Taunusbahn

Der Ruhetag aus Nachtschicht wurde für einen Ausflug nach Grävenwiesbach zur Taunusbahn genutzt. Zum Fahrplanwechsel übernimmt die DB Regio Tochterfirma „Start“ die Leistungen der Taunusbahn / HLB, welche diese seit Übernahme der Strecke von der Bundesbahn in 1988 durch die VHT (Zweckverband des Hochtaunuskreis) als Infrastrukturbetreiber, als „TSB“ befuhr. Somit auch die letzte Chance im Herbst die mittlerweile recht rustikalen VT2E Triebwagen im Einsatz zu erleben.

Früh am Morgen, auch um nicht mit dem Rad in den Berufsverkehr zu geraten, geht es um 5:31 mit der rB82 nach Frankfurt Hbf und einen Kaffee später mit einer Doppeltraktion VT2E auf der RB15 Richtung Brandoberndorf.

Ein Blick in die 1. Klasse war auch drin. 50% mehr bezahlen nur für eine Mittelarmlehne? Da ist vermutlich eher die Sitzplatzgarantie in der Hauptverkehrszeit eher das ausschlaggebende Argument.

Besonders voll wird der Zug nicht und in Usingen war umsteigen angesagt, da der vordere VT2E sich dort in die Abstellung bzw. zum Zug der Gegenrichtung verabschiedete.

Mit knapp 8 Minuten Verspätung wurde dann Brandoberndorf und somit das heutige nördliche Streckenende der ehemals von Friedrichsdorf bis Albshausen an der Lahn gehenden Bahnstrecke, erreicht. Hinter dem Bahnsteig liegen noch zwei Abstellgleise zur Abstellung von Fahrzeugen für die morgendlichen Züge im ehemaligen Areal des ehemaligen Bahnhofs von Brandoberndorf.

Zwischen Brandoberndorf und dem 1,3km langen Hasselborner Tunnel fand sich leider kein passendes Motiv, bzw. zeitnah kein Zug als ich am Motiv war.

So ging es erstmal über den Berg und auf der Südseite vor Grävenwiesbach kam ein Notschuss zu stande.

Die Strecke wird derzeit noch von Usingen aus mit einem SIMIS-B Stellwerk und H/V Signalen gesichert, aber die Nachfolger in Form von KS Signalen zu einem Scheidt und Bachmann ESTW stehen schon bereit um diesen Dienst im Frühjahr zu übernehmen.

Das ehemalige Empfangsgebäude von Grävenwiesbach liegt nicht mehr direkt am Gleis, zwischen ihm und dem Bahnsteig des heutigen Gleis 1 liegt nun die Ausfahrt des P&R Parkplatz und die Bushaltebucht.

Eines der alten mechanischen Signale welche 1993 durch das ESTW abgelöst wurden fand seinen Platz am beim Bahnhof Grävenwiesbach gelegenen Gasthaus.

Von der ehemals hier abzweigenden Strecke nach Weilburg ist kaum noch was zu sehen.

Beim Einfahrsignal dann der nächste VT2E.

Weiter geht es über Naunstadt nach Hundstadt und auch ein HLB Lint mogelt sich mal dazwischen.

Südlich von Hundstadt bietet sich ein Bü als Motiv an und auch die Fotohornisse bekommt mal Auslauf.

Am Waldrandfinden sich dann Schienen im Feldweg. Es handelt sich um das bis 1990 bestehende ehemalige Anschlussgleis zur Muna Hundstadt welches vom Bahnhof Wilhelmsdorf abzweigte. Bis auf die Anbindung in Wilhemsdorf ist der Anschluss bis ins heutige Versorgungslager der Bundespolizei noch vollständig erhalten. Ausserhalb des Lagers befindet sich mitten im Wald noch eine Laderampe und an diese schließt sich als Besonderheit ein gemauerter Bahndamm (kein Foto) bis zum Tor des Lagers an.

Zunächst entlang des Lagers und weiter durch den Wald geht es wiedermal über einen Berg / Hügel und dann hinab nach Usingen w gerade eine Zugkreuzung stattfindet und noch bei der südlichen Bahnhofseinfahrt ein weiterer Zug abgewartet wird.

Durch die herbstliche Landschaft geht es nach Neu Anspach und vorbei an der ehemaligen Glühlampenfabrik der Fa. Taunuslicht welche auch Leuchtmittel für Signale oder Stelltische, Allfernsprecher usw. herstellte.

Und so geht es nun recht angenehm abwärts rollend sowie bei feinstem Sonnenschein und Herbstlaub nach Köppern.

In Köppern bot sich die Hochhausarchitektur als Fotomotiv an bevor es durch Friedrichsdorf weiter ins freie Feld vor Bad Homburg mit einem ersten Blick auf die Frankfurter Skyline ging.

Verstohlen lugt die Hochauskulisse und der Ginnheimer Spargel über den Bewuchs des Bahndamms während sich ein Lint auf den weg Richtung Friedrichsdorf und Usingen macht.

Auch ein paar „U-Bahnen“ auf der Linie nach Bad Homburg (eigentlich nur der Ortsteil Gonzenheim) werden um und in Nieder Eschbach abgefangen bevor es durch Bonames weiter Richtung Heimat geht.

Über die Nidda und den Bahnhof Frankfurter Berg in welchem immer noch für die Eigentrassierung der S6 gebaut wird und der ggü. meiner Zeit in Frankfurt West kaum wiederzuerkennen ist, geht es nach Preungesheim. In Preungesheim ist der Radweg zunächst eher bescheidener Natur, gemeinsam mit dem Fussweg verlaufend, eng, Schlenker, unschön zu fahren, aber ab der U-Bahn Endhaltestelle (eine Verlängerung bis zum Bahnhof Frankfurter Berg ist schon ewig im Gespräch) findet sich in der Gießener Straß ein gut markierter und über die Kurt-Schumacher-Straße bis zum Main führender Radweg der angenehm zu fahren ist.

Etwas diffizil wurde es dann beim Linksabbiegen in Sachsenhausen und am neuen Henninger Turm vorbei ging es weiter nach Süden.

Durch den Stadtwald, über die A3, am östlichen Stadtrand von Neu Isenburg vorbei und auf dem Radweg der L3317 entlang ging es anch Götzenhain wo es schon langsam Dunkel wurde, aber es wurde auch schon bald Messel erreicht, wobei die L3317 zwischen Offenthal und Messel ohne Radweg nicht gerade prickeld zu fahren war.

Noch ein kurzer erzwungener Stop am Bahnübergang in Messel und es wurde über Gundernhausen sicher das heimatliche Reinheim erreicht.

Und zum Abschluss der Link zur Tour mit noch mehr Bildern bei Komoot.

Nachtrag zur Fa. Taunuslicht in Neu Anspach. Im Zuge von Bauarbeiten sind mir im Stellwerk Langen noch Überbleibsel der Firma über den Weg gelaufen.

Septembertour, Etappe 5 und 6, Es geht nach Hause

Heute standen die letzten Kilometer der Strecke nach Höchstadt (Aisch) an und die wenige Kilometer weiter liegende und ebenfalls abgebaute Strecke Demantsfürth – Neustadt (Aisch).

Von Neustadt ging es im RE 10 nach Würzburg und von dort im RE 54 nach Aschaffenburg.

Den ursprünglichen vorgesehen Abstecher nach Thüngersheim um die wegen baubedingter Sperrung der Schnellfahrstrecke über die Maintallinie verkehrenden ICE vor Weinbergen bzw. dem dortigen Steilhang zu fotografieren lasse ich fallen da es zeitlich knapp werden würde und zudem das Wetter sehr wechselhaft ist und ich keine Lust auf Regenfotos hatte.

Ab Aschaffenburg gibg es per Rad via Nilkheim und der ehm. Bachgaubahn nach Großostheim und Schafhein nach Hause wobei es mich bei Semd heftigst mit Regen erwischte. Aber kurz nachdem alles durch und durch nass wurde ließ dieser nach.

Mehr Infos dann morgen. Heute hab ich keine Lust mehr.

Hier nich die Links zur Aufzeichnung von Gremsdorf nach Neustadt (Aisch) sowie Aschaffenburg nach Reinheim bei Komoot.

Daher hier unten die Bilder erstmal unkommentiert.

Septembertour, Etappe 4, Entspanntes Rollen

Nach dem Frühstück und dank Radparkplatz vor der Zimmertür geht es rüber zur Siebenbogenbrücke welche die Rednitzaue überspannt.

Nachdem endlich ein ICE halbwegs brauchbar auf der Brücke abgefangen werden konnte gkbg es an Rednitz und Regnitz und später ab Stadeln der Hauptstrasse entlang Richtung Erlangen.

Bei Eltersdorf geht es unter der A3 hindurch und hinüber zum Main-Donau-Kanal, eigentlich. Denn ohne irgendwelche Vorabausschilderung oder gar Umleitung ist der Radweg gesperrt daim Bereich der Bahnstrecke nach Herzogenaurach irgendwelche Bauarbeiten am Weg stattfinden.

So schlage ich mich über einen wenigstens befahrbaren Trampelpfad schlage ich mich zum Industriegebiet Frauenaurach durch.

Und dann parkt auf dem Weg entlang des Main-Donau-Kanals ein Hubsteiger mitten auf dem Weg. Radwege scheinen in Bayern nichts zu zählen. 😥

Im Herzogenauracher Hafen stehen ein paar Wagen mit Abfallcontainern zum Verlad bereit, was man so liest der letzte bediente Anschluss im eigentlich weitläufigen Hafenanschluss.

Das einzige Schiff des Tages passiert dann den Hafen in Richtung Nürnberg. Weiter geht’s vorbei an den Wohnsilos des Erlanger Stadtteils Büchenbach zur Schleuse Erlangen die wegen irrepabler Bauschäden nach gut 50 Jahren Bau- und Betriebszeit durch einen nordöstlich versetzt zu errichtenden Neubau ersetzt werden wird.

Im Bereich nach der Schleuse fließt der Seebach in einem irgendwie überdimensioniert erscheinenden Bett parallel und oberhalb des Main-Donau-Kanal bevor er nach gut einem Kilometer in den Kanal mündet.

Hinter der Schleuse bei Hausen gibt es an der Regnitz ein funktionierendes Wasserrad zu sehen und das interessante Firmenmotto des hiesigen Verleihs von Mobiltoiletten.

Ich will rüber an die Strecke nach Ebermannstadt um zwischen Forchheim und Pinzberg mit dem Walberla im Hintergrund zu fotografieren. Aber dazwischen standen wiedermal Wegsperrungen und halbherzig ausgeführte Beschilderungen. Immerhin konnte beim Überqueren der Bahnstrecke Fürth – Bamberg einen Bauzug im Gegengleis auf dem Fernbahngleis ablichten.

Das mit dem Walberla im Hintergrund klappte eher nicht da der kleine Triebwagen diesen stets verdeckte. Aber auch die nicht mitgenommene Drohne hätte nicht geholfen, verläuft hier schließlich eine grosse Überlandleitung.

Egal, weiter geht’s zurück nach Forchheim. Der technisch nicht gesicherte Bü unmittelbar vor Forchheim ist etwas kurios wenn man nach Forchheim schaut und sich ein ICE nähert bis die Logik sagt „Nein, der kommt hier nicht vorbei“ 😥

Im Industriegebiet wieder Umleitungen wegen Neubau von Siemens und dann geht’s auf Höhe von Burk auf die andere Seite wiede zurück bis zur Bahnbrücke der ehemaligen Bahnstrecke von Forchheim nach Höchstadt (Aisch).

1984 endete der Personenverkehr auf der Strecke, 1995 der Güterverkehr zwischen Hemhofen und Höchstadt sowie 1999 auf dem Reststück. Die Stilllegung erfolgte 2005 und seit 2008 ist die Strecke auch entwidmet.

Trotzdem ist die Trasse noch gut zu erkennen und der Radweg nutzt zumeist nicht die Bahntrasse sondern parallele Wege.

Zwischen Hausen und Hemhofen liegt die Trasse gut erkennbar zwischen der Überlandstraße und Radweg.

Erst in Heroldsbach wo noch das ehm. Empfangsgebäude und später ein Bü Schalthaus besteht schwenkt der Radweg auf die Trasse. Kurz zuvor nutzt eine gut ausgebaute Bushaltestelle die Trasse.

Ab dem westlichen Ortsrand von Heroldsbach läuft die Trasse links der Strasse, wobei der Radweg auf die rechte Seite wechselt.

Vor Poppendorf schwenkt die Trasse von Strasse und Radweg weg.

Bei den Fischteichen wird die Trasse nach Hemhofen gequert. Die Anzahl von Fischteichen ist auf dem weiteren Weg im Aischgrund sehr auffällig und die Region insbesondere für ihre Karpfenzucht bekannt.

In Hemhofen baut man auch etwas rund um das alte Bahnhofsareal. Beim ehmaligen Bahnhofsgebäude legen noch mehrere Gleisreste und ein Blinklichtschirm.

Ab dem Ortsrand beim Gartencenter verläsdt der Radweg wieder die bahnparallele Führung, erst kurz vor der Unterführung der B470 bei Wiesendorf treffen diese wieder aufeinander.

War die Strecke bis auf die Radwegabschnitte bisher nicht überbaut oder eingeengt so hat man in Adelsdorf Fakten geschaffen und die Trasse grossflächig mit einem recht grossen Neubaugebiet überbaut. Auch der Radweg muss dieses nun umfahren.

Hinter dem Neubaugebiet ab der Strasse „Am alten Bahnhof “ geht es wieder neben und auf Höhe des Eisweihers auf der Trasse weiter.

Bisher habe ich weiter Glück mit dem Wetter. Rubdum regnet es nur wo ich fahre kommt nichts runter, nur sehr windig ist es teilweise.

Und gegen halb 6 erreiche ich Gremsdorf und damit die heutige Übernachtung im Landgasthof Scheubel.

Auch wenn die Eingangstür für fränkischen Wein wirbt bleibe ich doch beim Bier. Es hat Mahrs Kellerbier aus Bamberg. Fränkische Krensuppe und ein Karpfenfilet mit Kartoffelsalat. Sehr lecker.

Abschluss mit fränkischen Apfelküchla und einem Apfel-Amaretto Likör von der Brennerei Liebl aus dem Bayrischen Wald runden das ganze exzellent ab.

Abschließend die Aufzeichnung bei Komoot der heutigen 64km mit wenig Höhenmetern aber viel Wartezeiten auf Züge hier als Link.

Sieht aktuell nicht danach aus dass ich morgen auf der Heimfahrt Teiletappe weiter Glück mit dem Wetter habe. Aber erstmal abwarten.

Dampf, Diesel und Whisky

Heute mal ohne Rad, das darf sich weiter vor dem Zimmer ausruhen.

Nach dem Frühstück und Beachten der Warnbanane ging es ertmal nach Forchheim.

Von Forchheim ging es im 2+3 bestuhlten Agilis RS1 weiter nach Pretzfeld.

Und dann eine herbe Enttäuschung. Laut Website hat der Nikl Bräu Sonntags ab 11 geöffnet, aber dem ist nicht so.

Beim zugehörigen Pretzfelder Keller stand wenigstens ein verklausulierter Hinweis dass diese Woche am Sa und So nicht geöffnet ist. Aber am Stammhaus keinerlei Hinweis.

Immerhin funktioniert der Bierautomat und ein paar Tische und Bänke stehen bereit.

Das dunkle Kellerbier „Michala“ schmeckt erstaunlich gut, das Lager ist eher „typisch Nikl“ und somit nicht mein Geschmack.

Kurz vor 12 geht’s zurück zum „Bahnhof“ von Pretzfeld.

Ralph und Manu kamen dann an und zu Fuss ging es dann nach Ebermannstadt zur Museumsbahn.

Um 14 Uhr ging die Fahrt mit der Museumsbahn „Dampfbahn Fränkische Schweiz“ weiter das Tal der Wiesent hinauf nach Behringersmühle. Es zog sich derweil immer weiter zu und um halb Drei herum fang es richtig heftig an zu Regnen.

Laut Fahrplan ist heute ein „Diesel Tag“ trotzdem zieht die kleine Dampflok „Nürnberg“ tapfer und schwer arbeitend den respektablen Zug das Tal hinauf.

Der Zug ist so gut besetzt dass ein zusätzlicher Wagen beigegeben werden musste ubd daher der „Verpflegungswagen“ aus Lastgründen nicht mitgenommen werden konnte.

Aber zum Glück fand das hier stattfindende Whisky Tasting nicht unter offenem Himmel sondern im Seitenflügel des ehemaligen Empfangsgebäude statt.

Sieben teils sehr interessante Whisky Versionen die vom „Schnapsstodl“ aus Kirchehrenbach präsentiert wurden galt es zu verköstigen bevor es um 16 Uhr, diesmal mit Diesel statt Dampf zurück nach Ebermannstadt ging.

Auf der Rückfahrt wurde das Wetter zunehmend besser.

Eine Fahrrad Tour zur Strecke an Fahrtagen der Museumsbahn ist für Fotos fest vorgemerkt.

Ab Ebermannstadt wurder mit Agilis nach Forchheim und der S-Bahn nach Fürth.

Gewohnt sehr lecker war dann das Abendessen dann beim Afghanen.

So, ein schöner aber auch relativ anstrengender Tag, zumindest für die Leber ist rum. Morgen ist wieder Radfahren angesagt.

Septembertour, Etappe 3 über das Bibertal nach Fürth

Heute ging es durch das hügelige Land ab Rothenburg prinzipiell ostwärts nach Fürth.

Der Himmel hat sich etwas zugezogen. Aber soviel sei verraten bis Fürth kanem nur ein paar vereinzelte oder eher gesagt verirrte Tropfen herunter. Verirrt deshalb da diese immer nur kamen wenn der Himmel eher mal in Auflockerung stand.

Mit einem kleinen Schlenker wurde dann bei Nordenberg eine der reichlich bestehenden Punkte mit einer Wasserscheide besucht.

Und dann ein paar Kilometer bei Hornau weiter der Teich besucht der als „Quelle“ der Altmühl definiert wurde.

Bei Ober- und Unterdachstetten wurde die Bahnstrecke Würzburg – Ansbach erreicht.

Und neben den „Erdbeerkörbchen“ der Baureihe 425 der RB Linie kamen auch noch zwei Güterzüge vorbei.

Dass ein IC den ich nicht auf dem Schirm hatte just dann vorbei kam al ich gerade Richtung Bibertal das Tal verließ war ja irgedwie klar. 5min früher wäre er ein 1a Motiv bei Rosenbach gewesen.

Und dann geht’s über den Berg ins Bibertal.

Einen Gasthof hat es noch in Unterbibert, die hiesige Brauerei und zugehöriger Gasthof ist aber schon länger geschlossen.

Dafür wartet man hier immernoch auf den Bahnbus, auch wenn die spärlichen Busverbindungen (Werktags alle 2 bis 3h, Samstags je Richtung nur einer und Sonntags keiner) mitlerweile von Schmetterling Reisen aus Fürth gefahren.

Im Ortsgebiet Andorf lag der Bahnhof des mehreren Kilometer entfernten Rügland der Bibertalbahn nach Nürnberg-Stein die 1971 zwischen Grosshabersdorf und Rügland stillgelegt wurde.

Auf der Trasse entstand später der Bibertal Radweg.

Eisenbahnarchiologisch ist die Strecke relativ uninteressant. Der ehm. Bahnhof Rügland ist nichtmehr erkennbar, an der Trasse befinden sich keine Bahnrelikte (Kilometersteine, Fundamente, Gebäude) mehr.

On Dietenhofen wurde auf Höhe des Edeka der Bahndamm (oder Brücke?) abgetragen. Immerhin existiert hier das ehm. Bahnhofshebäude noch als DRK ähm BRK Vereinsheim und auch das BayWa Silo existiert noch.

Bei Rothleiten verlässt der Radweg die Bahntrasse welche dort die Talseite wechselte und mitlerweile nicht mehr erkennbar ist.

Bei Lentersdorf vereinigen sich die Wege dann wieder.

Rund um Grosshabersdorf gibt es allerlei Skulpturen an der Trasse. Der ehemalige noch bis 1986 im Personen- und Güterverkehr bediente Bahnhof ist gänzlich überbaut.

Die Skulptur am westlichen Ende des ehm. Bahnhofsareal besteht aus alten Schienen.

Heute fährt hier der Bus.

Die Skulptur an der Strecke stellt laut Beschreibung mit den Schienen das Vergangene dar und mit dem akten Paar auf der Bank die Gegenwart dar.

Naja, man könnte auch sagen dass mangels guter Bahnanbindung die Gemeinden im Bibertal immer weiter vergreisen.

Und weiter über die alte Trasse. Während die Bahnhöfe kaum noch erkennbar sind ist die Strecke recht gut ausgebaut.

Bei Leichendorf endet der Radweg. Das ehm. Wartehäuscgen ist verschlossen noch existent. Ebenso nebenan das alte Anschlussgleis was noch bis 1993 bedient wurde.

Im Bereich des Zirndorfer Schwimmbad ist die Trasse mit Parkplätzen überbaut, an der Albrecht-Dürer-Strasse ist auf der Nürnberger Seite noch ein Stück Gleis erkennbar und als Parkplatz einer Pizzaria genutzt, die Trasse dahinter ist komplett zugewachsen.

Die Brücke über die vierspurige Zirndorfer Straße ist etwas schwierig zu erreichen.

Im Bereich der Brücke ist der seit über 30 Jahren ungenutzte Oberbau noch erstaunlich gut erhalten. Davor und dahinter erobert sich die Natur die Bahntrasse wieder zurück.

Unter der Zirndorfer Strasse hindurch geht es sann zurück zum Bibertalradweg.

Der Main-Donau-Kanal überquer kurz nach der Stadtgrenze von Fürth auf einem eindrucksvollen Brückenbauwerk den Fluss Bibert.

Noch eine Runde durch das südwestliche Fürth und über die Rednitz rüber nach Dambach.

Eigentlich wollte ich ja das Viadukt westlich des Fürther Bahnhofs fotografieren, aber südlich des Viadukts ist der Bereich rund um die Rednitz als Trinkwasserschutzgebiet nicht zugänglich.

Und dann wird bald das Hotel erreicht.

Diesmal habe ich ein ebenerdiges Zimmer im Hinterhaus am Haupteingang.

Das Rad kann gut vor dem Zimmer geparkt werden.

Es ist noch Zeit zum Tegut in der Parallelstrasse zu gehen.

Lustige Wortspiele mit Gin, „Importware“ wie Grohe Bier aus Darmstadt und Weinschorle mit einem Logo das eher an einen kotzenden Hippster erinnert.

Aber regionales Bier hat es auf.

Derweil wird draussen am Marktplatz die am 1. Oktober beginnende Fürther Kerb aufgebaut.

Ein vorzügliches Abendessen mit Ralph und Manu in der Schilderwach schließt sich an.

Und dann waren es statt geplanten 77km doch 86km und irgendwie habe ich ein wenig Muskelkater.

Naja, morgen dann mal ohne Rad unterwegs. Aber dafür für den eigentlichen Grund der Tour.

Septembertour, Etappe 2, Taubertal und drumherum

Nach einem guten Frühstück ging es um 9 Uhr los zur zweiten Etappe.

Neben der etwas überdimensioniert erscheinenenden Strasse am Ortsrand grüsst eine Ariane Rakete im Maßstab 1:4,25

Der Grund ist dass der Raumfahrtpionier Walter Hohmann hier geboren wurde.

Die Überdimensionierung erklärt sich beim Blick in die Landkarte. Diese ist auch Zufahrtsweg zum Bundeswehr Depot bei Hardheim.

Aber nun geht es permanent und leicht steigend das Tal hinauf.

Hinter Schweinberg steigt es dann recht stramm an um es ab der Kuppe sehr entspannt bis in das Weindorf Königheim zu rollen. Ich meine der gestrigen Sylvaner kam von hier.

Bis 1968 existierte ab hier eine Bahnstrecke nach Tauberbischofsheim im Personen- und Güterverkehr. Das Empfangsgebäude existiert heute noch, das Bahnhofsareal ist seit 1970 mit einer Sporthalle und einem Sportplatz überbaut.

Teilweise ist die Trasse in der Landschaft nicht mehr zu erkennen bzw. im zuge der Flurbereinigung entfernt worden.

Erst kurz vor dem Bahnhof Dittwar ist die Trasse klar erkennbar. Das Industriegebiet von Dittwar wurde noch bis in die 1990er Jahre bedient.

Daher liegen vernutlich heute noch ab dem ehm. Bahnübergang am östlichen Ende des Bahnhofs noch die Gleise.

Vor Tauberbischofsheim dienen die noch vorhandenen Schienen zur trockenen Lagerung von Brennholz. Die Brücke über die B27 präsentiert sich gut im Schuss. Bedauerlich dass es nie zu einer Verknüpfung der Strecken nach Hardheim und Königsfeld gab und dass diese stillgelegt wurden, gerade wenn man die vielen LKW auf der B27 sieht.

Noch eine Runde durch das beschauliche Tauberbischofsheim und den Radweg über die Treppe genutzt und weiter geht’s auf dem Taubertalradweg und vorbei am stattlichen Bahnhofsgebäude von Distelhausen welches gut einen Kilometer ausserhalb des Ortes liegt welches von der gleichnamigen Brauerei dominiert wird.

Nanu? Hopfen? Hier?

Ja, aber nur als Anschauungsobjekt. Denn die Brauerei Diestelhäuser braucht für um die 180.000 Hektoliter natürlich wesentlich mehr wie diese wenigen Stauden. Leider war keine Zeit für eine Brauereiführung.

Und dann wird auch schon der Bahnknoten Lauda wo sich die eingleisige Bahnstrecke der Westfrankenbahn von Miltenberg nach Crailsheim mit der elektrifizierten zweigleisigen Stecke von Würzburg nach Bad Friedrichshall trifft und eine RB nach Osterburken (DB Regio) als auch der RE nach Stuttgart (Go Ahead) abgefangen.

Die Dekoration einer der Ortsstrassen mit „Weinreben“ gefällt und zeigt die Bedeutung des Weinbaus in der Region und angedenk der ehemals grossen Bedeutung der Eisenbahn für Lauda steht eine Dampflokomotive der Baureihe, dekoriert mit Signalen und Schranken sowie unter einem Dach recht gut geschützt, in einem Park in Bahnhofsnähe.

Die Einfahrsignale von Lauda und Königshofen wo sich die Strecken Richtung Crailsheim und Bad Friedrichshall wieder trennen liegen keinen halben Kilometer voneinander entfernt und dann kommt auch noch ein Güterzug Richtung Würzburg vorbei.

Ein ehemaliges Wärterhaus zwischen den Bahnhöfen dient heute vorbildlich renoviert als Wohnung.

Das Bahnhofshebäude und Bahnsteige in Königshofen haben jedoch definitiv schon mal bessere Zeiten gesehen.

Und weiter das Taubertal hinauf nach Bad Mergentheim wo sich die Bahnbrücke als Fotomotiv aufdrängt.

Bei bestem Wetter wird bald darauf Weikersheim erreicht.

Ursprünglich wollte ich ab hier weiter den Taubertalradweg via Creglingen nach Rothenburg nutzen. Aber die diversen, meist om Rudel auftretenden, eBike Rentner nerven ob ihrer oft unkoordinierten Fahrweise nur noch umd so entscheide ich mich die „Fahrradautobahn“ zu verlassen und nach Niederstetten „runter“ und das Hochplateau „rüber“ nach Rothenburg ob der Tauber zu fahren.

Und auch der Weg im Tal des Vorbach ist recht hübsch. Creglingen- Weikersheim war ich zudem schon 2020 gefahren.

Ab Niederstetten wird in östliche Richtung umgeschwenkt und es geht erstmal das Seitental hinauf und vorbei am auf der Kuppe liegeden Heeresflugplatz nach Wildentierbach.

Leicht bergauf und bergab geht es auf der Hochfläche weiter nach Leuzenbronn.

Und dann erscheint bald Rothenburg in der Ferne. Aber zwischen der Hochebene und Rothenburg liegt die Tauber welche sich recht tief eingeschnitten hat.

Daher geht es nun erstmal ein paar Kilometer stramm bergab bevor das ganze in diversen Serpentinen auf der anderen Flusseite wieder hinaufgeht.

Rothenburg ist eines der diversen „must see“ auf den berüchtigten „Europe in five Days“ Touren von Touristen aus Übersee oder Asien.

Aber der Andrang hält sich am Nachmittag in Grenzen. Nur relativ wenige Touristen aus Asien und zwei Grossgruppen aus USA und GB, standesgemäß dem Wimpel bzw. Schirm folgend und mit Namensschild sowie Badget ausgestattet, drängen durch die Strassen.

Aber man muss nur eine Querstrasse weiter gehen und hat seine Ruhe ubd weiterhin schöne alte Gebäude.

Am Bahnhof wartet ein Desiro auf Abfahrt nach Neustart an der Aisch, den Bahnhof den ich sm Dienstag hoffe nicht durchnässt zu erreichen, während die Fortsetzung Richtung Dombühl noch als aktives Anschlussgleis für Elektrolux am Ortsrand von Rothenburg existiert.

Dusche im Zimmer, aber ein Getränkeautomat im Flur mit guter Wahl der Biersorte (Grüner aus Fürth). Das Hotel Post ist etwas in die Jahre gekommen aber in Ordnung.

In der Radlerpauschale im EZ zu 69,- ist das Abendessen und ein Begrüßungsradler inklusive.

Da kann man nicht meckern. Weisswein und Federweisser aus der Region, ordentlich Salat und auch der Braten kann sich wie auch das Muse au Chocolat sehen lassen.

Der Schlehengeist vom Weingut Mangold bei Volkach überzeugt auch.

Und hier nun die 91km bei Komoot mit noch mehr Bildern.

Septembertour, Etappe 1 nach Hardheim

Oder auch 3 Länder Tour.

Aber der Reihe nach.

Ein strahlend blauer Himmel verbirgt die morgens noch einstelligen Temperaturen aber der Anstieg hinauf zum Hering sorgte schon für Erwärmung von innen.

Und wenn es hinauf geht, dann geht’s auch wieder hinab und so rollt es sich anschließend recht entspannt hinunter nach Höchst und weiter nach Neustadt.

Hinter Neustadt verläuft der Radweg ein kurzes Stück auf der ehemaligen Bahntrasse nach Aschaffenburg und so ist kurz vor Rai-Breitenbach auch noch eine alte Brücke mit Geländer erhalten.

Über Rai-Breitenbach geht es über den Berg nach Wörth am Main in Bayern ähm Unterfranken bzw. Churfranken.

Sehr eindrücklich ist der Sandstein auf dem diverse Hochwassermarken der letzten 200 Jahre vermerkt sind. Heute schützen massive Mauern und Tore die Altstadt von Wörth vor dem Main.

Kleine Kaffeepause gegenüber der Werft von Erlenbach bevor es Richtung Miltenberg weiter geht.

Vor Miltenberg wird in das Tal der Mud Richtung Amorbach ein.

Die Strecken der Westfrankenbahn sind mitlerweile fest in der Hand der Desiro Triebwagen.

Das „Gleis 1“ im ehemaligen Empfangsgebäude von Amorbach hat leider seit fast einem Jahr geschlossen. Schade, ich war zwar nicht oft hier aber wenn war es hier gerade im Biergarten sehr schön.

Von Wörth bis Amorbach ging es recht angenehm ohne wesentliche Steigungen voran, das ändert sich dann aber rapide.

Zwischen Schneeberg und Walldürn zeigt die Madonnenlandbahn dass sie auch eine recht respektable Gebirgsbahn ist.

Die eigentlich schöne Innenstadt von Walldür präsentiert sich leider recht tot mit vielen leeren Geschäftsräumen.

Nördlich des Bahnhofs überquert die Madonnenlandbahn auf einer Steinbrücke während die erst später gebaute und seit 1999 stillgelegte Strecke nach Hardheim die Strasse auf einer der Form her angepassten Stahlbrücke querte.

Statt auf die Bahn setzt man hier auf breit ausgebaute Strassen.

Die 2004 zurückgebaute Bahntrasse liegt komplett brach aber noch stellenweise erkennbar und ist nur im Ortsbereich von Höpfingen auf einem kurzen Stück vor dem ehemaligen Bahnhof befahrbar.

Zwar ist der Bereich des ehemaligen Bahnhofs teilweise überbaut, aber im Grunde ist die Trasse bis Hardheim weiterhin frei.

Weiter nach Hardheim. Das Wegekreuz kurz vor Hardheim ist aus alten Weichenschwellen erstellt. Kurz danach geht es unter der alten Bahntrasse hindurch nach Hardheim.

Der Bahnhof von Hardheim liegt am südwestlichen Rand der Stadt. Das Empfangsgebäude ist zu einem Café gewandelt und das imposante Lagerhaus beherbergt nun Wohnungen wodurch der Bahnhofsbereich heute zumeist als Garten dient.

Die Brücke über die B27 nutzt heute die Maschinenbaufirma Gustav Eirich als Fussweg zwischen ihren beiderseits der stark befahrenen Strasse liegenden Werksteile.

Aus den geplanten 78km wurden etwas knapp über 90km. Warum und wo die 12km dazu kamen ist mir immernoch nicht klar. Und im Odenwälder Hügelland haben sich auch 900m aufwärts angesammelt.

Im Gasthof der Ochsen (ja der Ochsen) lässt es sich gut essen bei Herbsthäuser Pils und Silvaner Bio Wein aus Tauberbischofsheim. Das Tartufo war dann die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Den guten Williams-Kirsch gab es als Übernachtungsbegrüssung auf Haus.

Die Karte ist übersichtlich aber man merkt dass es den Wirtsleuten nicht um Masse sondern Klasse geht, das aber zu vernünftigen Preisen.

Und wie üblich zum Abschluss der Link zu Komoot zur heutigen Etappe.

Morgen geht’s über die ehemalige Bahnstrecke ab Königheim nach Tauberbischofsheim und via Creglingen nach Rothenburg ob der Tauber.

Au revoir France

Alles hat einmal ein Ende und so war heute nach der Sommerradtour 2022 auch die letzte Etappe der Sommertour 2022 dran.

Damit gehen fast vier Wochen Rad- und Bahnfahren durch Österreich, Lichtenstein, Schweiz, etwas Frankreich und Deutschland per Rad und per Bahn durch Frankreich, einen winzigen Stück Spanien, Belgien, Luxembourg und natürlich auch Deutschlands zu Ende und es war einfach schön und eindrucksvoll.

Erstmal ging es noch ins Ort um Reiseproviant mitzunehmen. Danach wurde rechtzeitig auf dem Bahnhofsvorplatz auf den Bus 10:20 Uhr nach Müllheim gewartet. Da man offenbar seit Anfang August keinen Fdl für den deutschen Grenzbahbhof Neuenburg zur Verfügung hat wird der Verkehr zwischen Mulhouse und Müllheim durch die SNCF im SEV durchgeführt der aber ein wenig verspätet aus Müllheim eintrifft und daher erst mit +10 Abfährt. Bei einem Übergang von 11min in Müllheim könnte das knapp werden.

Auch interessant warum gerade ich auf D und F gefragt werde wo und wann und ob das der Bus nach Müllheim ist. Wobei irgedwie die Deutschen auf französisch und die Franzosen auf „Deutsch“ fragten 😉

Nicht nur dass SEV gefahren wurde, in Mulhouse hatte es noch Baustellen mit Ampelregelung was die Verspätung noch ausbaute. Der Schlenker zum Bf Bantzenheim wurde mit der Frage „will jemand dahin?“ ausgespart und damit wurde mit +11 Müllheim erreicht.

Aber der RE als Basel hatte ebenfalls Verspätung und so wurde dieser im derzeit stark im Umbau für den viergleisigen Ausbau der Rheintalstrecke befindlichen Bf. Müllheim doch noch erreicht. Was für ein Glück kann ich 1. Klasse fahren, die 2. ist gesteckt voll.

Umsteigen in Freiburg in den ICE74 der auch recht gut ausgelastet ist und mich auf einen Platz mit Schiessschartenausblick nach Mannheim bringt.

Der 24/7 Automatenladen im Freiburger Hauptbahnhof überrob sein Produktangebot von Kuchen über Grillfleisch bis hin zu hochwertigen Weinen, Sekt und Bränden vom Kaiserstuhl.

Ursprünglich wollte ich ab Karlsruhe via Bretten nach Heilbronn fahren, da aber viele 9€ Nutzer unterwegs sind und ob des Sitzplatz im ICE plane ich um und fahre ab Mannheim mit dem Abellio ähm SWEG Netz Stuttgart Elektrotalent auf dem RE10a nach Eberbach, wobei sich die Abfahrt wegen Weichenstörung um 10min verzögert.

Aber der Anschluss in Eberbach ist dadurch nicht gefährdet und pünktlich geht es im gut 1/4 ausgerasteten RB82 Richtung Heimat.

Das Wochenendhaus des ehm. Regionalnetzchef ist auch besetzt.

Und über den Himbächelviadukt geht es weiter und ab Erbach füllt sich der Zug merklich, trotz Verstärkung in Wiebelsbach.

Und dann ist pünktlich Reinheim erreicht und somit die letzte Reiseetappe beendet.

Der Weg zum Kühlschrank ist dem nach Wochen belgisch / französischer Bierplörre ersten brauchbaren Bier gewiss.

So das waren 1280km Radfahren und im Bahnteil vsl noch mehr Kilometer per Bahn in gut 3,5 Wochen. Viele Eindrücke, schöne Landschaften usw. inklusive.

Ich freue mich schon auf die nächsten Touren.

Viadukte bei Dannemarie und ein alter Kanal

Heute war Wandertag.

Und oh wunder, ein Güterzug vor dem Fevster. Sowas gibts in Frankreich wirklich?!?

Mit dem TER ging es nach Dannemarie wo bis 1970 die einstmals bis in die Schweiz führend Strecke nach Pfetterhouse abzweigte. Heute ist Dannemarie nur noch ein Haltepunkt und die Bahnstrecke Richtung Pfetterhouse bis kurz vor Bonfol ein Radweg und wenn da der Platten nicht gewesen wäre hätte ich vor gut 1,5 Wochen diesen auch befahren.

Aber so habe ich halt mal die beiden Viadukte unmittelbar östlich (Viaduc de Ballersdorf) und westlich (Viaduc de la Largue) von Dannemarie zu Fuss ins Visier genommen.

Und auf dem Weg zum Viaduc de Ballersdorf kommt schon ein weiterer Güterzug, gezogen von einer Vossloh/Stadler Euro3000 Diesellok, von Europorte vorbei.

Wenn man bedenkt dass zwischen Belfort und Mulhouse sich der Verkehr der beiden alten Rollbahnen Paris – Mulhouse und Lyon – Mulhouse sowie derzeit noch der Verkehr östlich von Belfort TGV bündelt und welch vergleichsweise dünner Verkehr hier trotzdem nur besteht während die Rheinschiene von Köln bus Basel heillos überlastet ist fragt man sich schon woran das liegt.

Auch bei den Fahrplänen im Nahverkehrs kann man nur mit dem Kopf schütteln. Ich fuhr kurz nach Acht nach Dannemarie, gut 20min später fuhr der nächste in die gleiche Richtung in dann ist erstmal vier Stunden kein TER von Mulhouse nach Belfort unterwegs. SPNV zum abgewöhnen.

Mit Unterstützung der Fotohornisse konnte das Viaduc de Ballersdorf für die diversen TGV, die bis zum Bau des östlichen Lückenschlusses hier noch die Altstrecke von und nach Mulhouse nutzen, in Szene gesetzt werden.

Achja, auf dem Rückweg kam eine Diesel-Prima von Alstom mit einem Captrain Güterzug vorbei. Das war es dann auch in 5h Viadukte Kucken im Güterverkehr.

Die Sonne zieht weiter ihre Bahn und so fällt das Viadukt langsam in die Schattenseite. Also wechsel zum westlich gelegenen Viaduc de la Largue. Ggf. kann man das Viaduc de Ballersdorf ja am Nachmittag von der anderen Seite nochmal versuchen.

Richtig verloren erscheint der dreiteiler AGC auf dem recht langen Viadukt und selbst der TGV ist imnernoch nicht richtig prägnant auf ihm. Warum kommt keine Doppeltraktion wenn man sie mal braucht.

Leider haben diverse Probleme im Abschätzen der Zeit bis zum Zug (und eine nicht korrekt angezeigte Zugverspätung) recht an der Akku Kapazität der Fotohornisse gerissen und so fällt eines der vermutlich besten Motive einem Notrückflug bei 8% Restakku zum Opfer.

Zurück zum Bahnhof gehts ein wenig über die alte Bahntrasse und den Friedhof.

Denn um 13:20 kommt der letzte Zug des Tages der in Zillisheim hält. Danach halten dort nur noch die paar Züge Richtung Belfort.

Diesmal kein AGC von Bombardier sondern der schrecklich mit Stolperfallen verbaute Alstom Regiolis.

Ab dem Dörfchen Zillishein geht es dann teils entlang des ehemaligen Rhein-Rhone-Kanals nach Mulhouse.

Am Bahnübergang in Zillisheim hat es eine Interessante konstruktion mit einem Fussgängerüberweg unmittelbar vor dem Bü dessen Lichtzeichen mit denen des Bü überlappen und daher statt Grün nur gelb blinken und wem die wirklich kurze Schliesszeit des Bü zu lang ist kann ja nach dem Queren der Strasse an der Ampel die Fussgängerunterführung nutzen. 🙈

Eigentlich ein recht angenehm zu begehender Weg, wenn nicht die Sonne so stark scheinen würde, wobei ein ausgeprägter Wind das Ganze doch recht erträglichen macht.

Hmmm, mit dem Rad ab Freiburg nach Mulhouse, dann den Kanal bis Besançon und weiter der Doubs entlang ins Jura. Das wäre doch was.

Leider steht zwischen Bahnstrecke und Kanal recht viel Gebüsch, so dass bei der Schleuse von Brunnstatt bei der einzig verwertbaren Stelle nur ein „Notschuss“ bleibt.

Und so geht es am Wasser entlang immer weiter nach Mulhouse.

TGV sieht man auf dieser Strecke öfter wie Nahverkehrszüge oder gar Güterzüge.

Mulhouse ist fast erreicht und LKW Fahrer die denken dass ihr LKW trotzdem durch die Unterführung passt obwohl er höher ist wie die Ausschilderung scheinen kein rein deutsches Problem zu sein so exzessiv wie hier die Unterführung der Strecke nach Strasbourg ausgeschildert ist.

Und dann ist nach etwas über 7km der Bahnhof von Mulhouse erreicht.

Kurz ausruhen im Hotel und 16:24 geht’s mit dem TER nach Kruth. Eine sehr schöne Strecke, wobei der Endbahnhof Kruth noch relativ weit vor dem eigentlichen Ort liegt.

Der Tramtrain verkehrt auf der Strecke bis Thann Gare oder Thann-St. Jaques, danach ist Dieseln angesagt. Von Wesserling bis Kruth verkehrt der Zug im Stichstreckenblock bzw. einer Art Zuleitbetrieb. Umsetzen geht in Kruth nicht mehr und das zweite Gleis scheint schon länger ungenutzt.

Und dann geht’s zurück nach Mulhouse wobei sich auch ein kreuzender Regiolis mit Werbeaufdruck ins Tal verirrte.

Noch schnell den Getränkevorrat auffrischen und dann geht’s zum Restaurant L2 in der nähe des Place der Reunion zum Essen.

Und danach war etwas warten angesagt. Im Juli und August hat es eine Lichtshow an der Kirche.

Die Lichtshows in Laon oder Amiens fand ich schöner, aber die Animationen waren auch nicht von schlechten Eltern.

Als Beispiel ein kurzes Video:

Hier noch der Link zu Komoot von der Wanderung zu den Viadukten bei Dannemarie und die Wanderung von Zillisheim nach Mulhouse.

Morgen geht’s heim. Wie und auf welchem Weg ist aber noch nicht 100% klar.

Drei Länder, drei Sprachen, eine Währung

Kurz nach Acht ging es ab Brüssel Nord nach Liège-Guillemins. Prickeld fande ich die kurzfristige Verlegung des Zuges von Gleis 7 nach Gleis 3 gerade mal fünf Minuten vor Planabfahrt nicht, zudem wurde dies nur per Ansage gemacht (in F und NL), kein Hinweis im Anzeiger am Bahnsteig. Aber es hat geklappt.

Der IC nach Eupen besteht aus ein- und doppelstöckigen Wagen. Der DoSto mit 1. Klasse entspricht wohl einer modernisierten Version und zeigt alles abwechselnd in Französisch und Holländisch an.

Die Landschaft lädt zu einem Nickerchen ein.

In Liège-Guillemins wurde im Zuge des Baus der Schnellfahrstrecke aus Brüssel Richtung Aachen der Bahnhof komplett ungebaut dessen Architektur beeindruckt. Weniger beeindruckend ist die Griffigkeit des Bodenbelags der Paserelle welche gerade gereinigt wurde und eher einer Schlittschuhbahn glich.

Die Zeiten der lokbespannten IC nach Luxemburg sind leider auch vorbei. Auf der Radtour 2018 hatte ich noch einen fotografieren können.

Jetzt werden diese mit Desiro Mainline in Doppeltraktion der SNCB/NMBS gefahren bei deren der Unterschied zwischen zweiter und erster Klasse offensichtlich nur noch in der Zahl auf dem Aufkleber besteht.

Durch die sehr schöne Landschaft der Ardennen geht es das Tal der Amel hinauf nach Gouvy.

Kurz darauf wird vor Troisvierges die Grenze zu Luxemburg überschritten und ab hier hält der Zug wesentlich öfter und füllt sich auch merklich. Kurz vor dem Bahnhof von Luxembourg bietet die Bahnstrecke einen schönen Blick auf die Hauptstadt des gleichnamigen Landes.

Hier ist erstmal Umsteigen angesagt zum Zug nach Redon der mit einem CFL Doppelstockzug geführt wird und seine Görlitzer Abstammung schwer verbergen kann während am Nachbarbahnsteig ein in Frankreich als Z2200 bezeichneter Doppelstockzug der CFL wartet.

In Luxenburg, also dem Land, ist seit 2019 der gesamte ÖPNV gratis. Aber nur in der zweiten Klasse. Daher wohl der extra Hinweis am Eingang zum 1. Klasse Oberdeck.

In Bettembourg ist nochmal Umsteigen angesagt. Wegen Bauarbeiten verkehren die TER Richtung Metz erst ab hier und nicht wie normal ab Luxembourg.

Geführt wird der Zug mit zwei Z2200 der CFL über Metz bis Nancy. Die Tischlampen in diesen Fahrzeugen begeistern mich immer wieder aufs neue.

Und so geht es recht flott und bequem durchs ehm. Kohle & Stahl Gebiet Lothringens nach Metz.

Leider standen die diversen Werksbahnloks immer so dass man sie aus dem Zug nicht knipsen konnte.

Schneller Umstieg in Metz und im gut besetzen einzelnen dreiteiler AGC ging es flott auf der alten Hauptbahn und streckenweise vom Rhein-Marne-Kanal begleitet nach Strasbourg.

Kurz hinter Metz übrigens der einzige fahrende Güterzug des Tages. Soviel zu den dicken Backen diverser Güter EVU dass man ja wegen der überlasteten Rheinschiene auch via Belgien und Frankreich fahren könnte. Klar, wenn man Lust hat wegen 30min Verspätung auf die Seite genommen zu werden und eine neue Trasse erst Tage später zugewiesen zu bekommen. Dann kann man sich auch SNCF Infa antun, statt bei Verspätung dann durch DB Netz irgendwie doch noch durchgewurschtelt zu werden.

Klar, wenn nur 11min Umsteigezeit ist muss der Zug auch noch am Kopfgleis 31 weit vor der Halle in Strasbourg einfahren.

Aber auch dieser Anschluss klappt und im feinsten Corail Design geht es rasch nach Mulhouse. In Fahrtrichtung links grüsst die Rheinebebe und weit hinten der Schwarzwald, in Fahrtrichtung rechts die Vogesen.

Nach dem Bezug des fast am Bahnhof liegenden Ibis Budget geht es mit dem TER nach Than. Weiter bis Kruth leider nicht, da ist die Rückfahrt erst 2h später möglich.

Kurz vor dem Haltepunkt des Industriegebiet von Thann erstaunt dieser Bahnübergang ins Nichts dessen gut ausgebaute Strasse direkt in einem Feld endet und nebenan im vom Netz getrennten Gleisanschluss der Burda Druckerei wartet eine Köf auf bessere Zeiten (ohne Foto).

Mit den TramTrain der ab Lutterbach auf das Netz der Tram von Mulhouse übergeht geht es nach Mulhouse Republique.

Abendessen im Au Bureau. Ab 20 Uhr fahren wegen Bauarbeiten derzeit keine Tram und Tramtrain zum Bahnhof.

Dann halt noch den TGV nach Zürich vom Hotelzimmer aus fotografiert.

Morgen geht’s nach Dannemarie und ich versuche mal ein paar Fotos an den dortigen Viadukten zu machen die ich eigentlich auf der Etappe der Radtour ab St-Ursanne vorhatte und wegen Reifenplatzer ausgefallen sind.