt kurz darauf die möchste „S-Bahn“.

Diese wendet wie üblich am Bahnsteig (mangels echter Bahnsteigkante ist hier noch wirkliches Ein-steigen angesagt) während die Übergabe hinter den Weichen darauf wartet dass die S-Bahn wieder verschwindet.

Und so folgt sie dieser in Richtung Bulle und prompt kommen Fußgänger 😁

Ich nehme im Coop in Broc-Village Proviant / Souvenirs mit und laufe wieder nach Broc-Fabrique runter. Die Fahrkarte kostet eh das selbe.

In Bulle gibt es ein Stelldichein der TPF Fahrzeuge und dann geht es schnell mit dem RE nach Bern.

Jetzt steht die RBS auf dem Programm. Um den Pendlermassen im unter dem SBB Bahnhof liegenden und mittlerweile zu klein gewordenen RBS Bahnhof herr zu werden kommt man zu den S-Bahnen nur durch eine Schiebetür die erst geöffnet wird wenn die meisten Fahrgäste des eingefahrenen Zuges diesen und den Bahnsteig über die seitlichen Ausgänge verlassen haben.

Nach ein paar schnellen Fotos am Bahnsteig geht es nach Stettlen um die „Mandarinli“ auf freiem Feld abzulichten. Die „Mandarinli“ sind Be 4/8 bzw. durch Einfügen eines Niederflurwagen zum Be 4/12 gewordene Triebwagen aus den 70er Jahren welche auch bei anderen Schweizer Schmalspurbahnen im Einsatz stehen bzw. standen. Diese werden nun durch die beginnende Ablieferung der „Worbla“ Triebwagen von Stadler ersetzt.

Von Basel mit dem SBB IC (mit Wagen mit defekter Klimaanlage) bequem nach Basel SBB und ab dort mit dem ICE nach Frankfurt.

Die „Hämmer“ für die Bremsproben sind in Basel SBB nun diebstalsicher unter dem Verschluss eines Vierkant deponiert und die Landesflaggen zeigen intuitiv an in welche Richting man Züge mittels dieser Bedienstellen abfertigt.

Ich frag mich nur was das hier für ein komisches Wetter in D ist.

Ggh

Rollbock im Greyezer Land

So nun warum ich kurzfristig ins schöne Greyezer Land fuhr.

Die SBB Cargo zieht sich leider immer weiter aus der Fläche zurück und zum 31.08.2018 trifft es die Übergabe zur Cailler Schokoladenfabrik da die Wagenladungen in Bulle auf Rollböcke gesetzt werden müssen um die etwas über 5km bis zum Gleisanschluss Nestle / Cailler auf Meterspur zu überwinden.

Da SBB Cargo Systemführer im Einzelwagenladungsverkehr in der Schweiz ist stellt das auf andere Angewiesen zu sein einen Kostenfaktor dar der offenbar eliminiert werden soll. Ob auch die Bedienung von Bulle (Holz und Staubbehälter) entfällt ist (noch) nicht bekannt.

Ein besonderes „Geschmäckle“ bekommt das Ganze da man derzeit die Umspurung auf Regelspur plant, auch um die Bedienung zu vereinfachen. Ob diese dann wieder aufgenommen wird ist ungewiss.

Relativ früh geht es los, denn die Übergabe findet bereits um Zwanzig nach Acht ab Bulle statt und ein Fotostandort muss auch erst noch erreicht werden.

Die Rollbockgrube in Bulle ist unbelegt und der dort stehende Triebwagen setzt kurz drauf vor nach Gleis 4 wo der Anzeiger bereits den 9:17 nach Broc-Fabrique ankündigt.

Na toll denke ich mir. Heute keine Übergabe? Gut dass ich zwei Tage eingeplant habe.

Da ich auch die Schokoladenfabrik bzw. die dortige Besucheranlage besuchen wollte fuhr ich um 8:17 trotzdem nach Broc-Fabrique.

Achja, in den diversen Neubautriebwagen der FS die während der Tour durch Italien vir wenigen Wochen genutzt wurden hatte ich ja diverse „Nichtfensterplätze“ dokumentiert. Wie erfrischend positiv erscheinen da die grossen oder besser gesagt überlangen Fenster in den neuen Triebwagen der TPF von Stadler.

Kurz nachdem der Zug Richtung Bulle zurück fuhr kam der Triebwagen aus Bulle. Vermutlich wurde in Broc-Village gekreuzt.

Somit scheint zumindest etwas abgeholt zu werden.

Nach kurzem Stop im Bf. von Broc-Fabrique um unter anderem die Fahrleitung im Anschlussgleis einzuschalten machte sich der Triebwagen mit Lokführer und Rangierer auf den Weg zur Ladehalle im Werksgelände.

Ein Schiebewandwagen mit eigenem Kühlaggregat wurde aus der Halle geholt und das ganze Spiel zum Bahnhof jetzt umgekehrt abgewickelt.

Weit vor der Planzeit um 9:45 ging es schon kurz nach 9 zurück nach Bulle.

Kurz danach kommt der vierbeinige Streckeninspekteur die Strecke herunter.

Ich laufe hinauf zum Ort und wieder hinunter zur Cailler Fabrik zur Führung.

Der Audioguide ist zum Glück nur im Schokodesign so dass er nicht in der Hand schmilzt.

Die Tour ist, naja ganz nett gemacht aber halt irgendwie nicht ganz so der Brüller. Aber am Ende gibt es etliches zu probieren. 😊

Somit gut gestärkt mache ich einen Schlenket zum Kraftwerk hinter der Fabrik das sein Wasser vom oberhalb der Schlucht „Gorges de la Jogne“ gelegenen Stausee bezieht wohin ich 2014 mal gewandert bin.

Diesmal schlage ich aber den Weg über Broc nach Gruyères ein. Das dortige Schloss, welches ab und an in der Ferne grüsst, ist das Etappenziel.

Bei Gruyère verläuft eine ehm. Sperrlinie und so findet man öfter eigenartig massive und / oder hohe Stützwände und aufgelassene Sprengschächte.

Was wie ein ausgetrockneter Bachlauf scheint ist de facto ein Teil der Sperrstelle. Selbst für den kleinen Wanderweg hoch zum Schloss hatte man Vorkehrungen für den Verteidigungsfall getroffen.

Um so schöner thront darüber das Schloss.

Ein Beduch des Schloss ist sehr zu empfehlen. Da das Schloss ein Bau über die Jahrhunderte ist wurde darauf geachtet dass diese auch dargestellt werden. Eine Multimediashow vermittelt alle 20min einen Überblick über die Geschichte des Schlosses und seiner Besitzer.

Unterhalb des Schlosses liegt der Ort Gruyère welcher vehement versuchen muss seinen mittelalterlichen Charme vor lauter Touristen, Souvenirgeschäften, Restaurants und Hotels zu bewahren.

Vom Bahnhof von Gruyère, welcher eigentlich in Pringy liegt, geht es Weiter Richtung Montbovon, welches aber nicht das Ziel sein wird.

Dem Hirsch in seinem Gehege scheint es auch recht warm zu sein. Abkühlung schafft er sich indem er mit den Vorderhufen in der Tränke steht. 😀

Ein „typisch unauffälliges“ Depot der ehm. Spertstelle wird passiert und kurz darauf beim Tunnel vor Estavannens eine nette Fotostelle gefunden.

Der Halt in Estavannens wurde aufgelassen und so geht es weiter nach Enney.

Da für Wanderer somit keine Anbindung an den Zug besteht ist der Weg zum Hauptweg relativ zugewachsen aber trotzdem wie gewohnt gut ausgeschildert.

Und so wird bald Enney erreicht.

Am Dorfbrunnen wird derweil wieder mal die Wasserflasche gefüllt.

Mit dem Zug geht es zurück nach Bulle und „Oha!“ auf der Rollbockanlage stehen drei Wagen die vmtl. morgen nach Broc-Fabrique gehen. Schaumermal, morgen Vormittag soll es erst mal regnen.

Hier bei Komoot gibt es den detaillierten Weg mit mehr Bildern.

Etwas zu essen wird im „Marco Polo“ am Marktplatz gefunden und langsam zieht ein Gewitter um Bulle herum.

Just nachdem ich auf dem Weg zum Hotel das Foto vom Schloss in Bulle machte fing es wie aus Kübeln an zu regnen.

So, das Gewitter ist durch und mal sehen ob das morgen mit der Übergabe was wird und wie ich den Heimweg antrete.

Mal kurz nach Bulle

Am Nachmittag ging es nach Bulle, was ab zu Hause sogar mit nur 2x Umsteigen erreichbar ist.

Da ich aber zuvor noch einem Termin hatte war ein Umstieg mehr nötig. Der direkte Weg von Babenhausen nach Frankfurt geht über Wie-Heu.

Zunächst geht es via Rastatt zum „hellsten Bahnhof der Schweiz“ .

Auch wenn es anders aussieht. Ich hab den RE nach Bulle (Zwischenhalte nur in Fribourg und Romont) trotz zwischenzeitlich 16min Verspätung (generiert bis Basel) nicht verpasst. Die Bereitstellung erfolgte bereits mit für die Abfahrt passendem Zugschluss.

Warum ich nach Bulle will?

Das wird morgen verraten.

Heimreise

Der morgendliche Blick aus dem Fenster verheißt einen schönen Tag. Leider ist heute die Heimreise angesagt. Ich wäre noch gerne länger geblieben. Aber das Hotel zur Sonne / die Sonnigen hab ich mir gemerkt.

Wegen der Umleitung will ich zur Sicherheit eine halbe Stunde früher nach Bregenz fahren erwische aber auf dem Weg zum Busbahnhof sogar noch den 37er der eine Stunde früher und unter Umgebung des Tunnels nach Bregenz fährt.

Somit habe ich in Bregenz etwas Zeit um ans Ufer des Bodensee zu gehen.

Beim Bahnhof hat auf einem Wegweiser ein ÖBB „Pflatsch“ überlebt während im Hintergrund das aktuelle Textlogo lauert.

Zwischen Seebühne und Bahnhof steht eine ehm. Lok der Bregenzerwaldbahn als Spielplatzdenkmal.

Interessantes Bühnenbild der Seebühne (aktuelles Programm ist „Carmen“) in Bregenz. Ich laufe an der Seepromenade hoch zum Hafen und dem dortigen Bahnhof da ein Tretboot keine Alternative zur Fahrt nach Lindau sein wird.

Und so ist mit der S-Bahn schnell der Bahnhof Lindau Hbf erreicht.

Kleiber Rundgang am Hafen und schon bringt eine 1144 in „historischer“ ÖBB Lackierung und auch mit „Pflatsch“ den IC118 aus Innsbruck. Weiter nach Friedrichshafen und Stuttgart geht es mit einem Doppelpack 218er

In Friedrichshafen werden die Loks auf das andere Zugende umgespannt und weiter geht es mit Dieselpower nach Ulm und über die Geislinger Steige nach Stuttgart. In Stuttgart ist ein Umstieg in den ICE1094, ein ICE4, fallig und so geht es flott aber mit +10 nach Frankfurt Hbf. Aber immer noch besser wie vor 2 Wochen mit +3h.

Statt dem Vias nutze ich den 10min früher fahrenden RB nach Dieburg über die Dreieichbahn und weiter mit dem Bus nach Hause. Dauerte zwar knapp 1h länger, sparte aber die Anschlussfahrkarte 😎

Morgen ist wieder Arbeit angesagt… Wobei sie mich schon wieder kurz hinter Sprendlingen per Telefon eingeholt hatte.

Egal… Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub.

Dampfzugverfolgung

Der morgendliche Blick aus dem Fenster ist vielversprechend. Die Wolken des Vortag haben sich verzogen. Also dann mal los.

Die Anmeldung und Freigabe des Leihrad klappt problemlos und so kann der Zug in Reuthe, der Sporeneggbrücke und Schwarzenberg abgefangen werden.

Die Zeit bis zur Rückfahrt wird genutzt um etwas Vorsprung herauszufahren.

Doppelt so schnell wie der Fußgänger, halb so schnell wie das Fahrrad… Wäldlerbähnle 😁

Da der nächste Zug erst um 13:45 ab Bezau fährt sind über 2h Zeit. Also gurke ich auf linken Flusseite Richtung Schwarzenberg. Dabei suche ich auch gleich mal eine Stelle um die Sporeneggbrücke am späteren Nachmittag passend zum Sonnenstand von der flussabwärtigen Seite abzulichten, aber eher ohne richtigen Erfolg da das Digitalzoom eher suboptimal ist. In Schwarzenberg, nach einer kleinen Anstrengung hinauf, lege ich im schönen Gastgarten des Gasthof Alder ein und frisch mit hausgemachten Eistee und einer Suppe geht es wieder hinab an die Strecke.

Und dann kommt der Mittagszug der in Schwarzenberg von einer ganzen Armada historischer PKW, darunter etliche NSU Ro 80, empfangen wird.

Von den „jungen“ PKW unbeeindruckt begibt sich die 87 Jahre alte Uh102 auf die Rückfahrt nach Bezau.

Im Schatten des Wartehäuschen von Reuthe lässt es sich gut auf den 15:45 ab Bezau warten und die Sporeneggbrücke wird dann auch rechtzeitig vor dem Zug erreicht. Hinter der Brücke dreht der Meister den Regler jedoch meist etwas weiter auf, so dass auch wegen der Steigung in der Strasse an Überholen nicht zu denken ist, aber eine parallele Begleitung klappt.

Aber die andere Seite der Brücke reizt mich weiterhin. Also hilft nur eines. Ab ins Wasser.

Und auf der Rückfahrt nach Bezau können die Schuhe langsam anfangen zu trocknen.

Das Rad wird am Stützpunkt bei der Schule abgeschlossen und abgemeldet. 5€ für über 7h Radnutzung finde ich sehr akzeptabel.

Woran erlennt man ländliche Gegenden? Nach Geschäftsschluss und über den ganzen Sonntag stehen Blumen und Dünger frei zugänglich vor dem Geschäft.

Die 2095 sonnt sich derweil vor dem Heizhaus und die Gummibahn verlässt derweil den Busbahnhof.

Die Schuhe trocknen dann im Hotel vor dem Fenster aber das Wassertreten an der Sporeneggbrücke war es wert und ein krönender Abschluss der ganztägigen „Verfolgungsfahrt“ per Rad.
Und da Museumsbahnen nicht vom Fotografiertwerden leben wurde ein mal H&R gekauft. Der Gesichtsausdruck als ich mir die Fahrkarte gleich am Bahnsteig „zwicken“ lies war doch etwas zweifelnd. 😊

Hier nochmal mein Lieblingsbild in gross.

Achja, auf dem Rückweg dann das:

+ + + Breaking News + + + Flixbus steigt ins Übernachtungsgewerbe ein + + + AirBnB Aktie stürzt ab + + + Schlüsselkunde soll laut Insiderberichten RyanAir werden die dann so während der Pilotenstreiks ad hoc Übernachtungen stellen können + + + Breaking News + + + 😂😂😂

Komoot zeichnete auf der Tour (inkl. Fussweg zu und vom Fahrraddepot) knapp 35km auf. Wie üblich gibt es in der Aufzeichnung bei Komoot weitere Fotos.

Das macht Hunger der durch die Küche hervorragend gestillt wird. Der Birnengeist aus einer hiesigen Brennerei ist gut aber nicht so gut wie der gestrige Himbeerbrand der aus der Brennerei Fink in Krumbach kam.

Der Tag klingt aus mit einem schönen Abendbrot und interessanten alten und neueren Fotos von Christoph bzw. dessen Vater, u. a. aus den Zeiten als die Bahn noch durchgehend von Bregenz bis Bezau fuhr.

Es wurde spät und da hier oben weniger Luftverschmutzung herrscht ist ein herrlicher Sternenhimmel mit vereinzelten Sternschnuppe der Wegbegleiter ins Hotel.

Am Montag geht es wieder heim… mal sehen ob das besser klappt wie die Rückfahrt aus Brig vor knapp zwei Wochen.